Martinique – nochmal…

von Buck Island/St. Croix geht es direkt nach Martinique. Für die 300 nm gegen Wind und Strom brauchen wir 60 Stunden. Ungefähr die Hälfte der Strecke müssen wir motoren um nicht zu viel Zeit mit dem gegenan Kreuzen zu verschwenden. Obwohl der Wind nicht allzu stark ist, wird die Fahrt äußerst unbequem. Neben der konstanten Gegenströmung ändert der Wind auch noch ständig Richtung und Stärke. Wir schieben ständig 20-30 Grad Lage und ohne Motorhilfe wären wir – nur hoch am Wind segelnd – in Trinidad angekommen. Schließlich erreichen wir am Samstagabend „Schoelcher“. Eine recht offene Ankerbucht die wir auch im Dunkeln ohne Probleme anlaufen können. Dann wird erstmal ausgeschlafen.

Sonntagmorgen laufen wir dann die 25 nm nach „Le Marin“ am Südende von Martinique weiter. Das Handbuch warnt davor, dass die Bucht von „Diamond Rock“ bis „Le Marin“ bei Wind gegen Tidenstrom eine Waschmaschine sein kann. Das erleben wir dann auch so. Äußerst kurze und steile Wellen lassen unsere Geschwindigkeit zeitweise von 6 auf 3 Knoten abfallen. Gegen Mittag dreht die Tide, das Wasser wird deutlich ruhiger und wir finden einen schönen Ankerplatz unter den hunderten von Booten die hier liegen. Das Einklarieren ist ziemlich einfach. Man tippt seine Daten in einen Computer, erhält für 5 Euro einen Stempel auf dem ausgedruckten Formular und fertig. Keiner kontrolliert ob die eingegeben Daten auch richtig sind. Ein- und Ausreisekontrollen stellen wir uns eigentlich anders vor. Die Amerikaner können das erheblich besser.
Leser die uns schon länger begleiten wissen, dass die Franzosen nicht unsere besten Freunde sind. Auch diesmal hat sich das nicht wesentlich verbessert. Insbesondere der Angestellte von Digicell (die überall in der Karibik zu findende Mobilphone-Firma) hätte uns am liebsten wohl gekreuzigt, haben wir doch die Frechheit besessen ihn – auf englisch !!! – nach einer Telefon/Internetkarte zu fragen.
Dass die gekauften Traveller-Pack SIM-Karten dann nicht funktionieren und er sich damit auseinandersetzen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Mit möglichst finsteren Blicken und Maschienengewehr-Französisch versucht er uns los zu werden. Aber keiner kann finsterer blicken als Jo und nach einer Stunde haben wir endlich wofür wir bezahlt haben.
Der Rest des Tages geht mit den üblichen Besorgungen vorüber. Dabei treffen wir auch Olaf wieder den wir, direkt nach unserer Atlantik Überquerung, in Barbados kennen gelernt hatten. Dort haben wir gemeinsam einige unvergessliche Abenteuer erlebt.
Morgen noch ein paar restliche Einkäufe und vielleicht ein wenig entspannen, bevor es weiter nach St. Lucia geht.

St. Croix…

gehört zu den US Virgin Islands und liegt, windbedingt, auf dem Weg von Puerto Rico nach Südosten quasi im Weg. Die ersten Stunden von San Juan waren ziemlich unbequem. Der Wind war schwach und vom Atlantik stand eine gewaltige Dünung die uns ordentlich duchschaukelte. Kurz vor Culebra warfen wir deshalb für die 1. Nacht unseren Anker vor dem Eiland „Cayo Luis den Pena“. St. Croix ist nur ca. 40 nm entfernt. Also ändern wir, kurz entschlossen, unsere Pläne und wollen dort anhalten.
Wir ankern vor Christiansted, dem Hauptort der Insel. Bevor St. Croix von den Amerikanern 1917 für 25 Mio Dollar gekauft wurde, gehörte es lange Zeit zu Dänemark. Und so ist die Altstadt von Christiansted heute noch. Die Gassen sind von kleinen, farbenfrohen Häuschen umgeben und die Bürgersteige sind gegen Regen und Hitze überbaut. Die Strassen haben sowohl amerikanische als auch dänische Namen und auf den Regierungsgebäuden wehen 2 Flaggen.

