St. Vincent und die Grenadines…

gehören, genau wie St. Lucia, zum britischen Commonwealth und die größte Insel „St. Vincent“ ist ca. 35nm von Soufriere/St. Lucia entfernt.
Die ersten beiden Stunden segeln wir bei mässigem Wind gegen kräftige Strömung nach Süden. Dann kippt die Strömung und hinter dem Windschatten von St. Lucia frischt der Wind auf 15-25kn auf. Die Wellen sind moderat und wir rauschen mit zeitweise über 8kn Fahrt nach „Chateaubelair“ auf St. Vincent. Das ist die erste Bucht in der man einklarieren kann.
Der verschlafene Ort hat nicht viel zu bieten. Die Leute sind sehr arm aber trotzdem höflich und nett. Es gibt von der “ Richmond Vale Academy“ (eine Art Naturschutz Organsiation) ausgelegte, zuverlässige Bojen und einen örtlichen Vertreter der sich um buchstäblich alles kümmert.
Leider haben wir von unseren letzten EC’s (East Caribbean Dollar – die lokale Währung) die Taxirundfahrt in St. Lucia bezahlt und dann gibt der Geldautomat dort plötzlich kein Bargeld mehr heraus. Der Zollbeamte in „Chateaubelair“ hat keinerlei Wechselgeld und nur mit Mühe kratzen wir aus US-Dollars und EC-Münzen die Gebühren zusammen. Im Ort gibt es weder eine Bank noch einen Geldautomat.
Obwohl wir gerne mit den Einheimischen, die auf alten Surfboards zu unserem Liegeplatz heraus paddeln, Geschäfte machen würden (Obst, Fisch usw.) damit sie wenigstens etwas an den wenigen Touristen verdienen, geht das ohne Bargeld leider nicht. Drei Mangos mit 20 USD zu bezahlen ohne das der Verkäufer Wechselgeld herausgeben kann ist uns dann doch zu „sozial“. Trotzdem haben wir ein schlechtes Gewissen. Unser nächster Liegplatz muss unbedingt einen Geldautomat haben.

St. Vincent hatte, genau wie St. Lucia, in der Vergangenheit einen schlechten Ruf unter Seglern weil es dort gehäuft zu Diebstählen und sogar Raubüberfällen kam. Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei. Man hat wohl verstanden, dass Touristmus die einzig nachhaltige Einnahmequelle der Insel sein wird.
Wer sein Dingi allerdings ungesichert über Nacht im Wasser lässt, muss sich nicht wundern, wenn sich Leute, die quasi von der Hand im Mund leben, ihr Stück vom Kuchen holen. Zu Hause lässt man sein Auto/Wohnung auch nicht unverschlossen ohne dass man bestohlen wird.
Wir fühlen uns sicher, treffen aber trotzdem ein paar Vorbereitungen über Nacht. Das Dingi wird immer aus dem Wasser genommen, der Niedergang wird geschlossen, im Cockpit verteilen wir leere Flaschen und schalten die Alarmanlage ein. Wenn wir im Ort unterwegs waren, wurde unser Dingi am Strand immer von Einheimischen bewacht.

Da viele Karibik-Inseln ja mehr zu bieten haben, als nur schöne Strände und blaues Wasser, wollten wir auch in St. Vincent etwas mehr von der Insel sehen.Kevin, der örtliche Vertreter der „Richmond Vale Academy“, bietet auch Wandertouren zum Vulkankrater an. Wir können ihn in US-Dollars bezahlen und buchen einen Trip.
Es geht 3 Stunden lang 10km weit und 1000m nach Oben zum Kraterrand des Vulkans. Die erste Hälfte der Strecke ist noch ganz passabel zu bewältigen. Dann wird es immer schwieriger unsere überzähligen Kilos (die genauen Zahlen sind geheim) den Berg hoch zu schleppen.
Fitzmore, unsere Führer, ein drahtiges Kerlchen von 43 Jahren, hüpft den Berg regelrecht hoch und futtert unterwegs nebenbei noch Mengen von wildem Zuckerrohr und Mangos ohne auch nur schneller zu atmen, während wir ihm keuchend folgen. Tatsächlich kommen wir irgendwann bis zum Gipfel. Margit musste ca. 100 Höhenmeter vorher leider aufgeben (die Knie) – schließlich muss der Rückweg auch noch bewältigt werden.
Auf dem Gipfel weht ein Höllenwind, so das man sitzen oder liegen muss um nicht heruntergeblasen zu werden. Nach ein paar Minuten merkt Jo unter seinem empfindlichen „Popöchen“ ganz deutlich, wie sich der gesamte Vulkan bewegt. Das ist ihm nicht geheuer und nach 10 Minuten treten wir den Rückzug vom Gipfel an.
Wieder 3 Stunden später sind wir, trotz immensem Wasserverbrauch beinahe dehydriert, und völlig fertig, wieder am Strand. Kevin holt uns mit unserem Dingi ab und bringt uns zurück zum Boot. Die Tour war ein echtes Abenteuer, aber so anstrengend, dass wir sowas in Zukunft auf kürzere – man könnte auch sagen altersgerechte – Strecken begrenzen werden.


