die Biskaya bis Frankreich…

überqueren wir vom 02.-04.08.19 in einem günstigen Wetterfenster innerhalb von 57 Stunden.
Die Überfahrt wurde begleitet von sehr vielen Delphinen und wir sahen sogar eine kleine Herde von Schweinswalen. Diese Tour soll vorerst unsere letzte mit Nachtfahrt gewesen sein.
Kaum in Camaret sur Mer / Frankreich angekommen, sieht man schon das nächste, sehr kräftige, Tiefdruckgebiet über den Atlantik kommen. Es wird genau über die Bretagne hinwegziehen und uns dort Wind bis weit über 40kn bescheren.
Wir versorgen uns mit frischen Austern, Hummer und ein paar anderen Lebensmitteln. Das Preisniveau in Frankreich ist ein richtiger Schock. Im Vergleich zu Spanien kostet hier alles 2-3mal so viel. Franzosen müssen ein recht gutes Einkommen haben.
Die Schwimmstege in Camaret sehen nicht sehr stabil aus (mit Aluminium Scharnieren verbunden) also verlegen wir uns nach L’Aber Wrac’h (wir wissen nicht wie man das ausspricht) ca. 35 nm weiter nördlich. Hier liegen wir am massiven, äußerst stabilen Beton-Besuchersteiger und wollen warten bis das Tief durchgezogen ist.
Leider kommen dann alle 2-3 Tage neue Tief’s mit vergleichbar viel Wind. Weiter können wir von hier aus eigentlich immer nur mit den Tidenströmen fahren (also ungefahr 6 Stunden, das sind ca.30-50nm) da noch einige Engstellen und Kaps zu duchfahren/umrunden sind an denen die Strömung auch mal 6-8 Knoten erreicht. Das kostet alles Zeit und unsere Ankunft im „Heimathafen“ in Holland wird sich leider bis mindestens Ende August verzögern.

La Coruna 2…

begeistert uns immer wieder. Wir besuchen nochmal den Torre de Hercules weil bei unserem ersten Besuch vor fast 3 Jahren die oberste Aussichtsplattform wegen zu starkem Wind gesperrt war. Diesmal bieten sich phantastische Ausblicke über die Stadt und die Bucht. Auch die Strände rundherum sind einen Besuch wert.
Die Stadt hat ein Flair das uns ausgesprochen gut gefällt. In den alten Gassen genießen wir Tappas bis zum Abwinken und überhaupt ausgezeichenetes Essen zu äußerst günstigen Preisen. Der Supermarkt ist nur 5 Gehminuten entfernt und bietet alles worauf wir uns schon lange gefreut haben.
Das Wetter ist etwas wechselhaft aber überwiegend sonnig und die Temperaturen sind sehr angenehm. Nur morgens früh bei ca. 15°C im Boot, läuft schon mal der Heizlüfter für 1-2 Stunden.

Kurzum, wir erholen uns mal so richtig von den vorangegangenen Strapazen.
Trotzdem muss es irgendwann weiter gehen und ab morgen wollen wir ein 4 Tage Wetterfenster nutzen um möglichst „ruhig“ über die Biskaya zu kommen. Wir werden viel motoren, aber das haben wir extra so ausgewählt. Vom Hochseesegeln mit mehr als 20 kn Wind und 2-3m Wellen haben wir vorerst mal genug.
Also auf nach Frankreich.

 

von den Azoren nach Spanien…

nach der Abfahrt von Terceira sehen wir wenige Meilen hinter der Insel doch tatsächlich eine Walmutter mit ihrem Jungen. Offensichtlich Pottwale, das sind die mit dem „eckigen“ Kopf. Bevor wir unsere Kameras bereit haben, zeigt die „Mama“ uns aber schon ihre gewaltige Schwanzflosse und beide verschwinden in der Tiefe. Also leider keine Fotos.

