Auf dem Weg nach Florida 2

Position: 22°03′ N, 77°00′ W.
Ca. 15 nm suedoestlich vor dem Verkehrstrennungsgebiet im Old Bahama Channel. Noch ungefähr 300 nm bis Florida.
Die vorgebratenen Frikadellen sind alle und der letzte gefangene Fisch ist aufgegessen. Erst jetzt darf Jo wieder angeln.
Es ist sonnig und der achterliche Wind ist schwach. Das macht uns zwar langsam, aber das Bordleben ist bei wenig Welle recht bequem. Sonst ist alles ok.

Auf dem Weg nach Florida

Position: 20°45′ N, 73°50′ W.
Ca. 10 nm suedwestlich von Great Inagua (Bahamas). Laufen bei wenig Wind mit etwa 4 kn nach Nordwesten in Richtung Old Bahama Channel. Werden voraussichtlich Morgen Nachmittag den dortigen Wegpunkt erreichen. Von da sind es dann nochmal gute 350 nm bis Florida. Gestern einen schoenen 8 kg MahiMahi gefangen – lecker.
Es geht uns gut.

Puerto Rico – San Juan…

ist die Hauptstadt und hat im riesigen Hafen zwei Marinas. Das ist einer der wenigen geschützten Plätze an der Nordseite der Insel und man hat gute Einkaufsmöglichkeiten.
Trotz Voranmeldung in der Marina „San Juan Club Nautico“ meldet sich bei unserer Ankunft niemand über Funk oder Telefon. Wir sind wohl etwas spät dran, ankern erstmal direkt vor der Marina und erhalten am nächsten Vormittag einen Liegeplatz.
Die Ummeldung bei „Customs and Border Protection“ klappt, dank unserer neuen US-Telefonkarte, diesmal problemlos.
Wir erkunden die Altstadt „Old San Juan“ mit den Festungsanlagen. Alles absolut sehenswert. Dann geht es ans Waschen, Putzen und Einkaufen.
Wir wollen endlich mal wieder nach Hause und planen deshalb – wenn das Wetter mitspielt – von hier direkt bis Fort Lauderdale in Florida zu segeln. Das sind etwa 900 Meilen und wir müssen uns gut vorbereiten. Wir werden ca. 8 Tage dafür brauchen in denen es keine Blogeinträge oder – sofern unser Satellitentelefon uns nicht wieder im Stich lässt – nur kurze Texte geben wird.
Morgen soll es losgehen.

 

Puerto Rico – Puerto del Ray…

wollten wir eigentlich gar nicht anlaufen, aber in Fajardo – das ist der erste Anlaufpunkt kommend von Culebra – hat die einzige Marina die tief genug für uns ist, keinen Platz.

Also fahren wir etwas nach Süden zur Marina „Puerto del Rey“. Die ist riesig – über 1000 Liegeplätze. Man wird von Golfkarren zum Marina Office gefahren.

Hier bekommen wir auch erstmals ein Problem mit dem US-Stromnetz. Wir brauchen mindestens 200 Volt für unseren Landstromanschluss. Die USA haben aber üblicherweise nur 110 Volt. Also müssen wir einen 50 Ampere-Anschluß-Stecker kaufen dem man bei Anschluss an die 2 Phasen des US-Netzes (das macht Jo selber) 210 Volt entnehmen kann. So ein Stecker mit ein Paar Meter extra Kabel kosten mal eben 150 $. Fertige Anschlusskabel kosten zwischen 250 und 600 $ – irre!
In der Marina liegen überwiegend Sport-Fischerboote. Viele haben mehrere Außenborder und Landanschlusskabel die so dick sind wie in Deutschland ein Hausanschluss. Wir fragen uns was die an Bord alles mit dem Strom betreiben? Kleinere Boote werden, um Platz zu sparen, in bis zu 3 Etagen übereinander in riesigen Stahlgestellen geparkt.

Später werden wir erfahren, dass Sportfischer die Fische die sie fangen, in de Regel nur markieren und dann wieder ins Meer werfen. Gegessen werden die allerwenigsten.
Beim Sportfischen geht es mehr um die Größe der gefangenen Fische. Einen 300kg Tunfisch aufzuessen würde wohl auch eine ganz Weile dauern. Wir halten das ganze für Tierquälerei.
Ach ja, das Wetter hat sich deutlich geändert. Die Temperaturen steigen tagsüber auf 30°C bei 80-90% Luftfeuchtigkeit. Wir kommen ganz schön ins schwitzen.
Nachdem wir uns eine US-Telefonkarte besorgt haben, geht es nach 2 Nächten weiter nach „San Juan“ der Hauptstadt von Puerto Rico.

Spanish Virgin Islands – Culebra…

ist eine der beiden Spanisch Virgin Islands und gehört zu Puerto Rico welches Außengebiet der USA ist. Die Insel liegt direkt auf dem Weg von St. Thomas an die US Küste und wir ankern dort in der „Ensenada Honda“ – einer großen sehr gut geschützen Bucht – für 2 Tage vor dem Hauptort der Insel um einzuklarieren.
Die „US Customs and Border Protection“ nimmt es sehr genau mit einreisenden Privatschiffen. Man muss sich unmittelbar nach Ankunft in einem US-Hafen per Telefon melden sonst setzt es deftige Strafen. Jeder Wechsel eins Zollbezirkes muss ebenfalls telefonisch gemeldet werden.
Leider funktioniert keines unserer Telefon im US Netz und wir wandern am Morgen nach unserer Ankunft zum Flughafen Culebra um uns dort persönlich zu melden. Zuerst ist der Beamte mangels unserer telefonischen Anmeldung etwas grimmig, später aber doch sehr freundlich und hilfsbereit. Erst jetzt sind wir ganz offiziell in die USA eingereist.