Da wir kein Kleingeld mehr für Trinkgeld haben, tauschen wir mit Fitzmore und Kevin.
Sie kriegen 2 paar gute Trekkingschuhe (nur einmal in Madeira getragen, sind uns aber zu klein), Dafür geben wir einen Sack Müll zur fachgerechten Entsorgung und erhalten einen Sack Eiswürfel und 4 Flaschen kühles „Hairoun-Bier“. Sie sind mehr als zufrieden und wir haben ein besseres Gewissen.
Am nächsten Tag fahren wir die Küste runter nach Süden und sehen uns diverse Buchten an. Alle sind sehr tief bis nahe ans Ufer, recht offen und überall steht mehr oder weniger Schwell. In Wallilabou (dort wurden einige Szene für „Piraten der Karibik“ – Teil 1 gedreht) will man uns zwischen einer unter Wasser schwimmenden riesigen Blechboje und den Resten eines Anlegers festmachen – wir verzichten.
In der nächsten Bucht gibt es das „Rockside Cafe“ geführt von Rosi einer Deutschen. Dort macht man uns umständlich zwischen zwei Bojen fest. Wir sind aber so nahe an einem Korallenblock am Ufersaum, dass wir auch hier gleich wieder ablegen. In „Kingstown“, der Hauptstadt St. Vincent’s ankern wir für eine kurze Mittagspause. Es stinkt allerdings so penetrant nach Fisch, dass wir schließlich die 8nm nach „Bequia“ der ersten Insel der Grenadinen-Gruppe weiter fahren.

St. Lucia…

liegt zwar nur 24 nm südlich von Martinique aber die Überfahrt hat es in sich. Die 20 kn angesagter Wind sind in Wirklichkeit Böen zwischen 15 und >30 kn im 30 Sekundentakt. Die Wellen werden dabei richtig aufgeschaukelt und erreichen locker 3-4m die von der Seite auf uns einprügeln. Wir sind sowieso mies daruf weil der 11.04. aus familiären Gründen für uns ein Trauertag ist.
Nun, nach 4 Stunden erreichen wir „Rodney Bay“ auf St. Lucia. Eine große, touristisch voll erschlossene, Bucht mit ruhigem Wasser und viel Platz zum Ankern. Die Böen mit >30 kn halten allerdings noch 2 Tage an bevor der Wind sich beruhigt.
Es gibt eine sehr geschützte Lagune mit schicker Marina wo man auch einklarieren kann. Eine Legende besagt, dass die Engländer im letzten Jahrhundert in der Lagune eine ganze Flotte vor den Franzosen versteckt haben, indem sie die Masten der Schiffe mit Palmwedeln tarnten. Heut ginge das nicht mehr. Die meisten Palmen zwischen Lagune und Strand mussten Hotelbauten weichen.
Trotz Tourismus sind die Preise erstaunlich niegrig. Eine Marina-Nacht für KYLA würde 38 Euro kosten. Das ist für karibische Verhältnisse ein Hammerpreis zumal die Marina auch als Hurrikan-sicher gilt. Lokales „Piton“-Bier (sehr lecker) gibt es für 1,80 Euro.
Wir bleiben vor Anker und besichtigen „Pigeon Island“. Das ist eine Halbinsel am Nordende der Bucht. Auf einem der beiden Gipfel gibt es ein altes englisches Fort zu besichtigten, der andere Gipfel ist unbebaut. Wegen des starken Windes macht der Aufstieg richtig Spass – wir schwitzen kaum!
Die Ausblicke von oben sind wieder einmal grandios.

