Bermudas – Adieu…

morgen früh geht es weiter zu den Azoren. Das sind ca. 1.800 nm für die wir etwa 15-20 Tage brauchen werden. Unterwegs ist mit Schwachwind-Gebieten/Flaute aber auch mit dem Durchzug von Tiefdruck-Systemen zu rechnen die recht kräftige Winde mitbringen können. Die Zeiten des Segelns im relativ beständigen Passatwind sind vorbei.
Die Handbücher empfehlen für den Weg zu den Azoren bis ca. 40° Nord zu segeln und dann nach Osten abzubiegen. Das birgt die Gefahr in ein „richtiges“ Sturmtief, die von West nach Ost über den Atlantik ziehen, zu geraten. Wir werden deshalb eher um den 36. Breitengrad herum segeln. Das macht uns etwas langsamer ist aber „bequemer“/“sicherer“. Unser Dieselvorrat (inkl. Reserven 300 Liter) reicht für maximal 4 Tage oder 500-600 nm Meilen (je nach Welle). Den werden wir möglichst erst einsetzen, wenn wir mal die ersten 1.000 nm hinter uns haben. Zum Thema steuerfreier Diesel: die Beamten vom Zoll haben uns zwar ein schönes “Befreiungsformular“ mitgegeben, aber leider vergessen zu erwähnen, dass wir den erst bei einer Mindestabnahme von 950 Litern bekommen können. Also nix für uns – schade.
Vor dem Abschied von Bermuda haben wir in den letzten Tagen diverse Sehenswürdigkeiten besucht. Hamilton, den Hauptort der Insel (da gibt es einen tollen Supermarkt nicht weit vom Busbahnhof), Dockyard im Süden ist der Anleger für die Kreuzfahrtschiffe, Gibbs Hill Lighthouse bietet einen phantastischen Überblick über die Inseln, Crystal-Caves und Fantasy-Caves bringen uns unter die Inseln.

Alles ganz toll, allerdings sind die Preise hier einfach „umwerfend“. Dass sie nicht so extrem sind wie in den Bahamas, nehmen wir hiermit zurück. Ein (kleines) Bier ist nicht unter 7 USD zu bekommen, die Essenspreise sind entsprechend. Unsere Dollars verschwinden schneller als man gucken kann.
In Hamilton sind wir, wieder mal, zur richtigen Zeit. Denn wir „erwischen“ die Parade zu Queen Elizabeth’s Geburtstag (immer am 8. Juni). Sehr britisch.
Für die Rundfahrten erwerben wie jeweils einen „Daypass“ (19,-USD) mit dem man einen Tag lang mit allen Bussen und Fähren kreuz und quer über die Inseln fahren kann. Mit dem Bus dauert das allerdings. Von St. George’s bis Hamilton sind es nur ca. 20 km und von dort bis Dockyard nochmal ca. 10 km. Aber die Strassen sind eng, kurvig, die zulässige Höchstgeschwindigkei beträgt für Alle 20 Meilen/Stunde und der Verkehr ist auch nicht ohne.
Nach zwei Tagen sind wir endlich „durch“. Einen der vielen schönen Strände zu besuchen, haben wir leider nicht geschafft.
Alles in Allem hat uns Bermuda super gefallen. Der Ankerplatz war gefühlt der Beste auf der gesamten Reise. Die Leute sind überaus freundlich und hilfsbereit, noch mehr als die Amerikaner. „Engländer“ eben.
Gerne wären wir länger geblieben, aber das Heimweh und die schwindenden Rum-Vorräte (der ist hier unbezahlbar) drängen zum Aufbruch.
Ab Morgen gibt es für 2-3 Tage leichten Südwind mit dem wir nach Norden kommen. Drückt uns die Daumen, dass uns auf dem Rest der Strecke kein großes Tief einholt.
Wir werden unterwegs versuchen, via Iridium-Satelliten-Verbindung über unser Fortkommen zu berichten. Leider funktioniert das immer noch nicht zuverlässig. Diverse Anfragen beim Betreiber waren bisher erfolglos. Irgenwie haben sie uns da übers Ohr gehauen. Sollte das System uns, wie auf der Atlantik-Überquerung im Januar 2017 wieder komplett im Stich lassen, können die sich aber auf was gefasst nachen.

 

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