Heimaturlaub…

Nun sind wir schon eine Woche wieder zu Hause.
Das Wiedersehen mit Familie und Freunden war schon recht aufwühlend, aber nach so langer Zeit „fern der Heimat“ auch eine echte Erleichterung.
In „Haus und Hof“ war alles OK. Das haben wir zum großen Teil meiner Schwester und Ihrem Mann zu verdanken – DANKE Petra und Robert!
Die Wohnung war genauso wie wir sie verlassen haben. Unser Auto und alle Geräte liefen ohne zu zicken  – das haben wir auch schon anders erlebt.
Margit’s Schwester hatte schon mal ein paar Lebensmittelvorräte aufgefüllt und uns vom Flughafen abgeholt. So konnten wir das erste Wochenende ohne Einkaufsstress verbringen – DANKE Steffi!
Bis wir wieder in Richtung USA aufbrechen – das wird Anfang August sein – macht das Blog jetzt erstmal Pause.
Bis dahin wünschen wir allen Lesern ein Schöne Sommerzeit.

USA – Georgia – zurück nach Florida…

Brunswick haben wir in den letzten Tagen ausgiebig besichtigt. Dank der Vorarbeit von Ralf (Skipper der MORA) kommen wir vergleichsweise günstig an einen Mietwagen für eine Woche. Dazu fahren wir mit dem Taxi zur lokalen Busstation, von da mit einem Greyhound-Bus 70 Meilen nach Jacksonville und können dort auf der Rückseite der Busstation unseren Wagen abholen. Danke Ralf!
Den historischen Kern von Brunswick hat man mit vielen kleinen Parks hübsch zurecht gemacht. Aber etwas außerhalb davon, ist der Unterschied zwischen weißen und schwarzen Vierteln schon sehr auffällig. Überall gibt viele sehr schöne alte Holzhäuser von denen etwa 1/3 allerdings ziemlich heruntergekommen ist und vor sich hin gammelt.

Mit dem Auto kommen wir nun auch in weiter entfernte Einkaufsgebiete. Ja, richtig gelesen: Gebiete. Die sind hier riesig. Man fährt Meile um Meile an Einkaufszentren vorbei in denen man buchstäblich alles findet was man überhaupt kaufen kann.

Allerdings macht uns das Wetter ordentlich zu schaffen. Es ist heiß und schwül – fast kein Wind. Kein Klima für Europäer. Jede Bewegung treibt einem den Schweiß aus allen Poren. Und der Kampf gegen Schimmel hält uns ganz schön auf Trab.
Damit KYLA auch ohne uns an Bord innen schön trocken bleibt, kaufen wir 4 Ventilatoren, einen Luftentfeuchter und sogar eine transportable Klimaanlage. Die geben wir allerdings zurück – die Unterbringung an Bord war dann doch zu kompliziert.
Mit Entfeuchtern (elektrisch sowie chemisch – mit „DampRit“ und Katzenstreu) und Ventilatoren kommen wir ganz gut klar und die elektrischen Geräte bleiben Timer-gesteuert auch in Betrieb wenn wir in Deutschland sind.

Gestern Abend sind endlich unsere Freunde von der MORA eingetroffen. Die konnten, im Gegensatz zu uns, über den ICW fahren was aber auch länger dauert. Wir verbringen einen lustigen Abend im Yachtclub. Dort haben wir in den letzten Tagen eine Menge höchst interessanter Leute kennen gelernt. Amerikaner, Kanadier, Deutsche, Finnen, Dänen, Australier, Neuseeländer, Südafrikaner, und von Manchen wissen wir noch gar nicht, wo die herkommen. Auffällig ist, wie viele von denen ein paar Brocken Deutsch sprechen.
Beim Einkaufen erkennt man natürlich unseren Akzent und es ist ganz erstaunlich, dass beinahe jeder Amerikaner den wir dabei treffen, schon mal in Deutschland war oder deutsche Verwandte hat oder in der Schule deutsch gelernt hat. Durchweg alle finden Germany „wonderful“.

Viel Zeit haben wir damit verbracht, um KYLA Hurrikan-sicher zurück zu lassen. Alles was nicht verschweißt oder verschraubt ist, kommt unter Deck. Die Festmacher-Leinen werden verdoppelt, das Schiebeluk über dem Niedergang bekommt eine stabile Holz-Abdeckung usw. usw. Zwar ist es eigentlich noch zu früh für Hurrikane, aber im letzten Jahr ist der erste auch schon im Juni hier durchgezogen und man kann nie wissen wann der Nächste kommt.

Nachdem wir heute Morgen noch ein paar Restarbeiten erledigt haben, sind wir endlich in Richtung Miami aufgebrochen. Jetzt verbringen wir eine Nacht im einem Motel an der Interstate 95, fahren morgen weiter bis Miami und werden dort am Abend unseren Flieger nach Deutschland besteigen.
Wir können es kaum erwarten, die Familie endlich wieder zu sehen.

