Los Roques…

ist eine kleine, zu Venezuela gehörende Inselgruppe, die auf dem Weg von Grenada nach Bonaire genau auf unserem Kurs liegt. Wir stoppen dort ohne uns anzumeldem, weil wir sowieso nicht vorhaben an Land zu gehen. Aus dem geplanten „Overnight“ Ankerstopp werden dann 3 weil es hier so schön ist – ursprünglich und einsam. An zwei Ankerplätzen sind wir ganz alleine und an einem nur mit 4 Booten. Mehr Boote haben wir auch auf der ganzen Durchfahrt durch die Inselgruppe nicht gesehen. Das liegt wahrscheinlich an der wirtschaftlichen und politischen Situation in Venezuela. Wegen der schlechten Sicherheitslage (Diebstähle und Überfälle) wird das von den Seglern zur Zeit eher gemieden. Wir fühlten uns sicher. Ausnahmslos alle lokalen Fischer winken uns freundlich zu, lassen uns sonst aber in Ruhe.

Die Inseln erinnern ein wenig an die Bahamas. Es gibt aber viel schönere Strände, mehr Grün und vor Allem: Einsamkeit.

Überall Fischschwärme und Vögel die sie jagen. Die erfolreichsten Jäger sind die Pelikane. Aus teilweise recht grosser Höhe, stürzen sie ins Wasser und schnappen sich einen Fisch. Wie die den aus der Höhe erkennen, und woher sie wissen ob das Wasser gerade tief genug ist um nicht im Sandgrund stecken zu bleiben, ist uns ein Rätsel.
Sobald die begleitenden Möwen einen erfolgreichen Pelikan sehen, setzen sie sich frech auf seinen Kopf oder Rücken und picken ihm auf dem Kopf herum damit er den Fisch wieder ausspuckt den sie selber gerne hätten. Der Pelikan ist aber nicht dumm und versenkt einfach seinen Schnabel, mit der im Schnabelsack zappelnden Beute, im Wasser, bis die Möwe die Lust verliert. Dann schnell den Kopf hoch, schlucken, und weiter zur nächsten Jagd.

Wir haben übrigens zwischen Grenada und Los Roques auch geangelt und einen grossen Mahi-Mahi gefangen – sehr lecker und genug für eine ganze Woche.

Wieder unterwegs nach Bonaire passieren wir noch die „Las Aves“. Ebenfalls zwei einsame Inselgrüppchen die zu Venezuela gehören. Leider kommen wir da Nachts vorbei und stoppen deshalb nicht.

Grenada – Teil 2…

Bei „Henrys Safari Tours“ buchen wir eine Inselrundfahrt nach eigenen Wünschen.
Wir besuchen: die Concorde Wasserfälle, eine Muskatnuss-Verarbeitung, eine Schokoladenfabrik, den Grand Etang Nationalpark und die Annadale Wasserfälle. Noch ist Trockenzeit und entlang der Küste ist die Vegetaion ein wenig braun, aber im Inselinneren ist alles saftig grün. Da Grenada ja auch als „die Gewürzinsel“ bekannt ist, finden sich überall Gewürzfarmen und unser Fahrer zeigt uns alle möglichen Gewürzpflanzen. Eine tolle Tagestour.


Gerne hätten wir noch die ewas abseits gelegenen „Seven Sisters“- und „Honeymoon“- Wasserfälle“ besucht. Aber die sind nur zu Fuss zu erreichen und vom Wandern haben wir seit der Vulkantour auf St. Vincent noch genug.
Gestern haben wir dann schon mal ausklariert und ankern jetzt in der „Mount Hartman Bay“. Heute soll es weiter nach Bonaire gehen. Ein 3-4 Tagestrip ohne Internet.

Grenada…

Wir ankern zunächst in der „Beausejour Bay“ und besuchen am nächsten Tag „Moliniere Point“ um dort, direkt vom Boot aus, zu schnorcheln. Wir finden endlich mal ordentlich Fische und ein Riff das nicht völlig tot aussieht. Am Grund der Bucht hat ein Künstler zahlreiche Skulpturen installiert. Sehr schön!