Den Hafen von „Castries“, der Hauptstadt von St. Lucia, laufen wir nur ganz kurz an. Wir würden direkt neben einer Hauptverkehrsstrasse liegen und auch sonst reizt uns hier nichts besonders.
Also weiter nach „Marigot Bay“. Eine sehr bekannte und deshalb auch gut besuchte Bucht. Der Film „Dr. Doolittle“ (ihr wisst schon: der, der mit den Tieren spricht) wurde hier gedreht. Es gibt eine Marina, ein paar Hotelanlagen, Bars – selbstverständlich auch die „Doolittle Bar“ – und einen hübschen kleinen Palmenstrand. Weil die Bucht sehr klein ist, liegen, die Boote an Bojen. Zum Ankern ist im Buchtinneren kaum Platz. Nachdem wir uns alles angesehen und ein paar Drinks genossen haben – die Preise schnellen hier wieder deutlich nach oben – ziehen wir weiter nach „Soufriere“.

Ein kleiner Ort der seine Bekanntheit aus den weltberühmten „Pitons“ ableitet. Das sind die zwei von vielen Postkarten bekannten steilen Zwillings-Vulkankegel. Aus der Nähe sind sie auch wirklich eindrucksvoll. Zwischen den Pitons gibt es eine malerische Bucht mit den üblichen Hotelanlagen und Stränden. Man braucht angeblich eine Genehmigung um hier an den Bojen zu liegen. Die haben wir auch, aber Kontrolliert hat das keiner, obwohl die Parkranger (der ganze Bereich von „Marigot Bay“ bis kurz hinter den Pitons ist Naturschutzgebiet) jeden Tag die Bojengebühr kassieren kommen. Wegen ihrer schieren Größe verursachen die Pitons enorme Fallböen die mit manchmal weit über 40 Knoten von den steilen Flanken durch die Bucht fegen. Die Bojen sind aber dafür ausgelegt.
Am nächsten Tag fahren wir nochmal die 1nm zurück nach Soufriere, besichtigen den Ort und machen eine Taxi-Rundfahrt zu den 4 bekanntesten Attraktionen in der Umgebung.
Das sind zunächst die Wasserfälle von „Toraille“ (Kaltwasser). Da gerade ein Kreuzfahrtschiff in Castries liegt, sind die aber so überlaufen, dass man das Wasser kaum noch sehen kann.
Der Botanische Garten ist ganz hübsch und hat auch einen kleinen Wasserfall.
Am Krater des immer noch aktiven Vulkans (echte Lava sieht man aber nicht) kann man ein Schwefel-Schlammbad nehmen (wir verzichten) oder man bekommt von einem persönlichen Führer alles Interessante/Wissenwerte gezeigt (das machen wir).
Schließlich geht es zu einem ziemlich versteckt liegenden Wasserfall am Fuße der Pitons. Hier sind wir ganz alleine und Jo nimmt schnell ein Bad im vom Vulkan aufgheizten Wasser.

Schließlich geht es weiter nach St. Vincent.

Martinique – nochmal…

von Buck Island/St. Croix geht es direkt nach Martinique. Für die 300 nm gegen Wind und Strom brauchen wir 60 Stunden. Ungefähr die Hälfte der Strecke müssen wir motoren um nicht zu viel Zeit mit dem gegenan Kreuzen zu verschwenden. Obwohl der Wind nicht allzu stark ist, wird die Fahrt äußerst unbequem. Neben der konstanten Gegenströmung ändert der Wind auch noch ständig Richtung und Stärke. Wir schieben ständig 20-30 Grad Lage und ohne Motorhilfe wären wir – nur hoch am Wind segelnd – in Trinidad angekommen. Schließlich erreichen wir am Samstagabend „Schoelcher“. Eine recht offene Ankerbucht die wir auch im Dunkeln ohne Probleme anlaufen können. Dann wird erstmal ausgeschlafen.

