Canouan

ist deutlich karger als die vorherigen Inseln. Warum? – keine Ahnung.
Unsere Ankerbucht hat diesmal wenigstens keinen Schwell. Die letzte Nacht in Mustique war wegen zunehmendem Schwell schon sehr ungemütlich und so legen wir uns hier, wegen der drehenden Winde, an eine Boje vor dem Örtchen Charlestown. Das ist schnell besichtigt und bietet keine besonderen Highlights.
Aber wir gönnen uns endlich einen Lobster. Das haben wir bisher immer vor uns hergeschoben, weil wir es nicht übers Herz brachten, das arme Viech lebendig in kochendes Wasser zu schmeißen. Hier kaufen wir einen Lobster (18 Euro für 2 kg) schon fertig gekocht (tut ihm sicher genauso weh, beruhigt aber unser Gewissen) und schlemmen am Abend wie Gott in Frankreich. Endlich mal Pluspunkte für die Franzosen?
In der Nacht hämmern Fallböen von den Hügeln um den Ort auf uns ein und so ziehen wir am nächsten Tag weiter zu den Tobago Cays.

Mustique…

die Insel der Reichen und Schönen – ausser uns haben wir aber keine gesehen – ist Privatbesitz, darf aber von Seglern besucht werden. Man liegt an einer Boje (Ankern verboten) die ca. 60 Euro für eine Nacht kostet und grundsätzlich 2 weitere kostenlose Nächte im Preis enthält. Warum man dann nicht gleich 20 Euro/Nacht kassiert, können wir nicht ergründen.
Im dichten Grün der Hänge stehen die Villen der Hausbesitzer. Je weiter oben, je teurer. Viele davon kann man mieten wenn der Besitzer gerade nicht anwesend ist. Nach den Preisen dafür haben wir uns aber gar nicht erst erkundigt.
Der größte Teil des Inselinneren ist für Besucher nicht zugänglich. Wir hätten es auch nicht so gerne, wenn Fremde durch unseren heimischen Garten laufen würden.
Alles ist sehr aufgeräumt und gepflegt. Überall werden Wege/Plätze gekehrt und gerecht.
Das frei zugängliche „Village“ ist schön bunt zurecht gemacht und bietet die Grundversorgung. Sogar frischen Fisch zu vernünftigen Preisen gibt es hier.
Wir starten zu einem Strandspaziergang. An den Stränden findet man überall kleine Pavillions zum Picknicken. Der Spaziergang wird letztlich zu einer 3 stündigen Wanderung um die halbe Insel. Da uns die Vulkantour auf St. Vincent noch in den Knochen steckt, sind wir danach wieder ziemlich ko.
Den letzten Tag verbringen wir daher mit faulenzen und schnorcheln.

Bequia…

besuchen wir als erste Insel der Grenadines-Gruppe.
Ein gemütlicher und bequemer Segeltrip von 2 Stunden bringt uns von Kingstown/St. Vincent nach dort in die „Admiralty Bay“ mit der Ortschaft „Port Elizabeth“.
Wir ankern vor dem Städtchen in ruhigem Wasser. Schwell gibt es höchstens von den gelegentlich vorbei fahrenden Fähren. An Land finden sich reichlich Restaurants, Bars, einfache Supermärkte, Schiffszubehör-Händler und ein funktionierender Geldautomat.
Also alles was der Langfahrer so braucht. Wasser, Diesel, Eis und Getränke kann man direkt von Bord bei den Versorgungsbooten einkaufen. Die übernehmen auf Wunsch auch das Wäschewaschen.
Etwas abseits des Städtchens gibt es zwei hübsche Strände. Wir sehen uns alles in Ruhe an und besuchen noch kurz die „Friendship Bay“ auf der Ostseite der Insel. Dann geht es weiter nach Mustique.