Zwei Meilen weiter ist St. George’s, die Hauptstadt von Grenada. Wir sehen uns alles an und fahren mit den preiswerten Bussen (wie in Carriacou) zum Einkaufen in die „Spiceland Mall“. Hier gibt es alles was man braucht. Insbesondere die Digicel-Filliale ist lobend zu erwähnen. Zwar kann man auch hier unsere Travel Pack’s aus Martinique nicht aufladen (obwohl die ja auch von Digicel sind), aber wir werden ausführlich beraten und erhalten für 28 Euro neue SIM Karten mit 9 GigaByte(!) Datenvolumen. Daran könnten sich die Franzosen ruhig ein Beispiel nehmen.

Dann geht es weiter zur „Prickly Bay“. Die liegt im Süden von Grenada und wir müssen ca. 2 nm direkt gegen den Wind fahren. Der bläst seit Monaten mit 15-30 kn aus Osten und entsprechend Welle hat sich, besonders über den vorgelagerten Untiefen, aufgebaut. In die Bucht steht leichter Schwell obwohl wir recht weit Innen ankern, und über die umgebenden Hügel fegen kräftige Fallböen. Gemütlich ist das nicht.
Aber am Ende der Bucht ist die örtliche „Budget Marine“-Niederlassung in der wir ein paar fehlende Seekarten für den Weg nach Bonaire/Curacao kaufen können.
Schließlich verholen wir in die „Phare Bleu Marina“ zwei Buchten weiter nach Osten. Eine hübsche kleine Anlage mit angeschlossenem Resort dessen Einrichtungen wir mitbenutzen dürfen. Das Internet ist rasend schnell, so dass wir problemlos unzählige Segelvideos für die weitere Reiseplanung direkt im Netz ansehen können. Das hatten wir schon lange nicht mehr.
Allerdings steht auch hier immer leichter Schwell in die Bucht den man an den Stegen – trotz der schwimmend vorgelagerten Wellenbrecher – deutlich spürt.
Gäste gibt es im Resort zur Zeit anscheinend keine und auch die Marina ist fast leer. So ist der 2x wöchentlich zum Einkaufen fahrende Bus (zur Spiceland Mall/Budget Marine – alles im Preis enthalten) lediglich mit ein paar Seglern belegt.

Wir hatten uns extra für Phare Bleu entschieden, weil dort – laut Handbuch – die Firma „Palmtree Marine“, die unseren Kühlschrank kontrollieren/reparieren könnte, ihren Sitz hat. Leider ist die Info veraltet. Die Firma sitzt jetzt nebenan in der „Clarks Court Bay“. Wir kontaktieren sie und gestern ist tatsächlich jemand vorbei gekommen und hat unseren Kühlschrank wieder auf Vordermann gebracht (Kühlmittel aufgefüllt).
Jetzt sind wir dabei eine Inselrundfahrt zu organisieren. Davon mehr im nächsten Beitrag.

Carriacou…

gehört schon zu Grenada. Auf dem Weg dorthin fangen wir doch tatsächlich mal einen Fisch – der 1. in dieser Saison. Andere Boote fangen quasi täglich Fisch nur bei uns klappt das nicht so richtig. Nun, vielleicht beginnt mit diesem Fang „unsere“ Angelsaison.

