Panama – San Blas…

die ersten 60 nm dorthin können wir noch mit gutem Wind segeln. Dann müssen wir motoren. Gut, dass wir in Puerto Valero nochmal Diesel aufgefüllt haben (gibt es dort auf Nachfrage per Kanister ans Boot geliefert für 0,73 €/Liter).
Der erste Küstenort in Panama hinter der kolumbianischen Grenze heißt „Puerto Obaldia“. Ein Hafen ist das nicht, sondern nur eine recht offene Bucht in die ein gewaltiger Schwell steht. KYLA wird am Anker ganz schön umhergeschaukelt.
Der Ort selber ist ein winziges Grenznest mit viel Militär aber auch den notwendigen Einreisebehörden. Wir haben ihn gewählt, weil man von hier aus das gesamte „San Blas“-Gebiet nach Nordwesten durchfahren kann. Das Einklarieren ist nach einigem hin- und her Gelaufe in gut einer Stunde erledigt. Um 197,- USD erleichtert (nur Bargeld) sind wir nun offiziell in Panama angemeldet und dürfen dort umherreisen. Ganz kurz vor uns haben drei holländische Boote einklariert, sonst gibt es hier keine Segler. Wegen dem Schwell in der Bucht sind wir bei der Dingi Tour an den Strand (eher eine kleine Müllhalde) doch ganz schön nass geworden und müssen uns zurück an Bord erstmal „entsalzen“. Die Holländer hat es aber genauso erwischt.

Die nächste ruhige Ankerbucht ist nur 10 nm nach Nordwesten entfern und da fahren wir natürlich hin. Sie ist sehr malerisch mit ein paar alten Palmhütten und die Ufer sind dicht mit Dschungel bewachsen.
Dann gibt es technische Probleme. Der Wassermacher, vor 5 Monaten gründlich konserviert und seitdem nicht mehr benutzt, hat plötzlich einen Riss im Gehäuseblock. Der Aussenborder will urplötzlich nur noch mit Halbgas laufen aber nicht mit Standgas. Ausgerechnet hier, wo wir gerade diese beiden Teile am nötigsten brauchen werden. Zusätzlich scheint unser Wassererhitzer irgendwo ein Leck zu haben, denn wir finden immer wieder Süßwasser in der hinteren Bilge aber nicht wo es herkommt. Ein ganzer Tag geht mit erfolglosen Reparaturversuchen vorüber.
Das San Blas Gebiet umfasst im Osten von Panama sowohl große Teile des Festlandes als auch alle vorgelagerten Inseln. Es ist noch sehr ursprünglich. Es gibt kaum Internet und auch keine Reparaturmöglichkeiten für Yachten. Die finden sich erst in der nächsten Marina irgendwo kurz vor dem Panama-Kanal. Bis dahin heisst es: Wasser sparen und bei Dingi-Fahrten entweder Vollgas oder rudern.
Das Wetter hier gefällt uns ausgesprochen gut. Waren wir in Kolumbien noch davon ausgegangen, dass es in Panama noch heisser und schwüler wird, lagen wir falsch. Der Wind ist gerade richtig (10-15 kn N-NE) und Abends kühlt es deutlich ab. Sehr angenehm. Nahe dem Festland ist das Wasser aber wegen der vielen einmündenden Flüsse recht trübe und es gibt Krokodile. Schwimmen/Schnorcheln ist also erstmal untersagt. Der schon wieder gut bewachsene Rumpf (wir verlieren dadurch 1 Knoten Geschwindigkeit) muss warten, bis wir in den äußeren Inseln in klares Wasser kommen.
Die Navigation ähnelt der in den Bahamas. Es ist hier zwar viel tiefer und es gibt keine nennenswerten Strömungen wie dort, aber noch mehr Riffe und keine offiziellen Detailkarten. Ohne den „The Panama Cruising Guide“ (68,- USD, Autor: Eric Bauhaus – ein Deutscher) ist man hier völlig verloren. Das gilt auch für die drei Holländer. Auf dem AIS sehen wir, wie alle immer den Wegpunkten des Cruising Guides folgen. Wer mal in 12m tiefen Wasser in 5m Abstandd an einem 1m tiefen Korallenblock vorbeigefahren ist weiss, dass das Geld für das Buch sehr gut angelegt ist.
Wir motoren/segeln in kurzen Tagesetappen nordwestwärts, geniessen eine tolle Landschaft (viel schöner als die Bahamas oder die Karibik) und absolut einsame, ruhige Ankerplätze (wir sind alleine – die Holländer hinter uns sehen wir nur in weiter Ferne oder auf dem dem AIS). Leider regnet es nur in der ersten Nacht sehr stark und so geht unser Plan im Dingi Regenwasser zur Ergänzung unserer Brauchwasser-Vorräte zu sammeln nicht auf. Vielleicht ist das aber auch besser so, denn in so einen nächtlichen Regenschauer ist es absolut dunkel (man sieht max. 1m weit), das GPS Signal ist weg und man kann nicht feststellen ob das Boot gerade vertrieben wird. Da hilft dann nur noch Radar. Damit können wir auch in starkem Regen den Abstand zu den Ufern auf den Meter genau bestimmen.
Jetzt sind wir gerade auf „Nagarna“ einem Eiland ganz im Südosten des San Blas Golfes. Da gibt es tatsächlich SIM Karten und Internet-Zugang. Sehr langsam und mit vielen Unterbrechungen, aber immerhin. Der weitere Weg führt uns wieder weg vom Internet und der nächste Blog-Eintrag wird wohl erst in 1-2 Wochen aus der „Turtel Cay Marina“ erfolgen.

