Lagos – kurze Zwangspause…

Nach den gestrigen „Defekten“ konnten wir heute den Paragen trocknen, sowie das Spinnakerfall und die Sprayhood reparieren.
Für das Spinnakerfall musste Jo dreimal (!!!) den Mast hochrutschen, danach ist er ziemlich fertig (das Ding ist knapp 20 Meter hoch).
Die neu genähte Sprayhood kommt erst gegen 17:30 vom Segelmacher zurück.
Also werden wir noch eine Nacht hierbleiben und morgen einen neuen Versuch in Richtung Madeidra starten.
Eigentlich haben wir noch Glück im Unglück gehabt. Das Fall ist relativ „landnah“ gebrochen und der Skipper hing gerade nicht daran. Wäre das Nachts passiert und 100 Meilen weiter, hätten wir ein größeres Problem gehabt.

Von Lagos selber sehen wir so gut wie gar nichts.

 

Nicht unser Tag…

Obwohl wir erst spät ablegen und gestern das ganze Boot für eine Woche auf See vorbereitet haben, geht heute einiges schief.
Vom gestrigen Starkwind steht noch eine kräftige Welle aber der Wind ist sehr schwach.
Mit „normalen“ Segeln machen wir nur 2-3 kn Fahrt und die Segel schlagen erbärmlich.
Beim Setzen des Paragen bleib dieser in der 1. Saling hängen. Das Spinnakerfall löst sich vom Segelkopf und verschwindet im Masttop.
Dieses Fall ist aber die einzige Möglichkeit bei Problemen bis in den Masttop zu kommen.
Jo wird also bei 1-2m Welle mit dem Topnant (endet ca. 2m unter dem Masttop und ist nur halb so dick wie das Spi-Fall) in den Mast gezogen, und birgt das Fall. Beim Bergen des verhakten Paragen stürzt Jo im Cockpit, und reisst die hintere Steuerbordseite des Sprayhood’s weg. Wir nähen das erstmal provisorisch.

Nachdem der Paragen endlich steht, machen wir wieder gute Fahrt.
Wir sind schon fast auf der Höhe von Cap Sao Vicente, als es plötzlich WUUSCH macht und der Paragen neben uns im Wasser schwimmt.
Das Spinnakerfall ist ca. 1m unter dem Masttop einfach gebrochen.
Wir bergen den Paragen (alles völlig verdreht und natürlich klatschnass) und beschliessen umzukehren und Lagos anzulaufen. Dort wollen wir sowohl das Spi-Fall, als auch die Sprayhood und den Paragen reparieren. Gottseidank ist dem Segel selber (das kostet immerhin ein paar tausend Euro) nichts passiert.
Das war definitiv nicht unser Tag, aber wenn alles klappt, können wir morgen Nachmittag wieder nach Madeira starten.

 

Portimao 2…

gestern haben wir es endlich geschafft uns mal Portimao anzusehen – obwohl es da eigentlich nicht viel zu sehen gibt. Siehe Fotos.

Unser Not-Linearantrieb ist schon Donnerstag angekommen und morgen soll es weiter in Richtung Madeira gehen. Das wird ca. 5 Tage dauern in den wir auch keine Internetverbindung haben – wundert euch also nicht wenn es in dieser Zeit nichts Neues gibt.

Was gibt es sonst Neues:
KYLA hat ein neues Beiboot (Dingi) „Little KYLA“. Ein Zodiac Cadet 260. Unser altes Pischl Bolero 210 Dingi konen wir für einen guten Preis eintauschen. Mit unserem 8 PS Tohatsu Außenborder kommt Jo nun zwar ins Gleiten (geht ab wie Schmitz‘ Katz), nicht aber wenn wir zwei Personen und Einkäufe geladen haben.
Deshalb sind wir gestern, dank kräftigem Ostwind, klatschnass von Einkaufen mit dem Dingi zurück gekommen. Bei viel Wind brauchen wir einen größeren Motor, so um die 15 PS. Jo sucht schon danach.

Unser Wassermacher ist vor drei Tagen in Betrieb gegangen und produziert, wie versprochen, ca. 30 Liter feinstes Trinkwasser pro Stunde bei moderatem Stromverbrauch – auch hier in der nicht ganz so sauberen Marina. Auf dem Weg nach Madeira wird uns das helfen und die Wasserschlepperei für Trinkwasser hört auch endlich auf.