In Carriacou gehen wir in der „Tyrell Bay“ – endlich mal in ruhigem Wasser und ohne Schwell – vor Anker. Man kann einfach einklarieren und es gibt einen tollen Supermarkt.
Nachdem der Wassermacher ja wieder einwandfrei funktioniert, macht plötzlich unser großer Kühlschrank Probleme – wäre ja noch schöner, wenn es mal keine technischen Probleme gäbe. Er kühlt zwar noch, läuft aber ununterbrochen. Das wird bis Grenada warten müssen. Erst dort gibt es einen Fachmann mit den nötigen Werkzeugen um den Kühlreislauf mit Kältemittel (wir vermuten, dass es daran liegt) aufzufüllen.
Internet ist in Carriacou ganz miserabel. Ständig wird die Verbindung unterbrochen. Schon seit Bequia, wo wir extra länger geblieben sind, weil wir zum 80. Geburtstag von Jo’s Papa mit ihm „skypen“ wollten, war die Verbindung so mies, dass wir weder „skypen“ noch über das Netz telefonieren konnten. Nur normale Telefonverbindungen klappen einigermaßen.
In Mustique ging es etwas besser, in Mayreau und Union Island wieder schlechter. Erstaunlicherweise gab es die beste Verbindung in den etwas „abseits“ gelegenen Tobago Cays, obwohl es auch hier nicht für Skype reichte. Wetter „besorgen“ oder bloggen dauert so schon mal 2-3 Stunden und an Internet-Banking ist überhaupt nicht zu denken.
Selbst in diversen Bars in der Tyrell Bay setzt das Netz immer wieder aus. Bis Grenada müssen wir wohl oder übel damit leben. Mal sehen, ob es dann besser wird.
In Hillsborough/Carriacou konnte man unseren französichen Internet Zugang (in Martinique gekauft) der angeblich überall in der Karibik funktionieren sollte, leider nicht aufladen, so dass wir jetzt auch noch an die Datengrenze unserer „Travel Pack’s“ stossen. Die nächsten SIM-Karten werden wir wohl nur noch auf englischsprachigen Inseln kaufen.
Das öffentliche Transportsystem in Carriacou ist dafür genial. Man stell sich irgendwo an eine Strasse und wartet bis ein Bus vorbeikommt (so etwa alle 10 Minuten), steigt ein und fährt für 1 Euro über die halbe Insel. Die Linie 10 fährt Nord<->Süd, die 11 West<->Ost. Das nützen wir aus, und erkunden mit den Bussen die Insel kreuz und quer. Am Ende haben wir dafür 9 Euro bezahlt. Die angebotene 2,5 Stunden Insel-Rundfahrt mit einem Taxi sollte dagegen 60 Euro kosten!


Schließlich geht es weiter nach Grenda. Dabei segeln wir doch tatsächlich über einen aktiven Unterwasservulkan den „Kick em Jenny“ ein paar Meilen nördlich von Grenada. Wir halten den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 km zwar ein, aber ein komisches Gefühl ist es trotzdem.

Tobago Cays, Mayreau und Union Island…

Die Tobago Cays sind eine Ansammlung von kleinen, weitgehend naturbelassenen, Inselchen und Riffen. Ein beliebtes Ziel für Segler, insbesondere für die zahlreichen Chartersegler, in der Gegend.
Wir ankern direkt hinter dem „Horseshoe Riff“. Vor dem Riff liegt der offene Atlantik bis nach Afrika. Der Wind ist kräftig und auch hinter dem Riff baut sich eine kleine Welle auf. Ein ruhiger Ankerplatz ist das nicht.

Wir erkunden ein paar der Eilande und segeln dann nach…

Mayreau:
Die bekannte „Saltwhistle Bay“ mit dem Bilderbuchstrand entpuppt sich als völlig überlaufen mit Charterbooten. Der größte Teil des Strandes ist mit Verkaufsbuden zugebaut. Deshalb fahren wir direkt weiter zur „Saline Bay“. Der Strand hier ist viel schöner und es gibt genug Platz zum Ankern.
Wir bleiben eine Nacht und segeln nach…

Union Island:
Das ist die letzte Insel der „St. Vincent and the Grendines“ Gruppe. Hier müssen wir für Carriacou/Grenada ausklarieren. In „Clifton Harbour“, dem Hauptort der Insel, ist es sehr voll. Neben dem Treck der Langfahrer – es sind jetzt schon ca. 20 Boote auf dem Weg in den Süden die wir jeden Tag wieder an den Ankerplätzen treffen – finden sich hier jede Menge Charterboote. Man liegt wieder direkt hinter einem Riff, voll im kräftigen Wind, an Mooringbojen oder vor Anker. Die Ankermanöver mancher Charteryachten sind teilweise haarsträubend aber wir finden in dem Gewimmel und ständigen kommen und gehen einen akzeptablen Ankerplatz, schauen uns den Ort an und reparieren erstmal unseren Wassermacher.
Der macht seit einigen Tagen komische Geräusche und produziert viel zu wenig weil irgenwo Luft in das System kommt. Die Reparatur ist eine Tagesaktion weil dafür das halbe Vorschiff auseinander gebaut werden muss. Nach dem Auswechseln von Filtern und dem Verlegen des Feinfilters weiter nach oben (da kommen wir in Zukunft auch besser ran), produzieren wir wieder 25l/h feinstes Frischwasser.

