Azoren – Faial – Künstler…

sind wir ja nicht gerade. Aber mit einiger Mühe haben wir unser Logo auf einer der Marinamauern hinterlassen.
Das Bild mussten wir 3x neu malen weil immer irgendetwas daneben ging. Mal lief die Sprühfarbe unter die Ränder der Papierschablone, dann ging die Farbe beim Abziehen der Schablone mit ab. Schließlich haben wir das Ganze anstatt zu sprühen mit Pinseln aufgemalt. Das wurde auch nicht perfekt, aber wir waren endlich zufrieden.
Morgen geht es zur nächsten Insel: Sao Jorge.

Azoren – Pico…

besuchen wir mit der Fähre von Horta/Faial aus (insgesamt 14,-€ für 2 Personen hin und zurück). Das ist billig und wesentlich einfacher als mit dem Boot, denn dort gibt es keine „vernünftige“ Marina für uns. Wir checken im Hotel „Caravelas“ direkt am Fährhafen ein. Ausgezeichnete Zimmer und das Frühstück ist erstklassig.
Auch Pico erkunden wir mit dem Leihwagen. Mehr als 2 Tage braucht man dafür nicht. Die Beschilderung von touristischen Attraktionen ist hier nicht so gut wie auf Faial und wir brauchen selbst mit der Hilfe von „Mr. Google“ manchmal eine Stunde um einen bestimmten Punkt zu finden. Die Landschaft ist wegen der im unteren Bereich flacher werdenden Flanken des alles beherrschenden Vulkans nicht ganz so abwechslungsreich wie auf Faial.
Den Vulkan zu besteigen haben wir (also Jo) nicht geschafft. Der Auf- und Abstieg dauert insgesamt ca. 8 Stunden (für die letzen 1,1km Höhe auf 4km Weg) und wird nur bei gutem Wetter oben am Berg gestattet. Dort wechselt das Wetter aber im Minutentakt von strahlendem Sonnenschein zu Wolken/Nebel mit nur 10m Sichteite.
Nach zwei Tagen geht es mit der Fähre zurück nach Horta.

Azoren – Faial…

ist unsere erste Azoreninsel. Wir sind – wie üblich – zu einem besonderen Anlass angekommen. In der Stadt findet ein Treffen von Regierungsvertretern statt. Die haben so gut wie alle Mietwagen gebucht. Mit Ach und Krach kriegen wir einen Wagen für 2 Tage und besichtigen damit die Insel.
Tolle Landschaften und Ausblicke. Alles ist sehr grün und überall wachsen Blumen. Margit ist ganz begeistert von den Hortensien.
Die Ökonomie der Inseln beschränkt sich notwendigerweise auf Landwirtschaft, Fischfang und Tourismus. Obwohl touristisch gut erschlossen, gibt es keine Bettenburgen oder Massentourismus. Sehr angenehm. Wal-Beobachtung und Tauchen (für uns ist das Wasser zu kalt) sind die Hauptgeschäfte im Hafen.
Dort finden sich auch die unzähligen Bilder die von den duchreisenden Yachten gemalt wurden. Auch wir werden eines hinterlassen.
In der Stadt gibt es einen grossen Supermarkt mit portugiesischen (=paradiesischen) Preisen und von unserem Liegeplatz aus bietet der Vulkan „Pico“ auf der, nur ein paar Meilen entfernten gleichnamigen Nachbarinsel, mit dem wechselnden Wetter immer wieder neue imposante Anblicke.
Gut, dass wir nicht in der Marina selber liegen, denn dort müssen alle Boote am Steg „C“ (ca. 25 Stück) wegen einer ankommenden französischen Regatta-Flotte (Les Sables – Horta) ihren Platz räumen. Diese Regatten und Rally’s sind manchmal echt nervig weil sie selbst Stamm-Liegplatz Inhabern einfach mal eben den Platz wegnehmen.