 

Südamerika – Abschluss…

Von unserer Reiseliste haben wir nur 2 geplante Ziel nicht besucht. Die „Nazca“-Linien waren uns zu teuer (80 USD/Person für 20 Minuten Überflug) und Patagonien war aus Zeitgründen leider nicht möglich. Aber da kommen wir irgendwann auch noch hin.

Dafür haben wir schon zweimal den Äquator überquert, allerdings im Flugzeug (Kolumbien-Peru und Brasilien-Kolumbien).
Insgesamt hat es uns sehr gefallen. Aber nicht so gut wie die USA. Das Reisen in Südamerika ist doch erheblich aufwändiger als dort. Busfahren ist zwar sehr bequem und günstig, „kostet“ aber ein großes Stück Unabhängigkeit. Dass wir kein Spanisch sprechen, war sicher auch ein großer Reise-Nachteil.
Die für viele Länder Südamerikas geltenden Sicherheitswarnungen halten wir zwar für angebracht aber in weiten Teilen übertrieben. Wenn man sich nicht gerade mitten in Krisengebiete begibt und sich entsprechend verhält (in Deutschland läuft man auch nicht mit aus der Hose hängenden Geldbündeln herum) ist das kein Problem. Wir haben uns jedenfalls nirgendwo wirklich unsicher gefühlt.

Kolumbien – wieder auf KYLA…

der Rückflug von Rio via Bogota nach Barranquilla startet mit 2 Stunden Verspätung. Es ist der einzige von ca. 200 Flügen der Verspätung hat. Trotz Zeitverschiebung (+3 Stunden) müssen wir beim Zwischenstopp in Bogota einen späteren Flug nehmen. Das reicht dann gerade so, um unser Mietauto in Barranquilla noch pünktlich abzuholen. Die Einreise nach Kolumbien per Flieger ist weniger kompliziert als angekündigt. Wir müssen unsere Gelbfieberimpfung beim Abflug in Rio nachweisen – kein Problem. Nach Rückflügen (in Kolumbien eigentlich gesetzlich vorgeschrieben) fragt uns keiner – auch in Kolumbien selber nicht. Wir fühlen uns von der Fluggesellschaft, die uns für den Flug von Kolumbien nach Peru noch ein Rückflugticket aufgezwungen hatte, kräftig verar… – nie wieder AVIANCA! Der Immigrations Angestellte in Kolumbien fragt uns, ob wir ein Visum haben – brauchen EU Bürger aber nicht. Eigentlich sollte man annehmen, dass die Einreisebehörden in einem internationalen Flughafen (das ist Bogota) wissen, welche Länder ein Visum benötigen und welche nicht. Ebenso nehmen wir an, dass Immigration dort wenigstens soviel Englisch spricht, dass man international Reisende nach dem warum, woher und wohin fragen kann. Nun, in Kolumbien ist das eben anders!?
Mit dem Mietauto geht es zurück zur Marina. Weil wir viel einkaufen wollen, ist ein Mietwagen deutlich billiger als mehrmals mit dem Taxi in die Stadt zu fahren. Wer echten Nervenkitzel unter Lebensgefahr am Steuer sucht, sollte unbedingt in Kolumbien, am besten quer durch eine große Stadt, Auto fahren. Das ist die Hölle. Es gibt keinerlei verlässliche Regeln, außer: wer am rücksichtslosesten drängelt, nötig, hupt, ausbremst, behindert, gefährdet, usw. kommt voran. Alle in Deutschland denkbaren Verkehrsdelikte müssen hier im Sekundentakt begangen werden, sonst ist man verloren. Jo gewöhnt sich recht schnell daran und kann die Einheimischen nach kurzer Zeit sogar übertreffen. Die besten Renn- und Ralleyfahrer kommen ja sowieso aus Deutschland.
In Barranquilla selber gibt es riesige Shopping Center. Wir bunkern für die nächsten 4 Wochen weil die Preise so niedrig sind. Das Einzige, was wir kurzfristig nicht bekommen, sind Ersatzpatronen für unseren Sodastreamer (um Sprudelwasser zu machen). Die müssten in Bogota bestellt werden und kommen erst nach 3 Tagen. Da sind wir dann aber schon weg.
In der Marina hat sich auch einiges getan. Man sieht immer öfter Menschen! Das Marina Restaurant ist geöffnet, es gibt Eiswürfel zu kaufen und ganz plötzlich steht da ein flammneuer 100 Tonnen Travellift. Zwei Boote sind auch schon an Land gesetz.
Wir wollen aber weiter und machen KYLA reisefertig. Heute haben wir ausklariert und werden morgen nach Panama segeln.

