Saisonrückblick 2018…

Nun sind wir schon etwas über 2 Monate in Deutschland und bis zur Rückkehr zu Kyla sind es nur noch 18 Tage. Die Zeit rast nur sodahin und vieles was wir uns vorgenommen hatten werden wir nicht schaffen. Jo hat jedoch fast schon alle „Mitbringsel“ für Kyla zusammen und das 3te (!!) Gepäckstück ist auch schon gebucht. Ich habe mein persönliches Tagebuch wieder fertig gestellt und möchte Euch nun nochmal mit auf einen kleinen Reise-Rückblick nehmen.
Unsere Saison ging über 148 Tage und unsere Route führte uns auf ganz viele Inseln. Wir starteten am 27.01.18 von Brunswick die US Küste runter bis nach West Palm Beach. Es folgten die Bahamas mit vielen kleinen Inselchen (und schwimmenden Schweinen), von dort ging es rüber nach Puerto Rico. Hier unternahmen wir dann auch einige Ausflüge und sahen noch immer die Schäden die Hurrikan Maria im September 2017 angerichtet hat. Auf unserem Weg nach Martinique kamen wir quasi an St.Croix vorbei. St.Croix zählt zu den US Virgin Island. Wir blieben 4 Tage, machten eine Inselrundfahrt, verhohlten uns dann nach Buck Island und waren begeistert von der Schönheit der Insel (was auch daran liegen mag das die Insel zum Nationalpark gehört).
Dann ging es weiter nach Martinique. Hier waren wir ja schon in unserer ersten Saison, nutzten die Zeit nun zum bunkern……und genoßen Wein, Käse und Baguette. Es folgten kleinere Schläge. Nur 25nm weiter liegt schon St.Lucia. Ein Highlight war die Marigot Bay. Da gab es dann auch endlich das erste richtige „Schirmchengetränk“ bei einem unvergesslich schönen Sonnenuntergang. Das zweite Highlight waren natürlich die weltberühmten Pitons. Knapp 40nm weiter liegen St.Vincent und die Grenadines. Auf St.Vincent erleben wir eine unvergessliche Wanderung hoch zum Vulkan und darauf folgten die Grenadine-Inseln: Bequia, Mustique, Canouan, die Tobago Cays, Mayreau und Union Island. Bis auf Mayreau bezauberte uns jede Insel. Auf Carriacou mussten wir erneut einklarien, diesmal für Grenada. Grenada trägt den Beinamen „Gewürzinsel“ und dass das stimmt, davon konnten wir uns bei unserem Inselausflug überzeugen – eine ganz tolle Insel. Auf unserem Weg nach Bonaire legten wir einen Ankerstop auf Los Roques ein. Wir blieben 2,5 Tage. Die Inseln mit ihren Ständen sind einfach paradiesisch. Los Roques gehört zu Venezuela aber aufgrund der politischen Situation wird von einem Besuch dort abgeraten – leider.
Wir erreichten dann auch schon Bonaire, eine der drei niederländischen Antilleninseln. Bonaire lädt zum schnorcheln und tauchen ein und wenn es nicht so staubig gewesen wäre (siehe Blogeintrag), wer weiss, ob wir noch ein paar Tage länger geblieben wären.
So aber zog es uns nach Curacao in die Seru Boca Marina, wo wir nach etlichen Stunden der Reinigung unsere Kyla für 4 Monate „parken“.

Nun ist unsere 2.te Saison beendet, was wir mitnehmen sind neben den vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen, tolle Sehenswürdigkeiten und manch wunderschöne Insel.
Zur Zeit „arbeiten“  wir an unserer Route für die dritte Saison……es bleibt spannend.

in der Heimat…

ist es doch am schönsten – wenigstens im Moment!
Das klingt für viele Leser sicher befremdlich, aber wir waren in den letzten Wochen vor unserem Heimflug schon etwas reisemüde. Immer nur Sonne und Hitze kann auf Dauer ganz schön stressig werden. Irgendwann hat man mal genug Inseln, Palmen, Strände und türkisfarbenes Wasser gesehen.
Die Familie nach langer Zeit zu sehen, ist auch immer wieder ein emotionales Highlight. Gott sei Dank sind alle – altersgemäß – gesund und munter.

