Puerto Rico – nochmal…

 

Überraschung: als wir in der Marina Club Nautico de San Juan anlegen, liegt direkt neben uns ein deutsches Boot. Wie sich herausstellt, kommt der Skipper aus Pulheim und kennt sogar unsere dortige Verwandschaft (besondere Grüße an Elisabeth und Kurt). Die Welt ist wirklich ein Dorf, oder?
Nachdem wir in den Bahamas wieder 2 Motoraussetzer wegen Bakterienschlamm im Dieseltank hatten, kommt es uns gerade recht, dass wir auf dem Weg nach Puerto Rico den Tank halb leer gefahren haben. In der Werft in St. Marys hatten wir den Tank ja bereits kontrolliert und nichts gefunden – da war er allerdings auch randvoll. Jetzt finden wir jede Menge Bakterienschlamm in der Wasserphase am Boden des Tanks. Mit einem Ölabsauggerät gelingt es uns, das Wasser/Bakterien Gemisch abzusaugen und nach ca. 3 Stunden Arbeit ist der Dieseltank wieder sauber. Trotzdem bleibt unsere Notfallversorgung (Umschaltventile für Diesel aus einem Reservekanister) erstmal einsatzbereit.

Als wir, vor beinahe einem Jahr, in Piuerto Rico waren, hatten wir ja leider zu wenig Zeit um die Insel zu erforschen. Das ist diesmal anders. Zusammen mit den Crews von MORA und TAO PAO erkunden wir mit dem Mietwagen, neben der näheren Umgebung von San Juan, auch eine Kaffeeplantage, das Radioteleskop in Arecibo, das Stätdchen Ponce, die Höhlen von „Cueva Ventana“ und den Nationalpark „El Yunque“ (Regenwald). Jo hat das Radioteleskop ganz besonders beeindruckt.

Die letzten Hurrikane (Irma und Maria vor ca. 6 Monaten) haben in San Juan selbst nur wenige Spuren hinterlassen. Aber im Hinterland, speziell in den Bergen, sieht es teilweise noch recht chaotisch aus. Die bekannten Höhlen von „Camuy Caves“ sind immer noch geschlossen und der Nationalpark „El Yunque“ kann nur zu einem Viertel durchfahren werden. Mancher abgelegene Ort erhält gerade erst in diesen Tagen wieder Strom. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden wohl noch etliche weitere Monate in Anspruch nehmen.

Gestern abend feierten wir in einer Kneipe in Old San Juan Abschied von der MORA (Moni und Ralf) und der TAO PAO (Bill und Jessica). Die werden in den kommenden Wochen etwas andere Wege einschlagen als wir. In der Kneipe habe sich unzählige Besucher auf allem mögliche Flächen verewigt und auch wir finden – mit einiger Anstrengung – ein Plätzchen für unseren Namen.


Morgen endet unsere Zeit hier und es geht – nochmal gegen Wind und Strom – so schnell und so weit wie möglich weiter nach Osten damit wir dann mit günstigerem Wind den Bogen der Karibikinseln südwärts befahren können.

Bahamas – letzte Tage…

Margit schreibt:
Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, warteten wir auf ein passendes Wetterfenster um unser nächstes Ziel in Angriff nehmen zu können…. Puerto Rico. Wir nutzten die Zeit bis dahin und erkundeten die nähere Umgebung von Stocking Island – das ist die Insel vor dem Ankerfeld. Mit dem Dinghi (unser Auto – lach) fahren wir an den Strand, und gehen auf die andere Seite der Insel. Dort findet sich mal wieder tolles „Strandgut“. Danach geht es weiter zum „Monument“. Nach 20 Minuten Spaziergang erreichen wir die Spitze und haben einen tollen Ausblick auf unseren zuvor mit Steinen gelegten Schriftzug und die Umgebung.


Jo checkt täglich das Wetter und da ist es…..unser Wetterfenster: Montag den 12. März. Für die ca. 650 Meilen bis San Juan kalkulieren wir 5 – 6 Tage (unsere Unbekannte ist ja das Wetter das sich trotz Vorhersage stündlich ändern kann, der Wind will in der Regel  nicht so wie wir… kennen wir ja). Wir kaufen also noch einmal ein paar frische Lebensmittel, füllen unseren Dieseltank, kochen etwas vor und checken unsere KYLA. Montag Vormittag um 11:00 Uhr Ortszeit gehen wir dann Anker auf.

Gutes Segeln, Schiffschaukel und Motoren – alles Inklusive
Das Wichstigste zuerst:  wir sind gut angekommen aber auch froh als wir nach 6 Tagen im Club Nautico in San Juan- Puerto Rico die Leinen festgemacht hatten. Wie „ befürchtet“, war das Wetter nicht immer auf unserer Seite und nach 2 tollen Segeltagen folgten 2 Tage – wir haben es mit einer Schiffschaukel verglichen – wo die Windrichtung sich laufend änderte und Boen bis 36 Knoten das Leben an Bord „etwas“ strapazierten. An den letzten beiden Tagen: Leichtwind von vorne (grhgrhgrh) – genau da wollen wir hin!!! Aber wofür hat man einen Motor an Bord. Nach „46“ Stunden brachte er uns bequem ans Ziel. Sonntag Vormittag um 11:00 Uhr liefen wir in die Einfahrt von San Juan ein, nach genau 6 Tagen.