Brasilien – Rio de Janeiro…

wir fahren im Bus dorthin mit göttlichem Beistand. Direkt neben uns sitzt eine Nonne. Sie schaut ein wenig grimmig drein und wir nennen sie für uns mal „Schwester Rabiata“. In Wirklichkeit ist sie aber ganz lieb. Sie telefoniert und simmst in einem fort mit ihren Handy der neuesten Generation. Der Himmel ist wohl auch schon voll digitalisiert. Leider reicht unser Portugiesisch nicht, um Ihr die Durchwahl zur himmlischen Zentrale zu entlocken. Wir hätten da schon einige Vorschläge um die Welt etwas besser zu machen.
Mit einem relativ teuren Taxi (19 Euro für 12km in 25 Minuten – wir hatten ja schon erwähnt dass die Preise steigen) geht es vom Busterminal zum Hotel. Das „Mirador Rio“ (4 Sterne) liegt im Zentrum nur 600m vom Strand „Copacabana“ entfernt. Uniformierte Pagen halten einem die Tür auf, wir werden auf deutsch begrüßt und das Gepäck wird auf riesigen, goldfarbenen Kofferwagen zum Zimmer gebracht. Margit hält sich schon für „Pretty Woman“. Unser Zimmer im 11. Stock (45 Euro/Nacht) ist eher eine Suite. Es ist so groß, dass man ein Klopfen an der Tür überhören könnte und hat deshalb eine eigene Klingel. Nur die eingebaute Sauna (ja wirklich) scheint uns bei 35°C Aussentemperatur etwas übertrieben. Wir nutzen jedenfalls durchgehend die Klimaanlage. Das Frühstück ist phantastisch, der Pool auf dem Dach (15. Stock) ist für die Menge an Gästen etwas klein und die Aussicht nur zu einer Seite wirklich gut. Wir haben aber auch immer was zu meckern.

Am ersten Tag geht es natürlich zum Copacabana-Beach (5 Minuten zu Fuss). Wir wandern den halben Strand entlang. Die Damen hier sind vorzugsweise in Stringtangas unterwegs. Leider können maximal 2 von 10 Damen sowas auch wirklich tragen. Bei den anderen Damen schaut man lieber nicht so genau hin. Schließlich nehmen wir ein Taxi zum benachbarten Ipanema-Beach (ca. 5km). Dumm gelaufen: Jo vergisst beim Aussteigen sein Handy. Und schon geht die Jagd los. Das Taxi fährt, Jo rennt gut 500m hinterher – nicht vergessen: es sind ca. 35°C – und kommt an der nächsten Ampel auch bis auf 20m an das Taxi heran. Winken und schreien nutzt aber nichts. Das Taxi fährt weiter. Wie in Actionfilmen, schnappt Jo sich das nächste vorbeikommende Taxi und weisst den Fahrer an: „rapido, rapido, follow the taxi in front of us“. Margit bleibt am Straßenrand zurück. Trotz des Kauderwelsches versteht der Fahrer um was es geht, ist aber im dichten Verkehr nicht in der Lage das Taxi vor uns einzuholen oder auch nur in seine Nähe zu kommen. Ganz grosse SCHEI….
Nach 4 km ist das Taxi mit Jo’s Telefon weg und er läßt umdrehen. Margit hat geduldig gewartet und ist erleichtert als Jo wiederkommt. Dann ein Wunder: das Taxi mit Jo’s Telefon taucht wieder auf! Der Fahrer hat Jo wohl doch gesehen und ist einmal um ganz Ipanema-Beach gefahren um das Telefon zurück zu geben. Das gibt 5 Daumen hoch für Taxifahrer in Rio.
Nach diesem Abenteuer schauen wir uns noch ein bisschen am Strand um und wandern zurück zum Hotel.

Für den 2. Tag haben wir eine Tages-Rundfahrt gebucht (75€/Person inkl. Eintritte und Mittagessen – ziemlich teuer). Zuerst geht es zum „Corcovado“. Das ist der Felsen mit der weltweit bekannten Christusstatue. Die ist beindruckend aber nicht wirklich weiss wie auf vielen Fotos, sondern eher grau-grünlich. Vielleicht liegt das auch am bedeckten Himmel. Die Aussicht von oben ist jedenfalls Spitze.
Den Besuch des größten Fußballstadions der Stadt und des Sambadroms hätten wir uns sparen können – nix los. Die große Kathedrale „San Sebastian“ in Form einer Pyramide ist leider geschlossen. Ein Blick ins Innere wäre interessant gewesen. Es passen nämlich 20.000 Menschen da rein. Die angeblich berühmteste Treppe der Welt, die „Selaron Stairs“, aus vielen bunten Kacheln ist in Rio ein „must see“, für uns aber nicht so berauschend.
Dann geht es endlich zum Zuckerhut. Über 2 Stationen fährt man mit der Seilbahn nach oben. Der Ausblick ist wieder atemberaubend. Die Tour endet mit einer Fahrt entlang Ipanema- und Copacabana-Beach. Rückblickend hätten wir nur Corcovada und Zuckerhut buchen und den Rest nach Bedarf selber erkunden sollen. Das wäre wesentlich günstiger geworden.

Obwohl es am 3. Tag eigentlich kräftig regnen sollte, scheint die Sonne und wir faulenzen am Copacabana-Beach.
Heute regnet es tatsächlich und wir bereiten uns auf den morgigen Flug zurück zu KYLA vor.

