Kolumbien – Bogota…unter Wolken…

damit sind keine Wetterwolken gemeint. Jo’s Vater musste mit dem Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung ins Krankenhaus. Die Diagnose ist noch nicht bestätigt und es sind weitere Untersuchungen nötig. Drückt uns die Daumen, dass alles gut ausgeht. Wir haben jedenfalls wieder Kerzen in einigen der Kirchen in der Stadt gespendet und hoffen auf das Beste.

Die Fahrt nach Bogota war ja aus logistischen Gründen eine Nachtfahrt von der wir einen großen Teil verschlafen haben. Das war auch besser so, denn die Stadt liegt auf 2640m Höhe und von Salento geht es, mehr oder weniger, ständig bergauf. Hunderte von LKW sind unterwegs nach Bogota und kriechen die Steigungen hoch. Unser Durchschnittstempo in den ersten 3 Stunden 25km/h (der Bus hat eine Geschwindigkeitsanzeige für die Fahrgäste). Obwohl die Strecke wieder enorm kurvenreich ist, haben die Fahrer keinerlei Probleme im Dunkeln, direkt vor uneinsehbaren Kurven, im Schneckentempo die LKW zu überholen. Gegenverkehr wird gnadenlos ausgebremst. Mit offenen Augen hätten wir sicher Todesängste ausgestanden.
Im Hotel, direkt am Stadtzentrum, kommen wir sehr früh morgens an, können aber trotzdem schon Einchecken. Das beste Zimmer erhalten wir so natürlich nicht. Aber nur zum Übernachten reicht es völlig.
Nach einer kurzen Ruhepause geht es gleich in die Stadt. Wir hatten ja in St. Vincent unsere etwas zu kleinen Wanderschuhe als Trinkgeld abgegeben und wollten eigentlich schon in Medellin im dortigen „Decathlon“ – das ist quasi der Aldi für Sportbedarf (kennen wir aus Spanien und Portugal) – neue kaufen. Leider war der noch nicht eröffnet. Der in Bogota ist offen, und wegen der unschlagbaren Preise wird unser Einkauf dann doch etwas größer als geplant. Jetzt sind wir wandertechnisch auf dem neusten Stand. Decathlon Filialen gibt es neuerdings auch in Deutschland – ein Besuch lohnt sich.
Der zweite Tag führt uns, wieder früh morgens, zur Kabelbahn auf den Montserrat. Das ist ein Berg oberhalb von Bogota mit Aussichtspunkten auf 3200m Höhe. Das Wetter ist herrlich und man kann die ganze Hochebene von Bogota überblicken. Weil es Samstag ist, strömen Scharen von Einheimischen auf den Berg. Viele nehmen die 1500 Stufen lange Treppe und machen oben angekommen dann noch Fitnessübungen. Die sind die Höhe ja auch gewohnt. Wir Wandern ein bisschen herum und geniessen die Aussicht. Auf dem Berg gibt es auch eine Kirche und pünktlich zur 10:00 Uhr Messe nehmen wir die Kabelbahn zurück in die Stadt. Das verkürzt die Wartezeit bis zur Abfahrt enorm.

Bogota hat, so wie Medellin, ein städtisches Transportsystem, hier heisst es „TransMilenio“. Das sind riesige Gelenkbusse die zu niedrigen Preisen auf eigenen Spuren quer durch die ganze Stadt brausen. Wir haben es nicht genutzt weil alle unsere Ziele entweder sehr günstig und leicht mit dem Taxi oder zu Fuss erreichbar waren.
Das Stadtzentrum liegt rund um die Plaza Bolivar von der aus wir die angrenzenden Viertel erforschen. Dazu gehört auch eine Fahrt in den 48. Stock des „Torre Colpatria“, mit 196m dass höchste Gebäude in Kolumbien. Auf der Aussichtsplatform stehen mehr Wachleute als das Geländer Gitterstäbe hat, damit man ja nicht zu nahe an die Absperrung geht oder Gegenstände nach Aussen hält. Das macht es nicht gerade leicht vernünftige Fotos zu schiessen aber Sicherheit geht vor und die Aussicht ist trotzdem toll.

An Wochenenden wird die Innenstadt für Autos gesperrt und tausende von Händlern verkaufen absolut alles was sich irgenwie auf die Strasse tragen lässt. Ein gewaltiges Gewimmel vom Menschen, Händlern, Strassenkünstlern, Restaurants, Kneipen und Shops.


Nach dem Besuch des „Museo del Ore“ (das Gold Museum) – sehr interessant, aber ziemlich voll – wollen wir die gegenüberliegende Kirche „Iglesia de Francisco“, die wegen ihres vergoldeten Interieurs bekannt ist, besuchen. Die Öffnungszeiten im Reiseführer stimmen leider nicht mehr, es gibt keine Hinweise wann man denn hinein kann und nach dem 4. Versuch im Stundenabstand geben wir auf.

Heute sind wir dann nochmal durch die Innenstadt geschlendert und tatsächlich hatte die Kirche geöffnet. Da gerade eine Messe gelesen wurde gibt es aber keine Fotos.
Morgen geht es schon um 5:00 Uhr zum Flughafen und direkt nach Cusco in Peru. Das heilige Tal der Inkas, Machu Picchu, Titicacasee und der Canyon de Colca stehen auf unserer Liste.