La Coruna in Spanien erreichen wir  am 25.07.19 nach 6 Tagen und 21 Stunden für die 946nm. Diese Überfahrt war unsere letzte, richtige große Etappe auf dem Weg nach Hause. Wie üblich, gab es gute und schlechte Tage. Jo hatte ja – nachdem der Iridium-Kundendienst nicht helfen konnte – unser Iridium System selber auf allen Geräten zum laufen gebracht und so konnten wir immer auf aktuelles Wetter zugreifen. Zusammen mit der Wetter-Routing Software „Sailgrib WR“  (ist nicht umsonst  – 30 Euro/Jahr – aber wirklich gut und leicht zu bedienen) half uns das, vor einem heranziehenden Tief guten Süd-Südwestwind für den Weg zum Festland zu finden. Normalerweise blasen um diese Jahreszeit wegen des Azorenhochs eher Nordwinde oder es ist gar kein Wind. Letztlich sind wir insgesamt aber noch 49 Stunden unter Motor gelaufen.
Je näher wir nach Hause kommen, desto ungeduldiger werden wir auch endlich der endlosen Schaukelei an Bord zu entkommen.
Schließlich haben wir seit den USA gute 3.900nm in weniger als 2 Monaten zurück gelegt. Das war anstrengend und wir sind nun richtig reisemüde. Unsere Gleichgewichtsorgane haben verlernt, was es heißt sich länger auf festem Boden zu befinden und so sieht man uns auf dem Beton-Kai der Marina Real in La Coruna in 1m breiten Schlangenlinien herumtorkeln. Jetzt dauert es schon einen ganzen Tag bis der Schwindel ganz weg ist. Früher ging das in ein paar Stunden. Vielleicht werden wir doch ein wenig älter.
Unsere alte Kurslinie vom 19.09.16 haben wir am 25.07.19 um 3:12 Uhr Bordzeit ca. 20nm vor La Coruna gekreuzt. Damit ist unsere Atlantikrunde nun abgeschlossen. Ein Grund zum Feiern.
In La Coruna selber kommen wir, wie immer, zu einem besonderen Tag an. Es ist Nationalfeiertag der Galicier und in der Stadt, die uns immer noch sehr gut gefällt, ist der „Bär“ los. Es ist so voll, dass wir nicht mal einen Platz finden um ein paar Tapas zu genießen. Dafür gibt es endlich wieder „Estrella Galicia“ – ein Spitzenbier – und an einem riesgen Grill frisch gegrilltes vom Schwein. Vom Essen verstehen die Spanier was und Jo liebt besonders die hiesigen Grillwürste. Sehr fettig und sehr würzig.
Jetzt haben wir ein wenig Ruhe verdient und warten dann nur noch auf ein Wetterfenster um einigermaßen „bequem“ die 330nm über die Biskaya bis in die Bretagne nach „Camaret sur Mer“ zu kommen. Das kann ein paar Tage dauern, weil das Azorenhoch gerade etwas schwächelt und deshalb ein Tief nach dem anderen bis in die Biskay zieht. Wenn sich die Wetterlage „normalisiert“ hat, soll die Biskaya unsere letzte Etappe mit Nachtfahrt werden. Dann soll es nur noch in Tagesetappen die letzten ca. 400nm bis Holland gehen.
Wir planen mal Mitte bis Ende August dort anzukommen.
Auch dieses Blog nähert sich damit langsam dem Ende.
Ein paar Einträge und ein großer „Abschlussbericht“ werden aber noch folgen.

Azoren – Terceira…

liegt 50nm östlich von Velas/Sao Jorge und wird die letzte Azoreninsel sein die wir besuchen. Es wird ein Tagestrip abwechselnd unter Motor, Segeln oder Beidem. Die Marina im Ort „Angra do Heroismo“ (etwa: Bucht der Helden) ist deutlich größer als in Sao Jorge. Der Hafenmeister hat sich wohl auf den ersten Blick in KYLA verliebt, denn obwohl am Besuchersteg noch viel Raum ist, kriegen wir einen schönen Platz weit im fast schwellfreien Inneren der Marina.
Der Ort gehört wegen seiner schönen alten Häuser (teilweise aus dem 16. Jahrhundert) zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schön sind die Häuser und Gassen ja, aber Weltkulturerbe? Da gibt es sicher noch bessere Kandidaten.
Die Insel hat keine so beeindruckenden Steilküsten wie etwa Sao Jorge. Sie ist auch insgesamt flacher. Dafür findet man im Inneren wieder Landschaften wie aus einem Märchenbuch. Die erinnern stellenweise an das “Auenland“ aus den „Herr der Ringe“-Filmen.
Von den Höhen hat man die tollsten Ausblicke weil sie noch deutlich unter der Wolkengrenze liegen.

Auch hier wären wir gerne länger geblieben, aber morgen bietet sich eines der raren Wetterfenster mit gutem Wind um zur spanischen Küste zu kommen. Das wollen wir ausnutzen und werden die nächsten 950nm/8 Tage wieder auf See sein.
Wenn uns der an der Festlandküste vorherrschende Nordwind keinen Strich durch die Rechnung macht, erreichen wir dann La Coruna in Spanien.

