Providencia…

hat es uns nicht leichtgemacht. Es liegt Nordnordost von San Andres und damit windwärts. Gegen 25kn Wind bei 3-4m Welle anzusegeln ist nicht so unser Ding.
Nach einer Woche Wartezeit haben sich Wind und Wellen beruhigt (15kn Nordost, 1,5-2m Welle). Wir starten am frühen Freitagmorgen. Allerdings laufen gerade die Boote einer „Ralley“ (betreutes Flottillen-Segeln) ins Fahrwasser zum Ankerplatz ein und der Portcaptain lässt uns nicht ausfahren obwohl da Platz genug wäre. Dann läuft der Frachter, der seit einer Woche vor dem Fahrwasser ankert ein. Anstatt um 6:45 Uhr dürfen wir erst um 8:00 Uhr endlich los. In der Ausfahrt kommt schon wieder die Marine längsseits und will kontrollieren. Das hätten sie auch am Ankerplatz machen können, da lagen sie direkt neben uns und haben die einlaufenden Boote beobachtet. Anscheinend macht es den Jungs spass, mit ihrem PS starken Boot den auslaufenden Seglern hinterher zu preschen. Diesmal ist die Kontrolle schon gründlicher. Alle Schränke werden geöffnet, die Polster hochgehoben und die Trennwände zu den WC-Kabinen abgeklopft. Mit 2 Stunden Verspätung sind wir endlich im freien Wasser und können Segel setzen. Aus einem leichten Halbwindkurs wird mit der Abdrift durch Wind und Welle ein Hoch-am-Wind Kurs. Wir geben ordentlich Gas sonst sind die 60nm bis Providencia nicht im Hellen zu schaffen. Das gefällt unserem Großsegel nicht so gut. Nach ¾ der Strecke gibt es ein gewaltiges RAAATSCH… und es ist in der Mitte durchgerissen. Zum Glück ist „nur“ eine Naht aufgegangen. Das kann man einfacher reparieren.

Ohne Großsegel verlieren wir deutlich Höhe und Geschwindigkeit. Das lässt sich auch mit Motor nicht völlig ausgleichen. So kommen wir erst im allerletzten Büchsenlicht am Ankerplatz in Providencia an. Es reicht noch, um das Großsegel herunter zu nehmen, dann ist es auch schon stockdunkel. Aus dem Sundowner wird dann eben ein „Moonriser“.
Der Ankerplatz „Santa Catalina Harbour“ liegt vor dem Hauptort und wird durch das Nordende Providencias sowie das direkt daneben liegende Eiland „Santa Catalina“ geschützt. Auch bei kräftigem Wind ist dasWasser wesentlich ruhiger als in San Andres.
Am nächsten Morgen funken wir Mr. Bush, den hiesigen Agenten, an um uns beim Portcaptain anzumelden. Samstags ist der zwar eigentlich nicht zu erreichen, aber Mr Bush regelt das. Er gibt auch unser Segel zur Reparatur. Wir sind gespannt wie das ausgeht denn einen richtigen Segelmacher gibt es hier nicht. Sogar das Wäschewaschen  organisiert Bush.
Providencia ist deutlich ruhiger als San Andres. Keine Touristenhorden oder Mengen von Ausflugsbooten. Die Insel ist sehr bergig und es gibt eigentlich nur eine Strasse rundherum an der Küste entlang. Der Hauptort „Santa Isabel“ ist klein und quirlig. Es gibt zwar keine Eiswürfel zu kaufen aber in einer der drei Ferreterias finden wir tatsächlich ein Komplettset zum Auffüllen von Kältemittel in Kühlanlagen (inkl. 2 kleiner Frigen-Kartuschen: 45,- Euro). Damit sind wir jetzt unabhängig falls unsere Kühlschränke nochmal was brauchen.
Mit einem Golfkart fahren wir gemütöich zweimal um die ganze Insel und erkunden die Strände. Wirklich schön sind die in der „Southwest Bay“ (Lee-Seite) und in der „Machineel Bay“ (Luv-Seite).

Die Nachbarinsel Santa Catalina ist über eine Schwimmbrücke nur zu Fuss (oder per Dingi) zu erreichen. Dort gibt es ein paar nette Restaurants, die kläglichen Reste eines alten Fort’s auf einem Hügel über der Bucht und sonst: Ruhe.

Insgesamt hat uns Providencia sehr viel besser gefallen als San Andres.

Nachdem wir gestern endlich unser Segel zurück bekommen haben – die Reparatur sieht „naja“ aus, mal sehen wie lange das hält – geht es ab heute weit draußen vor der Küste Nicaragua’s, nach Norden, dann links ab, quer über die flache Nicaragua-Bank und an der,Küste Honduras entlang bis Isla Roatan/Honduras. Dann sind wir wieder mal für 3-4 Tage „offline“.
Wir wären sowieso erst Samstags ausgelaufen weil Margit nach dem Pech mit dem Großsegel bedenken hatte an einem Freitag auszulaufen.