etwas Finsternis…

hatten wir am letzten Montag.
Da gab es bekanntlich über den USA eine Sonnenfinsternis.
Der Kernschatten zog an der Ostküste, also „unserer“ Seite, genau über das Städtchen Charlottesville, nur ca. 150 Meilen nördlich von uns.
Morgens war es noch stark bewölkt aber gegen mittag lockerte es auf und wir konnten die Sonne zeitweise gut sehen.
Die Marina hatte kostenlos Schutzbrillen verteilt und so war das Vorbeiwandern des Mondes vor der Sonnenscheibe sehr gut zu verfolgen. Bei vollständigr Bedeckung der Sonne wurde es ein wenig finster, aber nicht richtig dunkel. Das gibt es nur direkt im Kernschatten.
Mit Hilfe der Schutzbrillen vor den Linsen unserer Handys, gelangen uns sogar ein paar Fotos der Sonne mit dem Mond davor. Besonders sind sie nicht, aber sie lassen erahnen wie das ganze in Natura aussah.

Hurrikan „Harvey“ der sich letzte Woche über dem westlichen Golf von Mexico bis zur Kategorie 4 entwickelte (5 ist die höchste Stufe), hat sich beim Landfall in Texas zum Tropischen Sturm abgeschwächt. Trotzdem ist in Texas an vielen Stellen Land unter.


Harvey ist schon der 8. Hurrikan in dieser Saison und auf den Fotos sieht man sehr schön, warum es keine gute Idee ist, zu dieser Zeit in der Karibik zu sein.
Wir merken von Harvey selber nichts, haben aber wegen eines Tiefdruckgebietes vor der Küste von Florida und Georgia seit 2 Tagen etwas mehr Wind, viel Regen und deutlich kühlere Temperaturen.
Gestern Abend und Heute bewegt sich KYLA durch Windboen doch tatsächlich in ihrer Box. Das hatten wir seit Monaten nicht mehr. Skip ist ob der ungewohnten Wackelei, drauf und dran, das Tragen von Rettungswesten in der Kombüse zu befehlen. Margit versorgt ihn aber mit Rum und er vergisst das wieder.

Einmal pro Woche besuchen wir die Happy Hour im Yachtclub. Ihr erinnert Euch: jeden Tag gibt es rund um die Uhr Freibier und 3x/Woche Frei-Wein. Das halten wir aber nur durch, wenn wir unsere Besuche dort einschränken. Man ist halt keine 20 mehr.

Ansonsten „wurschteln“ wir weiter vor uns hin, und warten auf die Briefwahlunterlagen zur Bundestagswahl in Deutschland. Sobald wir die erhalten und zurück geschickt haben – voraussichtlich in der 1. Septemberwoche – geht es mit dem Auto auf in den Norden.

Heimarbeiten…

in den letzten Tagen haben wir diverse Orte rund um Brunswick besucht.
Das waren zunächst einige der „Barrier Islands“ auch „Golden Islands“ genannt, die die eigentliche Küste vom Atlantik abschirmen.
St. Simons Island und Jekyll Island sind ganz hübsch, aber beide auf Tourismus und vor allem auf wohlhabende Grundeigentümer ausgelegt. Man findet überall imposante Villen. Manche Strände sind zwar sehenswert, aber das Wasser ist eine trübe braune Brühe, die aussieht, als käme sie aus einem defekten Klärwerk. Baden möchten wir hier nicht.

Fort Frederica bietet einige anschauliche Informationen über das Leben der ersten Siedler hier (Eintritt frei). Das war wirklich interessant obwohl es nur zwei richtige Ruinen zu sehen gibt.

Cumberland Island wollten wir wegen der frei laufenden Wildpferde besuchen. Das geht aber nur per Fähre die Morgens hin und Nachmittags zurück fährt. Auf der Insel selber gibt es nichts. Keine Restaurants oder Ähnliches – also auch keine klimatisierten Räume. Deshalb fiel es für uns aus.
Überhaupt vermiest einem die ständige schwüle Hitze jeden Aufenthalt im Freien. Die Stadt Savannah hat zwar viele schöne Altstadtflecken, aber dort umher zu laufen bringt uns wieder nahe an einen Kreislaufkollaps.