Kolumbien – Salento…

ist ein kleiner Ort auf ca. 1900m Höhe in den Bergen. Hierher kommen viele einheimische und ausländische Toruristen, weil man leicht ins wunderschöne „Cocora“ Tal kommt.
Da wir an einem Feiertag anreisen, gibt es im Busterminal in Medellin Direktfahrten – normalerweise muss man in Armenia oder Pereira umsteigen – die man uns ohne Aufpreis anbietet, und die wir gerne nehmen. Überhaupt sind die Leute in Kolumbien immer sehr freundlich und hilfsbereit zu „Gringos“ die ausser den üblichen Höflichkeitsfloskeln kein Spanisch sprechen. Ausländer sind relativ selten und sogar in großen Städten kann es einem passieren, dass Einheimische einen unverholen neugierig anstarren oder sich zu geführten Touren gesellen, um zu hören was der Tourguide da auf Englisch erzählt.
Die Fahrt in einem bequemen Minibus durch die Berge ist kurzweilig. Es geht in einem Affenzahn über die enorm kurvenreiche aber sehr gute Strasse durch eine tolle Landschaft die stellenweise an die Schweiz erinnert.
Die Einwohner in Salento lieben Farben. Alles ist irgendwie bunt angemalt. Auch unser Zimmer in der Pension „Martha Tolima“ hat seine ganz eigene Farbgestaltung. Zum Glück kriegen wir das Thema „Rot“. Bei leuchtend Grün oder Türkis (ja das gibt es wirklich) hätte Jo vielleicht gestreikt.

Am ersten Tag wandern wir zu Fuss ca. 1 Stunde zur Kaffee-Farm „El Ocaso“. Da erleben wir wieder eine phantastische Führung. Die ist ähnlich wie die Führungen in Medellin, äußerst informativ und interaktiv. Jetzt wissen wir so ziemlich alles über die Kaffeproduktion was der Durchschnittstourist wissen muss.

Zurück leisten wir uns einen Jeep (1,80 €/Person) und erkunden das Zentrum von Salento. Die bunt bemalten Häuser sind übrigens größtenteils aus einer besonderen, hier heimischen, Bambusart und Lehm erbaut worden.

Der zweite Tag beginnt nach einer stressigen Nacht. Jo hat die „Rache des Montezuma“ erwischt und nur mit diversen Pillen ist es möglich die gebuchte Reittour zu den Wasserfällen zu starten.
Wir steigen also auf Caramelo (Jo) und Barbie (Margit) und lassen uns durch die tolle Landschaft den Berg hinauf zu zwei Wasserfällen tragen. Sehr bequem. Jetzt wollen wir auch zu Hause Pferde haben (keine KFZ Steuer, keine Werkstattbesuche oder TÜV). Die Pferde folgen zwar Zügeln und Schenkn aber zu mehr als leichtem Trab können wir sie nicht bewegen weil unser Führer sie mit Pfeif- und Zischlauten unter seiner Kontrolle behält.

Den letzten Tag wollen wir im Cocora Tal wandern. Dort gibt es, neben der tollen Landschaft, die Wachspalmen, eine besondere Art mit bis zu 60m hohem Stamm.
Mit einem Jeep geht es von Zentralen Platz in Salento zum Eingang des Tales (bei den Restaurants) und dann direkt 5 km bergauf (moderate Steigung) bis auf 2860m Höhe. Die Höhe bringt uns ganz schön ausser Atem, besonders Margit, und wir brauchen fast 3 Stunden nach Oben. Dann geht es bergab, aber so richtig! Unten im Tal angekommen folgt man dem „Rio Quindio“ über äußerst abenteuerliche Pfade und Brücken zurück zum Startpunkt. Die Wanderung zum Kolibri-Haus (nochmal je 1,5 Stunden hin und zurück) ersparen wir uns ausnahmsweise. Nach insgesamt 5,5 Stunden sind wir, wieder einmal völlig fertig, und um 3,-€ ärmer (der Weg rauf und runter führt teilweise über Privatland und muss bezahlt werden) zurück. Unterwegs begegnen wir übrigens nur jungen Leuten, so 20-30 Jahre alt, und sind schon ein bisschen stolz, die Wanderung in unserem Alter noch gewagt/geschafft zu haben. Den Weg anders herum zu gehen, ist übrigens noch wesentlich anstrengender, weil man dann vom Tal extrem steil nach oben klettern muss. Die 2 lohnenswertesten Aussichtspunkte finden sich sowieso auf dem leichteren Weg nach oben. Danach könnte man eigentlich umdrehen, es sei denn, man möchte wie „Indiana Jones“ über diverse Hängebrücken klettern. Uns hat es aber insgesamt sehr gut gefallen.

Margit fotografiert ja mit Begeisterung Pflanzen und Blüten. Das macht sie wirklich gut. Hier die Ausbeute der Wanderung im Cocora Tal. Alles kleine Wunderwerke der Natur.

Mit der Pension hatten wir vorher ausgehandelt, dass wir unser Zimmer bis 18:00 Uhr nutzen dürfen (normal bis 13:00). Nach der ganzen Kletterei war eine Dusche auch wirklich notwendig.
Schließlich sind wir mit einem Taxi den Kilometer bis zur Busstation gefahren, haben den Bus nach Armenia genommen und sind von da in einem komfortablen Reisebus 8 Stunden durch die Nacht bis Bogota gefahren.

