Spanien – La Coruna…

der Stadthafen (Marina Real) ist erstaunlich ruhig, nur der Schwell vom Atlantik stört manchmal. Wir schauen uns die Stadt an und besuchen den Herkulesturm an der Atlantikküste. Leider ist die äußere Aussichtsplattform wegen des starken Windes gesperrt, aber auch von Innen ist der Ausblick grandios.

Es gefällt uns sehr gut hier. Die Leute sind freundlich und Besuchern gegenüber aufgeschlossen. Man hat keinerlei Probleme sich mit Englisch und unseren paar Brocken Spanisch zu verständigen.

Da das Internet der Marina wegen der vielen Langzeitsegler ständig überlastet ist, haben wir innerhalb von 30 Minuten eine lokale Prepaid-SIM-Karte gefunden und installiert. In Frankreich war das wegen der strikten Weigerung des überwiegend jungen Personals in den Handy-Läden, mit uns englisch zu sprechen, nicht möglich.

Die Preise sind gegenüber Frankreich deutlich niedriger. Wir kaufen die üblichen Lebensmittel und alkoholische Getränke die wir mögen, in Frankreich aber nicht bezahlen konnten/wollten (ja auch unser Budget ist begrenzt).

Morgen wollen wir Santiago de Compostella besuchen. Das wird wieder eine Zugfahrt und nach dem letzten Fiasko mit der Bahn (in Deutschland) sind wir gespannt, ob wir auch wieder zurück kommen.

Biskaya – habe fertig…

am letzten Samstagmorgen sind wir ja von Camaret sur Mer über die Biskaya gestartet. Nachdem es den Tag zuvor ordentlich gestürmt hatte, steht über dem Kontinentalsockel noch eine ziemlich hohe Restwelle. Die Wettervorhersage sprach von 2-3 Meter hohen Wellen. Wir wollten das nicht so recht glauben, aber unterwegs konnte Jo – im Cockpit stehend und KYLA im Wellental – nicht über den Kamm der nächsten Welle sehen. Also waren 3 m Wellenhöhe nicht übertrieben. Aufgrund unseres Kurses kommen die Wellen schräg von Hinten, und die ersten 60 Meilen schaukeln wir eher unserem Ziel entgegen als dass wir richtig segeln. Dafür begleiten uns jede Menge von kleinen Delphinen und Jo sieht etwa eine Meile hinter uns tatsächlich den Blas eines großen Wals.

Das Wasser wird immer blauer, kein schmutziges Grünbraun mehr wie in der Nordsee. Hinter La Coruna werden wir endlich unseren Wassermacher in Betrieb nehmen.

Im tiefen Wasser (>4000 Meter) werden die Wellen etwas kleiner und wir machen unter Segeln gute Fahrt. In der ersten Nacht ist es kalt und ständig nieselt der Regen. Wir lösen uns jeweils nach 3-4 Stunden Wache ab. Das funktioniert erstaunlich gut und wir bekommen ausreichend Schlaf auch wenn Margit die 35 Jahre Nachtschicht-Erfahrung von Jo fehlen.

Gegen Morgen wird das Wetter besser aber der Wind lässt immer mehr nach. Also starten wir unser Eisensegel. Etwa 24 Stunden später ist der Wind wieder da, das Wasser ist relativ glatt und wir segeln phantastisch.
Ab Montagmittag legt der Wind ordentlich zu (Spitzenwert 26 Knoten), wir laufen nur unter ausgestelltem Großsegel 6-7 Knoten über Grund bis vor La Coruna und machen in der Marina Real, direkt in der City fest. Der Empfang ist überaus freundlich und professionell – kein Vergleich zu Frankreich.

Angekommen sind wir als 3. Boot von 5 – so wie wir auch gestartet sind.
Wir sind aber auch keine Wettkampfsegler sondern halten es eher mit : sail slow but safe.

Letztlich haben wir 342 Meilen in 57 Stunden zurück gelegt, das ist schon ein guter Schnitt.

Sonnenuntergang in der Biskaya

Sonnenuntergang in der Biskaya

Fazit Frankreich…

zusammenfassend hat es uns in Frankreich zwar gut gefallen, aber die Leute dort waren manchmal schon recht „merkwürdig“. Freundlichkeit gegenüber Kunden/Gästen ist eher selten. Man hat ständig das Gefühl, dass man den Leuten lästig ist und die Ihrer Arbeit nur widerwillig nachkommen. Auch die manchmal penetrante Weigerung in Englisch zu kommunizieren ist schon ziemlich verschroben. Die „Grande Nation“ ist wohl ein bisschen eingebildet?