Vorgestern hat unser Blog die 10.000er Marke an Seitenaufrufen überschritten. Vielen Dank an alle Besucher/Mitleser.
Jo plant jetzt die feindliche Übernahme vom Google. Das wird dann zukünftig
Joogle heißen!

Faulenzen – von wegen…

Für alle die meinen, wir würden hier hauptsächlich faulenzen, haben wir mal eine kleine Liste zusammengestellt, was wir in den letzten Tagen alles erledigt/gemacht haben:

Freitag :     Wäsche waschen/bügeln – 6 Stunden

Samstag :
Einkaufen (mit Hilfe von Stegnachbarn mit deren Auto) – 4 Stunden, ohne Auto hätte das den ganzen Tag gedauert.
Wassermacher in Betrieb genommen – 3 Stunden

Sonntag :
Diverse Listen angefertigt/aktualisiert (Verbrauch/Vorrat: Wasser, Diesel, Benzin,
Gas, Strom, Bordkasse) – 4 Stunden
Wassermacher Testlauf – 3 Stunden
Megapuls für Batterien vorne eingebaut (verbessert Batterieleistung) – 2 Stunden
Testfahrt Dingi inkl. Sprit mischen – 2 Stunden

Montag :
Angebote neues Ding einholen, Kleinteile-Beschaffung – 4 Stunden
Pactor Controller (Kurzwellenfunk) und Satelliten-Telefon Mail/Wetter
konfiguriert – 3 Stunden.

Dienstag :
neues Dingi gekauft – 4 Stunden
Lampe Backofen repariert – 0,5 Stunden
Wasserfilter elektr. WC-Pumpe eingebaut – 2 Stunden
zusätzlichen Block Fallenstopper eingebaut – 3 Stunden

Die eine oder andere Kleinigkeit fehlt sicher und dazu kommen noch die täglichen Routine-Arbeiten wie Boot putzen, kochen, Wetter holen, eMail bearbeiten usw. Ohne Auto und bekannte Einkaufsmöglichkeiten dauert jede Aktion 3-4 mal länger als Zuhause.

Noch einzubauende Geräte und aktuelle Reparaturen:
neues Radio, Hochleistungs-Laderegler, zusätzlicher Decks-Umlenkblock (für den Paragen), Maststufen, Mastlautsprecher, Hochleistungs-Bugstrahlpropeller, Batterie-Monitor, Alarmanlage, Internet-Kamera, Wanten- und Stagspanner gangbar machen und einstellen, Drosselspule für die Druckwasserpumpe (stört die Elektrik), LED Beleuchtung Cockpit und Pantry reparieren, alle VA Teile an Deck polieren/konservieren, Ankerhalterung am Bug verstärken usw. usw. – es nimmt kein Ende.

Ihr seht, das Leben ist kein Ponyhof und wir haben eine ganze Menge zu tun.
Am Freitag soll unser Not-Reserve-Linearantrieb für den Autopiloten kommen.
Dann könnten wir am Samstag oder Sonntag in Richtung Madeira starten, wenn
das Wetter mitspielt.

 Ach ja, unsere 1. Hilfe Behandlung beim Stegnachbarn war erfolgreich.
Er hat es überlebt und erfreut sich momentan bester Gesundheit.

Sines – Portimao…

Von Cascais nach Sines konnten wir die Hälfte der Strecke sogar segeln. Leider bleibt unsere Schleppangel kurz vor der Hafeneinfahrt nach Sines in einer Fischeboje hängen. Beim Einholen löst sich die Halteschraube der Kurbel und verschwindet im Wasser. Die 1. Angelrolle ist also hin.
Sines erinnert an Leixoes. Große Öl- und Container Verladeanlagen. In das Becken des Yachthafens steht ständig Schwell. Aber wir bleiben ja nur eine Nacht und fahren dann weiter nach Süden solange es das Wetter noch sicher und bequem zulässt.

