Panama – Temperatursprünge, der Kanal, die Stadt, der Papst und Anderes…

Endlich wieder ein Blogeintrag – man kommt einfach zu nichts (fast wie bei Rentnern).
Nach 3 Wochen in der Heimat ging es am 20. Januar wieder zurück nach Panama. Weil die Bahnfahrt von Frankfurt nach Hause bei der Heimreise chaotisch verlief (nur Verspätungen, Zugausfälle, Zug ohne Heizung und Licht, usw.) fahren wir diesmal mit einem Mietwagen mitten in der Nacht zum Flughafen Frankfurt.
Außentemperatur -5°C.
Mit im Gepäck: 22,5 Kilo Neu- und Ersatzteile. Wir hatten beschlossen uns nicht mehr nur auf den „alten“ Wassermacher zu verlassen und so baut Jo uns einen neuen. Dazu später mehr.
Bei der Zwischenlandung in Chicago/USA wird das Gepäck wieder vom Zoll kontrolliert. Würden wir ja auch machen wenn es da Gegenstände gibt die nach Bomben (die Hochdruckpumpe für den Wassermacher) oder Granaten (die Dichtungsmasse-Kartuschen) aussehen. Dass bei so einer Kontrolle das kleine Schloss an der Tasche aufgebrochen wird ist ja noch verschmerzbar. Dass aber die Tasche am Ende an einer Seite einen halb aufgerissenen Boden hat, ärgert uns dann schon. Gut, dass die Teile im Inneren nochmal in Plastikboxen verpackt waren, sonst wäre ein großer Teil wohl weg gewesen.
Außentemperatur in Chicago : -10°C und ca. 10cm Schnee. Da wir das Terminal nicht verlassen, merken wir davon aber nichts.

Am Abend landen wir endlich in Panama City.
Außentemperatur: 29°C, 70% Luftfeuchte.
Wir hatten uns zu Hause schon gewundert, warum im Januar auf einmal viele Hotels in Panama City ausgebucht und dann auch noch doppelt so teuer waren wie im Dezember. Auf unserem Flug von Chicago nach Panama fragte uns die Stewardess ob wir auch zum Papstbesuch nach Panama flögen…. wie Papst ??? Ausgerechnet in der Woche in der wir Panama City besuchen wollen, findet hier der Weltjugendtag 2019 statt und am Dienstag kommt „Papa Francesco“.
Wir waren ja eigentlich noch nie besondere Freunde des Papstes und der Aufwand der hier für seinen Besuch betrieben wird, ist gigantisch. Bezahlen muss das wohl die Stadt. Dafür werden dann diverse Honoratioren und Regierungsvertreter besucht. Das Kinderkrankenhaus einen Block neben unserem Hotel besucht „Papa“ nicht. Hunderttausende Jugendliche ziehen mit „Schlachtgesängen“ (Kirchenlieder sind das nicht) durch die Stadt wie bei einem grossen Fußballspiel. Nun, wer es mag…

Ab Montag hatten wir ein Mietauto zur Verfügung und besichtigten die „Miraflores“-Schleusen an der Pazifikseite des Panama Kanals. Der Kanal ist bekanntlich eine teilweise künstliche, ca. 82 Kilometer lange Wasserstraße die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Neben mehreren Frachtern können wir auch 4 Segler beim Schleusen beobachten.

Die restlichen Tage in Panama City bleibt das Auto wegen der vielen Strassensperren in der Hotelgarage.
Unser Hotel bietet jeden Tag einen kostenlosen Shuttlebus in die „Albrook Mall“ an. Das ist ein gigantisches Einkaufscenter mit weit über 700 einzelnen Geschäften aller Art. Abfahrt ist 10 Uhr, Rückfahrt um 18 Uhr. Wir wundern uns, was man da die ganze Zeit machen soll. 8 Stunden shoppen, das ist selbst Margit zuviel und wir wollen ja eigentlich nur mal kucken. Nun, wir fuhren mit und wir waren 7 Stunden dort! Um 17 Uhr hatten wir endlich genug und ließen uns mit unseren Tüten (von wegen nur mal kucken) per Taxi ins 3,8 km entfernte Hotel bringen. Für die Strecke brauchte der Taxifahrer wieder einmal unser Handy-Navi und 45 Minuten Zeit, da die Innenstadt fast komplett gesperrt war. Die letzten 500m mussten wir dann noch zu Fuss gehen.