Atlantik – schon wieder rüber…

am 27.06.19 um 21:00 Uhr Bordzeit (24:00 lokale Zeit) sind wir nach 16 Tagen und 9 Stunden in Horta angekommen.
Der Empfang dort war erstklassig. Obwohl schon mitten in der Nacht, funkt uns ein Marina-Mitarbeiter an während wir noch die erste Erkundungsrunde durch das Hafenbecken drehen. Er dirigiert uns an einen Liegeplatz längsseits einer grossen Stahlyacht. Dort liegen wir, ausserhalb der eigentlichen Marina, quasi im Zentrum der Stadt, direkt vor dem weltberühmten Seglertreff „Peter Cafe Sport“ und können auch dort bleiben. Die Formalitäten am nächsten Morgen sind unkompliziert und kostenlos. Wir sind zurück in Europa.
Die Temperaturen in Horta sind eine echte Wohltat. Tags um die 26°C, Nachts 20°C.
Wir sind nach der langen Fahrt noch geschafft. Leicht gefallen ist uns die Tour nicht. Ständig waren Kurs und Segel anzupassen. Das führt, zusammen mit dem ewigen Geschaukel, schnell zu Schlafmangel. Unterwegs haben wir mehr als einmal gezweifelt, ob es die richtige Entscheidung war, nach Hause zu segeln, anstatt das Boot per Frachter überführen zu lassen. Insbesondere wenn nach 2 Tagen schon das erste mal der Diesel läuft oder wir nach 7 Tagen gerade mal 1/3 der Gesamtstrecke geschafft haben, fragen wir uns: warum tun wir uns das an? Aber mit jeder weiteren Meile und besserem Wetter (leichter aber stetiger Wind mit wenig Welle) kommen wir zum Ergebnis: ja das war es.
Das Gefühl nach dem Ankommen „es geschafft zu haben“, wiegt am Ende alle Zweifel auf.
Trotzdem werden wir so eine Tour nicht mehr unternehmen. Den Atlantik überqueren? Gerne, aber nur noch im Flieger oder 1. Klasse Kreuzfahrer.
Ein letzter langer Schlag von ca. 900nm bis zur europäischen Küste (Spanien oder Portugal) verbleibt noch. Dann noch 3 Tage über die Biskaya bevor wir zu Tagesetappen nach Hause übergehen können.

Jetzt werden wir erstmal 2 Wochen lang die Azoren erkunden.

