In den Bahamas…

sind wir jetzt seit Montag. Die Überfahrt von Sonntagmittag bis Montagmorgen war anfangs ziemlich ruppig. Der Wind kam aus Südost und zusammen mit dem mächtig nach Norden schiebenden Golfstrom ergab das für uns einen Kurs ganz hoch am Wind damit wir die Bahamas überhaupt treffen.
Obwohl Wind und Wellen, mehr oder weniger, in die gleiche Richtung liefen, bildeten sich ordentlich Wellen in die wir zeitweise ganz schön heftig einschlugen. Unser Vorschiff erhielt quasi eine Druckwasserwäsche. Bei Nordwind (Strom gegen Wind) möchten wir hier keinesfalls rüberfahren. Unterwegs hat sich unsere Kuchenbude wieder bestens bewährt. Das Cockpit und wir blieben trocken, salzfrei und vor dem kräftigen Wind geschütz.
Nachmittags hatten wir den Golfstrom dann gequert, der Wind beruhigte sich und drehte, so dass wir bequem bis zur Bahamabank segeln konnten. Leider kamen wir dort erst im Dunkeln an und so tasteten wir uns unter Motor ganz vorsichtig über die flache Einfahrt in der Nähe des „Memory Rock“. Von da segelten wir mit gemütlichen 3-4 Knoten – damit wir nicht zu früh ankommen – durch die Nacht. Der Tiefenmesser zeigte uns immer genügend Wasser unter dem Kiel an. Aber nur bis wir am Morgen den Ankerplatz unserer 1. Bahamas Insel „Littel Grand Cay“ anliefen. Bei angezeigten 1,5m Wassertiefe liefen wir ganz sanft auf eine Sandbank? Also ein Stück zurück fahren und Ursachenforschung betreiben. Des Rätsels Lösung: der Tiefenmesser hat einen sogenannten „Offset“. Das heisst, er zieht von der gemessenen Wassertiefe unsere Kieltiefe ab und zeigt dann die Tiefe unter dem Kiel an. Dieser Wert hatte sich, wahrscheinlich beim Basteln am Autopiloten, selbstständig verstellt ohne dass wir das gemerkt haben. Das hätte böse enden können und zukünftig überprüfen wir den Wert vor jeder Fahrt nochmal.

Auf Little Grand Cay ist es ruhig, sehr ruhig. Der Ort wirkt wie ausgestorben. Aber man kann problemlos einklarieren und Telefonkarten der örtliche Gesellschaft „BTC“ kaufen.

Am nächsten Morgen geht es schon weiter nach Great Sale Key einer unbewohnten Insel mit geschütztem Ankerplatz. Absolute Ruhe. Nachts nur Sterne und Mond. Wir bleiben einen Tag. Leider kommt man nur schwer an Land. Hunderte von Metern vorher ist das Wasser nur noch 30cm tief und man müsste sehr weit fahren um eine geeignete Landungsstelle zuerreichen. Das sparen wir uns erstmal. Es gibt auch kein Telefon/Internet. Wir besorgen uns das Wetter über unsere Kurzwellen-Funkanlage. Das dauert schon mal ein bisschen bis man einen freien Kanal erwischt und alle Daten übertragen sind.

Gestern sind wir schließlich bis Spanish Key gefahren und heute geht es weiter in Richtung Marsh Harbour.

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