Frohe Ostern…

Frohe Ostern

 

 

 

 

 

Wir sind gerade in Livingston, haben ausklariert und werden den Rio Dulce morgen verlassen. Der Schlepper über die Barre ist schon bestellt.
Nach einem Tag Pause (der Wind passt noch nicht) geht es dann weiter nach Mexico.

Nach der Rückkehr von unserer Rundreise, ging es Schlag auf Schlag.
Nachmittags wurde eingekauft, dann kam der Polsterer der neue Abdeckungen für das Dingi (330 USD) und den Aussenborder (35 USD) angefertigt hatte.
Am nächsten Morgen ging es zu Toms Sailloft um die erstklassig überholten Segel abzuholen. Tom hat auch noch die obere Führungshülse für das Spinnakerfall wieder angenietet (die war ja beim Einschleppen rausgerissen). Wir hatten zwar die passenden Nieten aber keine Nietzange die groß genug war.
Die ganze letzte Nacht vor Anker in Cayo Quemado hat es kräftig geregnet. Das spart uns eine Deckswäsche und hebt den Wasserstand  im Fluß vielleicht ein wenig an. Wir können jeden zusätzlichen Zentimer gebrauchen.
Bei Ausklarieren durchstreifen wir noch Livingston. Der Ort ist sehr lebendig. Hunderte Touristen werden jeden Tag per Boot hierher gebracht. Was genau die hier wollen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Strände an den Ortsrändern sind mehr als bescheiden. Vielleicht ist es einfach der Reiz, einen Ort zu besuchen zu dem keine Straße führt.

 

Providencia…

hat es uns nicht leichtgemacht. Es liegt Nordnordost von San Andres und damit windwärts. Gegen 25kn Wind bei 3-4m Welle anzusegeln ist nicht so unser Ding.
Nach einer Woche Wartezeit haben sich Wind und Wellen beruhigt (15kn Nordost, 1,5-2m Welle). Wir starten am frühen Freitagmorgen. Allerdings laufen gerade die Boote einer „Ralley“ (betreutes Flottillen-Segeln) ins Fahrwasser zum Ankerplatz ein und der Portcaptain lässt uns nicht ausfahren obwohl da Platz genug wäre. Dann läuft der Frachter, der seit einer Woche vor dem Fahrwasser ankert ein. Anstatt um 6:45 Uhr dürfen wir erst um 8:00 Uhr endlich los. In der Ausfahrt kommt schon wieder die Marine längsseits und will kontrollieren. Das hätten sie auch am Ankerplatz machen können, da lagen sie direkt neben uns und haben die einlaufenden Boote beobachtet. Anscheinend macht es den Jungs spass, mit ihrem PS starken Boot den auslaufenden Seglern hinterher zu preschen. Diesmal ist die Kontrolle schon gründlicher. Alle Schränke werden geöffnet, die Polster hochgehoben und die Trennwände zu den WC-Kabinen abgeklopft. Mit 2 Stunden Verspätung sind wir endlich im freien Wasser und können Segel setzen. Aus einem leichten Halbwindkurs wird mit der Abdrift durch Wind und Welle ein Hoch-am-Wind Kurs. Wir geben ordentlich Gas sonst sind die 60nm bis Providencia nicht im Hellen zu schaffen. Das gefällt unserem Großsegel nicht so gut. Nach ¾ der Strecke gibt es ein gewaltiges RAAATSCH… und es ist in der Mitte durchgerissen. Zum Glück ist „nur“ eine Naht aufgegangen. Das kann man einfacher reparieren.

Ohne Großsegel verlieren wir deutlich Höhe und Geschwindigkeit. Das lässt sich auch mit Motor nicht völlig ausgleichen. So kommen wir erst im allerletzten Büchsenlicht am Ankerplatz in Providencia an. Es reicht noch, um das Großsegel herunter zu nehmen, dann ist es auch schon stockdunkel. Aus dem Sundowner wird dann eben ein „Moonriser“.
Der Ankerplatz „Santa Catalina Harbour“ liegt vor dem Hauptort und wird durch das Nordende Providencias sowie das direkt daneben liegende Eiland „Santa Catalina“ geschützt. Auch bei kräftigem Wind ist dasWasser wesentlich ruhiger als in San Andres.
Am nächsten Morgen funken wir Mr. Bush, den hiesigen Agenten, an um uns beim Portcaptain anzumelden. Samstags ist der zwar eigentlich nicht zu erreichen, aber Mr Bush regelt das. Er gibt auch unser Segel zur Reparatur. Wir sind gespannt wie das ausgeht denn einen richtigen Segelmacher gibt es hier nicht. Sogar das Wäschewaschen  organisiert Bush.
Providencia ist deutlich ruhiger als San Andres. Keine Touristenhorden oder Mengen von Ausflugsbooten. Die Insel ist sehr bergig und es gibt eigentlich nur eine Strasse rundherum an der Küste entlang. Der Hauptort „Santa Isabel“ ist klein und quirlig. Es gibt zwar keine Eiswürfel zu kaufen aber in einer der drei Ferreterias finden wir tatsächlich ein Komplettset zum Auffüllen von Kältemittel in Kühlanlagen (inkl. 2 kleiner Frigen-Kartuschen: 45,- Euro). Damit sind wir jetzt unabhängig falls unsere Kühlschränke nochmal was brauchen.
Mit einem Golfkart fahren wir gemütöich zweimal um die ganze Insel und erkunden die Strände. Wirklich schön sind die in der „Southwest Bay“ (Lee-Seite) und in der „Machineel Bay“ (Luv-Seite).

