Bolivien – La Paz…

Die Stadt liegt 3.640m hoch und hat ca. 1 Million Einwohner. Das Zentrum liegt in einem großen Talkessel der komplett zugebaut ist. Was nicht mehr ins Tal passt, verteilt sich als gigantisches Häusermeer auf der umgebenden Hochebene. Die Stadt ist die schmutzigste die wir bisher gesehen haben. Die Strassen der Randbezirke sind so schlecht, dass wir im Bus mehrfach 30cm (das ist keine Übertreibung) nach oben aus den Sitzen geschleudert werden obwohl der Bus ja nur im Kriechtempo fährt. Jetzt wird uns auch klar warum ALLE Sitze im Bus Sicherheitsgurte haben. Hergekommen sind wir eigentlich nur, weil man von hier aus unser nächstes Ziel, den größten Salzsee der Erde besuchen kann.
Wir haben ein Zimmer ganz nahe am Zentrum. Der Verkehr dort ist mörderisch. Unzählige Fahrzeuge aller Art und Strassenhändler verstopfen die engen Strassen. Unser Taxi braucht für die 1,7km vom Busbahnhof bis zum Hotel 45 Minuten! Im Zentrum ist man zu Fuss schneller unterwegs als jedes Fahrzeug.
Viel zu sehen gibt es in La Paz nicht. Wir besuchen den Hauptplatz, hier heisst er „Plaza de San Francisco“, mit der zugehörigen Kirche. Zwei Blocks daneben ist der „Hexenmarkt“. Dort gab es früher wohl Hexenzubehör wie Kräuter, Elixiere, Tinkturen und alle Arten von getrocknetem oder pulverisiertem Getier. Heute gibt es offensichtlich nur noch Touristenramsch. Hexen haben wir auch keine gesehen.
Toll war aber die Fahrt mit der „Teleferico“. Das ist zur Zeit das größte und sehr schnelle Seilbahnsystem der Welt. Aus der Stadt führen 8 verschiedene Linien in die Vorstädte. Wir fahren für 0,75 € mit der violetten Linie vom Zentrum einmal zum Endpunkt und zurück. Der Ausblick aus den Kabinen auf die Stadt ist grandios. Das System erinnert stark an die Seilbahnen in Medellin. Es verkürzt die Fahrtzeit aus dem Zentrum in die Vorstädte von 2 Stunden auf 15 Minuten. Leider ist die Kapazität des System bei weitem nicht ausgelastet. Der Großteil der Einwohner bevorzugt anscheinend immer noch das einfache Ein- und Aussteigen in die zahllosen Minibusse die ebenfalls sehr billig fahren und überall anhalten. Zur Nutzung der Seilbahn muss man erstmal eine der Stationen aufsuchen. Deshalb sind die Strassen in der Stadt immer noch hoffnunglos verstopft.

Bolivien bietet viele Aktivitäten für Abenteuerurlauber. Rund um La Paz gibt es einige leicht zu besteigende 6.000er Gipfel. Jo würde gerne die „Death-Road“-Tour machen. Man fährt (mit Guide) die gefährlichste Strasse der Welt mit dem Fahrrad über 65km von 4.650m auf 1.200m herunter. Unbefestigt, einspurig, extrem kurvig, direkt entlang von mehrere hundert Meter tiefen Abgründen ohne Leitplanken. Aber Margit erteilt striktes Fahrradverbot und mit dem Auto sind wir eine ähnliche Strecke ja schon von Cusco zum Machu Picchu gefahren.
Wir wollen von La Paz aus zum „Salar de Uyuni“, dem größten Salzsee der Erde und buchen bei einem der Anbieter direkt neben unserem Hotel eine Tour dorthin. Heute Abend geht es los.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.