Dann können wir endlich ausklarieren und segeln nach Carriacou.

Canouan

ist deutlich karger als die vorherigen Inseln. Warum? – keine Ahnung.
Unsere Ankerbucht hat diesmal wenigstens keinen Schwell. Die letzte Nacht in Mustique war wegen zunehmendem Schwell schon sehr ungemütlich und so legen wir uns hier, wegen der drehenden Winde, an eine Boje vor dem Örtchen Charlestown. Das ist schnell besichtigt und bietet keine besonderen Highlights.
Aber wir gönnen uns endlich einen Lobster. Das haben wir bisher immer vor uns hergeschoben, weil wir es nicht übers Herz brachten, das arme Viech lebendig in kochendes Wasser zu schmeißen. Hier kaufen wir einen Lobster (18 Euro für 2 kg) schon fertig gekocht (tut ihm sicher genauso weh, beruhigt aber unser Gewissen) und schlemmen am Abend wie Gott in Frankreich. Endlich mal Pluspunkte für die Franzosen?
In der Nacht hämmern Fallböen von den Hügeln um den Ort auf uns ein und so ziehen wir am nächsten Tag weiter zu den Tobago Cays.

Mustique…

die Insel der Reichen und Schönen – ausser uns haben wir aber keine gesehen – ist Privatbesitz, darf aber von Seglern besucht werden. Man liegt an einer Boje (Ankern verboten) die ca. 60 Euro für eine Nacht kostet und grundsätzlich 2 weitere kostenlose Nächte im Preis enthält. Warum man dann nicht gleich 20 Euro/Nacht kassiert, können wir nicht ergründen.
Im dichten Grün der Hänge stehen die Villen der Hausbesitzer. Je weiter oben, je teurer. Viele davon kann man mieten wenn der Besitzer gerade nicht anwesend ist. Nach den Preisen dafür haben wir uns aber gar nicht erst erkundigt.
Der größte Teil des Inselinneren ist für Besucher nicht zugänglich. Wir hätten es auch nicht so gerne, wenn Fremde durch unseren heimischen Garten laufen würden.
Alles ist sehr aufgeräumt und gepflegt. Überall werden Wege/Plätze gekehrt und gerecht.
Das frei zugängliche „Village“ ist schön bunt zurecht gemacht und bietet die Grundversorgung. Sogar frischen Fisch zu vernünftigen Preisen gibt es hier.
Wir starten zu einem Strandspaziergang. An den Stränden findet man überall kleine Pavillions zum Picknicken. Der Spaziergang wird letztlich zu einer 3 stündigen Wanderung um die halbe Insel. Da uns die Vulkantour auf St. Vincent noch in den Knochen steckt, sind wir danach wieder ziemlich ko.
Den letzten Tag verbringen wir daher mit faulenzen und schnorcheln.

Bequia…

besuchen wir als erste Insel der Grenadines-Gruppe.
Ein gemütlicher und bequemer Segeltrip von 2 Stunden bringt uns von Kingstown/St. Vincent nach dort in die „Admiralty Bay“ mit der Ortschaft „Port Elizabeth“.
Wir ankern vor dem Städtchen in ruhigem Wasser. Schwell gibt es höchstens von den gelegentlich vorbei fahrenden Fähren. An Land finden sich reichlich Restaurants, Bars, einfache Supermärkte, Schiffszubehör-Händler und ein funktionierender Geldautomat.
Also alles was der Langfahrer so braucht. Wasser, Diesel, Eis und Getränke kann man direkt von Bord bei den Versorgungsbooten einkaufen. Die übernehmen auf Wunsch auch das Wäschewaschen.
Etwas abseits des Städtchens gibt es zwei hübsche Strände. Wir sehen uns alles in Ruhe an und besuchen noch kurz die „Friendship Bay“ auf der Ostseite der Insel. Dann geht es weiter nach Mustique.