Kolumbien – Medellin…

hat uns wesentlich besser gefallen als Cartagena. Dazu später mehr. Nach einer 15 stündigen Busfahrt sind wir vor 4 Tagen angekommen. Diesmal hatten wir mit dem Bus kein besonderes Glück. Der war nämlich völlig anders konstruiert als der von Barranquilla nach Cartagena und in der 1. Reihe gab es erheblich weniger Beinfreiheit als in den anderen Reihen. Dazu war die Sicht nach Vorne und den Seiten durch Sonnenschutzfolien versperrt. Den Sitz wechseln ging auch nicht, der Bus war recht voll. Die Toilette im Bus war unbenutzbar – kein Licht, kein Papier. Einer der beiden Fahrer war ein leidenschaftlicher Sänger der bis spät in die Nacht und ab dem frühen Morgen seine Playlist im Cockpit abspielte und lauthals mitsang. Alles in allem war die Fahrt echt nervig. Aber irgenwann sind wir schließlich angekommen.

Unser 1. Hotel in Medellin, das „Astoria Medellin“, ist mit dem Taxi schnell erreicht. Der Service und das Frühstück sind erstklassig. Das Zimmer ist sauber aber winzig klein, keine Fenster oder Lüftung außer der Klimaanlage, Internet: geht so. Wir hätten eventuell trotzdem verlängert aber es gab keine freien Zimmer für das Wochenende. Also wechseln wir ins „Mi Sandiego“, auch ein 4 Sterne Hotel nahe am Zentrum. Diesmal ist das Zimmer so groß wie unsere halbe Wohnung zu Hause. Auch hier: Service und Frühstück erstklassig (alles im Preis enthalten), Internet: super. Das Hotelbuchen hatten wir ja schon in Nordamerika ausführlich „geübt“. Bei „booking.com“ finden sich immer besondere Schnäppchen auf die wir als Vielbucher standardmässig 10% Rabatt kriegen. Wenn man sich dann noch gegenseitig die Freundschafts-Werbe-Buchungslinks zuschickt, gibt es für jeden nochmal bis zu 25 Dollar Erstattung. Bei normalen Zimmerpreisen von ca. 35 €/Nacht bleibt da für das Hotel nicht mehr allzuviel übrig, aber das ist ja nicht unsere Schuld.

Das Klima in Medellin ist erheblich angenehmer als an der Küste. Die Stadt liegt auf ca. 1500m Höhe in den Bergen. Es wird zwar warm und ist auch feucht, aber von den Bergen wehen kühle Böen ins Tal und halten die Temeperatur so um die 25°C. Für uns sehr angenehm. Medellin war in den 80er und 90er Jahren ja bekanntermaßen einmal die Stadt mit der höchsten Mordrate der Welt. Weit höher als die heutigen Spitzenreiter „Carracas/Venezuela“ und „San Pedro/Honduras“. Das hatte zum einen politische Ursachen (Rebellen der FARC und paramilitärische Einheiten die zeitweise von der Regierung unterstützt wurden) und zum Anderen waren kriminelle Banden im Drogenhandel aktiv. Der Name „Pablo Escobar“ sagt sicher jedem etwas.
Irgenwann hatten Stadtverwaltung und Regierung die Nase voll und haben mit brutalen Militäreinsätzen, aber auch mit Sozialprogrammen, die meisten Kriminellen/Paramillitärs aus den Barrois vertrieben. Das ging leider nicht ohne zivile Opfer ab für die es etliche Gedenkstätten gibt.

Es gibt im Zentrum zwar keine Altstadt wie in Cartagena, aber das City Center ist schön zurecht gemacht und sehr belebt. Medellin erhielt im letzten Jahr sogar den Titel „innovativste Stadt der Welt“.

Der Hit ist die Metro. Die ist, neben unzähligen Taxis und Kleinbussen, DAS Verkehrsmittel hier. Für 2400 Pesos (0,72 €) fährt man von Nord nach Süd quer durch die Stadt und kann alle Nebenlinien inklusive der Seilbahnen in die Barrios – sowas wie Vorstädte an den umliegenden Berghängen – nutzen. Egal wohin, man bezahlt erst wieder wenn man einen Bahnhof einmal verlassen hat. Das System ist genial. Es ist einfach, schnell und super sauber. Die Bahnsteige werden nicht etwa gekehrt, nein, die werden tatsächlich geputzt! Zwischen den Bahnsteigen: kein Müll, nirgendwo Graffiti und überall hilfsbereite Ordner und Polizei. Daran kann sich manch europäische Großstadt ein Beispiel nehmen.
Um die Stadt besser kennen zu lernen, buchen wir bei „realcitytours.com“ die „City Center Tour“. Wir sind begeistert. Etwas über 4 Stunden geht es zu allen wichtigen und interessanten Stellen in der City. Der Guide, vorher Lehrer an einer der örtlichen Universitäten, spricht erstklassiges Englisch und kennt die Geschichte seiner Stadt in- und auswendig. Wir erhalten unzählige Informationen und erfahren spannende/lustige Geschichten ohne dass es auch nur einmal langweilig wird.
Das ganze ist auch noch quasi umsonst. Denn die Guides werden auf freiwilliger Basis mit „Trinkgeld“ bezahlt. Wir zahlen ordentlich und weil es uns so gut gefallen hat, haben wir heute bei „freetour.com“ gleich noch die Tour „Comuna 13“ gebucht.

Auch das war ein voller Erfolg. Comuna 13 war früher das Viertel mit der höchsten Kriminalität. Davon spürt man heute nichts mehr. Alle Einwohner haben Zugang zu Strom, Wasser, Internet, Müllbfuhr usw. Die Beschäftigungsquote liegt bei ca. 85%. Alle Kinder gehen zur Schule und es gibt soziale Zentren/Programme um die Kinder nach Schulschluss von den Straßen fern zu halten. Das ganze ist ein großer Erfolg. Bekannt ist das Viertel heute vor allem wegen seiner unzähligen Graffitis. Das sind aber nicht die üblichen Schmierereien wie bei uns, sondern echte Kunstwerke von Künstlern aus aller Welt (es gibt auch welche von Deutschen) die die Geschichte der Gemeinde erzählen. Manche sind so realistisch gemalt, das unsere Kameras versuchen die automatische Gesichtserkennung zu aktivieren. Die Bilder werden auch nicht von anderen Künstlern oder Vandalen übermalt oder beschädigt. Dafür sorgen die Einwohner und ein selbst auferlegter Ehrenkodex unter den Künstlern.