Nach Portimao motoren wir den ganzen Weg. Unterwegs kommt eine große Schule Delphine nahe ans Boot, verschmäht aber Gott sei Dank unsere Schleppangel. Bei der hat sich die äußere Lagerabdeckung gelöst und ist ebenfalls im Wasser verschwunden. Die 2. Angelrolle ist also auch hin.
Wir kommen erst spät am Abend in Portimao an. Das Marinabüro ist bereits geschlossen und wir bleiben die erste Nacht am Meldesteiger. Am nächsten Morgen melden wir uns an und nehmen unsere aus Leixoes nachgeschickten Cover in Empfang – es passt alles und die Farbe stimmt auch. Dann wird getankt und wir gehen auf unseren Liegeplatz.
Hier wird KYLA erstmal gründlich geputzt. Auch unsere Erste-Hilfe Kenntnisse kommen wieder zum Einsatz. Auf einem deutschen Nachbarboot ist der Skipper beim Decksreinigen gestürzt und hat sich eine ca. 5 cm lange, heftig blutende, Platzwunde am Hinterkopf zugezogen. Seine Bordfrau ist nahe der Panik. Nun, damit haben wir seit Margit’s kleinem Unfall vor Jersey ein wenig Erfahrung.
Wir rasieren/sterilisieren die Stelle und bringen Klammerpflaster an mit dem ausdrücklichen Hinweis, beim kleinsten Problem (Schwindel, Kopfschmerz, pochende Wunde usw.) unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.

Nachmittags machen wir wieder den ersten Rundgang um die Marina. Die Anlagen sind genauso hübsch und liebevoll gepflegt wie in Cascais. Schließlich landen wir in einer kleinen Strandbar. Da bleiben wir unerwartet bei Caipirinhas hängen und kommen ziemlich fröhlich zum Boot zurück. Der englische Bootsnachbar hat es wohl auch so gemacht, ist aber nicht nur fröhlich sondern stockbetrunken. Er zündet auf dem Steg seinen Holzkohlegrill an und wir machen uns ernsthafte Sorgen ob das ohne größeres Feuer gut ausgeht. Nun wir leben noch, und weder der Steg noch das Nachbarboot oder wir sind abgebrannt.
Heute werden wir uns um ein anderes Dingi und diverse Arbeiten am Boot kümmern.

Lissabon…

haben wir uns gestern angesehen. Schöne Stadt, aber für uns viel zu groß und Massen von Touristen. Für den Eintritt zu den interessanteren Sehenswürdigkeiten muss man locker 1-2 Stunden anstehen. Das ist nun überhaupt nicht unser Ding. Wir machen ein Busrundfahrt und bummeln ein wenig durch die Altstadt. Dann ist es aber auch genug.
Für Großstadtfreunde ist Lissabon aber nach wie vor sicher eine Reise wert.
Heute haben wir dann wieder am Boot geschraubt und wollen morgen via Sines nach Portimao an der Algarve losfahren. Da müssen wir 3-4 Tage pausieren um auf unsere aus Leixoes nachgelieferten Cover zu warten. Das ist auch für Margit ganz gut. Die hat sich während Ihrer letzten Nachtwache (auf dem Weg von Leixoes nach Cascais) kräftig erkältet und hütet zur Zeit die Koje.
Ach ja, Jo will jetzt keine Windfahnensteuerung mehr, die ist viel zu teuer (ca. 6.000,- Euro). Eventuell kaufen wir für den Notfall lieber einen zweiten Lineartrieb für unsere Autopiloten (davon haben wir 2) der kostet nur knapp ein Drittel einer Windfahne.