Wenn wir nicht unterwegs sind, wird an KYLA gebohrt, geschraubt, gesägt und gestrichen. Viele Kleinarbeiten die wir seit Monaten vor uns herschieben, können wir nun – dank unser Klimaanlage – Stück für Stück erledigen. Das Vorsegel – unser Hauptantrieb in den letzten Monaten – ist zur Kontrolle beim Segelmacher und am nächsten Donnerstag kommt eine Firma die uns ein Angebot für ein wasserdichtes Sonnendach/Sprayhood machen will.
Die notwendigen Werftarbeiten an Rumpf und Unterwasserschiff wollen wir Anfang Dezember, kurz vor unserem Heimflug zum Weihnachtsurlaub mit der Familie, durchführen. KYLA wäre dann fertig, um im Januar 2018 direkt zu den Bahamas zu segeln.
Die Flüge nach/von Deutschland mit Air Berlin sind schon gebucht. Drückt uns die Daumen, dass deren Versprechen, trotz Insolvenz, die Flüge durchzuführen auch wirklich gehalten wird.

Unser weiteren Reisepläne konzentrieren sich im Moment auf Autofahrten. Bus-, Bahn- und Flugtickets sind einfach zu teuer.
Ein Auto brauchen wir hier sowieso, der Sprit ist so günstig (0,5-0,6 Euro/Liter), dass das Tanken richtig Spaß macht und Zeit haben wir auch.
Für Anfang September planen wir jetzt erst mal die Fahrt nach Norden, zu den Niagara Fällen und nach New York City. Wenn uns die Fahrerei nicht zu öde wird, kommt ggf. auch eine Fahrt quer durch das Land bis nach Kalifornien in Frage – wir werden sehen.

wieder auf KYLA…

Montag 07.08.17:
von Jacksonville ist es nur ca. 1 Stunde Fahrt bis Brunswick. Wir kaufen eine preiswerte Standard-Fensterklimaanlage die wir in KYLA’s Niedergang einbauen werden. Das hatten wir schon vor unserer Abfahrt im Juni vor, sind aber aus Zeitmangel nicht dazu gekommen.
Ohne Klimaanlage ist es im Boot nicht auszuhalten und ins Freie wagt man sich nur auf dem Weg in den nächsten klimatisierten Raum. Am späten Nachmittag ist die Anlage provisorisch installiert und wir können durchatmen.


KYLA hat die Zeit ohne uns gut überstanden. Es gibt keinen Schimmel, Stockflecken oder andere Feuchtigkeitsschäden. Auch die Schränke und Schapps sind innen alle trocken geblieben, Unsere Lüftungs- und Entfeuchtungs-Maßnahmen vor der Abfahrt haben sich also bezahlt gemacht.

Die nächsten Tage werden wir in Brusnwick bleiben und unsere weiteren Reisepläne für die USA ausarbeiten.

St. Augustine – Jacksonville…

Montag 07.08.17:
St. Augustine ist die älteste europäische Siedlung in Amerika (gegründet von den Spaniern im September 1565). Sie ist ganz hübsch und hat tatsächlich einen historischen Stadtkern wie wir das aus Deutschland kennen. Uns hat es gut gefallen.

Nach Jacksonville fahren wir hauptsächlich, weil es auf dem Weg liegt und es dort einen ALDI gibt. Eigentlich wollten wir hier für die nächsten Tage/Wochen unseren Grundbedarf decken. Aber wie auch schon im ALDI in Homestead, ist das Angebot keineswegs so wie in Deutschland. Auch die Preisvorteile halten sich in engen Grenzen. Wir werden also eher bei den ortsüblichen Discountern (Publix, Walmart, WinnDixie usw.) einkaufen.