Azoren – Sao Jorge…

ist nur ca. 20nm von Faial entfernt. Kein Wind aber eine günstige Strömung bringt uns unter Motor in 3 Stunden dorthin. Die Marina Velas ist winzig aber sehr gut geschützt und irgenwie genauso heimelig wie der gleichnamige Ort. Wir sind früh da und erhalten den letzten freien Platz am Besuchersteg. Die Sanitäranlagen sind quasi vor der Tür, vom Feinsten und blitzsauber.
Hatten wir schon erwähnt, dass das Wasser hier immer glasklar ist. Wir liegen auf 5m Tiefe (in Faial waren es sogar 7m) und können jedes Sandkorn auf dem Grund sehen.
Mit dem Mietauto erkunden wir einen Tag lang die Insel (zwei Tage wären besser gewesen) und finden tolle Landschaften, Märchenwälder, imposante Steilküsten und Unmengen von Hortensien die hier aber auch jede Steinmauer überwuchern. Noch schöner als auf Faial.
Nach 3 Tagen geht es dann weiter zur Insel Terceira.

Azoren – Faial – Künstler…

sind wir ja nicht gerade. Aber mit einiger Mühe haben wir unser Logo auf einer der Marinamauern hinterlassen.
Das Bild mussten wir 3x neu malen weil immer irgendetwas daneben ging. Mal lief die Sprühfarbe unter die Ränder der Papierschablone, dann ging die Farbe beim Abziehen der Schablone mit ab. Schließlich haben wir das Ganze anstatt zu sprühen mit Pinseln aufgemalt. Das wurde auch nicht perfekt, aber wir waren endlich zufrieden.
Morgen geht es zur nächsten Insel: Sao Jorge.

Azoren – Pico…

besuchen wir mit der Fähre von Horta/Faial aus (insgesamt 14,-€ für 2 Personen hin und zurück). Das ist billig und wesentlich einfacher als mit dem Boot, denn dort gibt es keine „vernünftige“ Marina für uns. Wir checken im Hotel „Caravelas“ direkt am Fährhafen ein. Ausgezeichnete Zimmer und das Frühstück ist erstklassig.
Auch Pico erkunden wir mit dem Leihwagen. Mehr als 2 Tage braucht man dafür nicht. Die Beschilderung von touristischen Attraktionen ist hier nicht so gut wie auf Faial und wir brauchen selbst mit der Hilfe von „Mr. Google“ manchmal eine Stunde um einen bestimmten Punkt zu finden. Die Landschaft ist wegen der im unteren Bereich flacher werdenden Flanken des alles beherrschenden Vulkans nicht ganz so abwechslungsreich wie auf Faial.
Den Vulkan zu besteigen haben wir (also Jo) nicht geschafft. Der Auf- und Abstieg dauert insgesamt ca. 8 Stunden (für die letzen 1,1km Höhe auf 4km Weg) und wird nur bei gutem Wetter oben am Berg gestattet. Dort wechselt das Wetter aber im Minutentakt von strahlendem Sonnenschein zu Wolken/Nebel mit nur 10m Sichteite.
Nach zwei Tagen geht es mit der Fähre zurück nach Horta.

Azoren – Faial…

ist unsere erste Azoreninsel. Wir sind – wie üblich – zu einem besonderen Anlass angekommen. In der Stadt findet ein Treffen von Regierungsvertretern statt. Die haben so gut wie alle Mietwagen gebucht. Mit Ach und Krach kriegen wir einen Wagen für 2 Tage und besichtigen damit die Insel.
Tolle Landschaften und Ausblicke. Alles ist sehr grün und überall wachsen Blumen. Margit ist ganz begeistert von den Hortensien.
Die Ökonomie der Inseln beschränkt sich notwendigerweise auf Landwirtschaft, Fischfang und Tourismus. Obwohl touristisch gut erschlossen, gibt es keine Bettenburgen oder Massentourismus. Sehr angenehm. Wal-Beobachtung und Tauchen (für uns ist das Wasser zu kalt) sind die Hauptgeschäfte im Hafen.
Dort finden sich auch die unzähligen Bilder die von den duchreisenden Yachten gemalt wurden. Auch wir werden eines hinterlassen.
In der Stadt gibt es einen grossen Supermarkt mit portugiesischen (=paradiesischen) Preisen und von unserem Liegeplatz aus bietet der Vulkan „Pico“ auf der, nur ein paar Meilen entfernten gleichnamigen Nachbarinsel, mit dem wechselnden Wetter immer wieder neue imposante Anblicke.
Gut, dass wir nicht in der Marina selber liegen, denn dort müssen alle Boote am Steg „C“ (ca. 25 Stück) wegen einer ankommenden französischen Regatta-Flotte (Les Sables – Horta) ihren Platz räumen. Diese Regatten und Rally’s sind manchmal echt nervig weil sie selbst Stamm-Liegplatz Inhabern einfach mal eben den Platz wegnehmen.