Hier eine Zusammenfassung der Überfahrt:
wir hatten unsere Strategie ja darauf ausgerichtet, von Bermuda möglichst rasch nach Norden, zwischen den 35° und 36° Breitengrad zu kommen. Dort profitiert man von westlichen Winden der Tiefdruckgebiete die regelmäßig zwischen 36° und 40° Nord von West nach Ost über den Atlantik ziehen ohne deren Zentrum allzu nahe zu kommen.Winde von weit über 30kn wollen wir uns ersparen aber trotzdem zügig vorankommen. Nach etwa der Häfte der Strecke werden die Tief’s vom Azorenhoch nach Nordosten abgedrängt und man kann den Kurs in Richtung 38° Nord (da liegen die Azoren) ändern. Das hat alles auch gut funktioniert. Den Diesel müssen wir zwar das erste mal nach 2 Tagen anwerfen um eine grosse Hochdruckzone ohne Wind zu durchqueren, danach aber erst wieder an den letzten beiden Tagen der Reise. Wind von über 30kn hatten wir nur in einer Nacht (natürlich Nachts) für etwa 12 Stunden. Ansonsten Winde zwischen 0 und 25 kn aus westlichen Richtungen.
Die Gesamtstrecke von 1.937nm (inkl. aller Haken um Wind zu finden) teilt sich auf in 1.514nm/320 Stunden segeln und 423nm/78 Stunden motoren. An drei Tagen hilft uns der Paragen bei schwachen Winden voran zu kommen. Ansonsten reicht die Genua völlig. Das Grossegel wurde eigentlich nur an den letzten beiden Tagen genutzt.
Wasser:
wir haben nicht mal die Hälfte unserer Tanks verbaucht. Sinkende Temperaturen und so gut wie keine körperliche Betätigung senken auch den Bedarf nach einer Dusche.
Energie:
Das wurde nach einigen Tagen ein kleines Problem. Die Hauptverbraucher „Kühlschränke“ liefen zwar nur noch 1/3 der in der Karibik üblichen Zeit und den kleinen „Getränke-Kühlschrank“ haben wir nach einer Woche ganz abgeschaltet (5 Tage später waren die Getränke immer noch kalt). Aber der Autopilot zieht Tag und Nacht 3-5 Ampere aus den Batterien. Bei Sonne und Wind kein Problem. Leider sind wir volle 10 Tage unter einer dichten, tiefhängenden, grauen Wolkendecke gesegelt (keine Sonne, Sterne oder Mond). Der meist achterliche Wind ist dabei nicht kräftig genug um dem Windgenerator genügend Leistung zu entlocken. Bei viel Welle lief der Motor einmal 2 Stunden, bei wenig Welle der Generator auf der Heckplattform für ein paar Stunden um die Batterien nachzuladen.
Diesel:
wir hatten 240L im Tank plus 90L Reserve in Kanistern an Bord. Jeden Tag wurde der Verbrauch akribisch aufgerechnet. Unser Plan sah vor, mit ca. 30 L letzter Reserve auf den Azoren anzukommen. Tatsächlich hatten wir noch 60 L. Am 3. und 4. Tag lief der Motor jeweils für ein paar Stunden. Dann nur noch am 15. und 16. Tag zusätzlich zu den Segeln um mehr Höhe laufen zu können.
Kommunikation:
Wir konnten zwar per Iridium-Satelliten-Verbindung Wetterdaten abrufen, aber nur auf einem unserer Tablet’s mit alter Software. Die Daten mussten dann von Hand auf die Geräte mit Wetter-Routing-Software übertragen werden. Der Iridium Kundendienst konnte bis heute keine Lösung für unser Problem finden. Besonders Clever scheinen die da nicht zu sein, außer natürlich bei der Erhebung von Gebühren.
Blogeinträge haben wir vermieden um Datenminuten zu sparen. Trotzdem ist unser Guthaben von 150 Minuten 3 Tage vor den Azoren verbraucht. Da der Antennentuner für unsere Kurzwellen-Funkanlage defekt ist (eine Folge der Gewitter vor Bermuda?) entfiel dieser Weg leider auch.
Also sind wir die letzten Tage mit nicht ganz aktueller Wettervorhersage gesegelt.
Wettervorhersage:
die GRIB Dateien waren auf der gesamten Strecke erstaunlich zuverlässig. Für 3 Tage stimmen Vorhersagen sehr gut mit der Realität überein. Danach werden die Abweichungen naturgemäß immer größer. Aber dann hat man ja schon neue Daten.

Sonstiges:
Ansonsten hat alles an Bord problemlos funktioniert. Ein besonderes Lob haben sich Autopilot, Motor, Segel und die Skipperin verdient.
Auffällig waren unterwegs die vielen „Portugiesischen Galeeren“ (eine Quallenart die sich mit Hilfe einer kleinen Segelfläche über der Wasseroberfläche vom Wind treiben lässt). Teilweise fahren wir durch regelrechte Teppiche davon. Die Biester haben aber unter Wasser lange giftige Tentakel. Auch bei Windstille ist es daher nicht ratsam, schwimmen zu gehen.
Dass wir 1.000nm weit weg vom Land noch jede Menge Delphine treffen, war auch neu.


zu den Azoren – Tag 7

Jetzt sind wir schon 7 Tage unterwegs. Leider haben wir erst knapp 1/3 der Gesamtstrecke geschafft. Standort: 36°14′ Nord / 55°14′ West. Speed 4 Knoten. Noch 1269 nm bis Horta.

Leider bremsen uns immer wieder Flauten aus. Das nervt, ist aber nicht zu ändern. Wir werden wohl noch 12 Tage brauchen.
Ansonsten ist an Bord alles klar und es ist schon deutlich kühler geworden.

Dieser Eintrag wurde von unserem Iridium-Satelliten-Telefon gesendet.