Brasilien – Sao Paulo…

hat uns doch etwa überrascht. Nach 19 Stunden Fahrt (inkl. 3 Stunden Verspätung) kommen wir Mittags im Busterminal an. Die Fahrt war wieder sehr angenehem (Bus: „Cruze del Norte“). Der Grenzübertritt völlig problemlos. Ausreisestempel in Argentinien, Einreisestempel in Brasilien – das war’s. Keine Gepäckkontrolle und der Bus hält direkt hinter der Grenze damit man Geld umtauschen kann. Wirklich super organisiert.
Sao Paulo ist gewaltig. Sie ist die größte und wirtschaftlich bedeutendste Stadt in Brasilien. 12 Millionen Einwohner und mit den direkt umliegenden Vororten sogar 30 Millionen Menschen. Das Busterminal hat 89 (!) Haltebuchten. Schon 50 km vorher staut sich der Verkehr stadteinwärts. Später, auf dem Weg nach Rio de Janeiro, fahren wir 120km (!!!) bevor die Bebauung wieder freiem Land weicht.
Wir checken für 1 Nacht in einer kleinen Pension ein. Der Eigentümer kümmert rührend um uns. Dann geht es zum Flughafen. Dort wollen wir unsere bereits in Kolumbien gekauften „Zwangs-Rückflugtickets“ umschreiben lassen für den Flug von Rio nach Barranquilla. Das funktioniert zwar, dauert aber über eine Stunde. Unser Anliegen ist eher selten und bringt sowohl Personal als auch die Computer an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Dann noch ein kurzer Schreck. Für die Einreise nach Kolumbien muss man eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Die haben wir zwar, aber im Impfpass steht das sie schon 2000 abgelaufen ist. Das kann doch nicht sein?
Des Rätsels Lösung: die alte Impfung steht im Impfpass ganz vorne, die aktuelle (aus 2016) aber etwas versteckt fast ganz am Ende. Aufatmen. Kolumbien ist auch das einzige südamerikanische Land das bei Einreise per Flugzeug die Vorlage eines Flugtickets für die Weiterreise gesetzlich vorschreibt. Wir haben zwar unsere Bootspapiere dabei, die beweisen, dass wir per Boot gekommen sind und auch wieder so ausreisen, aber nach den Erfahrungen mit der Fluggesellschaft (Avianca) beim Flug von Kolumbien nach Peru wollen wir ganz sicher sein und besorgen zusätzlich noch 2 Tickets für Flüge von Kolumbien nach Miami. Das geht per Internet über die Seite „onwardflights.com“. Die buchen ein Ticket das sie einem per eMail schicken und vor Ablauf von 24 Stunden kostenfrei wieder stornieren. Das sieht man auf dem Ticket natürlich nicht. Der Spass kostet 7 USD/Person erspart einem aber unter Umständen eine Menge Ärger mit den Einreisebehörden oder überkorrekten Angestellten der Fluggesellschaft.
Sao Pauol selber ist touristisch eher weniger interessant und auch wir sehen uns nur kurz die Haupteinkaufsstrasse „Avenida Paulista“ an. Am nächsten Morgen geht es direkt weiter nach Rio.

Argentinien – die Iguazu Wasserfälle…

weil es keinen direkten Bus von Salta nach Puerto Iguazu gibt, fahren wir am Donnerstag den 15.11.18 ab Nachmittag erstmal bis „Corrientes“ (ca. 830 km, Busunternehmen: „Fletcha-Bus“ mit der besten Nachtfahrt die wir bisher hatten) wo wir 14 Stunden später pünktlich eintreffen. Nach 3 Stunden Wartezeit wechseln wir in den Bus nach Puerto Iguazu (nochmal 610 km, Busunternehmen: Rio-Urugay). Der fährt schon mal mit 1 Stunde Verspätung los, die sich am Ende auf über 3 Stunden summiert. Weil der Bus bei der Abfahrt fast leer ist, hält er unterwegs an jedem noch so kleinen Busterminal um Leute Ein-/Aussteigen zu lassen. Das ist zwar gut für die Gewinnmaximierung, aber ganz schlecht für die Einhaltung eines festen Fahrplanes.
In Puerto Iguazu zeigen wir dem Taxifahrer am Busterminal – wie üblich – unsere Hoteladresse auf dem Handy und fragen ob er das Hotel kennt. Ebenfalls wie üblich, sagt er ja, fängt aber nach dem Einsteigen an, hektisch in seinem Navi-System das Hotel zu suchen. Letzlich muss er sogar im Hotel anrufen um es zu finden. Das geht hier mit den Taxi’s öfter so.
Um acht Uhr Abends sind wir endlich in unserem gemieteten Apartement-Bungalow und die nette Wirtin fährt uns noch zum nächsten Supermarkt um Lebensmittel einzukaufen. Nach insgesamt 38 Stunden auf Achse wird dann erstmal ausgeschlafen.

Am ersten Tag in Puerto Iguazu besuchen wir das Dreiländereck (sieht ein wenig aus wie das in Koblenz/Deutschland) und spazieren in die Stadt. Da wir ja auf der Südhalbkugel sind, ist hier quasi Hochsommer und es ist sehr heiß (32°C). Wir kommen wieder ordentlich ins Schwitzen. Mittagessen mit ordentlich Fleisch und 2 Liter Patagonia-Bier füllen unsere Energiespeicher wieder auf. Im Busterminal kaufen wir noch Ticket’s für die Reise nach Sao Paulo/Brasilien und entspannen danach im Pool unseres Hotels.

Der zweite Tag ist völlig verregnet. Kein Wetter für Ausflüge. Wir bleiben im Hotel und lesen. Jo ist in den letzten Reise-Wochen etwas aus der Übung gekommen und schafft nur 600 Seiten, „normal“ wären so 700-800 Seiten für einen kompletten Lesetag.