Wer jemals nach Medellin kommt, sollte sich diese beiden Führungen (es gibt noch mehr) nicht entgehen lassen. Einfach online einen Platz reservieren.

Nach anstrengenden Tagestouren sind wir abends natürlich ziemlich fertig, aber ein Film in Kabel-TV geht immer noch. Bei „Titanic“ oder „Piraten der Karibik“ auf spanisch lernen wir wieder die eine oder andere Vokabel.

Medellin ist bei bei weitem nicht so touristisch wie etwa Cartagena, hat aber erkannt, dass nachhaltiger Tourismus durchaus eine zuverlässige Einnahmequelle für die Einwohner ist und fördert das entsprechend. Dazu gehört auch, dass immer mehr Paisas (so nennen sich die Einwohner hier selber) gibt, die ein wenig Englisch sprechen. Die Einwohner sind durchaus geschäftstüchtig, aber wenn man nein sagt, läßt einen jeder Strassenhändler sofort in Ruhe.

Und dass man in der Stadt absolut alles – zu, für uns, unglaublich niedrigen Preisen – bekommt, trägt sicher auch dazu bei, dass es uns hier so gut gefällt.

Trotzdem geht es morgen ca. 8 Stunden mit dem Bus (Ticket’s lassen sich einfach online buchen) weiter nach „Salento“. Dort ist die sogenannte Kaffeezone und es soll ein supertolles Tal zum Wandern/Reiten geben.

Kolumbien – Cartagena…

über die Marina bestellen wir ein Taxi zum Bus nach Cartagena. Man schickt uns einen heruntergekommenen Privatwagen der uns zwar zu einer Busstation bringt, aber zur Falschen. Unser online gebuchter Bus (englischsprachiges Portal „busbud.com“) fährt vom „Terminal de Transporte“ , das ist der zentrale Busbahnhof den es in jeder größeren Stadt hier gibt. Da bringt uns unser „Taxi“ zwar dann auch hin, aber der Fahrer will nun mehr Geld. Das werden wir mit der Marina klären wenn wir zurück sind. Der Verkehr in der Stadt ist mörderisch. Man hält gelegentlich an roten Ampeln und Zebrastreifen. Ansonsten wird einfach gedrängelt. Insbesondere die hunderte von kleinen Mopeds tauchen aus allen Richtungen auf und quetschen sich in jede noch so kleine Lücke. Nicht umsonst wird einem vom Mietwagen fahren hier abgeraten.
Im Busbahnhof können wir in einem kleinen aber klimatisierten Warteraum sitzen bis unser Bus abfährt. Wir hatten zwar für 12 Uhr gebucht, aber das nimmt man hier nicht so genau und setzt uns kurzerhand in den 11 Uhr Bus. Ein etwas älteres Model eines sonst sehr komfortablen Reisebusses mit WC, Liegesitzen, Videoschirmen und WIFI. Für die 2 Stunden Fahrt nach Cartagena sicher übertrieben, aber oben in der 1. Reihe aus dem Liegesitz die Landschaft anzusehen hat schon was. Kosten für die Fahrt 9,- € insgesamt. Unterwegs steigt ein Strassenverkäufer für zwei Stationen zu. Bei dem gibt es kalte Getränke und sehr leckere, heisse Empanadas (gefüllte Teigtaschen).
Vom Busterminal in Cartagena geht es dann in 30 Minuten mit einem Taxi (6,-€) zum Hotel „Stil Cartagena“ direkt im Zentrum. Die berühmte Altstadt ist nur ein paar Minuten zu Fuss entfernt. Das Zimmer ist einfach aber sauber (Klima, eigenes Bad, Kühlschrank, Wifi) und kostet inkl. reichhaltigem Frühstück 30,-€ pro Nacht. Aus dem 9. Stock haben wir eine schöne Aussicht über die Stadt bis zum Meer und im Gegensatz zur Marina ist der Strom hier bisher nicht einmal ausgefallen. Das wäre in dem winzigen Aufzug auch sicher eine Katastrophe.
In Kolumbien zu leben würde sich aus finanzieller Sicht richtig lohnen. Das Preisgefüge ist für uns, insbesondere nach den Preisen in der Karibik, unglaublich niedrig. Abendessen für zwei (mit Wein in einem guten Restaurant) 30,-€. Straßenessen 0,60 bis 3,-€ pro Portion. Bier und Kaffee (sehr gut) kosten 1,50 € und es gibt schon mal 2 Liter Coke (aus dem Supermarkt um die Ecke) für 0,30 €! Kleidung ist ebenfalls günstig. Das wird noch wichtig werden, denn das Klima ist hier heiß und feucht. Trotzdem schwitzt niemand. Das braucht er auch nicht, denn wir schwitzen für die ca. 1 Millionen Cartagener mit.
Wir besuchen die von einer alten Festungsmauer umgebene Altstadt. Schöne alte Häuser in engen Gassen mit hunderten von Shops, Bars, Restaurants, unzähligen Strassenhändlern usw. Hier sind die Preise schon deutlich höher als in der Stadt. „Touristenland“ eben.