Sonntagmorgen laufen wir dann die 25 nm nach „Le Marin“ am Südende von Martinique weiter. Das Handbuch warnt davor, dass die Bucht von „Diamond Rock“ bis „Le Marin“ bei Wind gegen Tidenstrom eine Waschmaschine sein kann. Das erleben wir dann auch so. Äußerst kurze und steile Wellen lassen unsere Geschwindigkeit zeitweise von 6 auf 3 Knoten abfallen. Gegen Mittag dreht die Tide, das Wasser wird deutlich ruhiger und wir finden einen schönen Ankerplatz unter den hunderten von Booten die hier liegen. Das Einklarieren ist ziemlich einfach. Man tippt seine Daten in einen Computer, erhält für 5 Euro einen Stempel auf dem ausgedruckten Formular und fertig. Keiner kontrolliert ob die eingegeben Daten auch richtig sind. Ein- und Ausreisekontrollen stellen wir uns eigentlich anders vor. Die Amerikaner können das erheblich besser.
Leser die uns schon länger begleiten wissen, dass die Franzosen nicht unsere besten Freunde sind. Auch diesmal hat sich das nicht wesentlich verbessert. Insbesondere der Angestellte von Digicell (die überall in der Karibik zu findende Mobilphone-Firma) hätte uns am liebsten wohl gekreuzigt, haben wir doch die Frechheit besessen ihn – auf englisch !!! – nach einer Telefon/Internetkarte zu fragen.
Dass die gekauften Traveller-Pack SIM-Karten dann nicht funktionieren und er sich damit auseinandersetzen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Mit möglichst finsteren Blicken und Maschienengewehr-Französisch versucht er uns los zu werden. Aber keiner kann finsterer blicken als Jo und nach einer Stunde haben wir endlich wofür wir bezahlt haben.
Der Rest des Tages geht mit den üblichen Besorgungen vorüber. Dabei treffen wir auch Olaf wieder den wir, direkt nach unserer Atlantik Überquerung, in Barbados kennen gelernt hatten. Dort haben wir gemeinsam einige unvergessliche Abenteuer erlebt.
Morgen noch ein paar restliche Einkäufe und vielleicht ein wenig entspannen, bevor es weiter nach St. Lucia geht.

St. Croix…

gehört zu den US Virgin Islands und liegt, windbedingt, auf dem Weg von Puerto Rico nach Südosten quasi im Weg. Die ersten Stunden von San Juan waren ziemlich unbequem. Der Wind war schwach und vom Atlantik stand eine gewaltige Dünung die uns ordentlich duchschaukelte. Kurz vor Culebra warfen wir deshalb für die 1. Nacht unseren Anker vor dem Eiland „Cayo Luis den Pena“. St. Croix ist nur ca. 40 nm entfernt. Also ändern wir, kurz entschlossen, unsere Pläne und wollen dort anhalten.
Wir ankern vor Christiansted, dem Hauptort der Insel. Bevor St. Croix von den Amerikanern 1917 für 25 Mio Dollar gekauft wurde, gehörte es lange Zeit zu Dänemark. Und so ist die Altstadt von Christiansted heute noch. Die Gassen sind von kleinen, farbenfrohen Häuschen umgeben und die Bürgersteige sind gegen Regen und Hitze überbaut. Die Strassen haben sowohl amerikanische als auch dänische Namen und auf den Regierungsgebäuden wehen 2 Flaggen.

An der Waterfront verläuft ein langer Boardwalk mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Weil St. Croix etwas abseits der Touristenrouten liegt, ist es nicht ganz so überlaufen wie manche andere Insel. Es gibt zwei gut sortierte Marineshops. In einem finden wir tatsächlich den lange gesuchten Ersatzschalter für unsere Elektrowinsch. Ein gut bestückter Supermarkt mit vernünftigen Preisen findet sich auch in fußläufiger Entfernung. Aber es ist heiß hier, und da unser größter Ventilator in Puerto Rico seinen Geist aufgegeben hat, fahren wir mit einem Taxi die knapp 10 km zum nächsten Home Depot (wir sind immer noch in den USA) und erstehen dort einen Neuen.
Dabei lernern wir den Taxifahrer Anderson – nennt mich Andy – kennen und buchen bei Ihm für den nächsten Tag gleich eine Inselrundfahrt (100 USD für mindestens 3 Stunden). Andy ist ein echtes Original. Er schimpft unablässig über andere Verkehrsteilnehmer weil die z.B. nicht blinken (er selbst tut das aber auch nicht), baggert, völlig ungeniert und während der Fahrt, jedes weibliche Wesen am Strassenrand an und kennt Gott und alle Welt hier.
Auf der Inselrundfahrt besuchen wir den zweitgrößten Ort Frederikstedt, diverse Buchten und Strände und werden im Regenwald-Nationalpark Zeugen, wie biertrinkende Schweine Bierdosen mit den Zähnen knacken – unglaublich, aber wahr.