Cape Canaveral…

Sonntag 06.08.17:
wir besichtigen das „Kennedy Space Center“ in Cape Canaveral.
Ein tolles Erlebnis. Für 50 USD bekommt man einiges geboten. Eine Busrundfahrt über das riesige Gelände, diverse Ausstellungen, Vorführungen und 3D Kino. Aktuelle Themen sind die Neustarts der Programme für bemannte Reisen zum Mond und zum Mars. Jo ist begeistert – Margit nicht ganz so sehr. Also zählt das heute auch als Männertag.

Am späten Nachmittag fahren wir in ein Motel bei St. Augustin, das wir uns morgen ansehen werden.

USA – Männertag…

Samstag 05.08.17:
war „Männertag“. Jo durfte „Machine Gun“ schiessen und dann 3 Stunden bis nach Orlando fahren. Margit hat alles dokumentiert.

Von Orlando geht es morgen ins „Kennedy Space Center“.

USA – Everglades…

Vorgestern waren wir schon um ca. 9:30 im „Gator Park“ und kaufen Karten für eine ca. 1 stündige Everglades-Tour (25 USD/Person). Erst fährt man mit dem Airboat für 30 Minuten durch die Landschaft – es ist höllisch laut und das vertreibt wohl auch einen großen Teil der Tiere, trotzdem sehen wir tatsächlich 2 Alligatoren und eine Schildkröte – dann gibt es eine Vorführung im Parkcenter mit vielen Informationen über Alligatoren und Krokodile.
Für den Preis kann man nicht mehr verlangen.
Auf dem Rückweg stoppen wir im „MICCOSUKEE“ Indianerdorf. Der Eintritt dort ist uns aber zu teuer und so essen wir nur ein Eis und fahren weiter.

Auf der Suche nach einem Walmart, entecken wir schließlich, nicht weit vom Motel, einen echten ALDI (!!!).
Margit ist nicht mehr zu halten. Das Angebot unterscheidet sich naturgemäß schon erheblich von Deutschland. Immerhin gibt es echtes deutsches Schwarzbrot.

Da wir recht früh wieder im Motel sind, schaffen wir es auch mal in den Pool. Das Wasser ist allerdings genauso warm wie die Luft und verschafft keine Abkühlung.

Am Samstag wollten wir ursprünglich nach Disneyland fahren. Die Eintrittspreise dort verursachen bei uns leider Herzanfälle und so verzichten wir darauf.
Als passionierter Sportschütze will Jo jetzt lieber einen örtlichen Schützenverein/Schießstand besuchen.

USA – Florida Keys…

von Homestead fahren wir entlang des Highways US1 über alle Keys bis nach Key West (ca. 130 Meilen/2,5 Stunden).
Beim nächsten „Homedepot“ (der hiesige Obi Baumarkt) unterwegs, kaufen wir noch schnell eine Eisbox und Eis damit wir unsere Getränke/Lebensmittel in den kommenden Tagen auch mal ein paar Stunden im Auto lassen können, ohne dass die Schokolade unter den Türen heraus läuft.

Die Keys sind eine Kette kleiner, flacher, hauptsächlich mit Mangroven, Buschwerk und Palmen bewachsener Inselchen die sich von Florida in Richtung der Nordspitze Kubas erstrecken. Die etwas größeren Fleckchen sind dicht besiedelt. Es gibt viele Ferienanlagen und kleine Badestrände, jede Menge Bootshändler, Tauchshop’s und ein paar Marina’s. Segler sieht man da aber eher selten – die Gewässer rund um die Keys sind flach und die Brücken niedrig.

Wir spazieren durch Key West. Insbesondere die Altstadt und der „Harbour Walk“ sind sehenswert. Allerdings ist es glühend heiß, sehr touristisch, und da zwei Kreuzfahrer in Hafen liegen, auch sehr voll. Wer sich an der Markierungsboje des „Southernmost Point“ mit dem Text auf der Boje fotografieren will, muss in einer ca. 100m langen Schlange anstehen. Wir machen ein Foto ohne den Text und suchen nach 5 Minuten wieder einen Weg im Schatten.