An der Waterfront verläuft ein langer Boardwalk mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Weil St. Croix etwas abseits der Touristenrouten liegt, ist es nicht ganz so überlaufen wie manche andere Insel. Es gibt zwei gut sortierte Marineshops. In einem finden wir tatsächlich den lange gesuchten Ersatzschalter für unsere Elektrowinsch. Ein gut bestückter Supermarkt mit vernünftigen Preisen findet sich auch in fußläufiger Entfernung. Aber es ist heiß hier, und da unser größter Ventilator in Puerto Rico seinen Geist aufgegeben hat, fahren wir mit einem Taxi die knapp 10 km zum nächsten Home Depot (wir sind immer noch in den USA) und erstehen dort einen Neuen.
Dabei lernern wir den Taxifahrer Anderson – nennt mich Andy – kennen und buchen bei Ihm für den nächsten Tag gleich eine Inselrundfahrt (100 USD für mindestens 3 Stunden). Andy ist ein echtes Original. Er schimpft unablässig über andere Verkehrsteilnehmer weil die z.B. nicht blinken (er selbst tut das aber auch nicht), baggert, völlig ungeniert und während der Fahrt, jedes weibliche Wesen am Strassenrand an und kennt Gott und alle Welt hier.
Auf der Inselrundfahrt besuchen wir den zweitgrößten Ort Frederikstedt, diverse Buchten und Strände und werden im Regenwald-Nationalpark Zeugen, wie biertrinkende Schweine Bierdosen mit den Zähnen knacken – unglaublich, aber wahr.

Leider bricht Jo bei einen Restaurantbesuch ein Stück Zahn ab. Das ist jetzt schon das dritte Zahnproblem seit dem Reisebeginn in 2016. Jo meint, das wäre eine besondere Form von Skorbut (Vitamin-Mangelkrankheit) und will den Rum-Konsum drastisch erhöhen. Margit, pharmazeutische Fachkraft und gute Seele an Bord, redet ihm das wieder aus – schade. Trotzdem ist ein kurzer Zahnarztbesuch fällig.
Heute Vormittag verholen wir dann nach „Buck Island“ einem Naturpark-Eiland ein paar Meilen vor Christiandsted. Der Strand und der Wanderpfad über die Insel sind toll. Aber die Schnorchelgründe die wir mit den Dingi besuchen, sind nicht so überwätigend wie in den Prospekten beschrieben.

Morgen soll es weiter in Richtung Dominica oder Martinique gehen – wenn der Wind für die nächsten 2-3 Tage mitspielt.

Puerto Rico – nochmal…

 

Überraschung: als wir in der Marina Club Nautico de San Juan anlegen, liegt direkt neben uns ein deutsches Boot. Wie sich herausstellt, kommt der Skipper aus Pulheim und kennt sogar unsere dortige Verwandschaft (besondere Grüße an Elisabeth und Kurt). Die Welt ist wirklich ein Dorf, oder?
Nachdem wir in den Bahamas wieder 2 Motoraussetzer wegen Bakterienschlamm im Dieseltank hatten, kommt es uns gerade recht, dass wir auf dem Weg nach Puerto Rico den Tank halb leer gefahren haben. In der Werft in St. Marys hatten wir den Tank ja bereits kontrolliert und nichts gefunden – da war er allerdings auch randvoll. Jetzt finden wir jede Menge Bakterienschlamm in der Wasserphase am Boden des Tanks. Mit einem Ölabsauggerät gelingt es uns, das Wasser/Bakterien Gemisch abzusaugen und nach ca. 3 Stunden Arbeit ist der Dieseltank wieder sauber. Trotzdem bleibt unsere Notfallversorgung (Umschaltventile für Diesel aus einem Reservekanister) erstmal einsatzbereit.

Als wir, vor beinahe einem Jahr, in Piuerto Rico waren, hatten wir ja leider zu wenig Zeit um die Insel zu erforschen. Das ist diesmal anders. Zusammen mit den Crews von MORA und TAO PAO erkunden wir mit dem Mietwagen, neben der näheren Umgebung von San Juan, auch eine Kaffeeplantage, das Radioteleskop in Arecibo, das Stätdchen Ponce, die Höhlen von „Cueva Ventana“ und den Nationalpark „El Yunque“ (Regenwald). Jo hat das Radioteleskop ganz besonders beeindruckt.

Die letzten Hurrikane (Irma und Maria vor ca. 6 Monaten) haben in San Juan selbst nur wenige Spuren hinterlassen. Aber im Hinterland, speziell in den Bergen, sieht es teilweise noch recht chaotisch aus. Die bekannten Höhlen von „Camuy Caves“ sind immer noch geschlossen und der Nationalpark „El Yunque“ kann nur zu einem Viertel durchfahren werden. Mancher abgelegene Ort erhält gerade erst in diesen Tagen wieder Strom. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden wohl noch etliche weitere Monate in Anspruch nehmen.

