Teneriffa 4 – was so los ist…

Jo verbringt viel Zeit im Rigg. Er nimmt alle Wanten und Stage ab und lässt die von der Firma Nordest erneuern. Die Jung’s kriegen richtig große Augen. Wo sie selber (als Profis) mit 3 Mann 2 Stunden brauchen, erledigt Jo dass, mit Köpfchen und der Hilfe von Margit, in einer Stunde. Wer schon mal die Oberwanten oder das Vorstag (mit Rollreff-Anlage) einer 14m Yacht selber abgenommen und wieder montiert hat (18m lang ca. 50 kg schwer, bei 15-20 Knoten Wind), weiß wovon ich hier rede.
Die Nachbarboote haben zeitweise ein bisschen Angst, dass bei der ganzen Schrauberei der Mast runterkommt. Wir haben aber Alles im Griff.
Der Chef von Nordest schlägt zwischendurch sogar vor – sicherlich nicht ganz ernst gemeint – dass Jo für ihn arbeitet. Wir erhalten aber auch viele, quasi unbezahlbare, Tips/Tricks von den Jungs.
Jo ist jetzt ein echter Spezialist für Rigg-Check/Einstellung. In fernen Ländern macht sich das sicher mal bezahlt.

Beim Umbau der Lichtmaschine (erforderlich für unseren Hochleistungs-Laderegler) gehen, obwohl wir die Umbauanleitung peinlich genau befolgen, natürlich(?) die Kohlebürsten kaputt.
Nach 2 Firmenbesuchen und 4 Stunden Fahrerei, haben wir von Hand gefertigte, neue Kohlebürsten und sicherheitshalber auch noch eine komplett neue Lichtmaschine – die hatten die hier im Autozubehör vorrätig.
Ein Wort zum Kommentar von Karl-Heinz (siehe letzter Beitrag – V8 Motoren):
Margit vermisst ihren Citroen C1 und Jo
schmerzlich seinen alten Audi A8 mit 3,7Liter V8 Motor. Zu Hause, in Papa’s Garage, steht zwar unser Seat Leon FR (ein super Auto) der, abgesehen von den elektrisch verstellbaren Sitzen, noch mehr Komfort- Ausstattung hat wie der Audi, aber ein Ersatz für einen „V8“ ist das nicht.
Erstaunlicherweise ist es unser schwerer gefallen, unsere Auto’s wegzugeben als unser Haus. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ein (bezahltes) Auto immer noch ein Stück persönlicher Freiheit darstellt, während ein Haus (noch nicht komplett bezahlt) eigentlich eine permanente Belastung ist?
Andere Themen:
Weihnachten steht ja nun vor der Tür und mit ein paar Tränen in den Augen denken wir an unsere Familien die die Feiertage dieses Jahr komplett ohne uns verbringen werden (müssen). Wir wären Weihnachten/Silvester auch gerne zu Hause, aber dass geht im Moment leider nicht.
Seit wir in Santa Cruz sind, wird, direkt neben der Marina, eine riesige Freilichtbühne aufgebaut. Dort gibt es am 25.12. ein kostenloses Konzert des „
Teneriffa Sinfonie Orchesters“. Die Sound-Check’s klingen schon recht vielversprechend und dank der lieben Unterstützung von Moni und Ralf, haben wir nun reservierte Eintrittskarten dafür.
Als echte Fan’s von Andre Rieu und ähnlicher populär-klassischer Musik, sind wir gespannt!

Franzosen…
Leser unseres Blog’s kennen unsere Vorbehalte (begründet???) gegenüber Franzosen.
Die bestätigten sich hier anscheinend wieder mal. Dass die Boote der Bürger der „Grande Nation“ generell in einem Zustand sind, den wir als desolat bezeichnen würden, ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Dass aber, sowohl die Crew als auch deren Kinder (Erziehung/Vorbild?), keinerlei Bedenken haben, ihr kleines „Geschäft“ vor aller Augen auf der Heckplattform ihres Bootes in den Hafen zu verrichten, erstaunt uns doch aufs Neue – haben die kein WC im Boot?
Selbstverständlich grüßt kein Franzose einen Stegnachbarn, und wenn doch, ausschließlich in französisch, selbst wenn die Nationalflagge des Nachbarbootes einen Gruß in internationalem Englisch nahelegen würde!
Die gute Dame vom Boot 2 Plätze gegenüber von uns, hatte jedenfalls kein Problem, sich zu erkundigen, wo ich denn unsere 6kg Gasflasche hab‘ auffüllen lassen (das ist hier schon recht schwierig – 110km/2 Stunden Fahrt) und meine Anfahrtsskizze mitzunehmen. Danach guten Morgen/guten Tag oder Hallo zu sagen, fiel ihr aber nicht ein.
Vielleicht haben wir als gut erzogene Deutsche hier auch zu hohe Ansprüche

2 Gedanken zu “Teneriffa 4 – was so los ist…

    • Wenn die Franzosen kein Englisch sprechen möchten, werden wir bestimmt kein Französisch sprechen.
      Abgesehen davon: wie würde man denn übersetzen:
      Bitte pinkelt nicht vor aller Augen in den Hafen?

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