Peru – Cusco…

der aufmerksame Leser hat natürlich längst bemerkt, dass unsere Reise nicht einfach nur einigen großen Städten folgt (weil es da die besten Reiseverbindungen gibt) sondern gleichzeitig auch einem steigenden Höhenprofil:
Cartagena auf Meeresspiegelhöhe
Medellin 1.495 m über dem Meeresspiegel
Salento  1.895 m
Bogota   2.640 m
Cusco    3.399 m
Das ist Absicht und der Gewöhnungseffekt soll uns „Flachländern“ zumindest ein bisschen helfen, keine Höhenkrankheit – die kann echt schlimm, ja sogar gefährlich werden – zu bekommen. Es funktioniert. Solange wir uns nicht allzusehr anstrengen, merken wir kaum etwas von den Auswirkungen der immer dünner werdenden Luft. Andere Reisende die wir treffen, haben teils massive Probleme und ein älteres Paar aus Kanada muss auf ärztliche Anweisung sofort wieder in tiefere Gebiete reisen. Wir testen sicherheitshalber auch Kokatee (aus den Blättern der Kokapflanze – ja daraus wird auch Kokain gewonnen) der gegen Höhenkrankheit helfen soll. Er schmeckt ein bisschen erdig aber eine Wirkung verspüren wir nicht.
Nach Cusco zu kommen war nicht ganz so einfach wie wir uns das gedacht hatten. Die Flüge waren gebucht, wir hatten online eingecheckt und hätten eigentlich nur unser Gepäck abgeben müssen. Aber die bürokratischen Abläufe am Flughafen sind erheblich umständlicher als wir es gewohnt sind. Die Fluggesellschaft verlangt beim Überschreiten der Landesgrenzen einen Nachweis, dass man das Land in das man einreist, auch direkt wieder verlassen kann sollte einem die Einreise verweigert werden – was bei EU-Bürgern hier praktisch nie passiert. Ansonsten müssen sie einen nämlich auf ihre Kosten direkt wieder mit zurück nehmen. Unsere Bootspapiere als Nachweis dass wir auf jeden Fall wieder nach Kolumbien zurück kehren, werden leider nicht akzeptiert. Es muss schon ein Bus- oder Flugticket sein. Also kaufen wir kurzerhand ein möglichst günstiges Flugticket in das übernächste Land welches wir innerhalb eines Jahres jederzeit umschreiben oder stornieren können. Das hätten wir für die abschliessende Rückreise sowieso irgendwann gebraucht.
Die Schlange vor Immigration ist ellenlang, die Beamten sind penibel und am Ende verpassen wir unseren Flieger um exakt 4 Minuten. Die Fluggesellschaft hat ein Einsehen mit den verzweifelt keuchenden Gringos (wir sind echt gerannt) und bucht uns kostenlos auf den Flug am nächsten Morgen um. Diesmal sind wir früh genug da und landen nach 3 Stunden Flugzeit in Cusco.
Im Hotel (19 USD/Nacht) können wir direkt ins Zimmer, machen dann erste Erkundungsgänge in der Stadt und besorgen Telefonkarten für Peru (sind einfach und günstig zu bekommen).
Die Stadt bietet einige Sehenswürdigkeiten wie Inkaruinen, viele Kirchen, hübsche Plätze, enge Gassen und Unmengen von Touristen. Der Reiseführer verwendet die Formulierung „von Touristen überlaufen“ und das ist nicht übertrieben. Vorteil: man spricht quasi überall etwas Englisch, stellenweise sogar Deutsch! Ist ja beinahe wie auf „Malle“ hier, nur viel kühler.
Das Stadtzentrum ist zu Fuss in 15 Minuten erreicht. Alles gruppiert sich mehr oder weniger um die „Plaza de Armas“. Das ist in Südamerika der zentrale Platz in jeder Stadt. Rundherum Kirchen, Gassen mit Hotels, Restaurants, Touranbietern und Läden jeder Art. Die Innenstadt wirkt noch recht sauber und einigermaßen gepflegt. Die Aussenbezirke machen alle einen heruntergekommenen, oft sogar verfallenen, Eindruck. Irgenwie wirkt alles etwas schmutzig. Dafür sind die Menschen aber alle guter Laune und freundlich. Nur die vielen Strassenhändler können etwas nervig sein.
Wer genug herumgelaufen ist, sitzt auf der Plaza oder in einem der vielen Cafe’s rund-herum und beobachtet das bunte Treiben. Viel interessanter als Fernsehen oder Kino.

 

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