Tikal…

ist eine uralte Maya Ruinenstadt und das wichtigste Touristenziel in Guatemala. Es liegt ein wenig abgelegen im Dschungel und wird gewöhnlich von einem der Orte am See „Lago de Peten Itzal“, ca. 60 km südlich davon, besucht. Von diesen Orten  kann man auch relativ einfach einige weitere, interessante Maya Ruinen in Belize und Mexico besuchen.
Wir wollen unseren Tikal-Besuch von „Flores“, einer kleinen Insel in diesem See starten. Um nach Flores zu kommen, fahren wir mit dem Bus, von Antigua aus, 13 Stunden. Per Flieger (Guatemala City -> Santa Elena) ist der Weg in ca. 5 Stunden zu schaffen (davon 1 Stunde reine Flugzeit) kostet aber auch 250 USD mehr.
Die Fernbusse hier sind leider bei Weitem nicht so komfortabel wie im übrigen Süd-/Mittelamerika. Obwohl wir „Touristenklasse“ reisen, sind Platz/Komfort arg einge-schränkt. Mit ein paar Pausen geht es aber und um ca. 20:00 Uhr sind wir in Flores. Dort erwartet uns schon ein Guide der uns zum Hotel bringen soll. Da müssen wir leider zu Fuß hingehen (ca. 1km) weil der Ort wegen einer Prozession wieder für Autos gesperrt ist.
Von Flores kann man Tikal nach 1,5 stündiger Busfahrt besuchen. Die Busse fahren 4:30, 8:00 und 12:00 Uhr hin. Welche Rückfahrt man nimmt steht einem frei. Ticket’s für Tikal gibt es übrigens nur im Voraus, nicht am Parkeingang! Wer kein Ticket hat, kommt in Flores gar nicht erst in einen Bus.
Tikal ist heiß – SEHR HEIß. Obwohl es erst April ist, schießen die Temperaturen nach Sonnenaufgang schnell nach oben und erreichen ab Mittags locker über 40°C bei 80-90% Luftfeuchte. Für Touristen ist daher eine der morgendlichen Touren „gesünder“. Dann ist die Anlage auch noch nicht von Besuchern überlaufen.
Bei uns ist ja alles schon organisiert und wird werden um 3:00 Uhr (!!!) abgeholt um dem Sonnenaufgang vom Tempel 4 der Anlage zusehen zu können. Im Dunkeln (der Guide hat natürlich eine Lampe) wandern wir vom Besuchercenter ca. 45 Minuten durch den Dschungel zum Tempel. Noch ist es „kühl“ (25°C) aber sehr feucht und wir kommen etwas verschwitzt über eine Holztreppe auf dem ca. 60m hohen Aussichtspunkt auf Tempel 4 an. Hier sitzen wir sozusagen vor dem „House of the rising sun“. Die Gespräche verstummen nach und nach und man lauscht andächtig, mancher auch etwas ehrfürchtig, den Geräuschen aus dem Dschungel unter einem bis die Sonne über den Horizont steigt.
Bei unserem Besuch ist es zwar stark bewölkt, aber trotzdem bleibt es ein unvergessliches Erlebnis. Die Bewölkung kommt uns in den folgenden Stunden noch zugute, denn die Temperaturen bleiben bei erträglichen 25°C. Dem Guide bei 40°C durch die ausgedehnte Anlage zu folgen ist sicher weniger angenehm. Einige der Tempelpyramiden kann man erklettern. Das hätten wir bei höheren Temperaturen wohl nicht geschafft.
Nach Tempel 4, werden die „Gringos“ einem besser Englisch sprechenden Guide zugeteilt. „Toni“ sieht aus, als wäre er gerade unter einer Brücke hervorgekrochen und seine Stimme klingt, als hätte er zum Frühstück eine Flasche Whiskey und 2 Joints konsumiert. Das hat aber den Vorteil, dass man ihm genau zuhören muss wenn man ihn verstehen möchte. Er führt uns durch den Rest der Anlagen und besticht nicht nur durch sein profundes Wissen. Er ist der lustigste Guide seit langem – und das am frühen Morgen. Wir haben den Verdacht, dass er irgendwas „genommen“ hat.

Gegen 11:00 Uhr sammeln sich die „Frühtourer“ wieder am Besuchercenter und mit dem Bus geht es zurück nach Flores. Das Inselchen ist komplett zugebaut. Es kann auf der Promenade in 30 Minuten umwandert werden. Hotels, Bars, Restaurants und Reisebüros, prägen das Ortsbild. Die Preise sind „touristisch“. Man lässt sich Lage und Aussicht auf den See gut bezahlen. Die üblichen Longdrinks gibt es zwar schon ab 10 Quetzals (Happy-Hour) aber die Gläser sind winzig klein und Alkohol ist anscheinend auch keiner drin.
Für Selbstversorger gibt es zum Glück einen Supermarkt mit ausgezeichnetem Rum (Jo schwört auf 8 Jahre alten Botran, 75 Quetzals) zu angemessenen Preisen. Nach dem Einkauf, der langen gestrigen Anfahrt und der kurzen Nacht vor unserem Tikal-Besuch, schaffen wir es Nachmittags leider nicht mehr in den Pool unseres Hotels. Wir müssen erstmal etwas Schlaf nachholen.

Nächstes Ziel „Yaxha“ auch eine recht große Maya-Ruinenstadt.

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