St. Vincent und die Grenadines…

gehören, genau wie St. Lucia, zum britischen Commonwealth und die größte Insel „St. Vincent“ ist ca. 35nm von Soufriere/St. Lucia entfernt.
Die ersten beiden Stunden segeln wir bei mässigem Wind gegen kräftige Strömung nach Süden. Dann kippt die Strömung und hinter dem Windschatten von St. Lucia frischt der Wind auf 15-25kn auf. Die Wellen sind moderat und wir rauschen mit zeitweise über 8kn Fahrt nach „Chateaubelair“ auf St. Vincent. Das ist die erste Bucht in der man einklarieren kann.
Der verschlafene Ort hat nicht viel zu bieten. Die Leute sind sehr arm aber trotzdem höflich und nett. Es gibt von der “ Richmond Vale Academy“ (eine Art Naturschutz Organsiation) ausgelegte, zuverlässige Bojen und einen örtlichen Vertreter der sich um buchstäblich alles kümmert.
Leider haben wir von unseren letzten EC’s (East Caribbean Dollar – die lokale Währung) die Taxirundfahrt in St. Lucia bezahlt und dann gibt der Geldautomat dort plötzlich kein Bargeld mehr heraus. Der Zollbeamte in „Chateaubelair“ hat keinerlei Wechselgeld und nur mit Mühe kratzen wir aus US-Dollars und EC-Münzen die Gebühren zusammen. Im Ort gibt es weder eine Bank noch einen Geldautomat.
Obwohl wir gerne mit den Einheimischen, die auf alten Surfboards zu unserem Liegeplatz heraus paddeln, Geschäfte machen würden (Obst, Fisch usw.) damit sie wenigstens etwas an den wenigen Touristen verdienen, geht das ohne Bargeld leider nicht. Drei Mangos mit 20 USD zu bezahlen ohne das der Verkäufer Wechselgeld herausgeben kann ist uns dann doch zu „sozial“. Trotzdem haben wir ein schlechtes Gewissen. Unser nächster Liegplatz muss unbedingt einen Geldautomat haben.

St. Vincent hatte, genau wie St. Lucia, in der Vergangenheit einen schlechten Ruf unter Seglern weil es dort gehäuft zu Diebstählen und sogar Raubüberfällen kam. Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei. Man hat wohl verstanden, dass Touristmus die einzig nachhaltige Einnahmequelle der Insel sein wird.
Wer sein Dingi allerdings ungesichert über Nacht im Wasser lässt, muss sich nicht wundern, wenn sich Leute, die quasi von der Hand im Mund leben, ihr Stück vom Kuchen holen. Zu Hause lässt man sein Auto/Wohnung auch nicht unverschlossen ohne dass man bestohlen wird.
Wir fühlen uns sicher, treffen aber trotzdem ein paar Vorbereitungen über Nacht. Das Dingi wird immer aus dem Wasser genommen, der Niedergang wird geschlossen, im Cockpit verteilen wir leere Flaschen und schalten die Alarmanlage ein. Wenn wir im Ort unterwegs waren, wurde unser Dingi am Strand immer von Einheimischen bewacht.