St. Vincent und die Grenadines…

gehören, genau wie St. Lucia, zum britischen Commonwealth und die größte Insel „St. Vincent“ ist ca. 35nm von Soufriere/St. Lucia entfernt.
Die ersten beiden Stunden segeln wir bei mässigem Wind gegen kräftige Strömung nach Süden. Dann kippt die Strömung und hinter dem Windschatten von St. Lucia frischt der Wind auf 15-25kn auf. Die Wellen sind moderat und wir rauschen mit zeitweise über 8kn Fahrt nach „Chateaubelair“ auf St. Vincent. Das ist die erste Bucht in der man einklarieren kann.
Der verschlafene Ort hat nicht viel zu bieten. Die Leute sind sehr arm aber trotzdem höflich und nett. Es gibt von der “ Richmond Vale Academy“ (eine Art Naturschutz Organsiation) ausgelegte, zuverlässige Bojen und einen örtlichen Vertreter der sich um buchstäblich alles kümmert.
Leider haben wir von unseren letzten EC’s (East Caribbean Dollar – die lokale Währung) die Taxirundfahrt in St. Lucia bezahlt und dann gibt der Geldautomat dort plötzlich kein Bargeld mehr heraus. Der Zollbeamte in „Chateaubelair“ hat keinerlei Wechselgeld und nur mit Mühe kratzen wir aus US-Dollars und EC-Münzen die Gebühren zusammen. Im Ort gibt es weder eine Bank noch einen Geldautomat.
Obwohl wir gerne mit den Einheimischen, die auf alten Surfboards zu unserem Liegeplatz heraus paddeln, Geschäfte machen würden (Obst, Fisch usw.) damit sie wenigstens etwas an den wenigen Touristen verdienen, geht das ohne Bargeld leider nicht. Drei Mangos mit 20 USD zu bezahlen ohne das der Verkäufer Wechselgeld herausgeben kann ist uns dann doch zu „sozial“. Trotzdem haben wir ein schlechtes Gewissen. Unser nächster Liegplatz muss unbedingt einen Geldautomat haben.

St. Vincent hatte, genau wie St. Lucia, in der Vergangenheit einen schlechten Ruf unter Seglern weil es dort gehäuft zu Diebstählen und sogar Raubüberfällen kam. Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei. Man hat wohl verstanden, dass Touristmus die einzig nachhaltige Einnahmequelle der Insel sein wird.
Wer sein Dingi allerdings ungesichert über Nacht im Wasser lässt, muss sich nicht wundern, wenn sich Leute, die quasi von der Hand im Mund leben, ihr Stück vom Kuchen holen. Zu Hause lässt man sein Auto/Wohnung auch nicht unverschlossen ohne dass man bestohlen wird.
Wir fühlen uns sicher, treffen aber trotzdem ein paar Vorbereitungen über Nacht. Das Dingi wird immer aus dem Wasser genommen, der Niedergang wird geschlossen, im Cockpit verteilen wir leere Flaschen und schalten die Alarmanlage ein. Wenn wir im Ort unterwegs waren, wurde unser Dingi am Strand immer von Einheimischen bewacht.

Da viele Karibik-Inseln ja mehr zu bieten haben, als nur schöne Strände und blaues Wasser, wollten wir auch in St. Vincent etwas mehr von der Insel sehen.Kevin, der örtliche Vertreter der „Richmond Vale Academy“, bietet auch Wandertouren zum Vulkankrater an. Wir können ihn in US-Dollars bezahlen und buchen einen Trip.
Es geht 3 Stunden lang 10km weit und 1000m nach Oben zum Kraterrand des Vulkans. Die erste Hälfte der Strecke ist noch ganz passabel zu bewältigen. Dann wird es immer schwieriger unsere überzähligen Kilos (die genauen Zahlen sind geheim) den Berg hoch zu schleppen.
Fitzmore, unsere Führer, ein drahtiges Kerlchen von 43 Jahren, hüpft den Berg regelrecht hoch und futtert unterwegs nebenbei noch Mengen von wildem Zuckerrohr und Mangos ohne auch nur schneller zu atmen, während wir ihm keuchend folgen. Tatsächlich kommen wir irgendwann bis zum Gipfel. Margit musste ca. 100 Höhenmeter vorher leider aufgeben (die Knie) – schließlich muss der Rückweg auch noch bewältigt werden.
Auf dem Gipfel weht ein Höllenwind, so das man sitzen oder liegen muss um nicht heruntergeblasen zu werden. Nach ein paar Minuten merkt Jo unter seinem empfindlichen „Popöchen“ ganz deutlich, wie sich der gesamte Vulkan bewegt. Das ist ihm nicht geheuer und nach 10 Minuten treten wir den Rückzug vom Gipfel an.
Wieder 3 Stunden später sind wir, trotz immensem Wasserverbrauch beinahe dehydriert, und völlig fertig, wieder am Strand. Kevin holt uns mit unserem Dingi ab und bringt uns zurück zum Boot. Die Tour war ein echtes Abenteuer, aber so anstrengend, dass wir sowas in Zukunft auf kürzere – man könnte auch sagen altersgerechte – Strecken begrenzen werden.