Mittwochs ging es zu Fuß an der Promenade entlang in die Altstadt, zuvor mussten wir durch die Detektorenschleuse und hatten dann die hinter der „Avenida Balboa“ gelegene „Interamericana“ ganz für uns – autofrei wegen dem Papst. Die Promenade ist ganz hübsch als Park angelegt und man kann die ganze Bucht vor der Stadt entlang laufen. Strände gibt es hier nicht. Der Tidenhub auf der Pazifikseite beträgt über 5m.
Die Altstadt „Casca Viejo“ gefiel uns, genauso wie in Cartagena, viel besser als der neuere Stadtteil. Neben den zum Teil grenzwertig abgestützten Hausruinen gibt es auch viele wunderschöne Häuser und Kathedralen.

Donnerstags fahren wir über die beiden Brücken über den Kanal, die „Puente de las Americas“ (die ältere) und die „Puente Centenario“ (die neuere) zurück in die Marina, die Stadt ist einfach zu voll. Die Brücken überspannen nicht nur den Panamakanal auf der Pazifikseite sondern verbinden auch Nord- und Südamerika. Innerhalb von 1 Stunde wechseln wir also zweimal die Kontinente.

KYLA hat die Zeit ohne uns wieder gut überstanden. Alles trocken und schimmelfrei. Mit dem Auto erkunden wir die Umgebung, fahren zum Bunkern in die großen Supermärkte, schauen uns die Linton Bay Marina an und treffen dort sogar Bill, den Skipper von SY TaoPao. Die hatten wir in den Bahamas getroffen.

Wir besuchen „Colon“ und die Kanalschleusen „Agua Clara“ auf der Karibikseite. Das sind die erweiterten, 2016 in Betrieb genommenen Schleusen. Dort erleben wir wie der Panamax-Frachter „Malaysia“ mal eben mit 13.200 Containern beladen in die Schleuse einfährt. Die Durchfahrt durch den Kanal kostet den Frachter 900.000 USD. Die Fahrt um Kap Hoorn wäre wegen Zeit und Treibstoffverbrauch aber noch viel teurer.

Nachdem wir dann unser Auto zurückgegeben haben wurde es auch Zeit für unsere „Projekte“ an Bord. Mit einer einfachen und billigen Hochdruckpumpe aus einem Kärcher-Gerät bauen wir einen Wassermacher. Peter aus der Marina hat, während wir zu Hause waren, in den USA die Membran und das Gehäuse bestellt. Einschließlich einiger aus Deutschland mitgebrachter Teile (Hochdruck-Fittings, Hydraulikschläuche, Einstell- und Sicherheitsventil, Manometer usw.) kostet uns das alles knapp 1.100 Euro (700 Euro allein für die Membrane mit Gehäuse). Die Anlage erzeugt 60 l/h feinstes Trinkwasser – mehr als doppelt so viel wie der “alte“ Wassermacher den wir aber auch noch reparieren und als Reserve fahren. Fertige Wassermacher der 60l/h Klasse kosten mal eben 5.000 Euro.

Jetzt muss noch die sich auflösende Dichtmasse an den Rändern der Teakflächen im Cockpit erneuert werden. In der Türkei hatten wir diese Flächen beim Kauf von KYLA erneuern lassen mit der ausdrücklichen Zusicherung die Dichtmasse würde sich auch unter karibischer Sonne nicht auflösen. Da hat man uns im wahrsten Sinne des Wortes wohl „getürkt“. Die Dichtmasse hat nicht mal 2 Jahre Tropensonne überstanden. Jetzt kommt „richtig gutes Zeug“ zum Einsatz (SIS 440 Teak Deck Caulking). Mal sehen wie lange das hält.

Anschließend soll es weiter nach „San Andres“/Kolumbien gehen.

Ein Gedanke zu “Panama – Temperatursprünge, der Kanal, die Stadt, der Papst und Anderes…

  1. Hallo Weltenbummler,
    die ganzen Wassermacher bringen euch doch nicht weiter…… also einen hätte ich auf Biermacher umgebaut. Jo, da musst du noch mal ran.

    Liebe Grüße

    Kalle

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