Rio Dulce – Werft

Obwohl die „MAR Marina“ unsere Reservierungsanfrage nicht beantwortet hat, fahren wir einfach mal hin und legen uns an einen T-Steg. Gut gewählt, wir können mindestens 4 Wochen da bleiben – was wir eigentlich gar nicht wollen. Der Monatspreis wäre 270 USD.

Noch am gleichen Nachmittag besuchen wir die gegenüber liegenden Werftbetriebe. Wieder haben wir Glück. Die „RAM Marina“ und Werft kann uns am nächsten Tag Kranen (obwohl das ein Sonntag ist) und Karin, die Managerin, macht uns ein unschlagbares Angebot:
Kranen                                                 338,- USD (raus und rein)
Unterwasserschiff Sandstrahlen      750,- USD (Entfernung aller alten Farbschichten)
2K Epoxy Versiegelung                     450,- USD
(3 Lagen machen den Rumpf absolut wasserundurchlässig – nie mehr Sorgen wegen Osmose)
Arbeitslohn                                           300,- USD (!!!)
Kleinmaterial                                          85,- USD (Schleifscheiben, Pinsel, Masken usw.)
2 Lagen Hartantifouling                     1.100,- USD
(Pettit Trinidad 75H für professionelle Anwendung)

Das ganze innerhalb von ca. 10 Tagen (ist natürlich wetterabhängig).
Wir können per Kreditkarte, in Bar (Quetzals, Dollar, Euro) oder Paypal  bezahlen.
Im Verhältnis ist das Antifouling der größte Posten – es hält aber angeblich auch mehrere Jahre.
Weil KYLA nicht, wie andere Boote, im 6 Monatsrythmus an Land steht und der Unterwasser-Rumpf dann austrocknen kann, hatten wir eine Epoxy Versiegelung schon mal vor dem Start unserer Reise angefragt. Die war in Europa aber unbezahlbar.
Viele Yachties lassen ihr Boot hier neu lackieren. Die sehen danach aus wie neu. Richard, der Werfteigner, ist ganz stolz auf seine deutschen Spritzpistolen. Das wären die besten der Welt (kosten aber auch 1.000 USD/Stück). Eine Rumpf-lackierung würde für KYLA ca. 6.000 USD aber auch mindestens 4 Wochen Zeit kosten. Zu Hause wäre der Peis etwa 3x so hoch.
Die Werft ist sehr großzügig angelegt, alles ist sauber und gepflegt, auch die Sanitäranlagen. Die Waschmaschinen waschen mit richtig heißem Wasser. Sowas gab’s zuletzt in Brunswick/USA. Das ist bei Weitem die beste Werft seit Reisebeginn. Es gibt Westmarine auf dem Gelände (da aber leider auch Westmarine Preise) ein kleines Restaurant mit gut bestücktem Lebensmittel-Shop, Geldautomat, Tankstelle, günstige Zimmer, 24/7 Security usw.

Mit Zeitangaben in Zentralamerika muss man ja vorsichtig sein, aber alle vereinbarten Arbeiten und noch einige zusätzliche Klein-Aufträge werden umgehend und in sehr guter Qualität ausgeführt. Es sind halt Profis am Werk. Wir selber verkürzen unsere ToDo-Liste um 23 Punkte während die Jung’s am Rumpf arbeiten. Die schwitzen selbst in ihrer provisorischen Schutzkleidung nicht, wogegen wir gar nicht so schnell trinken können wie wir schwitzen.
Leider haben wir nicht bedacht, dass wir hier bei der Bezahlung in Bar-Euros nur 1 Dollar für 1 Euro bekommen. Das ist beim aktuellen Kurs (1,12 USD/Euro) ein ganz mieses Verhältnis. Paypal verweigert Zahlung nach Guatemala komplett.
Bei direkter Kreditkarten-Zahlung müssten wir 11% Steuern zahlen – die bei Barzahlung entfallen. Da wir die Versiegelung des Unterwasserschiffes eigentlich nicht geplant hatten, reichen auch unsere Bar-USD nicht zur Bezahlung.
Also sieht man uns in den letzten beiden Werft-Tagen zum Geldautomaten rennen und Bargeld in der Landeswährung Quetzals (GTQ) abheben. Eigentlich gibt es max. 2.000 GTQ pro Tag/Person (ca. 235 Euro) aber wir finden an der Shell Tankstelle gleich nebenan einen Automaten der zusätzlich 3×2000 GTQ hintereinander ausgibt. Hoffentlich ist unser Kreditkartenanbieter nicht der Meinung hier wäre etwas nicht in Ordnung und sperrt die Karten.

Schließlich haben wir die knapp 29.000 GTQ zusammen und dafür insgesamt nur 60 USD Gebühren bezahlt.

Nach 13 Tagen sind wir wieder im Wasser. Die nebenan liegende „Nana Juana“ Marina und Werft hat zwar den schönsten Pool aber leider keinen vernünftigen Liegeplatz für uns (Monatspreis hier 260 USD). Also wieder zur MAR Marina an den „alten“ Liegeplatz. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben und Landausflüge unternehmen.
Das Städtchen Fronteras gegenüber der Werft hatten wir schon mal für Einkäufe und Ersatzteile besucht.