Da wir kein Kleingeld mehr für Trinkgeld haben, tauschen wir mit Fitzmore und Kevin.
Sie kriegen 2 paar gute Trekkingschuhe (nur einmal in Madeira getragen, sind uns aber zu klein), Dafür geben wir einen Sack Müll zur fachgerechten Entsorgung und erhalten einen Sack Eiswürfel und 4 Flaschen kühles „Hairoun-Bier“. Sie sind mehr als zufrieden und wir haben ein besseres Gewissen.
Am nächsten Tag fahren wir die Küste runter nach Süden und sehen uns diverse Buchten an. Alle sind sehr tief bis nahe ans Ufer, recht offen und überall steht mehr oder weniger Schwell. In Wallilabou (dort wurden einige Szene für „Piraten der Karibik“ – Teil 1 gedreht) will man uns zwischen einer unter Wasser schwimmenden riesigen Blechboje und den Resten eines Anlegers festmachen – wir verzichten.
In der nächsten Bucht gibt es das „Rockside Cafe“ geführt von Rosi einer Deutschen. Dort macht man uns umständlich zwischen zwei Bojen fest. Wir sind aber so nahe an einem Korallenblock am Ufersaum, dass wir auch hier gleich wieder ablegen. In „Kingstown“, der Hauptstadt St. Vincent’s ankern wir für eine kurze Mittagspause. Es stinkt allerdings so penetrant nach Fisch, dass wir schließlich die 8nm nach „Bequia“ der ersten Insel der Grenadinen-Gruppe weiter fahren.

St. Lucia…

liegt zwar nur 24 nm südlich von Martinique aber die Überfahrt hat es in sich. Die 20 kn angesagter Wind sind in Wirklichkeit Böen zwischen 15 und >30 kn im 30 Sekundentakt. Die Wellen werden dabei richtig aufgeschaukelt und erreichen locker 3-4m die von der Seite auf uns einprügeln. Wir sind sowieso mies daruf weil der 11.04. aus familiären Gründen für uns ein Trauertag ist.
Nun, nach 4 Stunden erreichen wir „Rodney Bay“ auf St. Lucia. Eine große, touristisch voll erschlossene, Bucht mit ruhigem Wasser und viel Platz zum Ankern. Die Böen mit >30 kn halten allerdings noch 2 Tage an bevor der Wind sich beruhigt.
Es gibt eine sehr geschützte Lagune mit schicker Marina wo man auch einklarieren kann. Eine Legende besagt, dass die Engländer im letzten Jahrhundert in der Lagune eine ganze Flotte vor den Franzosen versteckt haben, indem sie die Masten der Schiffe mit Palmwedeln tarnten. Heut ginge das nicht mehr. Die meisten Palmen zwischen Lagune und Strand mussten Hotelbauten weichen.
Trotz Tourismus sind die Preise erstaunlich niegrig. Eine Marina-Nacht für KYLA würde 38 Euro kosten. Das ist für karibische Verhältnisse ein Hammerpreis zumal die Marina auch als Hurrikan-sicher gilt. Lokales „Piton“-Bier (sehr lecker) gibt es für 1,80 Euro.
Wir bleiben vor Anker und besichtigen „Pigeon Island“. Das ist eine Halbinsel am Nordende der Bucht. Auf einem der beiden Gipfel gibt es ein altes englisches Fort zu besichtigten, der andere Gipfel ist unbebaut. Wegen des starken Windes macht der Aufstieg richtig Spass – wir schwitzen kaum!
Die Ausblicke von oben sind wieder einmal grandios.

Den Hafen von „Castries“, der Hauptstadt von St. Lucia, laufen wir nur ganz kurz an. Wir würden direkt neben einer Hauptverkehrsstrasse liegen und auch sonst reizt uns hier nichts besonders.
Also weiter nach „Marigot Bay“. Eine sehr bekannte und deshalb auch gut besuchte Bucht. Der Film „Dr. Doolittle“ (ihr wisst schon: der, der mit den Tieren spricht) wurde hier gedreht. Es gibt eine Marina, ein paar Hotelanlagen, Bars – selbstverständlich auch die „Doolittle Bar“ – und einen hübschen kleinen Palmenstrand. Weil die Bucht sehr klein ist, liegen, die Boote an Bojen. Zum Ankern ist im Buchtinneren kaum Platz. Nachdem wir uns alles angesehen und ein paar Drinks genossen haben – die Preise schnellen hier wieder deutlich nach oben – ziehen wir weiter nach „Soufriere“.

