Frohe Ostern…

Frohe Ostern

 

 

 

 

 

Wir sind gerade in Livingston, haben ausklariert und werden den Rio Dulce morgen verlassen. Der Schlepper über die Barre ist schon bestellt.
Nach einem Tag Pause (der Wind passt noch nicht) geht es dann weiter nach Mexico.

Nach der Rückkehr von unserer Rundreise, ging es Schlag auf Schlag.
Nachmittags wurde eingekauft, dann kam der Polsterer der neue Abdeckungen für das Dingi (330 USD) und den Aussenborder (35 USD) angefertigt hatte.
Am nächsten Morgen ging es zu Toms Sailloft um die erstklassig überholten Segel abzuholen. Tom hat auch noch die obere Führungshülse für das Spinnakerfall wieder angenietet (die war ja beim Einschleppen rausgerissen). Wir hatten zwar die passenden Nieten aber keine Nietzange die groß genug war.
Die ganze letzte Nacht vor Anker in Cayo Quemado hat es kräftig geregnet. Das spart uns eine Deckswäsche und hebt den Wasserstand  im Fluß vielleicht ein wenig an. Wir können jeden zusätzlichen Zentimer gebrauchen.
Bei Ausklarieren durchstreifen wir noch Livingston. Der Ort ist sehr lebendig. Hunderte Touristen werden jeden Tag per Boot hierher gebracht. Was genau die hier wollen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Strände an den Ortsrändern sind mehr als bescheiden. Vielleicht ist es einfach der Reiz, einen Ort zu besuchen zu dem keine Straße führt.

 

Yaxha…

ist auch eine alte Maya-Ruinenstadt. Sie liegt ca. 60km von Flores entfernt aber eher in nordöstlicher Richtung. Der Bus braucht (wie nach Tikal) ca. 1,5 Stunden bis dahin.
Yaxha ist insgesamt erheblich gößer als Tikal aber nicht ganz so eindrucksvoll weil viele Tempel noch nicht ausgegraben wurden. Das hat hauptsächlich finanzielle Gründe. Alle Ruinen die ausgegraben und restauriert werden, müssen natürlich auch für die Besucher „erhalten“ werden. Das kostet jede Menge Geld. In Yaxha gibt es aber mindestens 500 „Tempel“. Da ist es einfacher und billiger die nicht ganz so imposanten Bauwerke unter der natürlichen „Schutzschicht“ aus Erde und Pflanzen zu lassen.
In seiner besten Zeit umfasste Yaxha ein Gebiet von etwa 1.200 km2 (Tikal 65 km2) und wurde, alle Trabantenstädte eingerechnet, von geschätzten 2 Millionen Menschen bewohnt.
Das konnte ja nicht allzu lange gut gehen. Nachdem die Resourcen (hauptsächlich Holz und fruchtbarer Boden) erschöpft waren, wurde der Siedlungsraum (genau wie Tikal) irgendwann aufgegeben. Ein Schicksal das nicht nur antike, sondern auch alle modernen Großstädte der Erde irgendwann ereilen wird.
Wir werden (alles vorher organisiert) um 12:00 Uhr in Flores in einen Bus gesetzt. Leider ist unser Reiseleiter spät dran und als er uns endlich „unseren“ Bus zeigt, ist der schon ziemlich voll. Wir kriegen nur noch Sitzplätze auf den Notsitzen. Das ist, bei dem was wir bezahlt haben, nicht akzeptabel und wir werden es ensprechend reklamieren.
Dafür ist der Guide in Yaxha selber wieder erstklassig. Neben jeder Menge Infos sorgt er auch dafür, dass wir früh genug auf dem „Tempel 216“ sind. Da dürfen nur 80 Personen raufklettern um den Sonnenuntergang zu beobachten. Weil wir früh dran sind, kriegen wir gute Plätze müssen aber auch eine ganze Stunde auf den Sonnenuntergang warten. Später wird es richtig voll und Jo kriegt Panikattacken wenn kleine Kinder 0,5m (!!!) vor der 50m hohen Kante in den Abgrund herumlaufen.
Fünf holländische Teenager in der Reihe vor uns plappern unermüdlich über ihre neuesten amourösen Abenteuer und interessieren sich keinen Deut für den Sonnenuntergang. Warum die überhaupt hier rauf geklettert sind, ist uns ein Rätsel.

