Mexico – Puerto Morelos…

genauer: die Marina El Cid nahe am Ort Puerto Morelos in Mexico.
Nach 2 Tagen hoch am Wind haben wir hier am 24.04.19 gestoppt. Isla Mujeres hätten wir sonst erst im Dunkeln erreicht. Die Strömung schob zusätzlich zum Wind und wir erreichten trotz gereffter Segel spielend 8-9 kn Fahrt über Grund. Damit waren wir sehr viel schneller als geplant. Letztlich sind wir nicht hinter den Riffen von Belize gefahren sondern außen vor. Das war ganz gut so, denn den Kanal (ca. 10nm lang) von Belize City ins freie Wasser passieren wir um 3 Uhr Nachts. Als wir dort vorbeikommen, laufen gerade ein Frachter und drei Kreuzfahrer in den Kanal ein. Die Kanallotsen hätten uns da gar nicht durchgelassen.
Puerto Morelos wird im Handbuch als „nice stop“ auf dem Weg nach Islas Mujeres beschrieben. Der Ort selbst ist ca. 3km von der Marina entfernt und wir besuchen ihn mit den Leihfahrrädern der Marina. Auch wenn es nur 3km sind: nie wieder Fahrradfahren unter mexikanischer Sonne. Danach sind wir völlig am Ende. Wochen und Monate auf einem Boot gehen massiv auf die Kondition. Als Ausgleich finden wir einen excellent ausgestatteten Supermarkt („Chedraui“ direkt neben dem Kunstmarkt) im Ort.

Die Marina ist modern, sauber und gepflegt. Das zugehörige „all inklusive“ Hotel mit toller Poolanlage ebenso. Wir können hier auch einklarieren. Das ist allerdings deutlich teurer als in Islas Mujeres weil es hier nur mit Agent geht. Dafür kommen aber auch alle Beteiligten zum Boot. Nur um das Boot vorübergehend zu importieren müssen wir nach Cancun, aber da wollten wir sowieso hin.
Das machen wir dann auch Montags mit dem Mietauto (gibt es relativ preiswert im Hotel). Man liest ja viel über korrupte Polizisten, besonders im Bereich der Halbinsel Yucatan. Leider erwischt es auch uns. Auf dem Weg nach Cancun werden wir ohne erkennbaren Grund herausgewunken. Obwohl wir beide Sicherheitsgurte tragen, behaupten sie Margit hätte ihren nicht an gehabt und wollen dafür 180 USD kassieren. Jo weigert sich. Dann wollen sie plötzlich 1.800 Pesos (ca. 85 Euro). Jo weigert sich wieder. Schließlich schlagen sie vor, dass wir gegen Zahlung von 1.000 Pesos – natürlich ohne Quittung – den Führerschein zurück bekommen und keine Anzeige erstattet wird.
Wutschnaubend bezahlen wir. Die gesamte Kommunikation läuft über Google Translator auf den privaten Handys der Polizisten. Sehr clever, dass ist jetzt alles auf einem Google Server gespeichert. Aber hier in Mexico da ran zu kommen wird schwierig bis unmöglich.
Am liebsten würden wir sofort zum Boot zurück fahren und Mexico auf der Stelle verlassen. Gibt es überhaupt etwas verabscheuungwürdigeres als korrupte Polizisten (von Politikern einmal abgesehen)? Auch wenn es vielleicht nicht viel nützt, werden wir uns doch über die deutsche Botschaft in Mexico beschweren.
Sollte uns nochmal sowas passieren, sprechen wir kein Wort Englisch oder Landessprache, verstehen die Google Übersetzungen nicht, haben keinerlei Bargeld und den Führerschein nur als Kopie dabei.
Das „importieren“ des Bootes in Cancun geht reibungslos, kostet aber wieder 60 USD.
Cancun selbst besichtigen wir eigentlich nur per Auto. Sehr viel sehenswertes gibt es nicht. Wir stoppen nur kurz in der „Altstadt“ am „Mercado 28“. Alles ist auf die Massen an Touristen ausgelegt. Eine Hotelanlage neben der Anderen. Für Pauschalurlauber sicher ein Traum, für uns eher ein Greul. Die Strände sind bescheiden. Auf der Festlandseite treibt der östliche Wind jeden Tag Tonnen von Seetang an schmale Sandstrände. Das können sie gar nicht so schnell weg räumen, wie es anfängt zu stinken.

Jo schafft es in der Hotelanlage wenigstens mal tauchen zu gehen (2 Tauchänge kosten – mit eigener Ausrüstung – 100 USD). Der 1. Tauchgang: ging so. Der 2. ist toll. Unglaublich viele Fische und sehr schöne Korallen.

Direkt neben unserem Liegeplatz kann man auch mit Delphinen schwimmen (30 Minuten 80 USD). Die sind allerdings „eingesperrt“. Das gefällt uns überhaupt nicht. Weil es viele Sportangler hier gibt, steht direkt oberhalb der Delphinbecken ein Gestänge an dem der „catch of the day“ präsentiert werden kann. Das ist in etwa so, als wenn man uns Hausarrest erteilt und vor der Haustür einen Galgen aufstellt. Selbst wenn da keiner hängt, ist die Botschaft wohl klar.
Jedenfalls kommen jeden Tag 6 Gruppen zu den Delphinen (je 3 zu jedem der 2 Becken). Wir können vom Cockpit aus sehen was da abgeht und wundern uns, warum die Delphine nicht einfach über die 1,5m hohe und 2m breite Beckeneinfassung in die Freiheit springen (sie schaffen es locker 3m hoch aus dem Wasser). Wahrscheinlich sind sie schon genauso konditioniert/bequem wie die große Masse der Menschen und erkennen gar nicht, dass sie in einem goldenen Käfig leben? Die besten „Sklaven“ sind ja immer die, die gar nicht wissen, dass sie Sklaven sind. Unter diesen Umständen verzichten wir auf das Delphinschwimmen.

 

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