Die Amish…

liegen auch auf dem Weg nach NYC im „Lancaster County“. Wir kennen diese fundamental religiöse Gemeinschaft, wir selber würden sie eher als Sekte bezeichnen, aus diversen Filmen und Romanen. Die Realität ist weniger romantisch. Wir besuchen ein typisches Amish Farmhouse und erfahren mehr Details über deren Leben.
Von den rund 300.000 Amish die in den USA in 31 verschiedenen Staaten leben, ist die Gruppe in Lancaster County mit ca. 30.000 Mitgliedern schon recht groß. Sie leben mitten unter den „normalen“ Leuten die sie die „english people“ nennen. Ihre Ursprünge gehen auf deutsche Auswanderer (aus Süddeutschland) zurück. Das, und die Tatsache, dass alle Amish Bibeln nur in deutscher Sprache verwendet werden, ist der Grund weshalb alle heute noch einen deutschen Dialekt sprechen. Die Vorschriften wie sie zu leben haben, werden von Bischöfen nach deren Interpretation der Bibel erlassen. Ein paar Beispiele:
– In das Haus darf keine elektrische Leitung führen.
– Elektrische Geräte im Haus sind erlaubt solange sie batteriebetrieben sind.
– Telefone sind zwar erlaubt aber nur in einem kleinen Häuschen im Garten.
– Mobiltelefone sind erlaubt aber keine Smartphones.
– Die Männer dürfen Knöpfe an ihrer Kleidung haben, die Frauen nicht, auch keine Haken
sondern nur Nadeln um ihre Kleidung zusammen zu halten.
– Alle Kinder besuchen die Amish eigenen Schulen die aber nur bis zur 8 Klasse gehen,.
höhere Schulbildung ist verboten.
– Autofahren ist erlaubt aber nicht der persönliche Besitz eines Autos.
– Die Pferdegespanne müssen den allgemeinen Straßenverkehrsvorschriften
entsprechen und haben deshalb für die Beleuchtung/Blinker/Scheibenwischer eine
Batterie an Bord.
– Um die Batterien für diverse Geräte laden zu können, hat jeder Haushalt einen
Generator außerhalb des Hauses.
– Heiraten kann man nur einmal im Jahr (im November) und auch nur unter Angehörigen
der Gemeinschaft.
– Verhütung ist verboten und so hat jede Familie 8-12 Kinder.
So geht das endlos weiter und zusätzlich variieren diese Vorschriften je nach Gemeinde auch noch erheblich.
Da niemand höhere Schulbildung hat, gibt es keine „eigenen“ Ärzte oder Anwälte.
Medizinische Versorgung ist nur mit Hilfe der „english people“ möglich.
Insgesamt ist das uns bekannte Bild des einfachen gottgefälligen Lebens schon arg verwässert. Interessant ist aber, dass 98% der jugendlichen Amish die alle die Gelegenheit haben ab dem 16 Lebensjahr ein sogenanntes „Rumspringer“ Jahr einzulegen – sich also in der realen Welt ohne Einschränkungen umzusehen – wieder in die Gemeinschaft mit ihren starren Regeln zurück kehren.


Die Bus-Rundfahrt durch das „Gebiet“ der Amish ist weniger aufregend. Wir sehen unterwegs ein paar Maultiergespanne bei Erntearbeiten. Ansonsten werden wir zu zwei „Verkaufshöfen“ gebracht die neben echten Amish Produkten den üblichen Touristenkitsch anbieten.

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