Bermudas – Adieu…

morgen früh geht es weiter zu den Azoren. Das sind ca. 1.800 nm für die wir etwa 15-20 Tage brauchen werden. Unterwegs ist mit Schwachwind-Gebieten/Flaute aber auch mit dem Durchzug von Tiefdruck-Systemen zu rechnen die recht kräftige Winde mitbringen können. Die Zeiten des Segelns im relativ beständigen Passatwind sind vorbei.
Die Handbücher empfehlen für den Weg zu den Azoren bis ca. 40° Nord zu segeln und dann nach Osten abzubiegen. Das birgt die Gefahr in ein „richtiges“ Sturmtief, die von West nach Ost über den Atlantik ziehen, zu geraten. Wir werden deshalb eher um den 36. Breitengrad herum segeln. Das macht uns etwas langsamer ist aber „bequemer“/“sicherer“. Unser Dieselvorrat (inkl. Reserven 300 Liter) reicht für maximal 4 Tage oder 500-600 nm Meilen (je nach Welle). Den werden wir möglichst erst einsetzen, wenn wir mal die ersten 1.000 nm hinter uns haben. Zum Thema steuerfreier Diesel: die Beamten vom Zoll haben uns zwar ein schönes “Befreiungsformular“ mitgegeben, aber leider vergessen zu erwähnen, dass wir den erst bei einer Mindestabnahme von 950 Litern bekommen können. Also nix für uns – schade.
Vor dem Abschied von Bermuda haben wir in den letzten Tagen diverse Sehenswürdigkeiten besucht. Hamilton, den Hauptort der Insel (da gibt es einen tollen Supermarkt nicht weit vom Busbahnhof), Dockyard im Süden ist der Anleger für die Kreuzfahrtschiffe, Gibbs Hill Lighthouse bietet einen phantastischen Überblick über die Inseln, Crystal-Caves und Fantasy-Caves bringen uns unter die Inseln.

Alles ganz toll, allerdings sind die Preise hier einfach „umwerfend“. Dass sie nicht so extrem sind wie in den Bahamas, nehmen wir hiermit zurück. Ein (kleines) Bier ist nicht unter 7 USD zu bekommen, die Essenspreise sind entsprechend. Unsere Dollars verschwinden schneller als man gucken kann.
In Hamilton sind wir, wieder mal, zur richtigen Zeit. Denn wir „erwischen“ die Parade zu Queen Elizabeth’s Geburtstag (immer am 8. Juni). Sehr britisch.
Für die Rundfahrten erwerben wie jeweils einen „Daypass“ (19,-USD) mit dem man einen Tag lang mit allen Bussen und Fähren kreuz und quer über die Inseln fahren kann. Mit dem Bus dauert das allerdings. Von St. George’s bis Hamilton sind es nur ca. 20 km und von dort bis Dockyard nochmal ca. 10 km. Aber die Strassen sind eng, kurvig, die zulässige Höchstgeschwindigkei beträgt für Alle 20 Meilen/Stunde und der Verkehr ist auch nicht ohne.
Nach zwei Tagen sind wir endlich „durch“. Einen der vielen schönen Strände zu besuchen, haben wir leider nicht geschafft.
Alles in Allem hat uns Bermuda super gefallen. Der Ankerplatz war gefühlt der Beste auf der gesamten Reise. Die Leute sind überaus freundlich und hilfsbereit, noch mehr als die Amerikaner. „Engländer“ eben.
Gerne wären wir länger geblieben, aber das Heimweh und die schwindenden Rum-Vorräte (der ist hier unbezahlbar) drängen zum Aufbruch.
Ab Morgen gibt es für 2-3 Tage leichten Südwind mit dem wir nach Norden kommen. Drückt uns die Daumen, dass uns auf dem Rest der Strecke kein großes Tief einholt.
Wir werden unterwegs versuchen, via Iridium-Satelliten-Verbindung über unser Fortkommen zu berichten. Leider funktioniert das immer noch nicht zuverlässig. Diverse Anfragen beim Betreiber waren bisher erfolglos. Irgenwie haben sie uns da übers Ohr gehauen. Sollte das System uns, wie auf der Atlantik-Überquerung im Januar 2017 wieder komplett im Stich lassen, können die sich aber auf was gefasst nachen.