Da viele Karibik-Inseln ja mehr zu bieten haben, als nur schöne Strände und blaues Wasser, wollten wir auch in St. Vincent etwas mehr von der Insel sehen.Kevin, der örtliche Vertreter der „Richmond Vale Academy“, bietet auch Wandertouren zum Vulkankrater an. Wir können ihn in US-Dollars bezahlen und buchen einen Trip.
Es geht 3 Stunden lang 10km weit und 1000m nach Oben zum Kraterrand des Vulkans. Die erste Hälfte der Strecke ist noch ganz passabel zu bewältigen. Dann wird es immer schwieriger unsere überzähligen Kilos (die genauen Zahlen sind geheim) den Berg hoch zu schleppen.
Fitzmore, unsere Führer, ein drahtiges Kerlchen von 43 Jahren, hüpft den Berg regelrecht hoch und futtert unterwegs nebenbei noch Mengen von wildem Zuckerrohr und Mangos ohne auch nur schneller zu atmen, während wir ihm keuchend folgen. Tatsächlich kommen wir irgendwann bis zum Gipfel. Margit musste ca. 100 Höhenmeter vorher leider aufgeben (die Knie) – schließlich muss der Rückweg auch noch bewältigt werden.
Auf dem Gipfel weht ein Höllenwind, so das man sitzen oder liegen muss um nicht heruntergeblasen zu werden. Nach ein paar Minuten merkt Jo unter seinem empfindlichen „Popöchen“ ganz deutlich, wie sich der gesamte Vulkan bewegt. Das ist ihm nicht geheuer und nach 10 Minuten treten wir den Rückzug vom Gipfel an.
Wieder 3 Stunden später sind wir, trotz immensem Wasserverbrauch beinahe dehydriert, und völlig fertig, wieder am Strand. Kevin holt uns mit unserem Dingi ab und bringt uns zurück zum Boot. Die Tour war ein echtes Abenteuer, aber so anstrengend, dass wir sowas in Zukunft auf kürzere – man könnte auch sagen altersgerechte – Strecken begrenzen werden.


Da wir kein Kleingeld mehr für Trinkgeld haben, tauschen wir mit Fitzmore und Kevin.
Sie kriegen 2 paar gute Trekkingschuhe (nur einmal in Madeira getragen, sind uns aber zu klein), Dafür geben wir einen Sack Müll zur fachgerechten Entsorgung und erhalten einen Sack Eiswürfel und 4 Flaschen kühles „Hairoun-Bier“. Sie sind mehr als zufrieden und wir haben ein besseres Gewissen.
Am nächsten Tag fahren wir die Küste runter nach Süden und sehen uns diverse Buchten an. Alle sind sehr tief bis nahe ans Ufer, recht offen und überall steht mehr oder weniger Schwell. In Wallilabou (dort wurden einige Szene für „Piraten der Karibik“ – Teil 1 gedreht) will man uns zwischen einer unter Wasser schwimmenden riesigen Blechboje und den Resten eines Anlegers festmachen – wir verzichten.
In der nächsten Bucht gibt es das „Rockside Cafe“ geführt von Rosi einer Deutschen. Dort macht man uns umständlich zwischen zwei Bojen fest. Wir sind aber so nahe an einem Korallenblock am Ufersaum, dass wir auch hier gleich wieder ablegen. In „Kingstown“, der Hauptstadt St. Vincent’s ankern wir für eine kurze Mittagspause. Es stinkt allerdings so penetrant nach Fisch, dass wir schließlich die 8nm nach „Bequia“ der ersten Insel der Grenadinen-Gruppe weiter fahren.