Ein kleiner Ort der seine Bekanntheit aus den weltberühmten „Pitons“ ableitet. Das sind die zwei von vielen Postkarten bekannten steilen Zwillings-Vulkankegel. Aus der Nähe sind sie auch wirklich eindrucksvoll. Zwischen den Pitons gibt es eine malerische Bucht mit den üblichen Hotelanlagen und Stränden. Man braucht angeblich eine Genehmigung um hier an den Bojen zu liegen. Die haben wir auch, aber Kontrolliert hat das keiner, obwohl die Parkranger (der ganze Bereich von „Marigot Bay“ bis kurz hinter den Pitons ist Naturschutzgebiet) jeden Tag die Bojengebühr kassieren kommen. Wegen ihrer schieren Größe verursachen die Pitons enorme Fallböen die mit manchmal weit über 40 Knoten von den steilen Flanken durch die Bucht fegen. Die Bojen sind aber dafür ausgelegt.
Am nächsten Tag fahren wir nochmal die 1nm zurück nach Soufriere, besichtigen den Ort und machen eine Taxi-Rundfahrt zu den 4 bekanntesten Attraktionen in der Umgebung.
Das sind zunächst die Wasserfälle von „Toraille“ (Kaltwasser). Da gerade ein Kreuzfahrtschiff in Castries liegt, sind die aber so überlaufen, dass man das Wasser kaum noch sehen kann.
Der Botanische Garten ist ganz hübsch und hat auch einen kleinen Wasserfall.
Am Krater des immer noch aktiven Vulkans (echte Lava sieht man aber nicht) kann man ein Schwefel-Schlammbad nehmen (wir verzichten) oder man bekommt von einem persönlichen Führer alles Interessante/Wissenwerte gezeigt (das machen wir).
Schließlich geht es zu einem ziemlich versteckt liegenden Wasserfall am Fuße der Pitons. Hier sind wir ganz alleine und Jo nimmt schnell ein Bad im vom Vulkan aufgheizten Wasser.

Schließlich geht es weiter nach St. Vincent.

Martinique – nochmal…

von Buck Island/St. Croix geht es direkt nach Martinique. Für die 300 nm gegen Wind und Strom brauchen wir 60 Stunden. Ungefähr die Hälfte der Strecke müssen wir motoren um nicht zu viel Zeit mit dem gegenan Kreuzen zu verschwenden. Obwohl der Wind nicht allzu stark ist, wird die Fahrt äußerst unbequem. Neben der konstanten Gegenströmung ändert der Wind auch noch ständig Richtung und Stärke. Wir schieben ständig 20-30 Grad Lage und ohne Motorhilfe wären wir – nur hoch am Wind segelnd – in Trinidad angekommen. Schließlich erreichen wir am Samstagabend „Schoelcher“. Eine recht offene Ankerbucht die wir auch im Dunkeln ohne Probleme anlaufen können. Dann wird erstmal ausgeschlafen.

Sonntagmorgen laufen wir dann die 25 nm nach „Le Marin“ am Südende von Martinique weiter. Das Handbuch warnt davor, dass die Bucht von „Diamond Rock“ bis „Le Marin“ bei Wind gegen Tidenstrom eine Waschmaschine sein kann. Das erleben wir dann auch so. Äußerst kurze und steile Wellen lassen unsere Geschwindigkeit zeitweise von 6 auf 3 Knoten abfallen. Gegen Mittag dreht die Tide, das Wasser wird deutlich ruhiger und wir finden einen schönen Ankerplatz unter den hunderten von Booten die hier liegen. Das Einklarieren ist ziemlich einfach. Man tippt seine Daten in einen Computer, erhält für 5 Euro einen Stempel auf dem ausgedruckten Formular und fertig. Keiner kontrolliert ob die eingegeben Daten auch richtig sind. Ein- und Ausreisekontrollen stellen wir uns eigentlich anders vor. Die Amerikaner können das erheblich besser.
Leser die uns schon länger begleiten wissen, dass die Franzosen nicht unsere besten Freunde sind. Auch diesmal hat sich das nicht wesentlich verbessert. Insbesondere der Angestellte von Digicell (die überall in der Karibik zu findende Mobilphone-Firma) hätte uns am liebsten wohl gekreuzigt, haben wir doch die Frechheit besessen ihn – auf englisch !!! – nach einer Telefon/Internetkarte zu fragen.
Dass die gekauften Traveller-Pack SIM-Karten dann nicht funktionieren und er sich damit auseinandersetzen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Mit möglichst finsteren Blicken und Maschienengewehr-Französisch versucht er uns los zu werden. Aber keiner kann finsterer blicken als Jo und nach einer Stunde haben wir endlich wofür wir bezahlt haben.
Der Rest des Tages geht mit den üblichen Besorgungen vorüber. Dabei treffen wir auch Olaf wieder den wir, direkt nach unserer Atlantik Überquerung, in Barbados kennen gelernt hatten. Dort haben wir gemeinsam einige unvergessliche Abenteuer erlebt.
Morgen noch ein paar restliche Einkäufe und vielleicht ein wenig entspannen, bevor es weiter nach St. Lucia geht.