USA – Georgia – Brunswick…

hier kamen wir gestern Mittag nach knapp 48 Stunden Fahrt an. Das Wetter ist nach wie vor unbeständig und sehr regnerisch. Die Fahrt verlief unter diesen Umständen aber ganz gut. Wir hatten zwar oft Nieselregen, dafür aber guten Wind, und mit Hilfe des Golfstromes erreichen wir 50 nm östlich vor Cape Canaveral unsere bisher höchste Geschwindigkeit: 11 Knoten über Grund (das ist kein Tippfehler – echte elf Knoten!). Von diesem Punkt aus konnten wir die Einfahrt zum St. Simons Sound direkt anliegen. Unterwegs wird der Strom immer schwächer und 20 nm vor der Küste steht er sogar leicht gegen uns. Aber der Wind reicht um zügig voran zu kommen. Nur die letzten Meilen bis in die Marina müssen wir mangels Wind motoren.
Die Marina gefällt uns auf Anhieb. Sie liegt sehr geschützt, gilt als Hurrikane Hole und erinnert uns an unseren Heimathafen in Holland. Es gibt viel grün und in die Stadt sind es nur ein paar Minuten Fußweg. Die Waschmaschinen sind frei benutzbar, die Waschräume klimatisiert (hatten wir bisher noch nie), es gibt jeden Tag Freibier soviel man will (ja wirklich) das auch noch gut schmeckt. An drei Tagen in der Woche gibt es auch Freiwein.
Hier werden wir KYLA für 6 Wochen alleine lassen. Erst mal organisieren wir in stundenlanger Internetarbeit den Heimflug. Bis es soweit ist, machen wir das Boot sauber und sturmfest.
Nächste Woche geht es HEIM.

USA – Florida…

nach 10 Tagen auf See und 1051 nm haben wir Palm Beach in Florida erreicht. Ursprünglich wollten wir ja nach Fort Lauderdale das etwa 40 nm südlicher als Palm Beach liegt.
Damit wir dort nicht im Dunkeln ankommen, haben wir am letzten Tag extra getrödelt. Dann „erwischt“ uns, etwa auf Höhe von Miami, der Golfstrom. Wir machen ohne Segel 5 kn Fahrt über Grund aber 0 kn durch das Wasser – unglaublich. Damit unser Ruder Wirkung zeigt, müssen wir natürlich schneller sein als das Wasser, und mit einem klitzekleinen Stückchen Vorsegel laufen wir mit 7-8 kn nach Norden. Trotz unserer Trödelei würden wir so wieder im Dunkeln in Fort Lauderdale ankommen und den Golfstrom ausbremsen können wir nicht. Also fahren wir gleich weiter bis Palm Beach. Die letzten 20 nm schläft der Wind dann ganz ein und wir müssen motoren damit wir in der Strömung auf Kurs bleiben.
Die Einfahrt nach Palm Beach liegt quer zum Strom und wir müssen ca. 60 Grad gegen den Strom vorhalten damit es uns nicht aus der Fahrrinne schiebt. Die Kraft des Golfstroms ist gewaltig. Warum stehen hier eigentlich nicht alle paar Meilen Strömungskraftwerke um diese Energie auch zu nutzen?

Die Überfahrt war insgesamt eine unserer bequemsten Langstrecken. Es gab überwiegend leichte Winde mit wenig Welle. So machte Margit das Kochen wieder richtig Spass und wir konnten vom Cockpittisch essen ohne ständig alles festhalten zu müssen.
Tagsüber, außerhalb unseres Wachrhythmus, lesen wir viel und Jo versucht im Blau des Himmels und des Wassers die Geheimnisse des Universums zu ergründen.
Beim Nachdenken hilft unsere letzte Lakritz-Mischung und prompt zieht Jo sich damit die Plombe eines Backenzahns raus. Mit unserem Dental-Notfallkitt kleben wir die provisorisch wieder fest. Das muss bis zu Hause halten.
Leider findet sich in Palm Beach kein für uns passender Liegeplatz in einer Marina. Die sind entweder zu flach oder viel zu teuer oder beides. Also Ankern wir vor Palm Beach im Lake Worth.
Von hier können wir mit dem Dingi in die Stadt und finden dort alles was wir brauchen.
Viel zu sehen gibt es in der Stadt nicht. Es wirkt alles irgendwie künstlich (ist ja auch) und steril. Die Küstenseite ist mit Hochhäusern oder schicken Villen zugebaut. Ohne Auto ist man hier ziemlich verloren. Das wird uns in den USA sicher noch öfter so gehen.

Am 02.06. konnten wir endlich einen sicheren Marinaplatz für KYLA reservieren. Dazu müssen wir nochmal 270 nm nach Norden, in das Städtchen Brunswick, fahren.
Den Intracoastal Waterway (ICW), der über 1000 nm Länge ganz dicht hinter der Küstenlinie der Ostküste verläuft und ruhiges Wasser verspricht, ist leider nichts für uns. Er ist zu flach und alle festen Brücken sind mit max. 65 Fuss Höhe für uns zu niedrig. Wir brauchen bei 21m Masthöhe mindstens 70 Fuß Feiraum unter einer Brücke. Deshalb werden wir unseren Weg nach Norden „aussen herum“ über den Nordatlantik fortsetzen.

In Brunswick wird das Boot 3-5 Monate bleiben, während wir erst für ein paar Wochen nach Hause fliegen und nach unserer Rückkehr, die USA mit dem Mietauto weiter erkunden.

Am Samstag Abend treffen wir uns noch zu einem gemeinsamen Sundowner-Bier mit den Crews der MORA, der WORLDDANCER 2 und der BALOU in der Riviera-Beach-Marina-Bar. Ein gelungener Abend, bei dem viele Tipps und Gedanken ausgetauscht werden. Wir sind nicht die einzigen die endlich mal wieder nach Hause wollen.

Da wir ja unbedingt nach Hause wollen, haben wir die Dominikanische Republik, die Turks und Caicos Inseln, die Bahamas und Kuba – die lagen alle auf unserem Weg – nicht besucht. Das holen wir dann in der nächsten Saison nach.

Wegen des schlechten Wetters hier gibt es keine Bilder. Die sind alle so dunkel das man  eh nichts erkennt.