St. Lucia…

liegt zwar nur 24 nm südlich von Martinique aber die Überfahrt hat es in sich. Die 20 kn angesagter Wind sind in Wirklichkeit Böen zwischen 15 und >30 kn im 30 Sekundentakt. Die Wellen werden dabei richtig aufgeschaukelt und erreichen locker 3-4m die von der Seite auf uns einprügeln. Wir sind sowieso mies daruf weil der 11.04. aus familiären Gründen für uns ein Trauertag ist.
Nun, nach 4 Stunden erreichen wir „Rodney Bay“ auf St. Lucia. Eine große, touristisch voll erschlossene, Bucht mit ruhigem Wasser und viel Platz zum Ankern. Die Böen mit >30 kn halten allerdings noch 2 Tage an bevor der Wind sich beruhigt.
Es gibt eine sehr geschützte Lagune mit schicker Marina wo man auch einklarieren kann. Eine Legende besagt, dass die Engländer im letzten Jahrhundert in der Lagune eine ganze Flotte vor den Franzosen versteckt haben, indem sie die Masten der Schiffe mit Palmwedeln tarnten. Heut ginge das nicht mehr. Die meisten Palmen zwischen Lagune und Strand mussten Hotelbauten weichen.
Trotz Tourismus sind die Preise erstaunlich niegrig. Eine Marina-Nacht für KYLA würde 38 Euro kosten. Das ist für karibische Verhältnisse ein Hammerpreis zumal die Marina auch als Hurrikan-sicher gilt. Lokales „Piton“-Bier (sehr lecker) gibt es für 1,80 Euro.
Wir bleiben vor Anker und besichtigen „Pigeon Island“. Das ist eine Halbinsel am Nordende der Bucht. Auf einem der beiden Gipfel gibt es ein altes englisches Fort zu besichtigten, der andere Gipfel ist unbebaut. Wegen des starken Windes macht der Aufstieg richtig Spass – wir schwitzen kaum!
Die Ausblicke von oben sind wieder einmal grandios.

Den Hafen von „Castries“, der Hauptstadt von St. Lucia, laufen wir nur ganz kurz an. Wir würden direkt neben einer Hauptverkehrsstrasse liegen und auch sonst reizt uns hier nichts besonders.
Also weiter nach „Marigot Bay“. Eine sehr bekannte und deshalb auch gut besuchte Bucht. Der Film „Dr. Doolittle“ (ihr wisst schon: der, der mit den Tieren spricht) wurde hier gedreht. Es gibt eine Marina, ein paar Hotelanlagen, Bars – selbstverständlich auch die „Doolittle Bar“ – und einen hübschen kleinen Palmenstrand. Weil die Bucht sehr klein ist, liegen, die Boote an Bojen. Zum Ankern ist im Buchtinneren kaum Platz. Nachdem wir uns alles angesehen und ein paar Drinks genossen haben – die Preise schnellen hier wieder deutlich nach oben – ziehen wir weiter nach „Soufriere“.

Ein kleiner Ort der seine Bekanntheit aus den weltberühmten „Pitons“ ableitet. Das sind die zwei von vielen Postkarten bekannten steilen Zwillings-Vulkankegel. Aus der Nähe sind sie auch wirklich eindrucksvoll. Zwischen den Pitons gibt es eine malerische Bucht mit den üblichen Hotelanlagen und Stränden. Man braucht angeblich eine Genehmigung um hier an den Bojen zu liegen. Die haben wir auch, aber Kontrolliert hat das keiner, obwohl die Parkranger (der ganze Bereich von „Marigot Bay“ bis kurz hinter den Pitons ist Naturschutzgebiet) jeden Tag die Bojengebühr kassieren kommen. Wegen ihrer schieren Größe verursachen die Pitons enorme Fallböen die mit manchmal weit über 40 Knoten von den steilen Flanken durch die Bucht fegen. Die Bojen sind aber dafür ausgelegt.
Am nächsten Tag fahren wir nochmal die 1nm zurück nach Soufriere, besichtigen den Ort und machen eine Taxi-Rundfahrt zu den 4 bekanntesten Attraktionen in der Umgebung.
Das sind zunächst die Wasserfälle von „Toraille“ (Kaltwasser). Da gerade ein Kreuzfahrtschiff in Castries liegt, sind die aber so überlaufen, dass man das Wasser kaum noch sehen kann.
Der Botanische Garten ist ganz hübsch und hat auch einen kleinen Wasserfall.
Am Krater des immer noch aktiven Vulkans (echte Lava sieht man aber nicht) kann man ein Schwefel-Schlammbad nehmen (wir verzichten) oder man bekommt von einem persönlichen Führer alles Interessante/Wissenwerte gezeigt (das machen wir).
Schließlich geht es zu einem ziemlich versteckt liegenden Wasserfall am Fuße der Pitons. Hier sind wir ganz alleine und Jo nimmt schnell ein Bad im vom Vulkan aufgheizten Wasser.

Schließlich geht es weiter nach St. Vincent.