 

Bermudas – angekommen…

sind wir schon vor 3 Tagen. Die 900nm-in-6-Tagen Tour war anstrengend. Wind bis 35 kn und insbesondere Nachts extreme Gewitter mit drehenden Winden bis 50 kn. Hatten wir im letzten großen Gewitter vor Florida noch gedacht, dass wäre nicht mehr zu toppen, werden wir nun eines besseren belehrt. Drei Nächte werden wir regelrecht bombardiert mit Blitzen. Anscheinend ziehen die Gewitterzellen immer auf den Millimeter genau über uns hinweg. Woher wissen die so genau wo wir gerade sind? In der 1. Gewitternacht finden wir nach 2 Stunden noch eine Lücke im Blitzvorhang in die wir dann auch ausweichen. In den folgenden Nächten geht garnichts mehr. Wir sind drauf und dran Sonnenbrillen aufzusetzten damit wir die Instrumente noch ablesen können. Das waren definitiv die drei schlimmsten Nächte auf der ganzen bisherigen Tour.
Später treffen wir in der Wäscherei (wir hatten drei Große Maschinen Wäsche) auf eine irische Familiencrew die nur einen Tag nach uns von den Bahamas angekommen ist und das gleiche Wetter hatte. Nur dass sie in einem 10m langen recht offenen Regattaboot ohne Schutz im Cockpit unterwegs waren. Die waren von den Gewittern noch mehr geschockt als wir.
Unser „Kuchenbude“ schützt uns zwar vor dem Regen von Oben, aber nicht vor überkommendem Regen- und/oder Salzwasser vom Deck. Bei etwas über 30kn Seitenwind taucht Steuerbord aus dem Nichts eine riesige Welle auf die haargenau neben dem Cockpit bricht. Die Seitenwand der Kuchenbude steht 30cm unter blauem Wasser und zwei Haltelaschen reißen ab. Schlimmer sind die ca. 200 Liter Salzwasser die darunter her über das Süllboard und quer durch das Cockpit schiessen. Jo wird klatschnass. Selbst Margit auf der anderen Seite des Cockpits wird, trotz unseres großen Cockpittisches als „Wellenbrecher“, ziemlich nass.
Nach drei Tagen gehen uns langsam die trockenen Klamotten und Handtücher aus aber da beruhigt sich das Wetter dann auch endlich. Am letzten Tag ist der Wind so schwach, dass wir motoren um noch im Hellen anzukommen.
Das Einklarieren in St. George’s ist extrem freundlich und zuvorkommend. Very british. Wir kommen uns ein wenig vor als wären „Lord und Lady K.“ angekommen.
Bermuda ist echt schön. Alles ordentlich, sauber und gepflegt. Schon von See aus erinnert einen das an Südengland. Bermuda Radio hat alle ankommenden Boote schon mindestens 50 nm vor den Inseln im Blick und – wie auch an der englischen Küste – wird ausführlich über Funk kommuniziert (wer, woher, wohin usw.) sowie Hilfe bei Fragen/Ansteuerung angeboten. Alles sehr angenehm.
Schließlich ankern wir in der geschützten, ruhigen Bucht vor St. George’s. Keine dröhnende Musik von Land, keine Jetski-Horden oder Ähnliches. Keine „NoSeems“ und bisher nur EINE Mücke. Das Wetter ist super. Tagsüber warm bis heiß aber lange nicht so schwül wie vorher und nachts kühlt es bis auf 23°C ab. Man kann etwas machen (ganz langsam) ohne gleich im Schweiss zu schwimmen.
Dafür ist die Versorgung eingeschränkt. Es gibt keine richtige Marina. Die Stadtanleger sind recht teuer und bieten nur Festmachen, sonst nichts. Wasser für Yachten gibt es an den zwei Bootstankstellen, evt. noch in „Dingi-Club“ Yachtclub. Wir haben dafür ja unsere beiden Wassermacher. Für Yachten im Transit gibt es zum Glück steuerfreien Treibstoff. Wir werden sehen wieviel das ausmacht.
Der kleine Supermarkt bietet eine beschränkte Auswahl und die Preise sind – wie bei vielen Inseln fern vom Festland – astronomisch, aber nicht ganz so extrem wie auf den Bahamas. Das Annähen der zwei abgerissenen Haltelaschen an der Kuchenbude inkl. des Aufnähens eines Flickens auf der Vordeck-Dingi-Abdeckung kostet beim örtlichen Segelmacher mal eben 125,-USD. Für zwei 2m lange Bretter (als seitlicher Schutz der Kuchebude vor neuerlichem Wellenschlag) will der Schreiner erst ca. 40 USD haben. Das wäre ja ok, aber bei Abholung sind es plötzlich 160 USD gworden. Die Bretter kann er behalten.
Die „Bermudianer“ sind offensichtlich klevere Leutchen. Alle Dächer sind mit Mörtel fest verschmiert – das macht sie Hurrikansicher – und weiss gestrichen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern minimiert auch die Hitzeeinstrahlung deutlich. In anderen tropischen Ländern haben wir sowas nirgendwo gesehen.
Wir sehen uns das Städtchen und die Nähere Umgebung an. Ein Ausflug zu den anderen Inseln im Archipel wird folgen.