Nach dem spektakulären Sonnenuntergang geht es so schnell wie möglich zurück zum Bus. Wir wollen die Rückfahrt nicht auch noch auf den Notsitzen verbringen und sind tatsächlich als Erste im Bus. Der Fahrer hat es, warum auch immer, sehr eilig und überholt ohne Rücksicht auf die Federung alle vor uns fahrenden Busse auf den ersten 10 km der zeimlich löchrigen Dschungelpiste.
Nach einem excellenten Abendessen in Flores geht es zurück ins Hotel.
Jetzt sind wir gerade im Bus unterwegs nach Rio Dulce. KYLA wartet.

Die nächsten Blogeinträge werden etwas dauern. Wir wollen am 21.04. den Rio verlassen und dann die ersten 100 nm hinter den Riffen von Belize nach Norden segeln bis es dort zu flach wird. Danach geht es nochmal ca. 250 nm durch die karibische See bis zu den „Islas Mujers“ in Mexico. Da wid es dann wieder Internet geben.

Tikal…

ist eine uralte Maya Ruinenstadt und das wichtigste Touristenziel in Guatemala. Es liegt ein wenig abgelegen im Dschungel und wird gewöhnlich von einem der Orte am See „Lago de Peten Itzal“, ca. 60 km südlich davon, besucht. Von diesen Orten  kann man auch relativ einfach einige weitere, interessante Maya Ruinen in Belize und Mexico besuchen.
Wir wollen unseren Tikal-Besuch von „Flores“, einer kleinen Insel in diesem See starten. Um nach Flores zu kommen, fahren wir mit dem Bus, von Antigua aus, 13 Stunden. Per Flieger (Guatemala City -> Santa Elena) ist der Weg in ca. 5 Stunden zu schaffen (davon 1 Stunde reine Flugzeit) kostet aber auch 250 USD mehr.
Die Fernbusse hier sind leider bei Weitem nicht so komfortabel wie im übrigen Süd-/Mittelamerika. Obwohl wir „Touristenklasse“ reisen, sind Platz/Komfort arg einge-schränkt. Mit ein paar Pausen geht es aber und um ca. 20:00 Uhr sind wir in Flores. Dort erwartet uns schon ein Guide der uns zum Hotel bringen soll. Da müssen wir leider zu Fuß hingehen (ca. 1km) weil der Ort wegen einer Prozession wieder für Autos gesperrt ist.
Von Flores kann man Tikal nach 1,5 stündiger Busfahrt besuchen. Die Busse fahren 4:30, 8:00 und 12:00 Uhr hin. Welche Rückfahrt man nimmt steht einem frei. Ticket’s für Tikal gibt es übrigens nur im Voraus, nicht am Parkeingang! Wer kein Ticket hat, kommt in Flores gar nicht erst in einen Bus.
Tikal ist heiß – SEHR HEIß. Obwohl es erst April ist, schießen die Temperaturen nach Sonnenaufgang schnell nach oben und erreichen ab Mittags locker über 40°C bei 80-90% Luftfeuchte. Für Touristen ist daher eine der morgendlichen Touren „gesünder“. Dann ist die Anlage auch noch nicht von Besuchern überlaufen.
Bei uns ist ja alles schon organisiert und wird werden um 3:00 Uhr (!!!) abgeholt um dem Sonnenaufgang vom Tempel 4 der Anlage zusehen zu können. Im Dunkeln (der Guide hat natürlich eine Lampe) wandern wir vom Besuchercenter ca. 45 Minuten durch den Dschungel zum Tempel. Noch ist es „kühl“ (25°C) aber sehr feucht und wir kommen etwas verschwitzt über eine Holztreppe auf dem ca. 60m hohen Aussichtspunkt auf Tempel 4 an. Hier sitzen wir sozusagen vor dem „House of the rising sun“. Die Gespräche verstummen nach und nach und man lauscht andächtig, mancher auch etwas ehrfürchtig, den Geräuschen aus dem Dschungel unter einem bis die Sonne über den Horizont steigt.
Bei unserem Besuch ist es zwar stark bewölkt, aber trotzdem bleibt es ein unvergessliches Erlebnis. Die Bewölkung kommt uns in den folgenden Stunden noch zugute, denn die Temperaturen bleiben bei erträglichen 25°C. Dem Guide bei 40°C durch die ausgedehnte Anlage zu folgen ist sicher weniger angenehm. Einige der Tempelpyramiden kann man erklettern. Das hätten wir bei höheren Temperaturen wohl nicht geschafft.
Nach Tempel 4, werden die „Gringos“ einem besser Englisch sprechenden Guide zugeteilt. „Toni“ sieht aus, als wäre er gerade unter einer Brücke hervorgekrochen und seine Stimme klingt, als hätte er zum Frühstück eine Flasche Whiskey und 2 Joints konsumiert. Das hat aber den Vorteil, dass man ihm genau zuhören muss wenn man ihn verstehen möchte. Er führt uns durch den Rest der Anlagen und besticht nicht nur durch sein profundes Wissen. Er ist der lustigste Guide seit langem – und das am frühen Morgen. Wir haben den Verdacht, dass er irgendwas „genommen“ hat.