Gestern abend feierten wir in einer Kneipe in Old San Juan Abschied von der MORA (Moni und Ralf) und der TAO PAO (Bill und Jessica). Die werden in den kommenden Wochen etwas andere Wege einschlagen als wir. In der Kneipe habe sich unzählige Besucher auf allem mögliche Flächen verewigt und auch wir finden – mit einiger Anstrengung – ein Plätzchen für unseren Namen.


Morgen endet unsere Zeit hier und es geht – nochmal gegen Wind und Strom – so schnell und so weit wie möglich weiter nach Osten damit wir dann mit günstigerem Wind den Bogen der Karibikinseln südwärts befahren können.

Bahamas – letzte Tage…

Margit schreibt:
Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, warteten wir auf ein passendes Wetterfenster um unser nächstes Ziel in Angriff nehmen zu können…. Puerto Rico. Wir nutzten die Zeit bis dahin und erkundeten die nähere Umgebung von Stocking Island – das ist die Insel vor dem Ankerfeld. Mit dem Dinghi (unser Auto – lach) fahren wir an den Strand, und gehen auf die andere Seite der Insel. Dort findet sich mal wieder tolles „Strandgut“. Danach geht es weiter zum „Monument“. Nach 20 Minuten Spaziergang erreichen wir die Spitze und haben einen tollen Ausblick auf unseren zuvor mit Steinen gelegten Schriftzug und die Umgebung.


Jo checkt täglich das Wetter und da ist es…..unser Wetterfenster: Montag den 12. März. Für die ca. 650 Meilen bis San Juan kalkulieren wir 5 – 6 Tage (unsere Unbekannte ist ja das Wetter das sich trotz Vorhersage stündlich ändern kann, der Wind will in der Regel  nicht so wie wir… kennen wir ja). Wir kaufen also noch einmal ein paar frische Lebensmittel, füllen unseren Dieseltank, kochen etwas vor und checken unsere KYLA. Montag Vormittag um 11:00 Uhr Ortszeit gehen wir dann Anker auf.

Gutes Segeln, Schiffschaukel und Motoren – alles Inklusive
Das Wichstigste zuerst:  wir sind gut angekommen aber auch froh als wir nach 6 Tagen im Club Nautico in San Juan- Puerto Rico die Leinen festgemacht hatten. Wie „ befürchtet“, war das Wetter nicht immer auf unserer Seite und nach 2 tollen Segeltagen folgten 2 Tage – wir haben es mit einer Schiffschaukel verglichen – wo die Windrichtung sich laufend änderte und Boen bis 36 Knoten das Leben an Bord „etwas“ strapazierten. An den letzten beiden Tagen: Leichtwind von vorne (grhgrhgrh) – genau da wollen wir hin!!! Aber wofür hat man einen Motor an Bord. Nach „46“ Stunden brachte er uns bequem ans Ziel. Sonntag Vormittag um 11:00 Uhr liefen wir in die Einfahrt von San Juan ein, nach genau 6 Tagen.

Nun liegen wir erstmal für 1 bis 2 Wochen in der Marina und planen natürlich neben diversen Arbeiten an und im Schiff auch Sightseeing auf der Insel. Beim letzten Besuch hier, hatten wir ja  leider zu wenig Zeit dafür. Davon berichten wir dann später….

Bahamas – Exumas 2…

Margits Beitrag:
Vor unserem Abschied vom Big Major Spot, besuchen wir nochmal den „Schweinestrand“ auf einen Sundowner, wobei die Schweine sich auch Abends blicken und sogar bis zum umfallen kraulen lassen.

Als letztes Schnorchel-Highlight besuchen wir mit der Crew der WORLDDANCER und der MORA noch die „Thunderbolt Grotto“. Die Höhle hat drei Eingänge und die von oben eindringenden Sonnenstrahlen sorgen für tolle Lichteffekte. Unter Wasser befinden sich dann noch jede Menge Fische die recht zutraulich sind. Ich vermute mal, dass die tollen Lichteffekte ein Grund dafür waren, dass hier in der Grotte Szenen für den James Bond Film „Thunderball“ mit Sean Connery gedreht wurden.