Nun sind wir schon 4 Wochen zu Hause, der Papierberg für die Bürokratie ist größtenteils abgearbeitet und die meisten Ersatzteile für KYLA sind schon da. Das Wetter ist warm, sonnig und trocken. So ist man nicht ständig verschwitzt. Nachts kühlt es deutlich ab, und alle täglichen Verrichtungen sind um Welten einfacher als auf einem Boot.
Wir haben jetzt noch 2 Monate Zeit bis zum Rückflug nach Curacao und können die „Heimatzeit“ mal richtig genießen.

Jo darf sein Motorrad – das hat 2 Jahre in Papa’s Gartenschuppen gestanden – ausmotten. Die Batterie rein, 3 mal den Anlasser gedrückt, und schon läuft es. Die erst Fahrt geht zum TÜV. Es gibt keinerlei Beanstandungen obwohl das Ding schon 28 Jahre alt ist. Vom TÜV geht es direkt durch die herrliche Eifellandschaft zum Nürburgring – PHANTASTISCH.
Im übrigen verbringt er viel Zeit mit Elektronik- und Computerarbeiten für die Installation eines selbst zusammengestellten SmartHome-Systems mit dem wir unsere Wohnung via Internet von Überall auf der Welt vollständig kontrollieren/steuern können (bisher gab es nur eine Kameraüberwachung).
Margit bekommt noch ein neues Fahrrad und entlang der Erftauen geht es zum Italiener im Nachbarort. Seine Eiskreationen sind immer noch ungeschlagen.

Zusätzlich zum Fahrradfahren können wir nun auch wieder unser Gesundheitsprogramm von „Lifeplus“ starten. Das hatten wir nach, einem Tip von Freuden, in den UA ausprobiert. Und obwohl ausgerechnet Jo solchen Dingen sehr skeptisch gegenüber steht, hat es uns sehr, sehr gut getan. Ihr dürft euch also nicht wundern wenn wir auf Fotos wir immer jünger und schöner werden ;-).

Die nächsten Wochen werden wir ein paar Ausflüge machen und uns ggf. auch mal nach einem Liegeplatz in Holland umschauen falls wir im nächsten Jahr tatsächlich soweit nach Nordeuropa zurück fahren. Das Mittelmeer wäre auch noch eine Option.

Curacao…

ist ein kleines bisschen grüner als Bonaire. Wir liegen in der „Seru Boca Marina“ die zum „Santa Barbara Plantation Resort“ gehört. Das Resort ist eine riesige Anlage mit 2000 Hektar Fläche. Es gibt neben 2 Marinas noch Hotels, Wohnungen, Bungalows, Golfplatz und einen schönen Strand. Überall stehen Kameras zur Überwachung des Geländes. Das müssen Hunderte sein. Den Strand dürfen wir zwar benutzten, aber es sind ca. 45 Minuten Fußmarsch bis dahin. Bei der feuchten Hitze eine Herausforderung die wir noch nicht angenommen haben.
Die Marina selbst liegt sehr geschützt in der Bucht „Spanish Waters“ und Curacao liegt offiziell ausserhalb der Hurrikan-Zone. Wir liegen also sicher.
Leider wird hinter dem Berg östlich der Marina Fels abgebaut und so ist die Luft auch hier staubig. Es ist aber viel weniger als in Bonaire und der Staub ist ganz hell.
Wir brauchen volle 3 Tage und Unmengen von Wasser um KYLA vom dunklen Staub aus Bonaire zu reinigen. Ohne Hochdruckreiniger wären wir wahrscheinlich immer noch dran. Trotz des teilweise recht kräftigen Windes, macht uns die Hitze fertig, und ohne unsere Klimaanlage, die wenigstens KYLA’s Inneres ein wenig abkühlt, lägen wir längst mit Hitzschlag im Koma.