St. Croix…

gehört zu den US Virgin Islands und liegt, windbedingt, auf dem Weg von Puerto Rico nach Südosten quasi im Weg. Die ersten Stunden von San Juan waren ziemlich unbequem. Der Wind war schwach und vom Atlantik stand eine gewaltige Dünung die uns ordentlich duchschaukelte. Kurz vor Culebra warfen wir deshalb für die 1. Nacht unseren Anker vor dem Eiland „Cayo Luis den Pena“. St. Croix ist nur ca. 40 nm entfernt. Also ändern wir, kurz entschlossen, unsere Pläne und wollen dort anhalten.
Wir ankern vor Christiansted, dem Hauptort der Insel. Bevor St. Croix von den Amerikanern 1917 für 25 Mio Dollar gekauft wurde, gehörte es lange Zeit zu Dänemark. Und so ist die Altstadt von Christiansted heute noch. Die Gassen sind von kleinen, farbenfrohen Häuschen umgeben und die Bürgersteige sind gegen Regen und Hitze überbaut. Die Strassen haben sowohl amerikanische als auch dänische Namen und auf den Regierungsgebäuden wehen 2 Flaggen.

An der Waterfront verläuft ein langer Boardwalk mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Weil St. Croix etwas abseits der Touristenrouten liegt, ist es nicht ganz so überlaufen wie manche andere Insel. Es gibt zwei gut sortierte Marineshops. In einem finden wir tatsächlich den lange gesuchten Ersatzschalter für unsere Elektrowinsch. Ein gut bestückter Supermarkt mit vernünftigen Preisen findet sich auch in fußläufiger Entfernung. Aber es ist heiß hier, und da unser größter Ventilator in Puerto Rico seinen Geist aufgegeben hat, fahren wir mit einem Taxi die knapp 10 km zum nächsten Home Depot (wir sind immer noch in den USA) und erstehen dort einen Neuen.
Dabei lernern wir den Taxifahrer Anderson – nennt mich Andy – kennen und buchen bei Ihm für den nächsten Tag gleich eine Inselrundfahrt (100 USD für mindestens 3 Stunden). Andy ist ein echtes Original. Er schimpft unablässig über andere Verkehrsteilnehmer weil die z.B. nicht blinken (er selbst tut das aber auch nicht), baggert, völlig ungeniert und während der Fahrt, jedes weibliche Wesen am Strassenrand an und kennt Gott und alle Welt hier.
Auf der Inselrundfahrt besuchen wir den zweitgrößten Ort Frederikstedt, diverse Buchten und Strände und werden im Regenwald-Nationalpark Zeugen, wie biertrinkende Schweine Bierdosen mit den Zähnen knacken – unglaublich, aber wahr.

Leider bricht Jo bei einen Restaurantbesuch ein Stück Zahn ab. Das ist jetzt schon das dritte Zahnproblem seit dem Reisebeginn in 2016. Jo meint, das wäre eine besondere Form von Skorbut (Vitamin-Mangelkrankheit) und will den Rum-Konsum drastisch erhöhen. Margit, pharmazeutische Fachkraft und gute Seele an Bord, redet ihm das wieder aus – schade. Trotzdem ist ein kurzer Zahnarztbesuch fällig.
Heute Vormittag verholen wir dann nach „Buck Island“ einem Naturpark-Eiland ein paar Meilen vor Christiandsted. Der Strand und der Wanderpfad über die Insel sind toll. Aber die Schnorchelgründe die wir mit den Dingi besuchen, sind nicht so überwätigend wie in den Prospekten beschrieben.

Morgen soll es weiter in Richtung Dominica oder Martinique gehen – wenn der Wind für die nächsten 2-3 Tage mitspielt.