Nach 1,5 Tagen sind wir „durch“ und heute Abend geht es mit dem Bus nach Medellin – eine 13 Stunden Nachtfahrt.

Südamerika…

genau genommen das südamerikanische Festland, erreichen wir nach 400nm in 3 Tagen und ein paar Stunden. Für die Überfahrt hatten wir uns extra ein Wetterfenster mit leichten Winden und damit auch mit wenig Wellen ausgesucht und verschenken dafür sogar eine bereits bezahlte Woche in der Marina im heißen, staubigen Curacao. Aruba die nächste Insel auf unserem Kurs nach Südamerika lassen wir einfach aus. Unser Plan geht auf. Wir kommen, ohne allzu wildes Geschaukel, zwei Tage unter Segeln super voran und müssen nur für den letzten Tag den Motor zur Unterstützung nutzen. Ein große Schule Delphine begleitet uns trotz Motorgebrumm stundenlang.
Vor Barranquilla, der 4. größten Stadt in Kolumbien, fließt der Rio Magdalena in das karibische Meer. Wie legen useren Kurs extra auf den Vormittag und weit vor die Küste um dem zu erwartenden Treibholz aus dem Weg zu gehen, sind aber doch überrrascht, dass 10 Meilen vor der Stadt das Wasser schon graubraun wird und jede Menge Treibholz unterwegs ist. Zwei kleineren Ästen können wir nicht mehr ausweichen – ist aber nichts passiert. Nachts möchten wir hier nicht durchfahren. Kaum ist die Flussmündung passiert, sehen wir eine scharf abgegrenzte Linie im Wasser und es wird schlagartig wieder blau. Wind und Strömung können schon recht ungewöhnliche Verhältnisse produzieren.
Wie geplant laufen wir in Kolumbien „Puerto Velero“ an. Die Marina mit zugehörigen Ferienanlagen liegt in einer geschützten Bucht, aber abseits jeder Ortschaft so wie die in Curacao auch. Sie ist beinahe leer. Von den über 200 Liegeplätzen sind nur wenige belegt. Es gibt im Moment keinerlei Services wie Restaurant oder Bar und nicht einmal Eiswürfel. Dazu muss man mit einem Taxi – die hier recht günstig sind – in den nächsten Ort. Die Sanitäranlagen sind weit von den Stegen entfernt, das Marina Büro mit Pool – nur hier gibt es WIFI – ist noch weiter weg. Der Strand aus schwarz-braunem Sand ist schmutzig und das Wasser trübe. Sehr viel Treibholz im Wasser und am Strand.
Die Ferienanlagen sind schon etwas herunter gekommen, komplett verwaist, und überall wird noch gebaut. Die Bilder im Internet stimmen keineswegs mit der Realität überein.

Wie das hier allerdings in der Urlaubszeit zugehen muss, davon zeugen hunderte von kleinen, palmblattgedeckten Pavillons rund um die Bucht. Wenn die mal belegt sind, ist hier sicher ziemlich viel Betrieb.
Es ist noch Regenzeit und es gewittert jeden Tag kräftig. Das hatten wir schon Monate nicht mehr. KYLA wird allein durch die Regengüsse vom Staub aus Curacao befreit. Bei Wind aus Ost oder Süd steht zwar etwas Schwell in die Bucht der war aber in Grenada schlimmer.

Dafür sind die Liegekosten, auch Strom und Wasser, hier aber nur halb so hoch wie an den bekannteren Plätzen wie Santa Marta oder Cartagena und wir wollen KYLA schließlich nur für 2 Monate parken, bevor es weiter nach Panama geht.

Zum Einklarieren bestellt die Marina ein Taxi mit dem man in die nächste große Stadt Barranquilla fährt. Der Taxifahrer kennt sich aus, hat viel Zeit und ist auch beim Übersetzen etwas behilflich. Englisch spricht hier so gut wie keiner. Nach 4 Stunden inklusive Besorgung von SIM-Karten, Bargeld und Eiswürfeln (was eigentlich nicht zum Einklarierungsservice gehört) sind wir wieder in der Marina und zahlen 58 € für’s Taxi. Die Einklarierungsgebühren via Marina Agent (man muss einen Agenten beauftragen) sind im Vergleich zu selbstständigen Agenten günstig. Wir zahlen insgesamt 132 € wo andere mal eben locker 300 USD (inkl. Agent) gezahlt haben.

Nach den Formalitäten planen wir unsere Reisen durch Südamerika. Dafür haben wir uns extra die „Lonely Planet“ Ausgaben (unter Reisenden mit beschränktem Budget sehr bekannte Reiseführer) für Süd- und Mittelamerika mitgebracht. Die enthalten eine unglaubliche Fülle von Informationen zu Reisezielen in allen Ländern des Kontinents für kleines Geld.

Wir werden am kommenden Montag starten und sind aktuell bei 6-7 Wochen für unsere Touren durch Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien, Brasilien und Bolivien. Jo möchte gerne bis Patagonien kommen (Feuerland und Kap Hoorn rufen!), aber das ist innerhalb unseres Zeitrahmens eher unwahrscheinlich. Mal sehen wie weit sich unsere Pläne realisieren lassen.

Nochmal Curacao…

vor etwa 2 Wochen fuhren wir mit dem Zug von Köln nach Amsterdam Flughafen. Da unser Flug am nächsten Morgen schon um 9:00 ging, sind wir extra einen Tag früher gestartet. Die Zugfahrt mit dem Intercity war sehr angenehm (nur 1x Umsteigen). Weil Taxifahrten in Holland irrsinnig teuer sind (20 km kosten ca. 50,-€!), haben wir uns für einen Tag einen Leihwagen genommen und die Gegend um Amsterdam erkundet. Wir fanden ein paar recht hübsche Fleckchen.

