Martinique – nochmal…

von Buck Island/St. Croix geht es direkt nach Martinique. Für die 300 nm gegen Wind und Strom brauchen wir 60 Stunden. Ungefähr die Hälfte der Strecke müssen wir motoren um nicht zu viel Zeit mit dem gegenan Kreuzen zu verschwenden. Obwohl der Wind nicht allzu stark ist, wird die Fahrt äußerst unbequem. Neben der konstanten Gegenströmung ändert der Wind auch noch ständig Richtung und Stärke. Wir schieben ständig 20-30 Grad Lage und ohne Motorhilfe wären wir – nur hoch am Wind segelnd – in Trinidad angekommen. Schließlich erreichen wir am Samstagabend „Schoelcher“. Eine recht offene Ankerbucht die wir auch im Dunkeln ohne Probleme anlaufen können. Dann wird erstmal ausgeschlafen.

Sonntagmorgen laufen wir dann die 25 nm nach „Le Marin“ am Südende von Martinique weiter. Das Handbuch warnt davor, dass die Bucht von „Diamond Rock“ bis „Le Marin“ bei Wind gegen Tidenstrom eine Waschmaschine sein kann. Das erleben wir dann auch so. Äußerst kurze und steile Wellen lassen unsere Geschwindigkeit zeitweise von 6 auf 3 Knoten abfallen. Gegen Mittag dreht die Tide, das Wasser wird deutlich ruhiger und wir finden einen schönen Ankerplatz unter den hunderten von Booten die hier liegen. Das Einklarieren ist ziemlich einfach. Man tippt seine Daten in einen Computer, erhält für 5 Euro einen Stempel auf dem ausgedruckten Formular und fertig. Keiner kontrolliert ob die eingegeben Daten auch richtig sind. Ein- und Ausreisekontrollen stellen wir uns eigentlich anders vor. Die Amerikaner können das erheblich besser.
Leser die uns schon länger begleiten wissen, dass die Franzosen nicht unsere besten Freunde sind. Auch diesmal hat sich das nicht wesentlich verbessert. Insbesondere der Angestellte von Digicell (die überall in der Karibik zu findende Mobilphone-Firma) hätte uns am liebsten wohl gekreuzigt, haben wir doch die Frechheit besessen ihn – auf englisch !!! – nach einer Telefon/Internetkarte zu fragen.
Dass die gekauften Traveller-Pack SIM-Karten dann nicht funktionieren und er sich damit auseinandersetzen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Mit möglichst finsteren Blicken und Maschienengewehr-Französisch versucht er uns los zu werden. Aber keiner kann finsterer blicken als Jo und nach einer Stunde haben wir endlich wofür wir bezahlt haben.
Der Rest des Tages geht mit den üblichen Besorgungen vorüber. Dabei treffen wir auch Olaf wieder den wir, direkt nach unserer Atlantik Überquerung, in Barbados kennen gelernt hatten. Dort haben wir gemeinsam einige unvergessliche Abenteuer erlebt.
Morgen noch ein paar restliche Einkäufe und vielleicht ein wenig entspannen, bevor es weiter nach St. Lucia geht.

Ein Gedanke zu “Martinique – nochmal…

  1. Meine Jüte ihr beiden! Dat artet ja in Stress aus! 😅 Von Langeweile keine Spur.

    Habt ihr eigentlich auch vor Richtung Hawaii zu segeln? Mir persönlich hat Maui sogar noch ein Stück besser gefallen als Karibik. Naja aber ich hab auch auch noch nicht so viel wie ihr beiden gesehen. 😉

    Ich bin grade am frühstücken und die Kinder sind im Kindergarten. Jott sei Dank!
    Ich freue mich immer von Euch zu lesen, und noch mehr das es Euch gut zu gehen scheint.
    Ganz liebe Grüße,
    Babsi

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