Gestern konnten wir dann endlich zu den Wasserfällen fahren. Weil wir – wieder mal – ein langes Wochenende erwischt haben (der Montag ist noch Feiertag) ist der Andrang anscheinend besonders groß. Der Reiseführer erwähnt zwar Menschenmassen, aber Morgens um 8:00 Uhr schon solche Mengen haben wir nun doch nicht erwartet. Mit dem Bus fährt man erst vom Terminal im Ort zum Eingang des Nationalparks. Dann besorgt man sich Tickets (sind im Eintrittspreis, müssen aber an einem Schalter abgeholt werden) für die Bimmelbahn die alle 15 Minuten zum „Garganta El Diablo“ („die Kehle des Teufels“), dem angeblich spektakulärsten der Wasserfälle, fährt. Man darf nur zur Uhrzeit die auf dem Ticket steht mit der Bahn fahren und so brauchen wir für den Weg dorthin und zurück (ca. 2 km) sage und schreibe über 4 Stunden. Die Hälfte davon ist reine Wartezeit. Das ist, neben dem Gedränge, vielleicht der Grund warum uns dieser Wasserfall nicht wirklich begeistern konnte.
Auf dem Rückweg steigen wir auf der Zwischenstation aus und wandern entlang des „Upper Trail“ oberhalb der Fälle zum Aussichtspunkt. Das Gedränge lässt ein klein wenig nach, ist aber immer noch mehr als lästig. Danach haben wir erstmal genug. Auf einen Besuch des „Lower Trail“ oder der brasilianische Seite der Fälle (die ist genauso übervölkert) verzichten wir.
Fazit: ein Besuch der Fälle lohnt sich auf jeden Fall. Er kommt aber für uns nicht ganz an die Niagara-Fälle heran.

Im Hotel kühlen wir uns nochmal im Pool ab und treffen Vorbereitungen für die Weiterreise.
Heute Mittag geht unser Bus nach „Rio de Janeiro“. Weil die Fahrt insgesamt 24 Stunden dauern soll, werden wir in Sao Paulo für eine Nacht unterbrechen. Von da sind es dann nur noch 6 Stunden Bus bis Rio.

Argentinien – Salta…

die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes in Argentinien, besuchen wir auf dem Weg zu den „Iguazu“-Wasserfällen. Nach 14 Stunden sehr angenehmer Busfahrt (Geminis Bustouren) auf richtig guten Straßen, kommen wir an. An der Grenze gibt es sogar ein Durchleuchtungsgerät für das Gepäck statt Handkontrolle.
Unterwegs fahren wir wieder durch tolle Wüstenlandschaften und können auch einige Foto’s aus dem Bus heraus machen. Wenn man den Jama-Pass (4.830m – noch in Chile) überquert hat, geht es kontinuierlich nach Unten. Ist man einmal unter der 2.000m Höhenlinie, wird es schlagartig grün. Fast so grün wie in Kolumbien. Salta (Höhe 1.180m) liegt auf der Regenseite der Andenkette und mit Wüste ist es jetzt erstmal vorbei.
Das ist gut für uns, denn nicht die Höhe hat uns seit Peru am meisten zu schaffen gemacht, sondern die kühle und extrem trockene Wüstenluft. Man schwitzt zwar nicht aber Nase, Rachen, Hals und Mund sind immer wie ausgedörrt. Das Atmen durch die Nase wird unangenehm bis unmöglich und nach dem Duschen ist das Haar schon trocken, bevor man einen Kamm erreicht. Nicht mehr lange und wir sind zurück auf KYLA wo wir sicher wieder über Hitze und Feuchtigkeit klagen werden.
In Argentinien ist der Lebensstandard nochmal eine Stufe höher als in Chile. Das merkt man deutlich. Die Innenstadt von Salta unterscheidet sich kaum von einer deutschen Stadt vergleichbarer Größe. Trotzdem sind die Preise nicht mal halb so hoch wie daheim. Von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in denen das Land wieder einmal steckt, merkt man hier kaum etwas.
Wir besichtigen die „Plaza de 9. Juli“ im Stadtzentrum mit einer tollen Kathedrale. Rundherum liegen moderne Einkaufsstrassen und viele schöne Bauten aus der Kolonialzeit. Auch ein Besuch der Kirche „Iglesia de San Francisco“ lohnt sich. Irgendwie hat jeder Ort in Südamerika eine Kirche oder Plaza mit „San Francisco“ im Namen. Der heilige Franziskus war/ist hier offenbar sehr beliebt.
Eine Fahrt mit der örtlichen Seilbahn (Teleferico) auf den Berg „San Bernardo“ erlaubt einen schönen Überblick über die Stadt.

Vorgestern ging es dann weiter auf einen 24 Stunden Trip nach Iguazu.

