Los Roques…

ist eine kleine, zu Venezuela gehörende Inselgruppe, die auf dem Weg von Grenada nach Bonaire genau auf unserem Kurs liegt. Wir stoppen dort ohne uns anzumeldem, weil wir sowieso nicht vorhaben an Land zu gehen. Aus dem geplanten „Overnight“ Ankerstopp werden dann 3 weil es hier so schön ist – ursprünglich und einsam. An zwei Ankerplätzen sind wir ganz alleine und an einem nur mit 4 Booten. Mehr Boote haben wir auch auf der ganzen Durchfahrt durch die Inselgruppe nicht gesehen. Das liegt wahrscheinlich an der wirtschaftlichen und politischen Situation in Venezuela. Wegen der schlechten Sicherheitslage (Diebstähle und Überfälle) wird das von den Seglern zur Zeit eher gemieden. Wir fühlten uns sicher. Ausnahmslos alle lokalen Fischer winken uns freundlich zu, lassen uns sonst aber in Ruhe.

Die Inseln erinnern ein wenig an die Bahamas. Es gibt aber viel schönere Strände, mehr Grün und vor Allem: Einsamkeit.

Überall Fischschwärme und Vögel die sie jagen. Die erfolreichsten Jäger sind die Pelikane. Aus teilweise recht grosser Höhe, stürzen sie ins Wasser und schnappen sich einen Fisch. Wie die den aus der Höhe erkennen, und woher sie wissen ob das Wasser gerade tief genug ist um nicht im Sandgrund stecken zu bleiben, ist uns ein Rätsel.
Sobald die begleitenden Möwen einen erfolgreichen Pelikan sehen, setzen sie sich frech auf seinen Kopf oder Rücken und picken ihm auf dem Kopf herum damit er den Fisch wieder ausspuckt den sie selber gerne hätten. Der Pelikan ist aber nicht dumm und versenkt einfach seinen Schnabel, mit der im Schnabelsack zappelnden Beute, im Wasser, bis die Möwe die Lust verliert. Dann schnell den Kopf hoch, schlucken, und weiter zur nächsten Jagd.

Wir haben übrigens zwischen Grenada und Los Roques auch geangelt und einen grossen Mahi-Mahi gefangen – sehr lecker und genug für eine ganze Woche.

Wieder unterwegs nach Bonaire passieren wir noch die „Las Aves“. Ebenfalls zwei einsame Inselgrüppchen die zu Venezuela gehören. Leider kommen wir da Nachts vorbei und stoppen deshalb nicht.

Grenada – Teil 2…

Bei „Henrys Safari Tours“ buchen wir eine Inselrundfahrt nach eigenen Wünschen.
Wir besuchen: die Concorde Wasserfälle, eine Muskatnuss-Verarbeitung, eine Schokoladenfabrik, den Grand Etang Nationalpark und die Annadale Wasserfälle. Noch ist Trockenzeit und entlang der Küste ist die Vegetaion ein wenig braun, aber im Inselinneren ist alles saftig grün. Da Grenada ja auch als „die Gewürzinsel“ bekannt ist, finden sich überall Gewürzfarmen und unser Fahrer zeigt uns alle möglichen Gewürzpflanzen. Eine tolle Tagestour.


Gerne hätten wir noch die ewas abseits gelegenen „Seven Sisters“- und „Honeymoon“- Wasserfälle“ besucht. Aber die sind nur zu Fuss zu erreichen und vom Wandern haben wir seit der Vulkantour auf St. Vincent noch genug.
Gestern haben wir dann schon mal ausklariert und ankern jetzt in der „Mount Hartman Bay“. Heute soll es weiter nach Bonaire gehen. Ein 3-4 Tagestrip ohne Internet.

Grenada…

Wir ankern zunächst in der „Beausejour Bay“ und besuchen am nächsten Tag „Moliniere Point“ um dort, direkt vom Boot aus, zu schnorcheln. Wir finden endlich mal ordentlich Fische und ein Riff das nicht völlig tot aussieht. Am Grund der Bucht hat ein Künstler zahlreiche Skulpturen installiert. Sehr schön!