Atlantik – schon wieder rüber…

am 27.06.19 um 21:00 Uhr Bordzeit (24:00 lokale Zeit) sind wir nach 16 Tagen und 9 Stunden in Horta angekommen.
Der Empfang dort war erstklassig. Obwohl schon mitten in der Nacht, funkt uns ein Marina-Mitarbeiter an während wir noch die erste Erkundungsrunde durch das Hafenbecken drehen. Er dirigiert uns an einen Liegeplatz längsseits einer grossen Stahlyacht. Dort liegen wir, ausserhalb der eigentlichen Marina, quasi im Zentrum der Stadt, direkt vor dem weltberühmten Seglertreff „Peter Cafe Sport“ und können auch dort bleiben. Die Formalitäten am nächsten Morgen sind unkompliziert und kostenlos. Wir sind zurück in Europa.
Die Temperaturen in Horta sind eine echte Wohltat. Tags um die 26°C, Nachts 20°C.
Wir sind nach der langen Fahrt noch geschafft. Leicht gefallen ist uns die Tour nicht. Ständig waren Kurs und Segel anzupassen. Das führt, zusammen mit dem ewigen Geschaukel, schnell zu Schlafmangel. Unterwegs haben wir mehr als einmal gezweifelt, ob es die richtige Entscheidung war, nach Hause zu segeln, anstatt das Boot per Frachter überführen zu lassen. Insbesondere wenn nach 2 Tagen schon das erste mal der Diesel läuft oder wir nach 7 Tagen gerade mal 1/3 der Gesamtstrecke geschafft haben, fragen wir uns: warum tun wir uns das an? Aber mit jeder weiteren Meile und besserem Wetter (leichter aber stetiger Wind mit wenig Welle) kommen wir zum Ergebnis: ja das war es.
Das Gefühl nach dem Ankommen „es geschafft zu haben“, wiegt am Ende alle Zweifel auf.
Trotzdem werden wir so eine Tour nicht mehr unternehmen. Den Atlantik überqueren? Gerne, aber nur noch im Flieger oder 1. Klasse Kreuzfahrer.
Ein letzter langer Schlag von ca. 900nm bis zur europäischen Küste (Spanien oder Portugal) verbleibt noch. Dann noch 3 Tage über die Biskaya bevor wir zu Tagesetappen nach Hause übergehen können.

Jetzt werden wir erstmal 2 Wochen lang die Azoren erkunden.