Chile – es geht bergab…

aber nicht mit uns (die Sache mit den Kreditkarten hat sich erledigt, es lag tatsächlich nur am Netz in Uyuni) oder etwa Chile – nein, die Höhenlage sinkt von jetzt an ständig. Wir starten früh morgens in Uyuni (Höhe: 3.670m) und fahren 10 Stunden (425 km) in wechselnden Höhenlagen (max. 4.300m) durch die tollsten Wüstenlandschaften. Es gibt riesige Hochebenen, sumpfige Flächen mit Vikunja Herden, sanfte Hügel und surreale Felslandschaften als wären sie von einem anderen Planeten. Alles umrahmt von den allgegenwärtigen Vulkankegeln. Zwei von denen rauchen sogar, sind also aktiv.
Unser Fahrer hat noch die Ralley „Dakar 2016“ im Kopf (weite Teile davon fanden in Bolivien, auch in Uyuni, statt). Er fährt jedenfalls in einem gnadenlosen Tempo den vollen Bus über Sand- und Schotterpisten. Der Bus schlingert oft bedenklich und ständig fallen irgendwelche Teile aus den oberen Gepäckablagen. Fotos machen geht da leider nicht. Erst die 2. Hälfte der Fahrt in Chile führt dann auch mal über asphaltierte Streckenabschnitte. An der Grenze zu Chile wird das Gepäck wieder gründlich von Hand kontrolliert. Sogar ein Drogenhund kommt zum Einsatz. Gut, dass wir unsere Koka-Blätter gegen die Höhenkrankheit schon vernichtet haben. Margit wird nur oberflächlich kontrolliert nachdem der Zollbeamte bemerkt hat, dass wir aus Deutschland sind. Jo umso gründlicher, weil er korrekterweise ein Paket Käse (Einfuhr verboten) deklariert hat. Das dürfen wir am Ende aber trotzdem mitnehmen.
Calama, eine Kleinstadt-Oase mitten im Norden der Atacama Wüste, liegt „nur“ noch auf 2.260m Höhe. Sie ist eine der trockensten Städte der Welt. Die Jahresniederschlagsmenge liegt bei 0mm – und das manchmal über mehrere Jahre. Es gibt so gut wie keine Touristen. Die fahren fast alle 100km weiter ins wesentlich bekanntere und touristisch voll erschlossene „San Pedro de Atacama“, ebenfalls eine Oase in der Wüste.
In Calama erwartet uns ein kleiner Kulturschock. Es gibt wieder anständige Häuser die alle bewohnt sind, jede Menge „richtige“ Autos, vernünftige Strassen und Bürgersteige. Die Autos halten an Stoppschildern, Ampeln und Zebrastreifen. Keiner drängelt oder hupt. Alles wirkt sauber und gepflegt. Das ist schon nahe an westlichen Standards. Chile kann sich das leisten weil es wegen seiner Rohstoffe zu den wohlhabenderen Ländern in Südamerika zählt. Dafür ist das Preisniveau hier natürlich auch deutlich höher. Nach dem Reinfall mit dem ersten Zimmer in Uyuni gönnen wir uns mal wieder ein echtes 3 Sterne Hotel für 51,-€/Nacht. Noch schnell die Grundnahrungsmittel Bier, Wein, Rum, Cola, Wasser, Käse, Cracker (in dieser Reihenfolge) gekauft und dann erstmal im Hotel (inkl. Pool) entspannt.
Trotz des höheren Lebensstandards in Chile, versucht man uns im Stadtzentrum vom Calama zu bestehlen. Jo wartet auf einer Bank vor einem Laden in dem Margit herumstöbert. Den Tagesrucksack mit einem Tragriemen um ein Bein gesichert damit den keiner im Vorbeigehen an sich reißen kann. Plötzlich wir er von hinten angesprochen. Ein Herr so um die 40 Jahre deutet auf ein paar Kleckser hinter ihm auf der Bank und nach oben. Er zieht auch gleich sein letztes Tempotuch aus einem Paket um die Bescherung abzuwischen und geht bedauernd weiter. Dann kommt unvermittelt ein junger Mann (das ist sein Komplize) der „zufällig“ eine ganze Rolle Toilettenpapier dabei hat. Der dreht und wendet Jo um die Kleckse an seinem Rücken weiter zu reinigen. Dabei versucht er den Rucksack in seine Hand zu bekommen. Jo hat aber die Gefahrenhinweise im Reiseführer gelesen und kennt den Trick. Er hält den Rucksack eisern fest und deckt auch das Portemonnaie in der Gesäßtasche ab. Die beiden geben auf und ziehen weiter. Später sieht man auf dem Hemd anhand des Spritzmusters, dass das kein Vogel gewesen sein kann. Die schei… nämlich nicht in Halbkreisen und flüssigen, karamelbraunen Vogelkot haben wir auch noch nicht gesehen.
Nun Böse Buben gibt es überall, auch in Deutschland. Man muss halt auf seine Sachen aufpassen.
Wir sind nach Calama gekommen, weil wir die Attraktionen im touristischen San Pedro de Atacama im Grunde alle schon gesehen haben (Berge, Wüsten, ein Salzsee usw.). Aber in Calama gibt es die größte Tagebau-Kupfermine der Welt: „Chuquicamata“. Und die kann man besichtigen! Dafür muss man sich vorher bei der staatlichen Bergbaugesellschaft „Codelco“ anmelden und wird kostenlos durch die Anlagen geführt. Leider sind wir etwas spät mit unserer Anmeldung und landen auf der Warteliste. Am Ende werden aber alle Leute auf der Warteliste mitgenommen. Die Führung ist etwas spartanisch, aber das Loch das sie da gegraben haben, ist gigantisch: 3×4 km und 1 km tief. Und auch die Ausdehnung der Aufbereitungsanlagen ist sehenswert. Allein diese Mine (es gibt noch mehr) trägt über 10% zum Staatshaushalt in Chile bei.

Morgen geht es, wieder per Bus, weiter nach Argentinien.