Ungefähr 24 Stunden später sind wir dann in Curacao gelandet. Der Service in KLM Fliegern ist, im Vergleich zu deutschen Fluggesellschaften, spitzenklasse. Zwei sehr gute Mahlzeiten, Getränke (auch Wein) so viel man möchte, Speiseeis umsonst und eine sehr gute Auswahl aktueller Filme – was will man mehr? Im Flieger war es trotz vieler kleiner Kinder an Bord sehr ruhig. Das haben wir auch schon anders erlebt.
Leider wurden wir in Curacao nicht von unserem Leihwagen-Vermieter am Flughafen abgeholt und mussten erst 1 Stunde suchen und telefonieren bis wir unseren Wagen hatten.

Der erste Weg führte natürlich zum Boot. KYLA war ein bisschen staubig (weit weniger als in Bonaire) aber sonst völlig in Ordnung. Da wir Klimaanlage und Lüfter per Zeitschaltuhr 3 mal am Tag haben laufen lassen, gab es weder Schimmel noch sonstige Feuchtigkeitschäden. Das war uns die zusätzlichen 80 USD pro Monat (für den Strom) wert.
Nach dem ersten Bordbesuch haben wir dann ins „St. Barbara Golf und Beach Resort Hotel“ eingecheckt. Da hatten wir eine Frei-Übernachtung weil wir mehr als 3 Monate in der zugehörigen Marina verbringen. Die Anlage ist schon recht nobel und teuer. Eine Nacht in einem Standardzimmer (recht hübsch und großzügig ausgestattet) kostet ca. 200 USD. Eine Suite gibt es ab 800 USD/Nacht.

Zum Glück war in unserer Übernachtung das Frühstück enthalten. Ein Buffet mit allen Schikanen. Aus abrechnungstechnischen Gründen mussten wir die Rechnung dafür abzeichnen – immerhin 60 USD für 2 Personen. Wir hauen rein wie die Weltmeister – sowas kriegen wir so schnell nicht wieder.
Nachdem KYLA nochmal gereinigt und gelüftet wurde, haben wir uns in den folgenden Tagen die Insel etwas näher angesehen.

Willemstad, der Hauptort auf Curacao:
erinnert an ein holländisches Provinzstädtchen mit stark touristischem Einschlag. Nach einem halben Tag hat man alles „Interessante“ gesehen.

Strände:
befinden sich hauptsächlich auf der windgeschützten Nordwestseite der Insel. Es sind hübsche mehr oder weniger große Buchten mit weissem Sand die touristisch voll erschlossen – also für unseren Geschmack überlaufen – sind. An einigen der schönsten Strände muss man auch noch Eintritt bezahlen. Wir werden unseren Strandtag am „Santa Barbara Beach“ (für Marina Gäste frei sonst 8 USD Eintritt) verbringen.

Naturparks:
gibt es einige. Da bei der schwülen Hitze herum zu wandern ersparen wir uns und besuchen nur ein paar Orte an die wir mit dem Auto möglichst nahe ran kommen. Die Insel selber ist ja sehr flach und daher auch sehr trocken. Die Hauptpflanze ist der Kaktus in allen möglichen Variationen. Palmen finden sich eigentlich nur an den Touristenstränden. Die Insel ist recht dicht bebaut und im Inselinneren sieht es stellenweise aus wie auf einer gigantischen Müllkippe.

Beim Besuch eines See’s mit Flamingo’s weist uns die dort ständig patroullierende Polizei darauf hin, keinesfalls das Auto aus den Augen zu lassen obwohl wir gerade mal 50m davon weg sind. Das muss ja eine schlimme Gegend sein?

Blue Curacao:
der berühmte Likör (der einzige wahre und echte) wird in Willemstad im Landhaus „Chobolobo“ hergestellt. Wir machen eine Führung mit und erfahren viele unbekannte Details über die Herstellung. Am Ende gibt es eine kleine Verkostung und einen freien Cocktail aus diversen Likören. Die 12 USD pro Nase haben sich gelohnt.

Nach mehr als 3 Monaten Liegezeit in ruhigem Wasser ist KYLA doch recht ordentlich bewachsen. Nach unserer Erfahrung mit dem Bewuchs in Brunswick/USA wird das Unterwasserschiff, einschließlich Propeller und Welle, vor der Weiterfahrt deshalb gründlich von Hand gereinigt.
Drei Stunden (und drei Pressluftflaschen sowie einige Schnittwunden) später ist alles wieder sauber. Wer sich noch an den Physikunterricht erninnert, weiß, dass die Dichte von Wasser etwa 1000mal höher ist, als die von Luft. Man kann sich leicht ausmalen wie anstrengend das Abspachteln von 45m2 Unterwasserschiff da wird. Jo ist jedenfalls erstmal erledigt. Dafür haben wir aber 450 USD gespart, soviel hätte uns nämlich die Reinigung durch eine Taucherfirma gekostet.

Morgen werden wir ausklarieren und übermorgen geht es dann 400 Meilen (also 3-4 Tage auf See) weiter nach Kolumbien. Dort haben wir in „Puerto Velera“ eine sichere und relativ preisgünstige Marina gefunden die einen bei der komplizierten Einklarierung in Kolumbien unterstützt und in der wir das Boot ggf. auch nochmal für ein paar Wochen lassen können um durchs Land zu reisen.