Gegen 11:00 Uhr sammeln sich die „Frühtourer“ wieder am Besuchercenter und mit dem Bus geht es zurück nach Flores. Das Inselchen ist komplett zugebaut. Es kann auf der Promenade in 30 Minuten umwandert werden. Hotels, Bars, Restaurants und Reisebüros, prägen das Ortsbild. Die Preise sind „touristisch“. Man lässt sich Lage und Aussicht auf den See gut bezahlen. Die üblichen Longdrinks gibt es zwar schon ab 10 Quetzals (Happy-Hour) aber die Gläser sind winzig klein und Alkohol ist anscheinend auch keiner drin.
Für Selbstversorger gibt es zum Glück einen Supermarkt mit ausgezeichnetem Rum (Jo schwört auf 8 Jahre alten Botran, 75 Quetzals) zu angemessenen Preisen. Nach dem Einkauf, der langen gestrigen Anfahrt und der kurzen Nacht vor unserem Tikal-Besuch, schaffen wir es Nachmittags leider nicht mehr in den Pool unseres Hotels. Wir müssen erstmal etwas Schlaf nachholen.

Nächstes Ziel „Yaxha“ auch eine recht große Maya-Ruinenstadt.

Lago Atitlan…

wird wegen seiner malerischen Lage, umgeben von schlafenden Vulkanen, oft als der schönste See der Welt bezeichnet.
Von Antigua aus ist man mit dem Bus in ca. 3 Stunden da. Massen von Touristen werden mit Booten über den See zu den Orten am Seeufer gebracht. Wir besuchen auf unserem Tagesausflug nacheinander San Juan, San Pedro und Santiago de Atitlan. Da gibt es jeweils eine alte Kirche und Unmengen von Touristenläden zu sehen. Der Tourguide erzählt ein wenig zur Historie und ist ziemlich beschäftigt damit, dass einige recht eigenwillige Mitglieder unserer Gruppe (20 Leute) unterwegs nicht verloren gehen.
In San Juan bekommen wir gezeigt, wie man hier Baumwolle zu bunten Stoffen verarbeitet. Nur mit natürlichen Farbstoffen aus Blättern, Rinde oder Früchten werden erstaunlich kräftige und haltbare Farben erzeugt. Die gefärbte Baumwolle wird mit dem Saft aus dem Stamm von Bananenpflanzen „fixiert“ und von Hand zu Tuch gewebt. Margit gönnt sich einen der schönen Schals (500 Quetzals).
Wie man aus Kakaofrüchten Schokolade macht, wird uns auch nochmal gezeigt. Dass die rohen Kakaobohnen nach dem fermentieren bis zu 70% Alkohol enthalten war uns allerdings neu. Jo will denn auch gleich das Mittagessen daraus machen wird aber von Margit wieder gebremst.
Insgesamt erinnert der Tag schon ein bisschen an eine „Butterfahrt“. Der See selber ist zwar wirklich hübsch gelegen und einen Besuch sollte man keinesfalls verpassen, aber als schönster See der Welt würden wir ihn nicht bezeichnen. In europäischen Gebirgen gibt es sicher schönere Seen.

 

 

Antigua…

ist nicht nur eine Insel in der Karibik sondern auch ein altes Städtchen und eine sehr bekannte Touristenattraktion in Guatemala.

