Nochmal Curacao…

vor etwa 2 Wochen fuhren wir mit dem Zug von Köln nach Amsterdam Flughafen. Da unser Flug am nächsten Morgen schon um 9:00 ging, sind wir extra einen Tag früher gestartet. Die Zugfahrt mit dem Intercity war sehr angenehm (nur 1x Umsteigen). Weil Taxifahrten in Holland irrsinnig teuer sind (20 km kosten ca. 50,-€!), haben wir uns für einen Tag einen Leihwagen genommen und die Gegend um Amsterdam erkundet. Wir fanden ein paar recht hübsche Fleckchen.

Ungefähr 24 Stunden später sind wir dann in Curacao gelandet. Der Service in KLM Fliegern ist, im Vergleich zu deutschen Fluggesellschaften, spitzenklasse. Zwei sehr gute Mahlzeiten, Getränke (auch Wein) so viel man möchte, Speiseeis umsonst und eine sehr gute Auswahl aktueller Filme – was will man mehr? Im Flieger war es trotz vieler kleiner Kinder an Bord sehr ruhig. Das haben wir auch schon anders erlebt.
Leider wurden wir in Curacao nicht von unserem Leihwagen-Vermieter am Flughafen abgeholt und mussten erst 1 Stunde suchen und telefonieren bis wir unseren Wagen hatten.

Der erste Weg führte natürlich zum Boot. KYLA war ein bisschen staubig (weit weniger als in Bonaire) aber sonst völlig in Ordnung. Da wir Klimaanlage und Lüfter per Zeitschaltuhr 3 mal am Tag haben laufen lassen, gab es weder Schimmel noch sonstige Feuchtigkeitschäden. Das war uns die zusätzlichen 80 USD pro Monat (für den Strom) wert.
Nach dem ersten Bordbesuch haben wir dann ins „St. Barbara Golf und Beach Resort Hotel“ eingecheckt. Da hatten wir eine Frei-Übernachtung weil wir mehr als 3 Monate in der zugehörigen Marina verbringen. Die Anlage ist schon recht nobel und teuer. Eine Nacht in einem Standardzimmer (recht hübsch und großzügig ausgestattet) kostet ca. 200 USD. Eine Suite gibt es ab 800 USD/Nacht.

Zum Glück war in unserer Übernachtung das Frühstück enthalten. Ein Buffet mit allen Schikanen. Aus abrechnungstechnischen Gründen mussten wir die Rechnung dafür abzeichnen – immerhin 60 USD für 2 Personen. Wir hauen rein wie die Weltmeister – sowas kriegen wir so schnell nicht wieder.
Nachdem KYLA nochmal gereinigt und gelüftet wurde, haben wir uns in den folgenden Tagen die Insel etwas näher angesehen.

Willemstad, der Hauptort auf Curacao:
erinnert an ein holländisches Provinzstädtchen mit stark touristischem Einschlag. Nach einem halben Tag hat man alles „Interessante“ gesehen.

Strände:
befinden sich hauptsächlich auf der windgeschützten Nordwestseite der Insel. Es sind hübsche mehr oder weniger große Buchten mit weissem Sand die touristisch voll erschlossen – also für unseren Geschmack überlaufen – sind. An einigen der schönsten Strände muss man auch noch Eintritt bezahlen. Wir werden unseren Strandtag am „Santa Barbara Beach“ (für Marina Gäste frei sonst 8 USD Eintritt) verbringen.

Naturparks:
gibt es einige. Da bei der schwülen Hitze herum zu wandern ersparen wir uns und besuchen nur ein paar Orte an die wir mit dem Auto möglichst nahe ran kommen. Die Insel selber ist ja sehr flach und daher auch sehr trocken. Die Hauptpflanze ist der Kaktus in allen möglichen Variationen. Palmen finden sich eigentlich nur an den Touristenstränden. Die Insel ist recht dicht bebaut und im Inselinneren sieht es stellenweise aus wie auf einer gigantischen Müllkippe.

Beim Besuch eines See’s mit Flamingo’s weist uns die dort ständig patroullierende Polizei darauf hin, keinesfalls das Auto aus den Augen zu lassen obwohl wir gerade mal 50m davon weg sind. Das muss ja eine schlimme Gegend sein?

Blue Curacao:
der berühmte Likör (der einzige wahre und echte) wird in Willemstad im Landhaus „Chobolobo“ hergestellt. Wir machen eine Führung mit und erfahren viele unbekannte Details über die Herstellung. Am Ende gibt es eine kleine Verkostung und einen freien Cocktail aus diversen Likören. Die 12 USD pro Nase haben sich gelohnt.

Nach mehr als 3 Monaten Liegezeit in ruhigem Wasser ist KYLA doch recht ordentlich bewachsen. Nach unserer Erfahrung mit dem Bewuchs in Brunswick/USA wird das Unterwasserschiff, einschließlich Propeller und Welle, vor der Weiterfahrt deshalb gründlich von Hand gereinigt.
Drei Stunden (und drei Pressluftflaschen sowie einige Schnittwunden) später ist alles wieder sauber. Wer sich noch an den Physikunterricht erninnert, weiß, dass die Dichte von Wasser etwa 1000mal höher ist, als die von Luft. Man kann sich leicht ausmalen wie anstrengend das Abspachteln von 45m2 Unterwasserschiff da wird. Jo ist jedenfalls erstmal erledigt. Dafür haben wir aber 450 USD gespart, soviel hätte uns nämlich die Reinigung durch eine Taucherfirma gekostet.

Morgen werden wir ausklarieren und übermorgen geht es dann 400 Meilen (also 3-4 Tage auf See) weiter nach Kolumbien. Dort haben wir in „Puerto Velera“ eine sichere und relativ preisgünstige Marina gefunden die einen bei der komplizierten Einklarierung in Kolumbien unterstützt und in der wir das Boot ggf. auch nochmal für ein paar Wochen lassen können um durchs Land zu reisen.