Nun liegen wir erstmal für 1 bis 2 Wochen in der Marina und planen natürlich neben diversen Arbeiten an und im Schiff auch Sightseeing auf der Insel. Beim letzten Besuch hier, hatten wir ja  leider zu wenig Zeit dafür. Davon berichten wir dann später….

Bahamas – Exumas 2…

Margits Beitrag:
Vor unserem Abschied vom Big Major Spot, besuchen wir nochmal den „Schweinestrand“ auf einen Sundowner, wobei die Schweine sich auch Abends blicken und sogar bis zum umfallen kraulen lassen.

Als letztes Schnorchel-Highlight besuchen wir mit der Crew der WORLDDANCER und der MORA noch die „Thunderbolt Grotto“. Die Höhle hat drei Eingänge und die von oben eindringenden Sonnenstrahlen sorgen für tolle Lichteffekte. Unter Wasser befinden sich dann noch jede Menge Fische die recht zutraulich sind. Ich vermute mal, dass die tollen Lichteffekte ein Grund dafür waren, dass hier in der Grotte Szenen für den James Bond Film „Thunderball“ mit Sean Connery gedreht wurden.

Unseren Abschiedsabend verbringen wir dann mit Heike, Herwig, Beate, Ralph und Moni bei einem Sundowner (oder auch zwei) und Lagerfeuer am Strand.
Es war eine schöne (wenn auch kurze) Zeit mit Euch und wer weiss vielleicht sieht man sich wieder.

Am Mittwoch machen wir uns dann mit der MORA auf den Weg nach „Black Point“. Die 8nm sind schnell geschafft, der Anker hält und auf zur ersten Erkundung. Laut dem Waterway Guide soll es hier eine Laundry und mehrere kleinere, aber gut sortierte, Supermärkte geben. Leider warten die Bewohner jeden Tag auf das Versorgungsschiff und daher ist das Angebot mehr als bescheiden. Zum Glück haben wir noch ausreichend gebunkert. Die Laundry ist jedoch hervorragend und bietet neben der Wäscherei auch noch einen Minimarkt, Hot Dogs, Kuchen, Kaffee und einen Frisör an…was will man mehr?

Der Wind beschert uns durch die Wellen eine unruhige Nacht und daher fahren wir am 3.Tag nach „Rudder Cut Cay“. Zuvor müssen wir jedoch durch den „Dotham Cut“ raus in den Exuma Sound. Im Cut selbst herrschen starke Strömung und hohe Wellen, KYLA hüpft durch die Wellen und bekommt ihre übliche Meerwasserdusche. Wir waren beide froh als wir durch waren.
Später ankern wir dann hinter Rudder Cut Cay wieder mit viel Wind und Strömung aber weniger Schwell. Wir liegen vor einem schönen Strand den wir allerdings nicht betreten dürfen…. Privatbesitz.
Am Sonntagnachmittag fahren wir mit dem Dinghi ein paar hundert Meter in die nächste Bucht zum schorcheln. Hier liegt auf ca. 4 Meter Tiefe ein von David Copperfield in Auftrag gegebenes Piano mit Meerjungfrau, genannt „The Musician“. Man sieht eine Meerjungfrau vor einem Piano sitzend. Das Piano hat die Orginalgröße eines Steinway Concert Grand Piano und dient vielen Meerestieren als Wohnraum. Ein recht großer Barracuda bewachte das Piano und er ließ sich auch nicht von uns stören.

Montag 05.03.18
Die nächsten 30 nm bis „George Town“ werden aufgrund der vielen Wellen wieder schaukelig. Die Wellen werden durch die Kaltfront verursacht die noch immer nicht durchgezogen ist, und die nächste Kaltfront steht schon bereit. Die Einfahrt in den Elisabeth Harbour durch den „Conch Cay Cut“, ist daher mal wieder unangenehm. Nachdem wir dann durch waren mussten noch ein paar Flach’s umschifft werden und dann sahen wir das für uns bisher größte Ankerfeld. Mindestens 300 Boote liegen hier zum Teil doch recht nah aneinander – nichts für uns! Ralph von der MORA gibt uns per Funk seine Ankerposition durch und da hier noch genügend Platz ist, fällt unser Anker direkt daneben. Am nächsten Tag besichtigen wir Georg Town. Ein kleiner, netter Ort mit Allem was man so braucht. Zwei Supermärkte, Liquor Shops, diverse andere Shops, Tankstellen, Laundry usw.

Hier warten wir nun auf ein günstiges Wetterfenster um möglichst schnell und mit gutem Wind nach Puerto Rico zu kommen.