Leider bricht Jo bei einen Restaurantbesuch ein Stück Zahn ab. Das ist jetzt schon das dritte Zahnproblem seit dem Reisebeginn in 2016. Jo meint, das wäre eine besondere Form von Skorbut (Vitamin-Mangelkrankheit) und will den Rum-Konsum drastisch erhöhen. Margit, pharmazeutische Fachkraft und gute Seele an Bord, redet ihm das wieder aus – schade. Trotzdem ist ein kurzer Zahnarztbesuch fällig.
Heute Vormittag verholen wir dann nach „Buck Island“ einem Naturpark-Eiland ein paar Meilen vor Christiandsted. Der Strand und der Wanderpfad über die Insel sind toll. Aber die Schnorchelgründe die wir mit den Dingi besuchen, sind nicht so überwätigend wie in den Prospekten beschrieben.

Morgen soll es weiter in Richtung Dominica oder Martinique gehen – wenn der Wind für die nächsten 2-3 Tage mitspielt.

Puerto Rico – nochmal…

 

Überraschung: als wir in der Marina Club Nautico de San Juan anlegen, liegt direkt neben uns ein deutsches Boot. Wie sich herausstellt, kommt der Skipper aus Pulheim und kennt sogar unsere dortige Verwandschaft (besondere Grüße an Elisabeth und Kurt). Die Welt ist wirklich ein Dorf, oder?
Nachdem wir in den Bahamas wieder 2 Motoraussetzer wegen Bakterienschlamm im Dieseltank hatten, kommt es uns gerade recht, dass wir auf dem Weg nach Puerto Rico den Tank halb leer gefahren haben. In der Werft in St. Marys hatten wir den Tank ja bereits kontrolliert und nichts gefunden – da war er allerdings auch randvoll. Jetzt finden wir jede Menge Bakterienschlamm in der Wasserphase am Boden des Tanks. Mit einem Ölabsauggerät gelingt es uns, das Wasser/Bakterien Gemisch abzusaugen und nach ca. 3 Stunden Arbeit ist der Dieseltank wieder sauber. Trotzdem bleibt unsere Notfallversorgung (Umschaltventile für Diesel aus einem Reservekanister) erstmal einsatzbereit.

Als wir, vor beinahe einem Jahr, in Piuerto Rico waren, hatten wir ja leider zu wenig Zeit um die Insel zu erforschen. Das ist diesmal anders. Zusammen mit den Crews von MORA und TAO PAO erkunden wir mit dem Mietwagen, neben der näheren Umgebung von San Juan, auch eine Kaffeeplantage, das Radioteleskop in Arecibo, das Stätdchen Ponce, die Höhlen von „Cueva Ventana“ und den Nationalpark „El Yunque“ (Regenwald). Jo hat das Radioteleskop ganz besonders beeindruckt.

Die letzten Hurrikane (Irma und Maria vor ca. 6 Monaten) haben in San Juan selbst nur wenige Spuren hinterlassen. Aber im Hinterland, speziell in den Bergen, sieht es teilweise noch recht chaotisch aus. Die bekannten Höhlen von „Camuy Caves“ sind immer noch geschlossen und der Nationalpark „El Yunque“ kann nur zu einem Viertel durchfahren werden. Mancher abgelegene Ort erhält gerade erst in diesen Tagen wieder Strom. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden wohl noch etliche weitere Monate in Anspruch nehmen.

Gestern abend feierten wir in einer Kneipe in Old San Juan Abschied von der MORA (Moni und Ralf) und der TAO PAO (Bill und Jessica). Die werden in den kommenden Wochen etwas andere Wege einschlagen als wir. In der Kneipe habe sich unzählige Besucher auf allem mögliche Flächen verewigt und auch wir finden – mit einiger Anstrengung – ein Plätzchen für unseren Namen.