Cascais…

Vorgestern sind wir schon sehr früh in Leixoes gestartet. Zunächst kein Wind. Erst gegen Mittag kommt leichter Nordwestwind auf. Zum reinen Segeln zu wenig, aber mit Motorunterstützung geht es doch ganz flott voran. Da es die letzten Tage ständig aus Süd geweht hat, steht draußen noch eine fiese Welle und wir werden ordentlich durchgeschüttelt.
Jo geht es gar nicht gut. Im Laufe der Fahrt wird er insgesamt 4 mal die Fische füttern. Das ist eher untypisch. Er hat wohl was Falsches gegessen – wir tippen auf das Toastie im MAR-Shoppingcenter. Margit hält sich dank ihres Pflasters wacker.
Ab 19:00, pünktlich wie vorhergesagt, frischt es auf, und mit 25-30 kn raumem Wind geben wir auch ohne Motor richtig „Gas“. Das Geschaukel wir so auch weniger.
Für die Nacht reffen wir unser Großsegel auf 50% und die Genua auf 80%. Das bringt uns immer noch gute 7 kn Fahrt, entlastet den Autopiloten deutlich und wir müssen nicht im Dunkeln da ran falls der Wind noch mehr wird.
Morgens um 5:00 ist der Wind dann weg und und das Geschaukel unter Motor geht wieder los.
Kurz vor 9:00 laufen wir in der Marina Cacais ein (ca. 25km vor Lissabon). Zwei französische Katamarane die uns die halbe Nacht „verfolgt“ haben, überholen uns noch wenige Meter vor der Marina-Einfahrt und blockieren dann den Meldesteiger und die Tankstelle. Wir und auch andere Boote, die gerne tanken würden, finden das nicht so lustig – ja ja die Franzosen!
Ohne Anmeldung am Meldesteiger dürfen wir nicht zu einem Liegeplatz und da sich dort auch auslaufende Boote abmelden müssen, kreisen wir dank der französischen Kat’s fast eine Stunde ehe wir uns anmelden können.
Endlich an unserem Liegeplatz brunchen wir bei strahlendem Sonnenschein und 21° im Cockpit (mit Sekt – Jo geht es gleich besser) und faulenzen erstmal. Dann ein kurzer Gang um die Marina. Das Umfeld ist ganz hübsch Es gibt einen Haufen Restaurant’s, Läden und Service-Betriebe. Ein deutscher Stegnachbar hat seine Windsteueranlage so gepriesen, dass Jo nun überlegt sich auch so ein Ding anzuschaffen. Darum werden wir uns heute kümmern, so wie auch um die geplante Busfahrt nach Lissabon.

 

Wieder an Bord…

Seit vorgestern sind wir wieder an Bord.
Die Anreise gestaltete sich (wieder) etwas kompliziert. Der Flieger nach Porto  (Ryanair) hatte über 1 Stunde Verspätung. Am Flughafen Porto: keine Taxis. Die streiken gerade alle. Wir sind dann 2 Stunden mit dem Bus bis zur Marina unterwegs gewesen.
KYLA geht es gut und wir gehen erst mal etwas essen.

Zuhause hatten wir 2 Tage besondere Aufregung weil der Kanal im Haus verstopft war und wir somit 2 mal eine Reinigungsfirma holen mussten weil unser WC-Überlief (grosse Sauerei) – und das war wieder richtig teuer.
Aber gut das wir gerade daheim waren. Stellt Euch vor, dass wäre während unserer Abwesenheit passiert!!

Dienstag in Leixoes:
Die Abdeckungen für unseren Cockpittisch, die Steuerräder usw. sind zwar fertig und  passen auch, haben aber nicht die bestellte Farbe!
Die werden jetzt nochmal neu gemacht und uns nach Lissabon oder Portimao nachgeschickt. Hoffentlich klappt das, sonst sind 500,- Euro weg.
Wir hatten schon vor unserem Heimflug von der Crew der MORA den Hinweis auf einen Baumark im Shopping Center „MAR-Shopping“ (ca. 5 km von Leixoes) bekommen.
Jo braucht noch ein paar Teile für unsere zwei Bäder und wir wandern zu Fuß dahin. GROSSER FEHLER. Da gibt es wirklich ALLES – nicht nur den Baumarkt.
Das Center ist gigantisch. Selbst in Köln, Hamburg oder London haben wir solche Dimensionen nicht gesehen. Der JUMBO-Mark (Lebensmittel) hat 53 Kassenplätze plus 6 Selbstbediener-Kassen!!!
Wer je nach Porto kommt, sollte dieses Center unbedingt besuchen. Die Preise sind unschlagbar: gebenüber Deutschland 2/3 oder nur die Hälfte bei vergleichbarer Qualität!!!
Heute sind wir wieder dahin – diesmal per Bus/Taxi. KYLA ist nun etliche Kilo schwerer und wir um ein paar Hundert Euro ärmer.  In Deutschland hätten uns die ganzen Sachen (nicht nur für die Bäder), selbst bei Amazon/eBay locker das Doppelte gekostet.
Ihr dürft mal schätzen, was uns der Tisch voller Lebensmittel (siehe Foto) gekostet hat.

Um unsere finanziellen Einbußen zu mindern und weil das Wetter die nächsten 2 Tage gerade passt, werden wir morgen zeitig weiter in Richtung Lissabon fahren.