Weil wir wieder mal in Zeitdruck sind – die nächste Springflut um aus dem Rio Dulce wieder raus zu kommen, ist am 21.04. – buchen wir bei riodulcetravel.com eine mehrtägige Rundfahrt zu den wichtigsten Zielen. Das ist nicht ganz billig (900 Euro für 6 Tage) aber man muss sich um nichts kümmern (Hotels, Transporte per Bus, Eintritte, englische Guides – alles inklusive).
Das Städchen Antigua ist unser erstes Ziel nach einer achtstündigen Busfahrt. Es gefällt uns ausgezeichnet. Umgeben von hohen Vulkankegeln liegt es im Landesinneren auf ca. 1.550m Höhe. Tagsüber angenehme 25°C, trockene glasklare Luft. Wir haben es wieder geschafft, zu einem besonderen Anlass hier zu sein. In einer Woche ist Ostern. Für die streng katholischen Guatemalteken dass wichtigste Fest des Jahres. Schon jetzt finden ständig Prozessionen statt. Dazu werden die Straßen mit phantastischen Bildern aus gefärbten Sägespänen geschmückt. Diese Teppiche gibt es nur einmal im Jahr zu sehen.
Die Stadt ist echt schön, alles kleine, alte Häuser mit maximal 2 Stockwerken. Von außen sehen sie recht unscheinbar aus, aber im Inneren finden sich wahre Paradiese. Die Preise sind entsprechend, locker mal 500.000 USD für so ein Schmuckstück.
Obwohl es sehr viele Touristen in der Stadt gibt – Antigua ist auch bekannt für seine vielen ausgezeichneten Sprachschulen – fällt das kaum auf. In den engen gepflasterten Gassen verlaufen sich die. Alles ist sehr sauber und gepflegt. Die Atmosphäre ist irgendwie gelöst. Essen und Getränke sind relativ günstig und die Leue freundlich. Nur die vielen Straßenverkäufer können etwas lästig werden. Aber das ist ja für viele Leute hier auch die einzige Möglichkeit sich etwas Geld zu verdienen.
Diego ist unser Guide für eine Citytour. Er zeigt uns die wichtigen Plätze und gibt unzählige Hintergrundinformationen. Wir wussten z.B. nicht, dass es deutliche Hinweise darauf gibt, dass die Maya (ca. 60% der Guatemalteken sind „echte“ Maya) vor etlichen 10.000 Jahren aus Asien, hauptsächlich aus der Mongolei, eingewandert sind. Das würde zur Physiognomie passen.
Für die Maya war Jade früher wichtiger als Gold. Es gab einen regelrechten Kult darum. Auch heute noch wird in Guatemala Jade gefördert. Einige Arten wie rosafarbige Jade gibt es nur hier. Im Jademuseum erfahren – wir sogar auf Deutsch – mehr darüber. Aus Asien haben die Maya wahrscheinlich auch den Brauch mitgebracht, jedem Datum ein Tierzeichen zuzuorden. In einem dicken Buch finden wir unsere Geburtsdaten. Demnach ist Jo Fledermaus. Damit dürfte die Besetzung der Hauptrolle im nächsten Batman Film klar sein. Margit ist Biene. Gibt es schon einen Biene Maja Film?

 

Unser nächstes Ziel ist der „Lago Atitlan“.

Rio Dulce – San Felipe…

ist ein kleine, noch gut erhaltene Festung am Rio Dulce direkt am Eingang zum Lago Izabal. Mit einem Taxi ist man in 5 Minuten da. Der Eintritt kostet uns etwas Überwindung sollen wir als Ausländer doch 75 Quetzals (ca. 8 Euro) zahlen. Einheimische bezahlen 25 Quetzals.
Man wandert durch einen kleinen Park zur Festung. Heute ist wohl Ausflugstag denn jede Menge Schulklassen belagern den Eingang. Die Festung selbst ist wirklich klein. Irgendwie scheint sie an die Körpergröße der Maya angepasst zu sein, obwohl sie von Spaniern erbaut wurde.
Jedenfalls passt nur eine begrenzte Anzahl von Leuten hinein und ein paar Schulklassen werden erstmal weg geschickt. Wir sind nur zu zweit und dürfen rein, haben ja auch 3 mal soviel bezahlt. Nach 15 Minuten ist man durch. Auch durchgeschwitzt denn es ist brüllend heiss und kein Windhauch in Sicht. Mit dem Boot mal an der Festung vorbei zu fahren hätte auch gereicht.

 

Rio Dulce – Werft

Obwohl die „MAR Marina“ unsere Reservierungsanfrage nicht beantwortet hat, fahren wir einfach mal hin und legen uns an einen T-Steg. Gut gewählt, wir können mindestens 4 Wochen da bleiben – was wir eigentlich gar nicht wollen. Der Monatspreis wäre 270 USD.