In Culebra wären wir gerne länger geblieben, gibt es doch hier viele schöne Ankerplätze aber keine Charterboote mehr!

US-Virgin Islands – St. Thomas…

wir ankern – kostenfrei – im Hafen von „Charlotte Amalie“. der Hauptstadt der USVI.
Es gibt Unmengen von Läden – die meisten sind Juweliere – rund um die Bucht wo man für hiesige Verhältnisse zu vernünftigen Preisen alles kaufen kann was des Kreuzfahrers Herz begehrt.
Viele Läden öffnen auch nur wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. Wir können 3 (einfache) T-Shirts für 15,- US$ erstehen! Das erschien uns vor einer Woche noch undenkbar.
Der Anteil an V8 angetriebenen Fahrzeugen steigt signifikant an und Jo kommt in Versuchung seinen Puls mit den riesigen Ford RAM Fahrzeugen zu synchronisieren.
Zur Happy Hour gibt es Bier für 2,- US$ und phantastische Hamburger mit allem drum und dran für 6,- US$. Die Leute sind erheblich freundlicher als auf anderen Inseln. Ein kleines Stück Amerika eben.

Morgen soll es weiter über die Spanish Virgin Islands nach Puerto Rico gehen.

US-Virgin Islands – St. John…

am 10.05.17 betreten wir erstmals amerikanisches Territorium. In der Cruz Bay auf St. John klarieren wir ein und verbringen einen Tag/Nacht an einer Nationalparkboje vor dem wunderschönen „Honeymoon Beach“.


St. John besteht zum allergrößten Teil aus Nationalparks. Damit sind viele Einschränkungen und Regeln verbunden die man unter Androhung von schweren Strafen beachten muss. Letztlich läuft es darauf hinaus, das man nirgendwo kostenfrei ankern darf, sondern immer an Nationalpark-Bojen für 26 US$/Nacht festmachen muss: Im Handbuch stand noch 15,- US$/Nacht und das erschien uns auch angemessen. Selbst wenn wir mit den Grundgedanken eines Nationalparks konform gehen, ist das aus unserer Sicht nur die übliche, jetzt unter „Umweltschutz“ getarnte, Abzocke und wir fahren weiter nach St. Thomas. Dort kann man wenigstens frei ankern.

BVI’s 2…

am nächsten Tag fahren wir nach „Norman Island“ und schauen uns die dortigen Buchten an. Dann geht es direkt nach „Road Town“ auf Tortuga um einzukaufen.

Weil es noch recht früh am Tag ist, beschließen wir, direkt nach „Jost van Dyke“ zu laufen. Alle Bojen im dortigen Great Harbour sind belegt und wir ankern etwas außerhalb des Bojenfeldes.
JvD ist recht hübsch, mit Sandstraße und kleinen Läden direkt hinter dem Strand. Bei „Foxy’s“ erstehen wir T-Shirts (Margit wie üblich: Schuhe) zu vernünftigen Preisen.

Am folgenden Tag ist das Wetter ganz mies. Es regnet ohne Pause und wir bleiben einfach wo wir sind.
Wieder einen Tag weiter – es ist immer noch stark bewölkt und regnerisch – fahren wir entlang der restlichen Buchten auf JvD und biegen dann nach Tortola zur „Cane Garden Bay“ ab. Von da kommen aber riesige schwarze Wolkenbänke und wir drehen ab mit Kurs auf St. John (US-Virgin Islands). Nass werden wir trotzdem.

Cooper Island…

nach dem Besuch in „The Bath“ fahren wir noch am selben Nachmittag weiter nach „Cooper Island“. Leider sind die vorhandenen Ankerplätze recht unruhig und wir legen uns deshalb an eine Boje vor dem „Cooper Island Beach Club“.

Hier finden wir auch einen schnellen und offenen Internet Zugang den wir nutzen um unser Blog mal wieder aufzufrischen.

Virgin Gorda – The Bath…

hier gibt es tolle Felsformationen – „The Bath“ – direkt am Strand. Ankern ist leider verboten und die Naturpark-Bojen dürften wir mangels eines für 150,- US$ zu kaufenden Permit’s, nicht benutzen.
Also fahren wir ein Stückchen nordwärts und hängen uns vor der Insel-Hauptstadt „Spanish Town“ an eine Boje. Das kostet 30 US$/Nacht im Gegensatz zur Marina die 60 US$/Nacht kosten würde. Wir gönnen uns das um die durchwachte Nacht in Anegada auszugleichen.
Die Wassermacher-Pumpe hat leider nach kurzer Laufzeit wieder eine lose Welle, aber in Spanish Town finden wir tatsächlich eine Werft die uns die Welle sauber und preiswert verschweißt.
The Bath besuchen wir dann gemeinsam mit der MORA Crew per Taxi und zu Fuß.
Die Felsen am Strand sind wieder mal ein Hammer.