Zwei Meilen weiter ist St. George’s, die Hauptstadt von Grenada. Wir sehen uns alles an und fahren mit den preiswerten Bussen (wie in Carriacou) zum Einkaufen in die „Spiceland Mall“. Hier gibt es alles was man braucht. Insbesondere die Digicel-Filliale ist lobend zu erwähnen. Zwar kann man auch hier unsere Travel Pack’s aus Martinique nicht aufladen (obwohl die ja auch von Digicel sind), aber wir werden ausführlich beraten und erhalten für 28 Euro neue SIM Karten mit 9 GigaByte(!) Datenvolumen. Daran könnten sich die Franzosen ruhig ein Beispiel nehmen.

Dann geht es weiter zur „Prickly Bay“. Die liegt im Süden von Grenada und wir müssen ca. 2 nm direkt gegen den Wind fahren. Der bläst seit Monaten mit 15-30 kn aus Osten und entsprechend Welle hat sich, besonders über den vorgelagerten Untiefen, aufgebaut. In die Bucht steht leichter Schwell obwohl wir recht weit Innen ankern, und über die umgebenden Hügel fegen kräftige Fallböen. Gemütlich ist das nicht.
Aber am Ende der Bucht ist die örtliche „Budget Marine“-Niederlassung in der wir ein paar fehlende Seekarten für den Weg nach Bonaire/Curacao kaufen können.
Schließlich verholen wir in die „Phare Bleu Marina“ zwei Buchten weiter nach Osten. Eine hübsche kleine Anlage mit angeschlossenem Resort dessen Einrichtungen wir mitbenutzen dürfen. Das Internet ist rasend schnell, so dass wir problemlos unzählige Segelvideos für die weitere Reiseplanung direkt im Netz ansehen können. Das hatten wir schon lange nicht mehr.
Allerdings steht auch hier immer leichter Schwell in die Bucht den man an den Stegen – trotz der schwimmend vorgelagerten Wellenbrecher – deutlich spürt.
Gäste gibt es im Resort zur Zeit anscheinend keine und auch die Marina ist fast leer. So ist der 2x wöchentlich zum Einkaufen fahrende Bus (zur Spiceland Mall/Budget Marine – alles im Preis enthalten) lediglich mit ein paar Seglern belegt.

Wir hatten uns extra für Phare Bleu entschieden, weil dort – laut Handbuch – die Firma „Palmtree Marine“, die unseren Kühlschrank kontrollieren/reparieren könnte, ihren Sitz hat. Leider ist die Info veraltet. Die Firma sitzt jetzt nebenan in der „Clarks Court Bay“. Wir kontaktieren sie und gestern ist tatsächlich jemand vorbei gekommen und hat unseren Kühlschrank wieder auf Vordermann gebracht (Kühlmittel aufgefüllt).
Jetzt sind wir dabei eine Inselrundfahrt zu organisieren. Davon mehr im nächsten Beitrag.

Carriacou…

gehört schon zu Grenada. Auf dem Weg dorthin fangen wir doch tatsächlich mal einen Fisch – der 1. in dieser Saison. Andere Boote fangen quasi täglich Fisch nur bei uns klappt das nicht so richtig. Nun, vielleicht beginnt mit diesem Fang „unsere“ Angelsaison.

