USA – Florida…

nach 10 Tagen auf See und 1051 nm haben wir Palm Beach in Florida erreicht. Ursprünglich wollten wir ja nach Fort Lauderdale das etwa 40 nm südlicher als Palm Beach liegt.
Damit wir dort nicht im Dunkeln ankommen, haben wir am letzten Tag extra getrödelt. Dann „erwischt“ uns, etwa auf Höhe von Miami, der Golfstrom. Wir machen ohne Segel 5 kn Fahrt über Grund aber 0 kn durch das Wasser – unglaublich. Damit unser Ruder Wirkung zeigt, müssen wir natürlich schneller sein als das Wasser, und mit einem klitzekleinen Stückchen Vorsegel laufen wir mit 7-8 kn nach Norden. Trotz unserer Trödelei würden wir so wieder im Dunkeln in Fort Lauderdale ankommen und den Golfstrom ausbremsen können wir nicht. Also fahren wir gleich weiter bis Palm Beach. Die letzten 20 nm schläft der Wind dann ganz ein und wir müssen motoren damit wir in der Strömung auf Kurs bleiben.
Die Einfahrt nach Palm Beach liegt quer zum Strom und wir müssen ca. 60 Grad gegen den Strom vorhalten damit es uns nicht aus der Fahrrinne schiebt. Die Kraft des Golfstroms ist gewaltig. Warum stehen hier eigentlich nicht alle paar Meilen Strömungskraftwerke um diese Energie auch zu nutzen?

Die Überfahrt war insgesamt eine unserer bequemsten Langstrecken. Es gab überwiegend leichte Winde mit wenig Welle. So machte Margit das Kochen wieder richtig Spass und wir konnten vom Cockpittisch essen ohne ständig alles festhalten zu müssen.
Tagsüber, außerhalb unseres Wachrhythmus, lesen wir viel und Jo versucht im Blau des Himmels und des Wassers die Geheimnisse des Universums zu ergründen.
Beim Nachdenken hilft unsere letzte Lakritz-Mischung und prompt zieht Jo sich damit die Plombe eines Backenzahns raus. Mit unserem Dental-Notfallkitt kleben wir die provisorisch wieder fest. Das muss bis zu Hause halten.
Leider findet sich in Palm Beach kein für uns passender Liegeplatz in einer Marina. Die sind entweder zu flach oder viel zu teuer oder beides. Also Ankern wir vor Palm Beach im Lake Worth.
Von hier können wir mit dem Dingi in die Stadt und finden dort alles was wir brauchen.
Viel zu sehen gibt es in der Stadt nicht. Es wirkt alles irgendwie künstlich (ist ja auch) und steril. Die Küstenseite ist mit Hochhäusern oder schicken Villen zugebaut. Ohne Auto ist man hier ziemlich verloren. Das wird uns in den USA sicher noch öfter so gehen.

Am 02.06. konnten wir endlich einen sicheren Marinaplatz für KYLA reservieren. Dazu müssen wir nochmal 270 nm nach Norden, in das Städtchen Brunswick, fahren.
Den Intracoastal Waterway (ICW), der über 1000 nm Länge ganz dicht hinter der Küstenlinie der Ostküste verläuft und ruhiges Wasser verspricht, ist leider nichts für uns. Er ist zu flach und alle festen Brücken sind mit max. 65 Fuss Höhe für uns zu niedrig. Wir brauchen bei 21m Masthöhe mindstens 70 Fuß Feiraum unter einer Brücke. Deshalb werden wir unseren Weg nach Norden „aussen herum“ über den Nordatlantik fortsetzen.

In Brunswick wird das Boot 3-5 Monate bleiben, während wir erst für ein paar Wochen nach Hause fliegen und nach unserer Rückkehr, die USA mit dem Mietauto weiter erkunden.

Am Samstag Abend treffen wir uns noch zu einem gemeinsamen Sundowner-Bier mit den Crews der MORA, der WORLDDANCER 2 und der BALOU in der Riviera-Beach-Marina-Bar. Ein gelungener Abend, bei dem viele Tipps und Gedanken ausgetauscht werden. Wir sind nicht die einzigen die endlich mal wieder nach Hause wollen.

Da wir ja unbedingt nach Hause wollen, haben wir die Dominikanische Republik, die Turks und Caicos Inseln, die Bahamas und Kuba – die lagen alle auf unserem Weg – nicht besucht. Das holen wir dann in der nächsten Saison nach.

Wegen des schlechten Wetters hier gibt es keine Bilder. Die sind alle so dunkel das man  eh nichts erkennt.

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