Unseren Abschiedsabend verbringen wir dann mit Heike, Herwig, Beate, Ralph und Moni bei einem Sundowner (oder auch zwei) und Lagerfeuer am Strand.
Es war eine schöne (wenn auch kurze) Zeit mit Euch und wer weiss vielleicht sieht man sich wieder.

Am Mittwoch machen wir uns dann mit der MORA auf den Weg nach „Black Point“. Die 8nm sind schnell geschafft, der Anker hält und auf zur ersten Erkundung. Laut dem Waterway Guide soll es hier eine Laundry und mehrere kleinere, aber gut sortierte, Supermärkte geben. Leider warten die Bewohner jeden Tag auf das Versorgungsschiff und daher ist das Angebot mehr als bescheiden. Zum Glück haben wir noch ausreichend gebunkert. Die Laundry ist jedoch hervorragend und bietet neben der Wäscherei auch noch einen Minimarkt, Hot Dogs, Kuchen, Kaffee und einen Frisör an…was will man mehr?

Der Wind beschert uns durch die Wellen eine unruhige Nacht und daher fahren wir am 3.Tag nach „Rudder Cut Cay“. Zuvor müssen wir jedoch durch den „Dotham Cut“ raus in den Exuma Sound. Im Cut selbst herrschen starke Strömung und hohe Wellen, KYLA hüpft durch die Wellen und bekommt ihre übliche Meerwasserdusche. Wir waren beide froh als wir durch waren.
Später ankern wir dann hinter Rudder Cut Cay wieder mit viel Wind und Strömung aber weniger Schwell. Wir liegen vor einem schönen Strand den wir allerdings nicht betreten dürfen…. Privatbesitz.
Am Sonntagnachmittag fahren wir mit dem Dinghi ein paar hundert Meter in die nächste Bucht zum schorcheln. Hier liegt auf ca. 4 Meter Tiefe ein von David Copperfield in Auftrag gegebenes Piano mit Meerjungfrau, genannt „The Musician“. Man sieht eine Meerjungfrau vor einem Piano sitzend. Das Piano hat die Orginalgröße eines Steinway Concert Grand Piano und dient vielen Meerestieren als Wohnraum. Ein recht großer Barracuda bewachte das Piano und er ließ sich auch nicht von uns stören.

Montag 05.03.18
Die nächsten 30 nm bis „George Town“ werden aufgrund der vielen Wellen wieder schaukelig. Die Wellen werden durch die Kaltfront verursacht die noch immer nicht durchgezogen ist, und die nächste Kaltfront steht schon bereit. Die Einfahrt in den Elisabeth Harbour durch den „Conch Cay Cut“, ist daher mal wieder unangenehm. Nachdem wir dann durch waren mussten noch ein paar Flach’s umschifft werden und dann sahen wir das für uns bisher größte Ankerfeld. Mindestens 300 Boote liegen hier zum Teil doch recht nah aneinander – nichts für uns! Ralph von der MORA gibt uns per Funk seine Ankerposition durch und da hier noch genügend Platz ist, fällt unser Anker direkt daneben. Am nächsten Tag besichtigen wir Georg Town. Ein kleiner, netter Ort mit Allem was man so braucht. Zwei Supermärkte, Liquor Shops, diverse andere Shops, Tankstellen, Laundry usw.

Hier warten wir nun auf ein günstiges Wetterfenster um möglichst schnell und mit gutem Wind nach Puerto Rico zu kommen.

Bahamas Exumas…

Das ist eine Kette von kleinen und kleinsten Inseln in der Mitte der Bahamas Gruppe.

Von Osten durch den Exuma Sound kommend, fährt man durch schmale Riffpassagen – die sogenannten „Cuts“ – in die dahiner liegenden, geschützten und flachen Bereiche. Die Cuts sind je nach Wind und Tide wegen der starken Strömungen manchmal recht tückisch bis gefährlich. Zum Einstieg, und weil wir schließlich möglichst viel der Inselkette „abfahren“ wollen, nutzen wir als Zufahrt den breiten und tiefen „Ship Channel“ ganz im Norden.
Die 1. Nacht ankern wir im ruhigen Wasser hinter der „Ship Channel Cay“. Dann geht es weiter nach „Allens Cay“. Hier findet man Iguanas, eine Art Leguane, die recht zutraulich (eigentlich sind sie nur verfressen) sind.

Da die Entfernungen zwischen den Cay’s klein sind, fahren wir noch am gleichen Tag weiter bis „Shroud Cay“. Mit dem Dingi erkunden wir am nächsten Morgen den nördlichen Kanal durch die Mangroven bis an die Exuma-Sound Küste.