Jetzt ist aber alles reisefertig. Die Koffer sind gepackt und morgen Vormittag geht es zum Flughafen. Freitagmorgen landen wir in Amsterdam und fahren mit dem Zug nach Hause.
Da bleiben wir dann die nächsten 3 Monate. In dieser Zeit wird es wohl keine Blogeinträge geben.
Bleibt uns trotzdem treu, denn ab ca. Mitte September erkunden wir zunächst Curacao und segeln dann, etwa Ende Oktober, nach Mittelamerika.
Dort locken: Kolumbien, San Blas Inseln, Panama, Costa Rica, Guatemala, Belitze usw. usw. Wenn es sich ergibt, möchten wir auch gerne einen Teil Südamerikas besuchen.
Schaun mer mal…

Bonaire…

erreichen wir nach 414 nm in 69 Stunden reiner Segelzeit (ohne den Stopp in den Los Roques). Hier kann man an preisgünstigen Bojen direkt vor dem Hauptort „Kralendijk“ liegen. Da der Beginn der Hurrikan-Saison vor der Tür steht und quasi alle Boote auf dem Weg in ein sicheres Gebiet sind, rechneten wir mit einem voll belegten Mooringfeld und legen unsere Ankunft auf den frühen Morgen wenn andere Boote schon nach Curacao auslaufen. Und tatsächlich werden, gerade als wir ankommen, 2 Mooringbojen frei. In den kommenden Tagen werden wir erleben, wie einige Boote direkt weiter nach Curacao fahren müssen, weil weder Mooringbojen noch Marinaplätze frei sind. Leider gibt es keine vernünftigen Dingi-Docks vor dem Ort und so ist das „an Land gehen“ immer etwas aufwendig.
Bonaire gehört, wie auch Curacao und Aruba, zu den Niederlanden und tatsächlich ist der holländische Einfluss unverkennbar.

Die Insel ist sehr flach und trocken. Der ständig wehende, starke Ostwind weht Staub vom Inselinneren über die Leeküste. KYLA sieht nach einer Woche wie ein „Wüstenschiff“ aus. Da die Luken wegen der Hitze offen sind (sein müssen), wird auch Innen alles staubig. Das wird in Curacao eine elende Putzerei werden.
Rund um die Insel ist das Ankern bis in Tiefen von 60m verboten um die Saumriffe zu schützen und so zählen die Riffe um Bonaire angeblich zu den 3 besten Tauchspots der Welt.
Wir springen zum Tauchen direkt vom Boot ins Wasser und finden:
Es ist ganz gut, aber als einen der besten Tauchspots der Welt würden wir es nicht bezeichnen. Es gibt keine Großfische wie Rochen, Manta, Hai, Napoleon usw. und die Riffe sind streckenweise schon recht abgestorben.

Rund um die Insel gibt es ca. 90 Tauchplätze bei denen man für ein paar Stunden an Bojen festmachen kann. Leider hat Jo sich am 4. Tag unseres Aufenthaltes eine kräftige Erkältung eingefangen und von da an ist das Tauchen erstmal gestrichen bis die Pillen von Margit helfen.
Am kommenden Mittwoch werden wir weiter nach Curacao segeln und KYLA dort für 3 Monate Heimaturlaub „parken“. Mal sehen, ob wir bis dahin doch noch ein paar Tauchgänge schaffen.

Los Roques…

ist eine kleine, zu Venezuela gehörende Inselgruppe, die auf dem Weg von Grenada nach Bonaire genau auf unserem Kurs liegt. Wir stoppen dort ohne uns anzumeldem, weil wir sowieso nicht vorhaben an Land zu gehen. Aus dem geplanten „Overnight“ Ankerstopp werden dann 3 weil es hier so schön ist – ursprünglich und einsam. An zwei Ankerplätzen sind wir ganz alleine und an einem nur mit 4 Booten. Mehr Boote haben wir auch auf der ganzen Durchfahrt durch die Inselgruppe nicht gesehen. Das liegt wahrscheinlich an der wirtschaftlichen und politischen Situation in Venezuela. Wegen der schlechten Sicherheitslage (Diebstähle und Überfälle) wird das von den Seglern zur Zeit eher gemieden. Wir fühlten uns sicher. Ausnahmslos alle lokalen Fischer winken uns freundlich zu, lassen uns sonst aber in Ruhe.

Die Inseln erinnern ein wenig an die Bahamas. Es gibt aber viel schönere Strände, mehr Grün und vor Allem: Einsamkeit.