 

Bolivien – der Salzsee

heißt hier „Salar de Uyuni“ und ist der größte der Erde. Er ist auch die größte ebene Fläche der Erde (mittlere Höhenschwankung über die gesamte Oberfläche kleiner 10mm!) und so flach, dass er als Referenz für die Kalibrierung des weltweiten GPS-Systems dient. Zusätzlich ist er das größte Lithium-Lager der Erde. Das ist extrem wichtig für Lithium-Akkus. Stellt euch eine Welt ohne Lithium-Handy-Akkus vor. Wäre das nun wunderbar oder schrecklich? Nur in Argentinien finden sich vergleichbare Li-Lager.
Auf einer Fläche von mehr als 10.000 km² gibt es kein Leben. Lediglich auf den im „See“ verstreuten Felsinseln gedeihen Kakteen die bis zu 1.200 Jahre alt sind und am Seerand gibt es eine Lagune mit einer seltenen Flamingo Art.
Mit dem Bus geht es in knapp 10 Stunden von La Paz aus durch die Nacht in das Städtchen Uyuni (gesprochen: ujuni) direkt am Rand des See’s wo wir morgens um 7:00 Uhr ankommen. Der Bus war sehr komfortabel, noch recht neu und mit erstklassigem Bordservice (Firma: Todo Tourismo). Wir hatten Semi-lie-flat-Sitze gebucht. Das sind in dieser Busklasse die Standardsitze, trotzdem hatten wir da gefühlt mehr Platz als in den erhelich teureren „Camas“ (komplett Liegesitze).
Beim Einchecken in das, zugegebenermaßen extrem preisgünstige, Hotel fallen uns die fast die Augen raus. Die Bilder im Internet sind mal wieder 50 Jahre alt. Das Zimmer ist winzig, schmutzig und stinkt. Das Bad sieht aus wie eine Schimmel-Zuchtanlage. Niemand spricht auch nur ein Wort Englisch. Da haben wir eindeutig am falschen Ende gespart und checken sofort wieder aus.
Leider hat die Stadt gerade kein Internet und wir kommen etwas in Stress um bis zur Abfahrt unserer Tour zum Salzsee (um 10:30 Uhr) noch ein Zimmer zu finden. Glücklicherweise hat unsere Tour-Agentur einen Tip und wir finden ein superschönes (aber auch mehr als doppelt so teures) Zimmer abseits des Zentrums.

Etwas geschafft starten wir pünktlich mit einen großen Geländewagen und 6 Personen (Plus Fahrer-Guide) zur Salzsee Tagestour (65,-€/Person – die Preise steigen). Zunächst geht es zum Eisenbahn-Friedhof vor der Stadt. Früher wurden hier Dampf-Lokomotiven gebaut bis sich das nicht mehr rentierte. Jetzt stehen die letzen Exemplare ausgeschlachtet im Sand und gammeln langsam vor sich hin. Genaugenommen besuchen wir einen Schrottplatz und zahlen auch noch dafür.

Aber wir werden „entschädigt“. Der Salzsee ist spektakulär, umwerfend, grandios, atemberaubend. Er haut uns einfach um.
Wir fahren 80 km (!!!) über den See bis zur Felsinsel „Isla Inkahuasi“ die fast in der Mitte des See’s liegt. Unterwegs besuchen wir noch ein „Salzhotel“. Das ist tatsächlich komplett aus Salz gebaut, auch die Inneneinrichtung wie Bar, Möbel, Betten usw. Nur das Dach und die Sanitäreinrichtungen sind nicht aus Salz. Wäre ja auch unpraktisch wenn sich das Klo beim Pinkeln unter einem auflösen würde.

Vor Isla Inkahuasi baut unser Fahrer eine kleine Sitzgruppe mit Sonnenschirm auf und wir haben Mittagessen im unendlichen Salzmeer unter gleissender Sonne ohne auch nur einen Hauch von Wolke am Himmel. Der ist hier undendlich blau. So blau haben wir ihn noch nirgendwo gesehen und wir haben nun wirklich schon viele Himmel gesehen. Die Luft ist so klar und trocken, dass man Problemlos die 80 km bis zum Seerand sehen kann wo imposante Berge aufragen. Wenn man dann noch den Aussichtpunkt auf der Insel erklimmt, stockt einem ständig der Atem. Nicht wegen der Höhe (der See liegt auf 3.650m) sondern wegen der Ausblicke. Man kann das mit Worten einfach nicht wiedergeben. Jo schwört Stein und Bein, dass man am Horizont (wo keine Berge sind ist da nichts ausser der Salzebene) die Erdkrümmung sehen kann.


Am Nachmittag halten wir wieder im unendlichen Nichts um ein Funvideo zu drehen. Erstaunlich was unser Guide mit einer Chipsdose und dem Spiel von Perspektive und Abstand für Filme zaubert. Das muss er natürlich für alle Gruppenmitglieder machen. Leider geht das für uns gedrehte Video in die Hose weil er versehentlich zweimal den „Start/Stop“ Button (also in Wirklickeit „Stop“) drückt. Macht aber nichts, denn obwohl noch Trockenzeit ist, findet er später eine Stelle, auf der ein leichter Wasserfilm auf dem Salz steht. In Verbindung mit der untergehenden Sonne kann man da tolle Spiegelaufnahmen machen. In der Regenzeit, so ab mitte Dezember, wenn der See komplett mehrere Zentimer unter einer geschlossenen Wasserdecke liegt, kommen tausende Touristen hierher nur um die dann gigantische Spiegeloberfläche zu bewundern.
Nach dem die Sonne am Horizont untergegangen ist, auf dem endlosen See auch ein Spektakel für sich, wird es sehr schnell, sehr kalt und wir treten den Heimweg an.