Gegen 19:00 Uhr sind wir zurück im Motel, und so fertig, dass wir es nicht mal mehr bis in den ca. 10m entfernten Pool schaffen.
Morgen steht eine Tour durch die Everglades auf dem Plan.

USA – Miami…

am 1. Tag nach unserer Ankunft besichtigen wir Miami.
Die Stadt ist, wie alle großen Städte, für uns zu groß, zu laut, zu betriebsam und natürlich (Florida) viel zu heiß.
Dafür sind die frei zugänglichen Strände sehr schön.
Wir fahren über ein paar bekannte Straßen wie Ocean Drive und Briscane Boulevard und drehen eine Runde durch Downtown Miami.

Das reicht uns dann auch und wir ziehen um, ins ca. 40 Meilen entfernte Motel „GardenInn“ in Homestead, einem Ort südlich von Miami.
Hier ist es erheblich ruhiger und die Preise sind akzeptabel.
Wir bekommen für 43 USD/Nacht ein sehr schönes Zimmer. Es gibt Klimaanlage, Kühlschrank, Fernseher usw. Draußen hat es eine Eismaschine und einen Pool.
Eher selten bei Motels in dieser Preisklasse:
Das Frühstück ist inbegriffen. Und auch hier eine freudige Überraschung. Es gibt alles was man auch in einem großen Hotel am Frühstücksbüfett finde würde (guten Kaffe, Tee, Milch, O-Saft, Apfelsaft, Eier, Würstchen, Waffel, Croissants, wirklich frisches Obst, Jogurt, Müsli usw. usw.).
Bei dieser Auswahl stört auch das verwendete Wegwerf-Plastikgeschirr nicht mehr sonderlich.
Wir langen ordentlich zu. Andere Gäste packen sich sogar ihre Tagesrationen ein und nehmen sie mit. Für ein vergleichbares Frühstück (mit erheblich weniger Auswahl) haben wir am Tag zuvor noch 25 USD bezahlt.
Hier lässt es sich aushalten und wir verlängern unseren Aufenthalt sofort um 2 weitere Tage. GardenInnn ist jetzt erst mal unser Stützpunkt für die folgenden Ausflüge.

Zurück in den USA…

nach 6 Wochen „Heimaturlaub“ sind wir am Dienstag von Köln-Bonn wieder nach Miami geflogen. Die Zeit zu Hause war aufregend aber auch anstrengend. Es gab so viel zu erledigen und viele Verwandte und Freunde waren zu treffen. Alle waren sehr neugierig auf unsere bisherige Reise und wir hatten viel zu erzählen.
Wenn wir dann mal an unseren weiteren Reiseplänen zweifelten, ermunterten uns ausnahmslos alle, unsere Reise bloß fortzusetzen.

Danke an Euch alle.

Mit vielen Besuchen, dem Abarbeiten eines Berges von Bürokratie und der Beschaffung einer Reisetasche voll mit Zubehör und Ersatzteilen flogen die Tage/Wochen nur so dahin. Zeit mal abzuschalten hatten wir dabei nicht. Und so sind wir eher widerstrebend zum Flughafen gefahren. Lieber wären wir noch ein paar Wochen daheim geblieben um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.

Die Einreise in die USA war, trotz vieler gegenteiliger Informationen, unspektakulär. Mit unseren 10 Jahres VISA hatten wir keinerlei Probleme bei der „Customs and Border Protection“. Stempel rein und durch. Der Zoll hat weder uns noch unser Gepäck besonders kontrolliert, obwohl manches in der Ersatzteiltasche sicher verdächtig gewesen wäre.

In Miami holten wir pünktlich unseren vorbestellten Mietwagen ab und waren in 30 Minuten im ebenfalls vorbestellten Motel „Sinbad“ für die 1. Nacht. Zwei Minuten die Strasse hoch gibt es einen Supermarkt (Publix) in dem wir uns ein paar Getränke und Lebensmittel für die nächsten Tage in diversen Motels besorgen.

Ab Mittwoch starten wir dann ein kleines Rundreiseprogramm in Florida.