Überall Fischschwärme und Vögel die sie jagen. Die erfolreichsten Jäger sind die Pelikane. Aus teilweise recht grosser Höhe, stürzen sie ins Wasser und schnappen sich einen Fisch. Wie die den aus der Höhe erkennen, und woher sie wissen ob das Wasser gerade tief genug ist um nicht im Sandgrund stecken zu bleiben, ist uns ein Rätsel.
Sobald die begleitenden Möwen einen erfolgreichen Pelikan sehen, setzen sie sich frech auf seinen Kopf oder Rücken und picken ihm auf dem Kopf herum damit er den Fisch wieder ausspuckt den sie selber gerne hätten. Der Pelikan ist aber nicht dumm und versenkt einfach seinen Schnabel, mit der im Schnabelsack zappelnden Beute, im Wasser, bis die Möwe die Lust verliert. Dann schnell den Kopf hoch, schlucken, und weiter zur nächsten Jagd.

Wir haben übrigens zwischen Grenada und Los Roques auch geangelt und einen grossen Mahi-Mahi gefangen – sehr lecker und genug für eine ganze Woche.

Wieder unterwegs nach Bonaire passieren wir noch die „Las Aves“. Ebenfalls zwei einsame Inselgrüppchen die zu Venezuela gehören. Leider kommen wir da Nachts vorbei und stoppen deshalb nicht.

Grenada – Teil 2…

Bei „Henrys Safari Tours“ buchen wir eine Inselrundfahrt nach eigenen Wünschen.
Wir besuchen: die Concorde Wasserfälle, eine Muskatnuss-Verarbeitung, eine Schokoladenfabrik, den Grand Etang Nationalpark und die Annadale Wasserfälle. Noch ist Trockenzeit und entlang der Küste ist die Vegetaion ein wenig braun, aber im Inselinneren ist alles saftig grün. Da Grenada ja auch als „die Gewürzinsel“ bekannt ist, finden sich überall Gewürzfarmen und unser Fahrer zeigt uns alle möglichen Gewürzpflanzen. Eine tolle Tagestour.


Gerne hätten wir noch die ewas abseits gelegenen „Seven Sisters“- und „Honeymoon“- Wasserfälle“ besucht. Aber die sind nur zu Fuss zu erreichen und vom Wandern haben wir seit der Vulkantour auf St. Vincent noch genug.
Gestern haben wir dann schon mal ausklariert und ankern jetzt in der „Mount Hartman Bay“. Heute soll es weiter nach Bonaire gehen. Ein 3-4 Tagestrip ohne Internet.

Grenada…

Wir ankern zunächst in der „Beausejour Bay“ und besuchen am nächsten Tag „Moliniere Point“ um dort, direkt vom Boot aus, zu schnorcheln. Wir finden endlich mal ordentlich Fische und ein Riff das nicht völlig tot aussieht. Am Grund der Bucht hat ein Künstler zahlreiche Skulpturen installiert. Sehr schön!

Zwei Meilen weiter ist St. George’s, die Hauptstadt von Grenada. Wir sehen uns alles an und fahren mit den preiswerten Bussen (wie in Carriacou) zum Einkaufen in die „Spiceland Mall“. Hier gibt es alles was man braucht. Insbesondere die Digicel-Filliale ist lobend zu erwähnen. Zwar kann man auch hier unsere Travel Pack’s aus Martinique nicht aufladen (obwohl die ja auch von Digicel sind), aber wir werden ausführlich beraten und erhalten für 28 Euro neue SIM Karten mit 9 GigaByte(!) Datenvolumen. Daran könnten sich die Franzosen ruhig ein Beispiel nehmen.