Morgen endet unsere Zeit hier und es geht – nochmal gegen Wind und Strom – so schnell und so weit wie möglich weiter nach Osten damit wir dann mit günstigerem Wind den Bogen der Karibikinseln südwärts befahren können.

Bahamas – letzte Tage…

Margit schreibt:
Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, warteten wir auf ein passendes Wetterfenster um unser nächstes Ziel in Angriff nehmen zu können…. Puerto Rico. Wir nutzten die Zeit bis dahin und erkundeten die nähere Umgebung von Stocking Island – das ist die Insel vor dem Ankerfeld. Mit dem Dinghi (unser Auto – lach) fahren wir an den Strand, und gehen auf die andere Seite der Insel. Dort findet sich mal wieder tolles „Strandgut“. Danach geht es weiter zum „Monument“. Nach 20 Minuten Spaziergang erreichen wir die Spitze und haben einen tollen Ausblick auf unseren zuvor mit Steinen gelegten Schriftzug und die Umgebung.


Jo checkt täglich das Wetter und da ist es…..unser Wetterfenster: Montag den 12. März. Für die ca. 650 Meilen bis San Juan kalkulieren wir 5 – 6 Tage (unsere Unbekannte ist ja das Wetter das sich trotz Vorhersage stündlich ändern kann, der Wind will in der Regel  nicht so wie wir… kennen wir ja). Wir kaufen also noch einmal ein paar frische Lebensmittel, füllen unseren Dieseltank, kochen etwas vor und checken unsere KYLA. Montag Vormittag um 11:00 Uhr Ortszeit gehen wir dann Anker auf.

Gutes Segeln, Schiffschaukel und Motoren – alles Inklusive
Das Wichstigste zuerst:  wir sind gut angekommen aber auch froh als wir nach 6 Tagen im Club Nautico in San Juan- Puerto Rico die Leinen festgemacht hatten. Wie „ befürchtet“, war das Wetter nicht immer auf unserer Seite und nach 2 tollen Segeltagen folgten 2 Tage – wir haben es mit einer Schiffschaukel verglichen – wo die Windrichtung sich laufend änderte und Boen bis 36 Knoten das Leben an Bord „etwas“ strapazierten. An den letzten beiden Tagen: Leichtwind von vorne (grhgrhgrh) – genau da wollen wir hin!!! Aber wofür hat man einen Motor an Bord. Nach „46“ Stunden brachte er uns bequem ans Ziel. Sonntag Vormittag um 11:00 Uhr liefen wir in die Einfahrt von San Juan ein, nach genau 6 Tagen.

Nun liegen wir erstmal für 1 bis 2 Wochen in der Marina und planen natürlich neben diversen Arbeiten an und im Schiff auch Sightseeing auf der Insel. Beim letzten Besuch hier, hatten wir ja  leider zu wenig Zeit dafür. Davon berichten wir dann später….

Bahamas – Exumas 2…

Margits Beitrag:
Vor unserem Abschied vom Big Major Spot, besuchen wir nochmal den „Schweinestrand“ auf einen Sundowner, wobei die Schweine sich auch Abends blicken und sogar bis zum umfallen kraulen lassen.

Als letztes Schnorchel-Highlight besuchen wir mit der Crew der WORLDDANCER und der MORA noch die „Thunderbolt Grotto“. Die Höhle hat drei Eingänge und die von oben eindringenden Sonnenstrahlen sorgen für tolle Lichteffekte. Unter Wasser befinden sich dann noch jede Menge Fische die recht zutraulich sind. Ich vermute mal, dass die tollen Lichteffekte ein Grund dafür waren, dass hier in der Grotte Szenen für den James Bond Film „Thunderball“ mit Sean Connery gedreht wurden.

Unseren Abschiedsabend verbringen wir dann mit Heike, Herwig, Beate, Ralph und Moni bei einem Sundowner (oder auch zwei) und Lagerfeuer am Strand.
Es war eine schöne (wenn auch kurze) Zeit mit Euch und wer weiss vielleicht sieht man sich wieder.

Am Mittwoch machen wir uns dann mit der MORA auf den Weg nach „Black Point“. Die 8nm sind schnell geschafft, der Anker hält und auf zur ersten Erkundung. Laut dem Waterway Guide soll es hier eine Laundry und mehrere kleinere, aber gut sortierte, Supermärkte geben. Leider warten die Bewohner jeden Tag auf das Versorgungsschiff und daher ist das Angebot mehr als bescheiden. Zum Glück haben wir noch ausreichend gebunkert. Die Laundry ist jedoch hervorragend und bietet neben der Wäscherei auch noch einen Minimarkt, Hot Dogs, Kuchen, Kaffee und einen Frisör an…was will man mehr?

