Von St. Augustine nach PalmBeach…

geht es entlang der US-Ostküste weiter nach Süden. Der Hafenmeister in St. Augustine, der uns am Abend noch die 25 USD für die Boje abgeknöpft hat, fragt, ob wir uns keine Sorgen machen weil es morgen kräftig aus Nord wehen soll. Nein, tun wir nicht. 30 kn Wind –  aus der richtigen Richtung – sind nicht unbedingt ein Grund zur Sorge, bringen uns aber schnell in den Süden ins Warme.
Womit wir nicht gerechnet haben: kurz nach der Ausfahrt aus St. Augustine versagt unser Autopilot schon wieder. Jetzt heißt es von Hand steuern. Das ist bei 30 kn Rückenwind kein Spass mehr sondern eine echte Tortur. Acht Stunden später sind wir vor der Einfahrt nach New Smyrna Beach. Das Handbuch (der „Waterway Guide“) rät ausdrücklich davon ab, hier bei „schlechtem“ Wetter einzulaufen. Schlecht ist das Wetter eigentlich nicht, nur sehr windig/wellig und unbequem. Aber ohne Autopilot weiter fahren? – auf keinen Fall.
Nach einigen Tropfen Angstschweiss und etlichen Adrenalinschüben sind wir in ruhigem Wasser. Es ist sehr eng und überall sehr flach. Schließlich finden wir einen halbwegs akzeptablen Ankerplatz direkt neben dem Fahrwasser.

Am nächsten Tag widmen wir uns nochmal ausführlich unserem Autopilot-Problem. Wir ändern die komplette Verkabelung zwischen altem und neuem (Reserve) System und testen alles gründlich. Am Ende funktioniert es.

Das Wetter am nächsten Tag ist ruhig und wir fahren unter Motor weiter nach Süden. Der Autopilot funktioniert wie getestet. Nur die Anzeigen für Wind und Strömung fehlen. Das kriegen wir aber auch noch hin.
Vor Cape Canaveral entscheiden wir – weil es gut läuft – die Nacht über direkt bis West Palm Beach durchzufahren. Von da ist es nur noch ein „Katzensprung“ bis in die Bahamas.

In Palm Beach ist es deutlich wärmer und wir können wieder T-Shirt und Shorts auspacken. Den heutigen Samstag verbringen wir vor Anker und frischen nochmal Vorräte auf.

Morgen Früh werden wir Diesel und Wasser tanken und dann, nach einer weiteren Nachtfahrt, unsere 1. Bahama Insel anlaufen. Dort heisst es dann wie üblich: einklarieren, Telefonkarten/Internet besorgen und vielleicht auch einfach mal geniessen. Da unser US-Internetzugang noch 2 Gb Daten frei hat die wir in den Bahamas nicht nutzen können, werden wir heute Abend noch 1 oder 2 Filme runterladen.
Wir verabschieden uns von den USA und der nächste Beitrag wird von den Bahamas kommen.