Dann geht es weiter zur „Prickly Bay“. Die liegt im Süden von Grenada und wir müssen ca. 2 nm direkt gegen den Wind fahren. Der bläst seit Monaten mit 15-30 kn aus Osten und entsprechend Welle hat sich, besonders über den vorgelagerten Untiefen, aufgebaut. In die Bucht steht leichter Schwell obwohl wir recht weit Innen ankern, und über die umgebenden Hügel fegen kräftige Fallböen. Gemütlich ist das nicht.
Aber am Ende der Bucht ist die örtliche „Budget Marine“-Niederlassung in der wir ein paar fehlende Seekarten für den Weg nach Bonaire/Curacao kaufen können.
Schließlich verholen wir in die „Phare Bleu Marina“ zwei Buchten weiter nach Osten. Eine hübsche kleine Anlage mit angeschlossenem Resort dessen Einrichtungen wir mitbenutzen dürfen. Das Internet ist rasend schnell, so dass wir problemlos unzählige Segelvideos für die weitere Reiseplanung direkt im Netz ansehen können. Das hatten wir schon lange nicht mehr.
Allerdings steht auch hier immer leichter Schwell in die Bucht den man an den Stegen – trotz der schwimmend vorgelagerten Wellenbrecher – deutlich spürt.
Gäste gibt es im Resort zur Zeit anscheinend keine und auch die Marina ist fast leer. So ist der 2x wöchentlich zum Einkaufen fahrende Bus (zur Spiceland Mall/Budget Marine – alles im Preis enthalten) lediglich mit ein paar Seglern belegt.

Wir hatten uns extra für Phare Bleu entschieden, weil dort – laut Handbuch – die Firma „Palmtree Marine“, die unseren Kühlschrank kontrollieren/reparieren könnte, ihren Sitz hat. Leider ist die Info veraltet. Die Firma sitzt jetzt nebenan in der „Clarks Court Bay“. Wir kontaktieren sie und gestern ist tatsächlich jemand vorbei gekommen und hat unseren Kühlschrank wieder auf Vordermann gebracht (Kühlmittel aufgefüllt).
Jetzt sind wir dabei eine Inselrundfahrt zu organisieren. Davon mehr im nächsten Beitrag.

Carriacou…

gehört schon zu Grenada. Auf dem Weg dorthin fangen wir doch tatsächlich mal einen Fisch – der 1. in dieser Saison. Andere Boote fangen quasi täglich Fisch nur bei uns klappt das nicht so richtig. Nun, vielleicht beginnt mit diesem Fang „unsere“ Angelsaison.

In Carriacou gehen wir in der „Tyrell Bay“ – endlich mal in ruhigem Wasser und ohne Schwell – vor Anker. Man kann einfach einklarieren und es gibt einen tollen Supermarkt.
Nachdem der Wassermacher ja wieder einwandfrei funktioniert, macht plötzlich unser großer Kühlschrank Probleme – wäre ja noch schöner, wenn es mal keine technischen Probleme gäbe. Er kühlt zwar noch, läuft aber ununterbrochen. Das wird bis Grenada warten müssen. Erst dort gibt es einen Fachmann mit den nötigen Werkzeugen um den Kühlreislauf mit Kältemittel (wir vermuten, dass es daran liegt) aufzufüllen.
Internet ist in Carriacou ganz miserabel. Ständig wird die Verbindung unterbrochen. Schon seit Bequia, wo wir extra länger geblieben sind, weil wir zum 80. Geburtstag von Jo’s Papa mit ihm „skypen“ wollten, war die Verbindung so mies, dass wir weder „skypen“ noch über das Netz telefonieren konnten. Nur normale Telefonverbindungen klappen einigermaßen.
In Mustique ging es etwas besser, in Mayreau und Union Island wieder schlechter. Erstaunlicherweise gab es die beste Verbindung in den etwas „abseits“ gelegenen Tobago Cays, obwohl es auch hier nicht für Skype reichte. Wetter „besorgen“ oder bloggen dauert so schon mal 2-3 Stunden und an Internet-Banking ist überhaupt nicht zu denken.
Selbst in diversen Bars in der Tyrell Bay setzt das Netz immer wieder aus. Bis Grenada müssen wir wohl oder übel damit leben. Mal sehen, ob es dann besser wird.
In Hillsborough/Carriacou konnte man unseren französichen Internet Zugang (in Martinique gekauft) der angeblich überall in der Karibik funktionieren sollte, leider nicht aufladen, so dass wir jetzt auch noch an die Datengrenze unserer „Travel Pack’s“ stossen. Die nächsten SIM-Karten werden wir wohl nur noch auf englischsprachigen Inseln kaufen.
Das öffentliche Transportsystem in Carriacou ist dafür genial. Man stell sich irgendwo an eine Strasse und wartet bis ein Bus vorbeikommt (so etwa alle 10 Minuten), steigt ein und fährt für 1 Euro über die halbe Insel. Die Linie 10 fährt Nord<->Süd, die 11 West<->Ost. Das nützen wir aus, und erkunden mit den Bussen die Insel kreuz und quer. Am Ende haben wir dafür 9 Euro bezahlt. Die angebotene 2,5 Stunden Insel-Rundfahrt mit einem Taxi sollte dagegen 60 Euro kosten!