Saisonrückblick 2018…

Nun sind wir schon etwas über 2 Monate in Deutschland und bis zur Rückkehr zu Kyla sind es nur noch 18 Tage. Die Zeit rast nur sodahin und vieles was wir uns vorgenommen hatten werden wir nicht schaffen. Jo hat jedoch fast schon alle „Mitbringsel“ für Kyla zusammen und das 3te (!!) Gepäckstück ist auch schon gebucht. Ich habe mein persönliches Tagebuch wieder fertig gestellt und möchte Euch nun nochmal mit auf einen kleinen Reise-Rückblick nehmen.
Unsere Saison ging über 148 Tage und unsere Route führte uns auf ganz viele Inseln. Wir starteten am 27.01.18 von Brunswick die US Küste runter bis nach West Palm Beach. Es folgten die Bahamas mit vielen kleinen Inselchen (und schwimmenden Schweinen), von dort ging es rüber nach Puerto Rico. Hier unternahmen wir dann auch einige Ausflüge und sahen noch immer die Schäden die Hurrikan Maria im September 2017 angerichtet hat. Auf unserem Weg nach Martinique kamen wir quasi an St.Croix vorbei. St.Croix zählt zu den US Virgin Island. Wir blieben 4 Tage, machten eine Inselrundfahrt, verhohlten uns dann nach Buck Island und waren begeistert von der Schönheit der Insel (was auch daran liegen mag das die Insel zum Nationalpark gehört).
Dann ging es weiter nach Martinique. Hier waren wir ja schon in unserer ersten Saison, nutzten die Zeit nun zum bunkern……und genoßen Wein, Käse und Baguette. Es folgten kleinere Schläge. Nur 25nm weiter liegt schon St.Lucia. Ein Highlight war die Marigot Bay. Da gab es dann auch endlich das erste richtige „Schirmchengetränk“ bei einem unvergesslich schönen Sonnenuntergang. Das zweite Highlight waren natürlich die weltberühmten Pitons. Knapp 40nm weiter liegen St.Vincent und die Grenadines. Auf St.Vincent erleben wir eine unvergessliche Wanderung hoch zum Vulkan und darauf folgten die Grenadine-Inseln: Bequia, Mustique, Canouan, die Tobago Cays, Mayreau und Union Island. Bis auf Mayreau bezauberte uns jede Insel. Auf Carriacou mussten wir erneut einklarien, diesmal für Grenada. Grenada trägt den Beinamen „Gewürzinsel“ und dass das stimmt, davon konnten wir uns bei unserem Inselausflug überzeugen – eine ganz tolle Insel. Auf unserem Weg nach Bonaire legten wir einen Ankerstop auf Los Roques ein. Wir blieben 2,5 Tage. Die Inseln mit ihren Ständen sind einfach paradiesisch. Los Roques gehört zu Venezuela aber aufgrund der politischen Situation wird von einem Besuch dort abgeraten – leider.
Wir erreichten dann auch schon Bonaire, eine der drei niederländischen Antilleninseln. Bonaire lädt zum schnorcheln und tauchen ein und wenn es nicht so staubig gewesen wäre (siehe Blogeintrag), wer weiss, ob wir noch ein paar Tage länger geblieben wären.
So aber zog es uns nach Curacao in die Seru Boca Marina, wo wir nach etlichen Stunden der Reinigung unsere Kyla für 4 Monate „parken“.

Nun ist unsere 2.te Saison beendet, was wir mitnehmen sind neben den vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen, tolle Sehenswürdigkeiten und manch wunderschöne Insel.
Zur Zeit „arbeiten“  wir an unserer Route für die dritte Saison……es bleibt spannend.

in der Heimat…

ist es doch am schönsten – wenigstens im Moment!
Das klingt für viele Leser sicher befremdlich, aber wir waren in den letzten Wochen vor unserem Heimflug schon etwas reisemüde. Immer nur Sonne und Hitze kann auf Dauer ganz schön stressig werden. Irgendwann hat man mal genug Inseln, Palmen, Strände und türkisfarbenes Wasser gesehen.
Die Familie nach langer Zeit zu sehen, ist auch immer wieder ein emotionales Highlight. Gott sei Dank sind alle – altersgemäß – gesund und munter.

Nun sind wir schon 4 Wochen zu Hause, der Papierberg für die Bürokratie ist größtenteils abgearbeitet und die meisten Ersatzteile für KYLA sind schon da. Das Wetter ist warm, sonnig und trocken. So ist man nicht ständig verschwitzt. Nachts kühlt es deutlich ab, und alle täglichen Verrichtungen sind um Welten einfacher als auf einem Boot.
Wir haben jetzt noch 2 Monate Zeit bis zum Rückflug nach Curacao und können die „Heimatzeit“ mal richtig genießen.

Jo darf sein Motorrad – das hat 2 Jahre in Papa’s Gartenschuppen gestanden – ausmotten. Die Batterie rein, 3 mal den Anlasser gedrückt, und schon läuft es. Die erst Fahrt geht zum TÜV. Es gibt keinerlei Beanstandungen obwohl das Ding schon 28 Jahre alt ist. Vom TÜV geht es direkt durch die herrliche Eifellandschaft zum Nürburgring – PHANTASTISCH.
Im übrigen verbringt er viel Zeit mit Elektronik- und Computerarbeiten für die Installation eines selbst zusammengestellten SmartHome-Systems mit dem wir unsere Wohnung via Internet von Überall auf der Welt vollständig kontrollieren/steuern können (bisher gab es nur eine Kameraüberwachung).
Margit bekommt noch ein neues Fahrrad und entlang der Erftauen geht es zum Italiener im Nachbarort. Seine Eiskreationen sind immer noch ungeschlagen.