Die Nachbarinsel Santa Catalina ist über eine Schwimmbrücke nur zu Fuss (oder per Dingi) zu erreichen. Dort gibt es ein paar nette Restaurants, die kläglichen Reste eines alten Fort’s auf einem Hügel über der Bucht und sonst: Ruhe.

Insgesamt hat uns Providencia sehr viel besser gefallen als San Andres.

Nachdem wir gestern endlich unser Segel zurück bekommen haben – die Reparatur sieht „naja“ aus, mal sehen wie lange das hält – geht es ab heute weit draußen vor der Küste Nicaragua’s, nach Norden, dann links ab, quer über die flache Nicaragua-Bank und an der,Küste Honduras entlang bis Isla Roatan/Honduras. Dann sind wir wieder mal für 3-4 Tage „offline“.
Wir wären sowieso erst Samstags ausgelaufen weil Margit nach dem Pech mit dem Großsegel bedenken hatte an einem Freitag auszulaufen.

 

Frohe Weihnachten…

Übermorgen geht es für 3 Wochen nach Hause 🙂 🙂 🙂
Leider erst nach den Weihnachtsfeiertagen.

Weihnachtsgruss
Bleibt gesund, munter, glücklich und treue Blogleser.

Wie im letzten Jahr:
„In 20 Jahren wirst du eher die Dinge bereuen, die du nicht getan hast, als die Dinge, die du getan hast. Also mach die Leinen los. Verlass den sicheren Hafen. Fang den Passatwind mit deinen Segeln ein. Erforsche. Träume. Entdecke.
(Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller).

Grüße von Herzen ❤ ❤ ❤

Südamerika – Abschluss…

Von unserer Reiseliste haben wir nur 2 geplante Ziel nicht besucht. Die „Nazca“-Linien waren uns zu teuer (80 USD/Person für 20 Minuten Überflug) und Patagonien war aus Zeitgründen leider nicht möglich. Aber da kommen wir irgendwann auch noch hin.

Dafür haben wir schon zweimal den Äquator überquert, allerdings im Flugzeug (Kolumbien-Peru und Brasilien-Kolumbien).
Insgesamt hat es uns sehr gefallen. Aber nicht so gut wie die USA. Das Reisen in Südamerika ist doch erheblich aufwändiger als dort. Busfahren ist zwar sehr bequem und günstig, „kostet“ aber ein großes Stück Unabhängigkeit. Dass wir kein Spanisch sprechen, war sicher auch ein großer Reise-Nachteil.
Die für viele Länder Südamerikas geltenden Sicherheitswarnungen halten wir zwar für angebracht aber in weiten Teilen übertrieben. Wenn man sich nicht gerade mitten in Krisengebiete begibt und sich entsprechend verhält (in Deutschland läuft man auch nicht mit aus der Hose hängenden Geldbündeln herum) ist das kein Problem. Wir haben uns jedenfalls nirgendwo wirklich unsicher gefühlt.