Weil wir die MORA endlich einholen wollen, lassen wir einige Cay’s aus und besuchen als nächstes „Warderick Wells“. Auch hier müssen wir tiefgangsbedingt wieder weit vor der Küste ankern. Die vorhandenen Moorings sind entweder alle belegt oder im zu flachen Wasser. Da der Wind wie vorhergesagt erheblich stärker geworden ist, steht ca. 1m Welle in der Ankerbucht. Jetzt mit dem Dingi an Land zu kommen ist eine ganz nasse Angelegeheit. Aber am zweiten Tag springen wir ins Badezeug und fahren los. Nach etlichen Salzwasserduschen kommen wir in die Windabdeckung der Insel und dürfen für 10 USD/Person (die Insel gehört zu einem der Naturschutzgebiete in den Bahamas) an Land gehen. Ziel ist der „Boo Boo Hill“. Ein in den Bahamas berühmter Hügel von dem aus man nicht nur einen phantastischen Rundblick über die Insel hat, sondern auf dem viele Yachten auch ein kleines Geschenk an Neptun hinterlassen. Auf dem Hügel finden sich unzählige Schilder oder andere Präsente an die Meeresgötter. Manche davon sind richtige Kunstwerke. Nun, wir sind künstlerisch ja nicht so begabt -wer unser Logo im Hafen von Teneriffa gesehen hat, weiss das- und unser „Schild“ fällt recht bescheiden aus, kommt aber von Herzen. Zusätzlich schleppt Jo vom Strand noch ein altes, richtig schweres, Korallenstück auf den Hügel. Dieses „Opfer“ sollte für ein paar Wochen gutes Wetter reichen – hoffen wir.

Letzten Donnerstag haben wir dann endlich „Big Majors Spot“, eine Insel vor dem besser bekannten „Staniels Cay“, erreicht und ankern jetzt direkt neben der MORA. Ralph und Moni warten hier schon seit ein paar Tagen auf uns. Beate von der BALU spendiert einen selbstgemachten Apfelkuchen (sehr lecker) und zusammen mit Herwig und Heike von der WORLDDANCER veranstalten wir ein deutsches Kaffeekränzchen. Wir fühlen uns gleich wie zu Hause.


„Big Majors Spot“ ist die Insel die mancher Leser aus dem TV wegen der schwimmenden Schweine kennt. Die gibt es tatsächlich. Sie sind ebenso verfressen wie die Leguane auf „Allens Cay“ und schwimmen raus zu Booten die nahe genug am Ufer sind um sich füttern zu lassen.
Wer mit fressbarem an den Strand geht, hat Mühe sich des Andrangs der Meute zu erwehren.
Jo muss unwillkürlich an Spanferkel oder frische Schnitzel denken. Aber die Schweine haben alle Marken und Namen. Sollte eines fehlen, gibt es sicher Ärger mit dem Besitzer. So bleibt es also vorerst bei Verpflegung aus unserem Kühlschrank.

Dafür können wir das erstemal seit drei Wochen im Ort auf der Nachbarinsel „Staniel Cay“, Wäsche waschen und ein paar frische Sachen kaufen. Die Preise sind wie überall hier enorm. Beispiel: 1 Tomate kostet 1,75 USD!
Der Weg zur Wäscherei und zum Laden ist mit dem Dingi wieder sehr weit und sehr nass. Aber mit Badzeug und gut verpackter Wäsche/Einkäufen geht es schon.


Bahamas – Eleuthera 2…

Unsere letze Station auf Eleuthera ist „Rock-Sound“ das wir am 16.02.18 besuchen. Dank der MORA, die schon vor Wochen hier durchgekommen ist, haben wir viele Tips was es wo zu sehen gibt.
Wir ankern weit, weit draussen (ca. 1 nm vor der Küste) mit 20 cm Wasser unter dem Kiel. Da der Wind ab morgen deutlich stärker wird und sich so höhere Wellen bilden, können wir leider nur einen Tag hierbleiben und -natürlich- sind für diesen Tag alle Mietwagen ausgebucht. Also beschränken wir uns auf die Erkundung der näheren Umgebung „per pedes“.
Wir besuchen das „Ocean Hole“, die „Spider Caves“ und die wilde Atlantikküste. Bei „Sam’s Restaurant“ gibt es für hiesige Verhälnisse günstig kühles Bier und Mittagessen. Im Restaurant laufen alte Songs aus den 60er und 70er Jahren und nach dem 2. Bier möchte Jo am liebsten bleiben.