Noch am gleichen Nachmittag besuchen wir die gegenüber liegenden Werftbetriebe. Wieder haben wir Glück. Die „RAM Marina“ und Werft kann uns am nächsten Tag Kranen (obwohl das ein Sonntag ist) und Karin, die Managerin, macht uns ein unschlagbares Angebot:
Kranen                                                 338,- USD (raus und rein)
Unterwasserschiff Sandstrahlen      750,- USD (Entfernung aller alten Farbschichten)
2K Epoxy Versiegelung                     450,- USD
(3 Lagen machen den Rumpf absolut wasserundurchlässig – nie mehr Sorgen wegen Osmose)
Arbeitslohn                                           300,- USD (!!!)
Kleinmaterial                                          85,- USD (Schleifscheiben, Pinsel, Masken usw.)
2 Lagen Hartantifouling                     1.100,- USD
(Pettit Trinidad 75H für professionelle Anwendung)

Das ganze innerhalb von ca. 10 Tagen (ist natürlich wetterabhängig).
Wir können per Kreditkarte, in Bar (Quetzals, Dollar, Euro) oder Paypal  bezahlen.
Im Verhältnis ist das Antifouling der größte Posten – es hält aber angeblich auch mehrere Jahre.
Weil KYLA nicht, wie andere Boote, im 6 Monatsrythmus an Land steht und der Unterwasser-Rumpf dann austrocknen kann, hatten wir eine Epoxy Versiegelung schon mal vor dem Start unserer Reise angefragt. Die war in Europa aber unbezahlbar.
Viele Yachties lassen ihr Boot hier neu lackieren. Die sehen danach aus wie neu. Richard, der Werfteigner, ist ganz stolz auf seine deutschen Spritzpistolen. Das wären die besten der Welt (kosten aber auch 1.000 USD/Stück). Eine Rumpf-lackierung würde für KYLA ca. 6.000 USD aber auch mindestens 4 Wochen Zeit kosten. Zu Hause wäre der Peis etwa 3x so hoch.
Die Werft ist sehr großzügig angelegt, alles ist sauber und gepflegt, auch die Sanitäranlagen. Die Waschmaschinen waschen mit richtig heißem Wasser. Sowas gab’s zuletzt in Brunswick/USA. Das ist bei Weitem die beste Werft seit Reisebeginn. Es gibt Westmarine auf dem Gelände (da aber leider auch Westmarine Preise) ein kleines Restaurant mit gut bestücktem Lebensmittel-Shop, Geldautomat, Tankstelle, günstige Zimmer, 24/7 Security usw.

Mit Zeitangaben in Zentralamerika muss man ja vorsichtig sein, aber alle vereinbarten Arbeiten und noch einige zusätzliche Klein-Aufträge werden umgehend und in sehr guter Qualität ausgeführt. Es sind halt Profis am Werk. Wir selber verkürzen unsere ToDo-Liste um 23 Punkte während die Jung’s am Rumpf arbeiten. Die schwitzen selbst in ihrer provisorischen Schutzkleidung nicht, wogegen wir gar nicht so schnell trinken können wie wir schwitzen.
Leider haben wir nicht bedacht, dass wir hier bei der Bezahlung in Bar-Euros nur 1 Dollar für 1 Euro bekommen. Das ist beim aktuellen Kurs (1,12 USD/Euro) ein ganz mieses Verhältnis. Paypal verweigert Zahlung nach Guatemala komplett.
Bei direkter Kreditkarten-Zahlung müssten wir 11% Steuern zahlen – die bei Barzahlung entfallen. Da wir die Versiegelung des Unterwasserschiffes eigentlich nicht geplant hatten, reichen auch unsere Bar-USD nicht zur Bezahlung.
Also sieht man uns in den letzten beiden Werft-Tagen zum Geldautomaten rennen und Bargeld in der Landeswährung Quetzals (GTQ) abheben. Eigentlich gibt es max. 2.000 GTQ pro Tag/Person (ca. 235 Euro) aber wir finden an der Shell Tankstelle gleich nebenan einen Automaten der zusätzlich 3×2000 GTQ hintereinander ausgibt. Hoffentlich ist unser Kreditkartenanbieter nicht der Meinung hier wäre etwas nicht in Ordnung und sperrt die Karten.

Schließlich haben wir die knapp 29.000 GTQ zusammen und dafür insgesamt nur 60 USD Gebühren bezahlt.

Nach 13 Tagen sind wir wieder im Wasser. Die nebenan liegende „Nana Juana“ Marina und Werft hat zwar den schönsten Pool aber leider keinen vernünftigen Liegeplatz für uns (Monatspreis hier 260 USD). Also wieder zur MAR Marina an den „alten“ Liegeplatz. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben und Landausflüge unternehmen.
Das Städtchen Fronteras gegenüber der Werft hatten wir schon mal für Einkäufe und Ersatzteile besucht.