Saisonrückblick 2018…

Nun sind wir schon etwas über 2 Monate in Deutschland und bis zur Rückkehr zu Kyla sind es nur noch 18 Tage. Die Zeit rast nur sodahin und vieles was wir uns vorgenommen hatten werden wir nicht schaffen. Jo hat jedoch fast schon alle „Mitbringsel“ für Kyla zusammen und das 3te (!!) Gepäckstück ist auch schon gebucht. Ich habe mein persönliches Tagebuch wieder fertig gestellt und möchte Euch nun nochmal mit auf einen kleinen Reise-Rückblick nehmen.
Unsere Saison ging über 148 Tage und unsere Route führte uns auf ganz viele Inseln. Wir starteten am 27.01.18 von Brunswick die US Küste runter bis nach West Palm Beach. Es folgten die Bahamas mit vielen kleinen Inselchen (und schwimmenden Schweinen), von dort ging es rüber nach Puerto Rico. Hier unternahmen wir dann auch einige Ausflüge und sahen noch immer die Schäden die Hurrikan Maria im September 2017 angerichtet hat. Auf unserem Weg nach Martinique kamen wir quasi an St.Croix vorbei. St.Croix zählt zu den US Virgin Island. Wir blieben 4 Tage, machten eine Inselrundfahrt, verhohlten uns dann nach Buck Island und waren begeistert von der Schönheit der Insel (was auch daran liegen mag das die Insel zum Nationalpark gehört).
Dann ging es weiter nach Martinique. Hier waren wir ja schon in unserer ersten Saison, nutzten die Zeit nun zum bunkern……und genoßen Wein, Käse und Baguette. Es folgten kleinere Schläge. Nur 25nm weiter liegt schon St.Lucia. Ein Highlight war die Marigot Bay. Da gab es dann auch endlich das erste richtige „Schirmchengetränk“ bei einem unvergesslich schönen Sonnenuntergang. Das zweite Highlight waren natürlich die weltberühmten Pitons. Knapp 40nm weiter liegen St.Vincent und die Grenadines. Auf St.Vincent erleben wir eine unvergessliche Wanderung hoch zum Vulkan und darauf folgten die Grenadine-Inseln: Bequia, Mustique, Canouan, die Tobago Cays, Mayreau und Union Island. Bis auf Mayreau bezauberte uns jede Insel. Auf Carriacou mussten wir erneut einklarien, diesmal für Grenada. Grenada trägt den Beinamen „Gewürzinsel“ und dass das stimmt, davon konnten wir uns bei unserem Inselausflug überzeugen – eine ganz tolle Insel. Auf unserem Weg nach Bonaire legten wir einen Ankerstop auf Los Roques ein. Wir blieben 2,5 Tage. Die Inseln mit ihren Ständen sind einfach paradiesisch. Los Roques gehört zu Venezuela aber aufgrund der politischen Situation wird von einem Besuch dort abgeraten – leider.
Wir erreichten dann auch schon Bonaire, eine der drei niederländischen Antilleninseln. Bonaire lädt zum schnorcheln und tauchen ein und wenn es nicht so staubig gewesen wäre (siehe Blogeintrag), wer weiss, ob wir noch ein paar Tage länger geblieben wären.
So aber zog es uns nach Curacao in die Seru Boca Marina, wo wir nach etlichen Stunden der Reinigung unsere Kyla für 4 Monate „parken“.

Nun ist unsere 2.te Saison beendet, was wir mitnehmen sind neben den vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen, tolle Sehenswürdigkeiten und manch wunderschöne Insel.
Zur Zeit „arbeiten“  wir an unserer Route für die dritte Saison……es bleibt spannend.

in der Heimat…

ist es doch am schönsten – wenigstens im Moment!
Das klingt für viele Leser sicher befremdlich, aber wir waren in den letzten Wochen vor unserem Heimflug schon etwas reisemüde. Immer nur Sonne und Hitze kann auf Dauer ganz schön stressig werden. Irgendwann hat man mal genug Inseln, Palmen, Strände und türkisfarbenes Wasser gesehen.
Die Familie nach langer Zeit zu sehen, ist auch immer wieder ein emotionales Highlight. Gott sei Dank sind alle – altersgemäß – gesund und munter.

Nun sind wir schon 4 Wochen zu Hause, der Papierberg für die Bürokratie ist größtenteils abgearbeitet und die meisten Ersatzteile für KYLA sind schon da. Das Wetter ist warm, sonnig und trocken. So ist man nicht ständig verschwitzt. Nachts kühlt es deutlich ab, und alle täglichen Verrichtungen sind um Welten einfacher als auf einem Boot.
Wir haben jetzt noch 2 Monate Zeit bis zum Rückflug nach Curacao und können die „Heimatzeit“ mal richtig genießen.