 

 

nach Bermuda…

geht es gleich los.
Das wird ca 7 Tage dauern. Wir haben zwar eine neue Satelliten-Telefon-Verbindung eingerichtet die aber im Moment nicht ganz zuverlässig.funktioniert.
Wir werden sehen, ob wir von unterwegs kurze Blogeinträge verschicken können.
In Brunswick wurde es die letzten Tage immer heißer. Bis zu 36°C und kein Wind.
Das lies sich nur mit unserer Klimaanlage aushalten. Die lassen wir jetzt aber hier.
Die Temperaturen auf Bermuda liegen um 25°C und auf den Azoren um 20°C.
Darauf freuen wir uns schon.

zurück in die USA…

ging es ab dem 12.05.19. An den ersten beiden Tagen mit gutem Wind. Am dritten Abend zieht eine gewaltige Front mit pechschwarzen Wolken hinter uns auf. Wir nehmen schon mal die Segel runter, packen alle Geräte in den Backofen und igeln uns ein. Kurz danach geht es los. Die nächsten 5 Stunden Wind bis weit über 30 kn. Zum Glück wenigstens aus der richtigen Richtung. Donner und Blitze ohne Pause. Es wird gar nicht mehr dunkel. Ziemlich eingeschüchtert sitzen wir unter unserer Kuchenbude und bangen vor einem direkten Blitzeinschlag. Aber alles geht gut, nur unsere Nerven haben arg gelitten. Zur Belohnung gönnen wir uns zwei Nächte in der „Riviera Beach Marina“ in West Palm Beach. Was die Marinapreise in Florida betrifft (150 USD/Nacht in Palm Beach, in Key West oder Miami Beach sogar 250 USD/Nacht), kann man – frei nach Asterix – sagen, „die spinnen die Amis“. Dafür ist das Wetter nach der Gewitterfront, ganz Florida-untypisch, super. Tagüber 25°C leichter Wind und Nachts kühlt es nochmals ab. Wir können uns bequem Anmelden und segeln weiter nach Brunswick. Das hatte uns so gut gefallen, dass wir da vor der Heimreise unbedingt nochmal hinwollen.
Erst wieder leichter Wind und keine Welle. Herrliches Segeln. Zum ersten mal seit fast drei Jahren setzen wir den Paragen (unser Leichtwindsegel mit 126m2) – wir nennen ihn auch gerne „Red Bull“, denn er soll uns Flügel verleihen.
Endlich sind wir auch beim Angeln mal erfolgreich. Ein ca. 10kg schwerer Thunfisch beisst an. Obwohl wir unsere Gaff (kräftiger Haken um den Fisch ins Boot zu ziehen) einfach nicht finden können (ist mangels Beschäftigung wohl von Bord gegangen), bringen wir ihn diesmal erfolgreich an Bord. Nach der Verarbeitung bleiben uns 7kg erstklassiges Thunfischsteak.
Dann schläft der Wind ganz ein und wir motoren lange. Das betrachten wir als Test für den Weg über den Atlantik. Auch da wird, wie man hört, oft Motorhilfe nötig sein. Gut, dass wir „getestet“ haben. Um 3:oo Uhr Morgens in der 2. Nacht entdeckt Margit, rein zufällig, jede Menge Wasser in den Bilgen. Natürlich da wo keine Bilgenpumpe ist. Also schöpfen und putzen wir 3 Stunden lang ca. 120 Liter Wasser aus dem Boot. Die Wellendichtung des Propellerschaftes war undicht. Mit verminderter Drehzahl kriegen wir die Sache in den Griff und können das in Brunswick sicher reparieren, auch wenn es wieder teuer wird. Mitten auf dem Atlantik wär sowas eine echte Katastrophe.
Brunswick Landing Marina ist wie gewohnt, nur die Preise haben sie etwas angehoben. Die sind aber für hiesige Verhältnisse und besonders im Vergleich zu Florida, immer noch günstig. Es ist auffällig „kühl“ und es gibt so gut wie keine „NoSeems“. Die waren bei unserem letzten Aufenthalt hier eine echte Plage.
Als Erstes bestellen wir Ersatzteile für die Wellendichtung in Deutschland (bei SVB) und besorgen ein Mietauto. Es gibt wieder alles zu kaufen was wir brauchen/möchten aber eben nur mit einem Auto.
Eigentlich muss das Boot zum Tauschen der Wellendichtung aus dem Wasser gekrant werden. Aber nachdem wir erste Preise erfragt haben (je nach Werft zwischen 500 und 1.000 USD), packt Jo der Ehrgeiz. Das muss auch im Wasser gehen. Die Propellerwelle wird am Getrieb abgeflanscht. Der Mitnehmer ist per innen liegender Mutter – die wir so nicht ausmessen können – auf den Wellenkonus gepresst. Mit einem hereingedrückten Stück Käse (kein Scherz) nehmen wir das Maß der Mutter und besorgen die passende metrische Stecknuss (M35) sowie einen kräftigen Abzieher (alles aus dem lokalen Autohandel). Der Spalt zwischen Wellentunnel und Welle wird per Tauchausrüstung unter Wasser mit dicken Moosgummistreifen verfüllt. Ein breiter Streifen Plastiktüte, mehrfach um den Stummel des Wellentunnels und die Welle gewickelt, durch etliche Kabelbinder gesichert, macht das Ganze absolut wasserdicht. Die Stopfbuchse (168,-€) war übrigens per Express Versand (UPS, 69,-€) tatsächlich nach 3 Tagen vor Ort.
Nach dem Einbau, den Wellentunnel wieder „ reinigen“, Probefahrt und: ALLES OK !  Ab 24.05.19/16:00 Uhr sind wir wieder fahrbereit und haben ordentlich Geld gespart.
Jetzt warten wir noch auf ein passendes Wetterfenster. Bei sehr weiten Strecken ohne zuverlässige Passatwinde nutzen wir schon mal Wetterrouting Software. Sobald die uns günstige Bedingungen errechnet, fahren wir. Es wird auch Zeit, denn ab 1. Juni beginnt die Hurrikan Saison.
Vorher werden wir noch den „Memorial Day“ in der Marina mitfeiern. Das ist für Amerikaner, so ähnlich wie Tanksgiving, ein bedeutender Feiertag. Die Marina stellt Getränke und Essen. Wir bringen Hunger, Durst und gute Laune mit.