Früh am Montagmorgen verlassen wir Eleuthera und segeln quer über den Exuma Sound durch den Ship-Channel in die Exumas.

Bahamas – Eleuthera…

Von „Marsh Harbour“ starten wir, am späten Nachmittag, die Nachtfahrt nach „Eleuthera“. Das ist der nächste Teil der Bahamas.

Nach Ausfahrt durch den „Man-O-War Channel“ in den Atlantik gibt es wieder mal richtig Wellen und -natürlich- Wind von vorn. Erst nach 2 Stunden können wir unseren Kurs so ändern das wir Segel setzten können. Kurz nach Sonnenaufgang erreichen wir „Royal Island Harbour“ und gönnen uns das übliche Nachtfahrt-Frühstück. Die Bucht ist ruhig und nur von 3 anderen Booten besucht.

Heute Morgen sind wir durch den berühmt-berüchtigten „Current Cut“ gefahren. Das ist eine sehr schmale Durchfahrt (ca. 50m breit) in die Bucht von Eleuthera. Je nach Wind und Gezeiten können hier schon mal Strömungen von bis zu 10 Knoten herrschen. Wir passen die Tide aber so ab, dass wir kurz vor Hochwassser mit knapp einem Knoten Gegenströmung passieren. Der „Cut“ selber ist wegen der starken Strömungen sehr tief aber dahinter kommen noch ein paar flache Stellen mit etwas mehr als 2 m Tiefe (bei Ebbe). Dank Hochwasser und dem Ausguck von Margit am Bug kommen wir aber auch da sicher durch.

Jetzt liegen wir für eine Nacht im „Hatchet Harbour“ an einer Boje. Dessen Einfahrt ist noch um einiges schmäler – nur 27m Breit – als der „Current Cut“
Der zugehörige Ort „Alice Town“ macht, wie viele Orte hier, einen arg heruntergekommenen Eindruck. Obwohl Tourismus die einzig nachhaltige Einkommensquelle auf den Bahamas ist, gibt man sich an vielen Orten nicht wirklich Mühe dieses Geschäft auszubauen. Wir fragen uns an solchen Orten oft wovon die Leute eigentlich leben. Moderne Autos gibt es jedenfalls genug und Autowracks in den Straßen und Gärten noch mehr.

Navigatorisch stellen die Bahamas für uns schon eine Herausforderung dar. Es ist generell sehr flach und oft stehen starke Strömungen. Wir nutzen die Karten in unserem Plotter, dazu die amerikanischen Explorer Chartbooks und die deutschen NV-Karten. Manchmal stimmen die einen oder anderen mit der Realität eher überein, aber wann das so ist, stellt sich immer erst im Nachhinein heraus. Wir rechnen an manchen Stellen schon aus wann die Gezeiten uns mit +/- 10cm (!!!) Tiefe unter dem Kiel eine Passage erlauben. Jo ist deswegen bei allen Fahrten äußerst wachsam und steht gelegentlich auch unter Hochspannung. Ein Boot mit einem halben Meter weniger Tiefgang oder ein Katamaran wären für dieses Revier eher geeignet als unsere KYLA. Aber wir fahren trotzdem weiter.

Bahamas Abacos…

nennt man den nördlichen Teil der Bahamas.

Dort besuchen wir nach „Spanish Cay“ noch „Treasure Cay“. Hier können wir, bei Hochwasser, sogar in den Vorhafen der Marina einlaufen und hängen uns für 2 Tage an eine Boje. Der Strand von „Treasure Cay“ soll angeblich der schönste in den Bahamas sein. Ob das stimmt, werden wir in den nächsten Wochen noch überprüfen können. Uns hat der Strandtag jedenfalls gefallen.

Nach „Treasure Cay“ besuchen wir „Marsh Harbour“. Die Metropole der Abacos. Tiefgangsbedingt können wir nur recht weit draussen in Hafen ankern und liegen direkt neben dem Ein- und Ausfahrtskanal. Pausenlos kommen und gehen Boote. Entsprechend unruhig ist unser Ankerplatz. Das Städtchen selbst hat nicht allzuviel zu bieten aber es gibt einen sehr gut bestückten Supermarkt. Quasi der Wal-Mart der Bahamas. Allerdings verursachen die Preise dort Herzanfälle. Es muss schließlich so gut wie alles importiert werden.