Hier eine Zusammenfassung der Überfahrt:
wir hatten unsere Strategie ja darauf ausgerichtet, von Bermuda möglichst rasch nach Norden, zwischen den 35° und 36° Breitengrad zu kommen. Dort profitiert man von westlichen Winden der Tiefdruckgebiete die regelmäßig zwischen 36° und 40° Nord von West nach Ost über den Atlantik ziehen ohne deren Zentrum allzu nahe zu kommen.Winde von weit über 30kn wollen wir uns ersparen aber trotzdem zügig vorankommen. Nach etwa der Häfte der Strecke werden die Tief’s vom Azorenhoch nach Nordosten abgedrängt und man kann den Kurs in Richtung 38° Nord (da liegen die Azoren) ändern. Das hat alles auch gut funktioniert. Den Diesel müssen wir zwar das erste mal nach 2 Tagen anwerfen um eine grosse Hochdruckzone ohne Wind zu durchqueren, danach aber erst wieder an den letzten beiden Tagen der Reise. Wind von über 30kn hatten wir nur in einer Nacht (natürlich Nachts) für etwa 12 Stunden. Ansonsten Winde zwischen 0 und 25 kn aus westlichen Richtungen.
Die Gesamtstrecke von 1.937nm (inkl. aller Haken um Wind zu finden) teilt sich auf in 1.514nm/320 Stunden segeln und 423nm/78 Stunden motoren. An drei Tagen hilft uns der Paragen bei schwachen Winden voran zu kommen. Ansonsten reicht die Genua völlig. Das Grossegel wurde eigentlich nur an den letzten beiden Tagen genutzt.
Wasser:
wir haben nicht mal die Hälfte unserer Tanks verbaucht. Sinkende Temperaturen und so gut wie keine körperliche Betätigung senken auch den Bedarf nach einer Dusche.
Energie:
Das wurde nach einigen Tagen ein kleines Problem. Die Hauptverbraucher „Kühlschränke“ liefen zwar nur noch 1/3 der in der Karibik üblichen Zeit und den kleinen „Getränke-Kühlschrank“ haben wir nach einer Woche ganz abgeschaltet (5 Tage später waren die Getränke immer noch kalt). Aber der Autopilot zieht Tag und Nacht 3-5 Ampere aus den Batterien. Bei Sonne und Wind kein Problem. Leider sind wir volle 10 Tage unter einer dichten, tiefhängenden, grauen Wolkendecke gesegelt (keine Sonne, Sterne oder Mond). Der meist achterliche Wind ist dabei nicht kräftig genug um dem Windgenerator genügend Leistung zu entlocken. Bei viel Welle lief der Motor einmal 2 Stunden, bei wenig Welle der Generator auf der Heckplattform für ein paar Stunden um die Batterien nachzuladen.
Diesel:
wir hatten 240L im Tank plus 90L Reserve in Kanistern an Bord. Jeden Tag wurde der Verbrauch akribisch aufgerechnet. Unser Plan sah vor, mit ca. 30 L letzter Reserve auf den Azoren anzukommen. Tatsächlich hatten wir noch 60 L. Am 3. und 4. Tag lief der Motor jeweils für ein paar Stunden. Dann nur noch am 15. und 16. Tag zusätzlich zu den Segeln um mehr Höhe laufen zu können.
Kommunikation:
Wir konnten zwar per Iridium-Satelliten-Verbindung Wetterdaten abrufen, aber nur auf einem unserer Tablet’s mit alter Software. Die Daten mussten dann von Hand auf die Geräte mit Wetter-Routing-Software übertragen werden. Der Iridium Kundendienst konnte bis heute keine Lösung für unser Problem finden. Besonders Clever scheinen die da nicht zu sein, außer natürlich bei der Erhebung von Gebühren.
Blogeinträge haben wir vermieden um Datenminuten zu sparen. Trotzdem ist unser Guthaben von 150 Minuten 3 Tage vor den Azoren verbraucht. Da der Antennentuner für unsere Kurzwellen-Funkanlage defekt ist (eine Folge der Gewitter vor Bermuda?) entfiel dieser Weg leider auch.
Also sind wir die letzten Tage mit nicht ganz aktueller Wettervorhersage gesegelt.
Wettervorhersage:
die GRIB Dateien waren auf der gesamten Strecke erstaunlich zuverlässig. Für 3 Tage stimmen Vorhersagen sehr gut mit der Realität überein. Danach werden die Abweichungen naturgemäß immer größer. Aber dann hat man ja schon neue Daten.

Sonstiges:
Ansonsten hat alles an Bord problemlos funktioniert. Ein besonderes Lob haben sich Autopilot, Motor, Segel und die Skipperin verdient.
Auffällig waren unterwegs die vielen „Portugiesischen Galeeren“ (eine Quallenart die sich mit Hilfe einer kleinen Segelfläche über der Wasseroberfläche vom Wind treiben lässt). Teilweise fahren wir durch regelrechte Teppiche davon. Die Biester haben aber unter Wasser lange giftige Tentakel. Auch bei Windstille ist es daher nicht ratsam, schwimmen zu gehen.
Dass wir 1.000nm weit weg vom Land noch jede Menge Delphine treffen, war auch neu.


zu den Azoren – Tag 7

Jetzt sind wir schon 7 Tage unterwegs. Leider haben wir erst knapp 1/3 der Gesamtstrecke geschafft. Standort: 36°14′ Nord / 55°14′ West. Speed 4 Knoten. Noch 1269 nm bis Horta.

Leider bremsen uns immer wieder Flauten aus. Das nervt, ist aber nicht zu ändern. Wir werden wohl noch 12 Tage brauchen.
Ansonsten ist an Bord alles klar und es ist schon deutlich kühler geworden.

Dieser Eintrag wurde von unserem Iridium-Satelliten-Telefon gesendet.