 

 

Isla Mujeres…

laufen wir, wie geplant, am 06.05.19 an.
Vorher konnten wir in der Marina El Cid noch ein 2 tägiges Wettfischen miterleben. Der 1. Preis war ein Auto im Wert von immerhin 40.000 USD. Also fielen 30-40 Boote mit Sportanglern in der Marina ein. Wir waren schon gespannt was für Fische in welcher Größe sie wohl fangen. Schließlich sind das ja Profis.
Aber trotz gewaltigem Aufwand an Ausrüstung und Ködern fingen sie: NICHTS!
Nicht ein einziger Fisch wurde gefangen obwohl sie an 2 Tagen jeweils 8 Stunden auf Fangfahrt waren. Ursache war, wie auch bei uns so oft, zu viel Seetang der in schmalen Streifen oder riesigen Teppichen auf dem Wasser treibt. Der bleibt natürlich in jeder Leine hängen und da geht dann auch kein Fisch mehr dran.
In Isla Mujeres ankern wir, treffen uns mit der Worlddancer Crew um Infos auszutauschen und besichtigen die Insel per Golfcart. Alles wieder sehr touristisch und voll aber nicht ganz so schlimm wie in Cancun oder Playa del Carmen. Wenn abends die unzähligen Ausflugskatamarane verschwinden, wird es ruhiger.
Die Strände sind deutlich besser weil sie auf den Lee-Seite der Insel liegen.

Wir haben ausklariert und machen uns jetzt auf den Weg in die USA. Key West könnte der 1. Stop dort werden, ist aber irrsinnig teuer. Wenn das Wetter mitspielt fahren wir einfach weiter nach Norden z.B. bis West Palm Beach. Auf jeden Fall werden es ein paar Tage ohne Netz werden.