Insgesamt ein unvergesslicher Tag. Wir schwanken noch, ob der Grand Canyon oder der See unser eindruckvollstes Erlebnis war.
Nach dem phantastischen aber auch anstrengenden Tag gestern, durften wir heute ausnahmsweise mal bis 8:00 Uhr ausschlafen und haben dann versucht Bustickets für die Weiterreise zu besorgen. Die kann man, genauso wie unser Hotel, aber nur bar bezahlen. Nun ist es ziemlich schwierig, an soviel Bargeld zu kommen, wenn alle Geldautomaten in der Stadt streiken. Zum Glück hatten wir noch ein paar US-Dollars die wir nach viel Hin- und Hergelaufe bei einer Bank eintauschen können.
Hoffen wir, dass es nur ein lokales Internetproblem hier gibt und unsere Kreditkarten noch funktionieren, sonst sind wir echt am A…
Leider müssen wir Morgen wieder um 4:00 Uhr aufstehen weil es 12 Stunden mit dem Bus nach Chile in die Stadt „Calama“ geht. Von da kann man die Atacama-Wüste besuchen und es gibt Busse direkt nach „Salta“ als Zwischenstation auf dem Weg zu den „Iguazu“-Wasserfällen. Die Zeit läuft. Mal sehen ob wir wirklich bis dahin kommen. Bis 30.11. müssen wir auf jeden Fall zurück auf KYLA sein.

 

Bolivien – La Paz…

Die Stadt liegt 3.640m hoch und hat ca. 1 Million Einwohner. Das Zentrum liegt in einem großen Talkessel der komplett zugebaut ist. Was nicht mehr ins Tal passt, verteilt sich als gigantisches Häusermeer auf der umgebenden Hochebene. Die Stadt ist die schmutzigste die wir bisher gesehen haben. Die Strassen der Randbezirke sind so schlecht, dass wir im Bus mehrfach 30cm (das ist keine Übertreibung) nach oben aus den Sitzen geschleudert werden obwohl der Bus ja nur im Kriechtempo fährt. Jetzt wird uns auch klar warum ALLE Sitze im Bus Sicherheitsgurte haben. Hergekommen sind wir eigentlich nur, weil man von hier aus unser nächstes Ziel, den größten Salzsee der Erde besuchen kann.
Wir haben ein Zimmer ganz nahe am Zentrum. Der Verkehr dort ist mörderisch. Unzählige Fahrzeuge aller Art und Strassenhändler verstopfen die engen Strassen. Unser Taxi braucht für die 1,7km vom Busbahnhof bis zum Hotel 45 Minuten! Im Zentrum ist man zu Fuss schneller unterwegs als jedes Fahrzeug.
Viel zu sehen gibt es in La Paz nicht. Wir besuchen den Hauptplatz, hier heisst er „Plaza de San Francisco“, mit der zugehörigen Kirche. Zwei Blocks daneben ist der „Hexenmarkt“. Dort gab es früher wohl Hexenzubehör wie Kräuter, Elixiere, Tinkturen und alle Arten von getrocknetem oder pulverisiertem Getier. Heute gibt es offensichtlich nur noch Touristenramsch. Hexen haben wir auch keine gesehen.
Toll war aber die Fahrt mit der „Teleferico“. Das ist zur Zeit das größte und sehr schnelle Seilbahnsystem der Welt. Aus der Stadt führen 8 verschiedene Linien in die Vorstädte. Wir fahren für 0,75 € mit der violetten Linie vom Zentrum einmal zum Endpunkt und zurück. Der Ausblick aus den Kabinen auf die Stadt ist grandios. Das System erinnert stark an die Seilbahnen in Medellin. Es verkürzt die Fahrtzeit aus dem Zentrum in die Vorstädte von 2 Stunden auf 15 Minuten. Leider ist die Kapazität des System bei weitem nicht ausgelastet. Der Großteil der Einwohner bevorzugt anscheinend immer noch das einfache Ein- und Aussteigen in die zahllosen Minibusse die ebenfalls sehr billig fahren und überall anhalten. Zur Nutzung der Seilbahn muss man erstmal eine der Stationen aufsuchen. Deshalb sind die Strassen in der Stadt immer noch hoffnunglos verstopft.

Bolivien bietet viele Aktivitäten für Abenteuerurlauber. Rund um La Paz gibt es einige leicht zu besteigende 6.000er Gipfel. Jo würde gerne die „Death-Road“-Tour machen. Man fährt (mit Guide) die gefährlichste Strasse der Welt mit dem Fahrrad über 65km von 4.650m auf 1.200m herunter. Unbefestigt, einspurig, extrem kurvig, direkt entlang von mehrere hundert Meter tiefen Abgründen ohne Leitplanken. Aber Margit erteilt striktes Fahrradverbot und mit dem Auto sind wir eine ähnliche Strecke ja schon von Cusco zum Machu Picchu gefahren.
Wir wollen von La Paz aus zum „Salar de Uyuni“, dem größten Salzsee der Erde und buchen bei einem der Anbieter direkt neben unserem Hotel eine Tour dorthin. Heute Abend geht es los.