Schließlich geht es weiter nach Grenda. Dabei segeln wir doch tatsächlich über einen aktiven Unterwasservulkan den „Kick em Jenny“ ein paar Meilen nördlich von Grenada. Wir halten den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 km zwar ein, aber ein komisches Gefühl ist es trotzdem.

Tobago Cays, Mayreau und Union Island…

Die Tobago Cays sind eine Ansammlung von kleinen, weitgehend naturbelassenen, Inselchen und Riffen. Ein beliebtes Ziel für Segler, insbesondere für die zahlreichen Chartersegler, in der Gegend.
Wir ankern direkt hinter dem „Horseshoe Riff“. Vor dem Riff liegt der offene Atlantik bis nach Afrika. Der Wind ist kräftig und auch hinter dem Riff baut sich eine kleine Welle auf. Ein ruhiger Ankerplatz ist das nicht.

Wir erkunden ein paar der Eilande und segeln dann nach…

Mayreau:
Die bekannte „Saltwhistle Bay“ mit dem Bilderbuchstrand entpuppt sich als völlig überlaufen mit Charterbooten. Der größte Teil des Strandes ist mit Verkaufsbuden zugebaut. Deshalb fahren wir direkt weiter zur „Saline Bay“. Der Strand hier ist viel schöner und es gibt genug Platz zum Ankern.
Wir bleiben eine Nacht und segeln nach…

Union Island:
Das ist die letzte Insel der „St. Vincent and the Grendines“ Gruppe. Hier müssen wir für Carriacou/Grenada ausklarieren. In „Clifton Harbour“, dem Hauptort der Insel, ist es sehr voll. Neben dem Treck der Langfahrer – es sind jetzt schon ca. 20 Boote auf dem Weg in den Süden die wir jeden Tag wieder an den Ankerplätzen treffen – finden sich hier jede Menge Charterboote. Man liegt wieder direkt hinter einem Riff, voll im kräftigen Wind, an Mooringbojen oder vor Anker. Die Ankermanöver mancher Charteryachten sind teilweise haarsträubend aber wir finden in dem Gewimmel und ständigen kommen und gehen einen akzeptablen Ankerplatz, schauen uns den Ort an und reparieren erstmal unseren Wassermacher.
Der macht seit einigen Tagen komische Geräusche und produziert viel zu wenig weil irgenwo Luft in das System kommt. Die Reparatur ist eine Tagesaktion weil dafür das halbe Vorschiff auseinander gebaut werden muss. Nach dem Auswechseln von Filtern und dem Verlegen des Feinfilters weiter nach oben (da kommen wir in Zukunft auch besser ran), produzieren wir wieder 25l/h feinstes Frischwasser.

Dann können wir endlich ausklarieren und segeln nach Carriacou.

Canouan

ist deutlich karger als die vorherigen Inseln. Warum? – keine Ahnung.
Unsere Ankerbucht hat diesmal wenigstens keinen Schwell. Die letzte Nacht in Mustique war wegen zunehmendem Schwell schon sehr ungemütlich und so legen wir uns hier, wegen der drehenden Winde, an eine Boje vor dem Örtchen Charlestown. Das ist schnell besichtigt und bietet keine besonderen Highlights.
Aber wir gönnen uns endlich einen Lobster. Das haben wir bisher immer vor uns hergeschoben, weil wir es nicht übers Herz brachten, das arme Viech lebendig in kochendes Wasser zu schmeißen. Hier kaufen wir einen Lobster (18 Euro für 2 kg) schon fertig gekocht (tut ihm sicher genauso weh, beruhigt aber unser Gewissen) und schlemmen am Abend wie Gott in Frankreich. Endlich mal Pluspunkte für die Franzosen?
In der Nacht hämmern Fallböen von den Hügeln um den Ort auf uns ein und so ziehen wir am nächsten Tag weiter zu den Tobago Cays.