In Carriacou gehen wir in der „Tyrell Bay“ – endlich mal in ruhigem Wasser und ohne Schwell – vor Anker. Man kann einfach einklarieren und es gibt einen tollen Supermarkt.
Nachdem der Wassermacher ja wieder einwandfrei funktioniert, macht plötzlich unser großer Kühlschrank Probleme – wäre ja noch schöner, wenn es mal keine technischen Probleme gäbe. Er kühlt zwar noch, läuft aber ununterbrochen. Das wird bis Grenada warten müssen. Erst dort gibt es einen Fachmann mit den nötigen Werkzeugen um den Kühlreislauf mit Kältemittel (wir vermuten, dass es daran liegt) aufzufüllen.
Internet ist in Carriacou ganz miserabel. Ständig wird die Verbindung unterbrochen. Schon seit Bequia, wo wir extra länger geblieben sind, weil wir zum 80. Geburtstag von Jo’s Papa mit ihm „skypen“ wollten, war die Verbindung so mies, dass wir weder „skypen“ noch über das Netz telefonieren konnten. Nur normale Telefonverbindungen klappen einigermaßen.
In Mustique ging es etwas besser, in Mayreau und Union Island wieder schlechter. Erstaunlicherweise gab es die beste Verbindung in den etwas „abseits“ gelegenen Tobago Cays, obwohl es auch hier nicht für Skype reichte. Wetter „besorgen“ oder bloggen dauert so schon mal 2-3 Stunden und an Internet-Banking ist überhaupt nicht zu denken.
Selbst in diversen Bars in der Tyrell Bay setzt das Netz immer wieder aus. Bis Grenada müssen wir wohl oder übel damit leben. Mal sehen, ob es dann besser wird.
In Hillsborough/Carriacou konnte man unseren französichen Internet Zugang (in Martinique gekauft) der angeblich überall in der Karibik funktionieren sollte, leider nicht aufladen, so dass wir jetzt auch noch an die Datengrenze unserer „Travel Pack’s“ stossen. Die nächsten SIM-Karten werden wir wohl nur noch auf englischsprachigen Inseln kaufen.
Das öffentliche Transportsystem in Carriacou ist dafür genial. Man stell sich irgendwo an eine Strasse und wartet bis ein Bus vorbeikommt (so etwa alle 10 Minuten), steigt ein und fährt für 1 Euro über die halbe Insel. Die Linie 10 fährt Nord<->Süd, die 11 West<->Ost. Das nützen wir aus, und erkunden mit den Bussen die Insel kreuz und quer. Am Ende haben wir dafür 9 Euro bezahlt. Die angebotene 2,5 Stunden Insel-Rundfahrt mit einem Taxi sollte dagegen 60 Euro kosten!


Schließlich geht es weiter nach Grenda. Dabei segeln wir doch tatsächlich über einen aktiven Unterwasservulkan den „Kick em Jenny“ ein paar Meilen nördlich von Grenada. Wir halten den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 km zwar ein, aber ein komisches Gefühl ist es trotzdem.

Tobago Cays, Mayreau und Union Island…

Die Tobago Cays sind eine Ansammlung von kleinen, weitgehend naturbelassenen, Inselchen und Riffen. Ein beliebtes Ziel für Segler, insbesondere für die zahlreichen Chartersegler, in der Gegend.
Wir ankern direkt hinter dem „Horseshoe Riff“. Vor dem Riff liegt der offene Atlantik bis nach Afrika. Der Wind ist kräftig und auch hinter dem Riff baut sich eine kleine Welle auf. Ein ruhiger Ankerplatz ist das nicht.

Wir erkunden ein paar der Eilande und segeln dann nach…

Mayreau:
Die bekannte „Saltwhistle Bay“ mit dem Bilderbuchstrand entpuppt sich als völlig überlaufen mit Charterbooten. Der größte Teil des Strandes ist mit Verkaufsbuden zugebaut. Deshalb fahren wir direkt weiter zur „Saline Bay“. Der Strand hier ist viel schöner und es gibt genug Platz zum Ankern.
Wir bleiben eine Nacht und segeln nach…

Union Island:
Das ist die letzte Insel der „St. Vincent and the Grendines“ Gruppe. Hier müssen wir für Carriacou/Grenada ausklarieren. In „Clifton Harbour“, dem Hauptort der Insel, ist es sehr voll. Neben dem Treck der Langfahrer – es sind jetzt schon ca. 20 Boote auf dem Weg in den Süden die wir jeden Tag wieder an den Ankerplätzen treffen – finden sich hier jede Menge Charterboote. Man liegt wieder direkt hinter einem Riff, voll im kräftigen Wind, an Mooringbojen oder vor Anker. Die Ankermanöver mancher Charteryachten sind teilweise haarsträubend aber wir finden in dem Gewimmel und ständigen kommen und gehen einen akzeptablen Ankerplatz, schauen uns den Ort an und reparieren erstmal unseren Wassermacher.
Der macht seit einigen Tagen komische Geräusche und produziert viel zu wenig weil irgenwo Luft in das System kommt. Die Reparatur ist eine Tagesaktion weil dafür das halbe Vorschiff auseinander gebaut werden muss. Nach dem Auswechseln von Filtern und dem Verlegen des Feinfilters weiter nach oben (da kommen wir in Zukunft auch besser ran), produzieren wir wieder 25l/h feinstes Frischwasser.

Dann können wir endlich ausklarieren und segeln nach Carriacou.