Jo darf sein Motorrad – das hat 2 Jahre in Papa’s Gartenschuppen gestanden – ausmotten. Die Batterie rein, 3 mal den Anlasser gedrückt, und schon läuft es. Die erst Fahrt geht zum TÜV. Es gibt keinerlei Beanstandungen obwohl das Ding schon 28 Jahre alt ist. Vom TÜV geht es direkt durch die herrliche Eifellandschaft zum Nürburgring – PHANTASTISCH.
Im übrigen verbringt er viel Zeit mit Elektronik- und Computerarbeiten für die Installation eines selbst zusammengestellten SmartHome-Systems mit dem wir unsere Wohnung via Internet von Überall auf der Welt vollständig kontrollieren/steuern können (bisher gab es nur eine Kameraüberwachung).
Margit bekommt noch ein neues Fahrrad und entlang der Erftauen geht es zum Italiener im Nachbarort. Seine Eiskreationen sind immer noch ungeschlagen.

Zusätzlich zum Fahrradfahren können wir nun auch wieder unser Gesundheitsprogramm von „Lifeplus“ starten. Das hatten wir nach, einem Tip von Freuden, in den UA ausprobiert. Und obwohl ausgerechnet Jo solchen Dingen sehr skeptisch gegenüber steht, hat es uns sehr, sehr gut getan. Ihr dürft euch also nicht wundern wenn wir auf Fotos wir immer jünger und schöner werden ;-).

Die nächsten Wochen werden wir ein paar Ausflüge machen und uns ggf. auch mal nach einem Liegeplatz in Holland umschauen falls wir im nächsten Jahr tatsächlich soweit nach Nordeuropa zurück fahren. Das Mittelmeer wäre auch noch eine Option.

Frohe Weihnachten…

frohe

Frohe Weihnachten…

guten

und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Bleibt gesund, munter, glücklich und treue Blogleser.

Wie im letzten Jahr:
„In 20 Jahren wirst du eher die Dinge bereuen, die du nicht getan hast, als die Dinge, die du getan hast. Also mach die Leinen los. Verlass den sicheren Hafen. Fang den Passatwind mit deinen Segeln ein. Erforsche. Träume. Entdecke.
(Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller).

Grüße von Herzen ❤ ❤ ❤
Margit & Joachim

Zu Hause…

sind wir jetzt fast eine Woche.
Wenn man Monate nicht daheim war, bleibt einiges liegen und wir sind voll damit beschäftigt alles abzuarbeiten. Der Postberg ist schon fast durch und die ersten Bestellungen für Ersatzteile/Zubehör treffen ein. Im Moment sind wir noch „voll im Stress“ und freuen uns auf die hoffentlich besinnlichen Weihnachtstage.
Bis dahin schwelgen wir schon mal in gutem deutschen Essen das wir seit langem vermisst haben, insbesondere das Brot.
Beim Rückflug in die USA am 18.01.18 (schönes Datum, oder?) werden wir wahrscheinlich einen Zuschlag wegen Übergewicht zahlen müssen.
Für das neue Jahr, so ungefähr ab Anfang Februar, freuen wir uns jetzt schon auf … siehe Bilder.

             Die schönste Art des Wartens ist die Vorfreude.

Mount Rushmore…

hat uns nicht so wirklich gefallen. Die Figuren sind viel kleiner als man sie auf vielen offiziellen Fotos darstellt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass man sie nur von der Aussichtsterrasse aus sehen kann. Näher ran zu kommen ist ziemlich schwierig.
Eigentlich gehörte das Felsmassiv den Indianern – so wie das gesamte restliche Amerika auch – und gilt diesen als heilig. Den weissen Siedlern war das egal. Entgegen allen Verträgen die den Indianern wenigstens einige Gebiete ihrer ursprünglichen Heimat überließen (sog. Reservate), wurde ihnen im Jahr 1877 das Massiv, einschließlich zugehöriger, riesiger Reservatsgebiete einfach wieder abgenommen. Nicht etwa weil man dringendst neue Siedlungsgebiete benötigt hätte, nein, schlichtweg weil in den Bergen (den Black Hills) Gold gefunden wurde. Ein Hinweis dazu ist in der gesamten Anlage leider nicht zu finden.
Für uns hat das Ganze den Anschein, als hätten die Amerikaner mit dem Monument – ausgerechnet in einem Heiligtum der Indianer – ihre Überlegenheit über die Besiegten für alle Zeiten im wahrsten Sinne des Wortes „in Stein gemeißelt“. So geht man eigentlich nicht mit besiegten „Gegnern“ um.
Die viel gerühmte Freiheit und Gerechtigkeit die die USA ständig propagieren und in aller Welt verteidigen, notfalls auch gegen den Willen der Betroffenen und mit Waffengewalt, gilt für die Ureinwohner anscheinend nicht. Wäre ja auch noch schöner, wenn die Politik sich denn an Moral/Ethik oder gegebene Versprechen halten würde.