Peru – Titicacasee…

In Puno, das ist der größte Ort auf der peruanischen Seite des See’s, kommen wir gegen 20:00 Uhr an. Wir werden auf irgendeiner Plaza nahe dem Zentrum abgesetzt. Kein Licht und kein Taxi in der Nähe! Also schleppen wir unsere zwei 20 kilo Reisetaschen kampfbereit durch die Dunkelheit über holperiges Pflaster, 500m weit zum Hotel. Das soll uns ein Leistungssportler bei 3.830m Höhe erst mal nachmachen. Leider hat das Hotel keinen Aufzug und unser Zimmer liegt im 3. Stock. So ein Schei….
Nach 2 Tagen im Hotel und der Stadt kriegen wir den Weg nach oben dann schon hin, ohne vor unserer Zimmertür japsend auf dem Boden zu liegen.
Am ersten Morgen nach den Frühstück (etwas dürftig) ertönt laute „Musik“ unter unserem Zimmerfenster. Wir sind ausgehfertig und sehen auf der Strasse nach. Ein Umzug mit diversen Tanz- und Musikgruppen zieht am Hotel vorbei durch die Stadt zur Plaza de Armas, ca. 2 Blocks weit weg von uns. Kinder stecken in den tollsten Kostümen und repräsentieren jeweils eine Klasse ihrer Schule. Tausende Mütter müssen Jahrhunderte an den Kostümen für die Zwerge geschneidert haben. Auf der Plaza finden wir eine schöne Bank wo wir das Spektakel an uns vorbei ziehen lassen. Die „Musik“ ist in unseren Ohren etwas gewöhnungsbedürftig. Wir erkennen keine Melodie oder Rhytmus. Es klingt eher als würde man eine Handvoll Katzen lebendig in einen Fleischwolf werfen. Aber die Zugteilnehmer präsentieren begeistert ihre Tänze dazu. Anfangs glauben wir noch, dass der Umzug nach 1-2 Stunden vorbei sein wird und gehen dann auch. Weit gefehlt. Es geht bis kurz vor Mitternacht! so weiter. Schließlich finden wir unserem „Lonely Planet“-Reiseführer die Erklärung. Puno wurde am 04.11.1668 gegründet und deshalb wird jedes Jahr um diese Zeit eine Woche lang fast rund um die Uhr gefeiert.

Der Titicacasee am Fuß der Stadt ist riesig (165x60km) und gilt als höchstes schiffbares Gewässer der Welt. Wir können aus Zeitgründen aber leider nur einen kleinen Teil des See’s erkunden.
Die Tagestouren zu den berühmten schwimmenden Inseln gibt es für 10,- €/Person direkt im Hafen. Erst geht es zu „Uros“ der „Stadt“ der schwimmenden Schilfinseln. Dort begrüßt uns der „Präsident“ eines der Eilande. Es ist ca. 50x100m groß und wird von 6 Familien (26 Leute) bewohnt die alle Arbeiten kooperativ erledigen. Wir erfahren warum und wie die Inseln gebaut wurden. Dass die Einwohner heute noch von der Jagd/Fischen und dem Sammeln von Eiern/Wasserpflanzen leben sollen, glauben wir nicht wirklich. Jedes „Haus“ auf der Insel hat eine Solarzelle mit modernster Controller/Batterietechnik für Licht, Radio und Fernsehen. Ringsum liegen Dutzende von ähnlichen Eilanden die heute alle wohl eher vom Besuch der Touristen leben.

Weiter geht es zur richtigen Insel „Taquilla“. Obwohl wir beim Buchen ausdrücklich darauf bestanden haben, keinerlei Wandertouren machen zu wollen, erklärt unser Guide nun, dass wir ca. 300m bergauf zum Ort und später, auf der anderen Seite der Insel, 528 Stufen wieder runter zum Boot wandern müssen. Margit hat aber immer noch erheblich mit der Höhe zu kämpfen (außer beim Shoppen!). Jo schaltet also in den Rittermodus und verzichtet für sein Burgfräulein edelmütig auf die Wanderung. Stattdessen fahren wir mit dem Boot zum nächsten Hafen und warten, faul in der Sonne liegend, auf die Rückkehr der Gruppe. Das Mittagessen aus dem Ort bringt unser Guide freundlicherweise für uns mit an Bord. Viel verpasst haben wir wohl nicht. Auf der Insel gibt es ein paar Inkaruinen und das Verkaufsprogramm für Touristen.

Der nächste Tag beginnt schon wieder um 5:00 Uhr Morgens. Wir müssen um 6:45 Uhr im Bus nach „La Paz“/Bolivien sitzen. Das klappt auch und diesmal haben wir vernünftige Sitze mit genügend Beinfreiheit für die 8 Stunden Fahrt. An der Grenze nach Bolivien steigen alle aus und der bolivianische Zoll kontrolliert – so wird es auch im Reiseführer beschrieben – jedes einzelne Gepäckstück. Die Kontrolle ist aber eher Augenwischerei. Margit muss lediglich einen Apfel und eine Mandarine in Peru lassen.
Nach ca. 30 Minuten sitzen wir wieder im Bus. Jo hatte schon zu Anfang der Fahrt bemerkt, dass der Bus hinten links (wir sitzen dort über der Achse) irgendein Problem mit den Bremsen hat. Die Geräusche von da lassen nichts Gutes erahnen. Kaum sind wir am Stadtrand von La Paz angekommen, verschärft sich die Sache. Es geht nur noch im Schneckentempo voran weil die Bremse wohl hängt. In der Stadt blockieren wir 30 Minuten eine Hauptkreuzung bis der Fahrer mit aufheulendem Motor genügend Druckluft erzeugt hat um die Bremse wenigstens etwas zu lösen. Die Kupplung und der Bremsbelag qualmen und stinken und wir haben schon ein bisschen Angst, dass das ganze Feuer fängt, oder wir auf dem Weg runter in die Stadt, plötzlich gar keine Bremsen mehr haben. Am Ende haben wir für den Weg vom Stadtrand bis zum Busterminal fast 2,5 Stunden gebraucht (normal wären ca. 45 Minuten).

Als nächstes werden wir unsere Weiterfahrt zum größten Salzsee der Erde den „Salar de Uyuni“ organisieren.

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