Südamerika…

genau genommen das südamerikanische Festland, erreichen wir nach 400nm in 3 Tagen und ein paar Stunden. Für die Überfahrt hatten wir uns extra ein Wetterfenster mit leichten Winden und damit auch mit wenig Wellen ausgesucht und verschenken dafür sogar eine bereits bezahlte Woche in der Marina im heißen, staubigen Curacao. Aruba die nächste Insel auf unserem Kurs nach Südamerika lassen wir einfach aus. Unser Plan geht auf. Wir kommen, ohne allzu wildes Geschaukel, zwei Tage unter Segeln super voran und müssen nur für den letzten Tag den Motor zur Unterstützung nutzen. Ein große Schule Delphine begleitet uns trotz Motorgebrumm stundenlang.
Vor Barranquilla, der 4. größten Stadt in Kolumbien, fließt der Rio Magdalena in das karibische Meer. Wie legen useren Kurs extra auf den Vormittag und weit vor die Küste um dem zu erwartenden Treibholz aus dem Weg zu gehen, sind aber doch überrrascht, dass 10 Meilen vor der Stadt das Wasser schon graubraun wird und jede Menge Treibholz unterwegs ist. Zwei kleineren Ästen können wir nicht mehr ausweichen – ist aber nichts passiert. Nachts möchten wir hier nicht durchfahren. Kaum ist die Flussmündung passiert, sehen wir eine scharf abgegrenzte Linie im Wasser und es wird schlagartig wieder blau. Wind und Strömung können schon recht ungewöhnliche Verhältnisse produzieren.
Wie geplant laufen wir in Kolumbien „Puerto Velero“ an. Die Marina mit zugehörigen Ferienanlagen liegt in einer geschützten Bucht, aber abseits jeder Ortschaft so wie die in Curacao auch. Sie ist beinahe leer. Von den über 200 Liegeplätzen sind nur wenige belegt. Es gibt im Moment keinerlei Services wie Restaurant oder Bar und nicht einmal Eiswürfel. Dazu muss man mit einem Taxi – die hier recht günstig sind – in den nächsten Ort. Die Sanitäranlagen sind weit von den Stegen entfernt, das Marina Büro mit Pool – nur hier gibt es WIFI – ist noch weiter weg. Der Strand aus schwarz-braunem Sand ist schmutzig und das Wasser trübe. Sehr viel Treibholz im Wasser und am Strand.
Die Ferienanlagen sind schon etwas herunter gekommen, komplett verwaist, und überall wird noch gebaut. Die Bilder im Internet stimmen keineswegs mit der Realität überein.

Wie das hier allerdings in der Urlaubszeit zugehen muss, davon zeugen hunderte von kleinen, palmblattgedeckten Pavillons rund um die Bucht. Wenn die mal belegt sind, ist hier sicher ziemlich viel Betrieb.
Es ist noch Regenzeit und es gewittert jeden Tag kräftig. Das hatten wir schon Monate nicht mehr. KYLA wird allein durch die Regengüsse vom Staub aus Curacao befreit. Bei Wind aus Ost oder Süd steht zwar etwas Schwell in die Bucht der war aber in Grenada schlimmer.

Dafür sind die Liegekosten, auch Strom und Wasser, hier aber nur halb so hoch wie an den bekannteren Plätzen wie Santa Marta oder Cartagena und wir wollen KYLA schließlich nur für 2 Monate parken, bevor es weiter nach Panama geht.

Zum Einklarieren bestellt die Marina ein Taxi mit dem man in die nächste große Stadt Barranquilla fährt. Der Taxifahrer kennt sich aus, hat viel Zeit und ist auch beim Übersetzen etwas behilflich. Englisch spricht hier so gut wie keiner. Nach 4 Stunden inklusive Besorgung von SIM-Karten, Bargeld und Eiswürfeln (was eigentlich nicht zum Einklarierungsservice gehört) sind wir wieder in der Marina und zahlen 58 € für’s Taxi. Die Einklarierungsgebühren via Marina Agent (man muss einen Agenten beauftragen) sind im Vergleich zu selbstständigen Agenten günstig. Wir zahlen insgesamt 132 € wo andere mal eben locker 300 USD (inkl. Agent) gezahlt haben.

Nach den Formalitäten planen wir unsere Reisen durch Südamerika. Dafür haben wir uns extra die „Lonely Planet“ Ausgaben (unter Reisenden mit beschränktem Budget sehr bekannte Reiseführer) für Süd- und Mittelamerika mitgebracht. Die enthalten eine unglaubliche Fülle von Informationen zu Reisezielen in allen Ländern des Kontinents für kleines Geld.

Wir werden am kommenden Montag starten und sind aktuell bei 6-7 Wochen für unsere Touren durch Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien, Brasilien und Bolivien. Jo möchte gerne bis Patagonien kommen (Feuerland und Kap Hoorn rufen!), aber das ist innerhalb unseres Zeitrahmens eher unwahrscheinlich. Mal sehen wie weit sich unsere Pläne realisieren lassen.