Der Wind beschert uns durch die Wellen eine unruhige Nacht und daher fahren wir am 3.Tag nach „Rudder Cut Cay“. Zuvor müssen wir jedoch durch den „Dotham Cut“ raus in den Exuma Sound. Im Cut selbst herrschen starke Strömung und hohe Wellen, KYLA hüpft durch die Wellen und bekommt ihre übliche Meerwasserdusche. Wir waren beide froh als wir durch waren.
Später ankern wir dann hinter Rudder Cut Cay wieder mit viel Wind und Strömung aber weniger Schwell. Wir liegen vor einem schönen Strand den wir allerdings nicht betreten dürfen…. Privatbesitz.
Am Sonntagnachmittag fahren wir mit dem Dinghi ein paar hundert Meter in die nächste Bucht zum schorcheln. Hier liegt auf ca. 4 Meter Tiefe ein von David Copperfield in Auftrag gegebenes Piano mit Meerjungfrau, genannt „The Musician“. Man sieht eine Meerjungfrau vor einem Piano sitzend. Das Piano hat die Orginalgröße eines Steinway Concert Grand Piano und dient vielen Meerestieren als Wohnraum. Ein recht großer Barracuda bewachte das Piano und er ließ sich auch nicht von uns stören.

Montag 05.03.18
Die nächsten 30 nm bis „George Town“ werden aufgrund der vielen Wellen wieder schaukelig. Die Wellen werden durch die Kaltfront verursacht die noch immer nicht durchgezogen ist, und die nächste Kaltfront steht schon bereit. Die Einfahrt in den Elisabeth Harbour durch den „Conch Cay Cut“, ist daher mal wieder unangenehm. Nachdem wir dann durch waren mussten noch ein paar Flach’s umschifft werden und dann sahen wir das für uns bisher größte Ankerfeld. Mindestens 300 Boote liegen hier zum Teil doch recht nah aneinander – nichts für uns! Ralph von der MORA gibt uns per Funk seine Ankerposition durch und da hier noch genügend Platz ist, fällt unser Anker direkt daneben. Am nächsten Tag besichtigen wir Georg Town. Ein kleiner, netter Ort mit Allem was man so braucht. Zwei Supermärkte, Liquor Shops, diverse andere Shops, Tankstellen, Laundry usw.

Hier warten wir nun auf ein günstiges Wetterfenster um möglichst schnell und mit gutem Wind nach Puerto Rico zu kommen.

Bahamas Exumas…

Das ist eine Kette von kleinen und kleinsten Inseln in der Mitte der Bahamas Gruppe.

Von Osten durch den Exuma Sound kommend, fährt man durch schmale Riffpassagen – die sogenannten „Cuts“ – in die dahiner liegenden, geschützten und flachen Bereiche. Die Cuts sind je nach Wind und Tide wegen der starken Strömungen manchmal recht tückisch bis gefährlich. Zum Einstieg, und weil wir schließlich möglichst viel der Inselkette „abfahren“ wollen, nutzen wir als Zufahrt den breiten und tiefen „Ship Channel“ ganz im Norden.
Die 1. Nacht ankern wir im ruhigen Wasser hinter der „Ship Channel Cay“. Dann geht es weiter nach „Allens Cay“. Hier findet man Iguanas, eine Art Leguane, die recht zutraulich (eigentlich sind sie nur verfressen) sind.

Da die Entfernungen zwischen den Cay’s klein sind, fahren wir noch am gleichen Tag weiter bis „Shroud Cay“. Mit dem Dingi erkunden wir am nächsten Morgen den nördlichen Kanal durch die Mangroven bis an die Exuma-Sound Küste.