Zusätzlich zum Fahrradfahren können wir nun auch wieder unser Gesundheitsprogramm von „Lifeplus“ starten. Das hatten wir nach, einem Tip von Freuden, in den UA ausprobiert. Und obwohl ausgerechnet Jo solchen Dingen sehr skeptisch gegenüber steht, hat es uns sehr, sehr gut getan. Ihr dürft euch also nicht wundern wenn wir auf Fotos wir immer jünger und schöner werden ;-).

Die nächsten Wochen werden wir ein paar Ausflüge machen und uns ggf. auch mal nach einem Liegeplatz in Holland umschauen falls wir im nächsten Jahr tatsächlich soweit nach Nordeuropa zurück fahren. Das Mittelmeer wäre auch noch eine Option.

Curacao…

ist ein kleines bisschen grüner als Bonaire. Wir liegen in der „Seru Boca Marina“ die zum „Santa Barbara Plantation Resort“ gehört. Das Resort ist eine riesige Anlage mit 2000 Hektar Fläche. Es gibt neben 2 Marinas noch Hotels, Wohnungen, Bungalows, Golfplatz und einen schönen Strand. Überall stehen Kameras zur Überwachung des Geländes. Das müssen Hunderte sein. Den Strand dürfen wir zwar benutzten, aber es sind ca. 45 Minuten Fußmarsch bis dahin. Bei der feuchten Hitze eine Herausforderung die wir noch nicht angenommen haben.
Die Marina selbst liegt sehr geschützt in der Bucht „Spanish Waters“ und Curacao liegt offiziell ausserhalb der Hurrikan-Zone. Wir liegen also sicher.
Leider wird hinter dem Berg östlich der Marina Fels abgebaut und so ist die Luft auch hier staubig. Es ist aber viel weniger als in Bonaire und der Staub ist ganz hell.
Wir brauchen volle 3 Tage und Unmengen von Wasser um KYLA vom dunklen Staub aus Bonaire zu reinigen. Ohne Hochdruckreiniger wären wir wahrscheinlich immer noch dran. Trotz des teilweise recht kräftigen Windes, macht uns die Hitze fertig, und ohne unsere Klimaanlage, die wenigstens KYLA’s Inneres ein wenig abkühlt, lägen wir längst mit Hitzschlag im Koma.

Jetzt ist aber alles reisefertig. Die Koffer sind gepackt und morgen Vormittag geht es zum Flughafen. Freitagmorgen landen wir in Amsterdam und fahren mit dem Zug nach Hause.
Da bleiben wir dann die nächsten 3 Monate. In dieser Zeit wird es wohl keine Blogeinträge geben.
Bleibt uns trotzdem treu, denn ab ca. Mitte September erkunden wir zunächst Curacao und segeln dann, etwa Ende Oktober, nach Mittelamerika.
Dort locken: Kolumbien, San Blas Inseln, Panama, Costa Rica, Guatemala, Belitze usw. usw. Wenn es sich ergibt, möchten wir auch gerne einen Teil Südamerikas besuchen.
Schaun mer mal…

Bonaire…

erreichen wir nach 414 nm in 69 Stunden reiner Segelzeit (ohne den Stopp in den Los Roques). Hier kann man an preisgünstigen Bojen direkt vor dem Hauptort „Kralendijk“ liegen. Da der Beginn der Hurrikan-Saison vor der Tür steht und quasi alle Boote auf dem Weg in ein sicheres Gebiet sind, rechneten wir mit einem voll belegten Mooringfeld und legen unsere Ankunft auf den frühen Morgen wenn andere Boote schon nach Curacao auslaufen. Und tatsächlich werden, gerade als wir ankommen, 2 Mooringbojen frei. In den kommenden Tagen werden wir erleben, wie einige Boote direkt weiter nach Curacao fahren müssen, weil weder Mooringbojen noch Marinaplätze frei sind. Leider gibt es keine vernünftigen Dingi-Docks vor dem Ort und so ist das „an Land gehen“ immer etwas aufwendig.
Bonaire gehört, wie auch Curacao und Aruba, zu den Niederlanden und tatsächlich ist der holländische Einfluss unverkennbar.

Die Insel ist sehr flach und trocken. Der ständig wehende, starke Ostwind weht Staub vom Inselinneren über die Leeküste. KYLA sieht nach einer Woche wie ein „Wüstenschiff“ aus. Da die Luken wegen der Hitze offen sind (sein müssen), wird auch Innen alles staubig. Das wird in Curacao eine elende Putzerei werden.
Rund um die Insel ist das Ankern bis in Tiefen von 60m verboten um die Saumriffe zu schützen und so zählen die Riffe um Bonaire angeblich zu den 3 besten Tauchspots der Welt.
Wir springen zum Tauchen direkt vom Boot ins Wasser und finden:
Es ist ganz gut, aber als einen der besten Tauchspots der Welt würden wir es nicht bezeichnen. Es gibt keine Großfische wie Rochen, Manta, Hai, Napoleon usw. und die Riffe sind streckenweise schon recht abgestorben.

Rund um die Insel gibt es ca. 90 Tauchplätze bei denen man für ein paar Stunden an Bojen festmachen kann. Leider hat Jo sich am 4. Tag unseres Aufenthaltes eine kräftige Erkältung eingefangen und von da an ist das Tauchen erstmal gestrichen bis die Pillen von Margit helfen.
Am kommenden Mittwoch werden wir weiter nach Curacao segeln und KYLA dort für 3 Monate Heimaturlaub „parken“. Mal sehen, ob wir bis dahin doch noch ein paar Tauchgänge schaffen.