Weil wir die MORA endlich einholen wollen, lassen wir einige Cay’s aus und besuchen als nächstes „Warderick Wells“. Auch hier müssen wir tiefgangsbedingt wieder weit vor der Küste ankern. Die vorhandenen Moorings sind entweder alle belegt oder im zu flachen Wasser. Da der Wind wie vorhergesagt erheblich stärker geworden ist, steht ca. 1m Welle in der Ankerbucht. Jetzt mit dem Dingi an Land zu kommen ist eine ganz nasse Angelegeheit. Aber am zweiten Tag springen wir ins Badezeug und fahren los. Nach etlichen Salzwasserduschen kommen wir in die Windabdeckung der Insel und dürfen für 10 USD/Person (die Insel gehört zu einem der Naturschutzgebiete in den Bahamas) an Land gehen. Ziel ist der „Boo Boo Hill“. Ein in den Bahamas berühmter Hügel von dem aus man nicht nur einen phantastischen Rundblick über die Insel hat, sondern auf dem viele Yachten auch ein kleines Geschenk an Neptun hinterlassen. Auf dem Hügel finden sich unzählige Schilder oder andere Präsente an die Meeresgötter. Manche davon sind richtige Kunstwerke. Nun, wir sind künstlerisch ja nicht so begabt -wer unser Logo im Hafen von Teneriffa gesehen hat, weiss das- und unser „Schild“ fällt recht bescheiden aus, kommt aber von Herzen. Zusätzlich schleppt Jo vom Strand noch ein altes, richtig schweres, Korallenstück auf den Hügel. Dieses „Opfer“ sollte für ein paar Wochen gutes Wetter reichen – hoffen wir.

Letzten Donnerstag haben wir dann endlich „Big Majors Spot“, eine Insel vor dem besser bekannten „Staniels Cay“, erreicht und ankern jetzt direkt neben der MORA. Ralph und Moni warten hier schon seit ein paar Tagen auf uns. Beate von der BALU spendiert einen selbstgemachten Apfelkuchen (sehr lecker) und zusammen mit Herwig und Heike von der WORLDDANCER veranstalten wir ein deutsches Kaffeekränzchen. Wir fühlen uns gleich wie zu Hause.


„Big Majors Spot“ ist die Insel die mancher Leser aus dem TV wegen der schwimmenden Schweine kennt. Die gibt es tatsächlich. Sie sind ebenso verfressen wie die Leguane auf „Allens Cay“ und schwimmen raus zu Booten die nahe genug am Ufer sind um sich füttern zu lassen.
Wer mit fressbarem an den Strand geht, hat Mühe sich des Andrangs der Meute zu erwehren.
Jo muss unwillkürlich an Spanferkel oder frische Schnitzel denken. Aber die Schweine haben alle Marken und Namen. Sollte eines fehlen, gibt es sicher Ärger mit dem Besitzer. So bleibt es also vorerst bei Verpflegung aus unserem Kühlschrank.

Dafür können wir das erstemal seit drei Wochen im Ort auf der Nachbarinsel „Staniel Cay“, Wäsche waschen und ein paar frische Sachen kaufen. Die Preise sind wie überall hier enorm. Beispiel: 1 Tomate kostet 1,75 USD!
Der Weg zur Wäscherei und zum Laden ist mit dem Dingi wieder sehr weit und sehr nass. Aber mit Badzeug und gut verpackter Wäsche/Einkäufen geht es schon.


Bahamas – Eleuthera 2…

Unsere letze Station auf Eleuthera ist „Rock-Sound“ das wir am 16.02.18 besuchen. Dank der MORA, die schon vor Wochen hier durchgekommen ist, haben wir viele Tips was es wo zu sehen gibt.
Wir ankern weit, weit draussen (ca. 1 nm vor der Küste) mit 20 cm Wasser unter dem Kiel. Da der Wind ab morgen deutlich stärker wird und sich so höhere Wellen bilden, können wir leider nur einen Tag hierbleiben und -natürlich- sind für diesen Tag alle Mietwagen ausgebucht. Also beschränken wir uns auf die Erkundung der näheren Umgebung „per pedes“.
Wir besuchen das „Ocean Hole“, die „Spider Caves“ und die wilde Atlantikküste. Bei „Sam’s Restaurant“ gibt es für hiesige Verhälnisse günstig kühles Bier und Mittagessen. Im Restaurant laufen alte Songs aus den 60er und 70er Jahren und nach dem 2. Bier möchte Jo am liebsten bleiben.


Früh am Montagmorgen verlassen wir Eleuthera und segeln quer über den Exuma Sound durch den Ship-Channel in die Exumas.