Argentinien – die Iguazu Wasserfälle…

weil es keinen direkten Bus von Salta nach Puerto Iguazu gibt, fahren wir am Donnerstag den 15.11.18 ab Nachmittag erstmal bis „Corrientes“ (ca. 830 km, Busunternehmen: „Fletcha-Bus“ mit der besten Nachtfahrt die wir bisher hatten) wo wir 14 Stunden später pünktlich eintreffen. Nach 3 Stunden Wartezeit wechseln wir in den Bus nach Puerto Iguazu (nochmal 610 km, Busunternehmen: Rio-Urugay). Der fährt schon mal mit 1 Stunde Verspätung los, die sich am Ende auf über 3 Stunden summiert. Weil der Bus bei der Abfahrt fast leer ist, hält er unterwegs an jedem noch so kleinen Busterminal um Leute Ein-/Aussteigen zu lassen. Das ist zwar gut für die Gewinnmaximierung, aber ganz schlecht für die Einhaltung eines festen Fahrplanes.
In Puerto Iguazu zeigen wir dem Taxifahrer am Busterminal – wie üblich – unsere Hoteladresse auf dem Handy und fragen ob er das Hotel kennt. Ebenfalls wie üblich, sagt er ja, fängt aber nach dem Einsteigen an, hektisch in seinem Navi-System das Hotel zu suchen. Letzlich muss er sogar im Hotel anrufen um es zu finden. Das geht hier mit den Taxi’s öfter so.
Um acht Uhr Abends sind wir endlich in unserem gemieteten Apartement-Bungalow und die nette Wirtin fährt uns noch zum nächsten Supermarkt um Lebensmittel einzukaufen. Nach insgesamt 38 Stunden auf Achse wird dann erstmal ausgeschlafen.

Am ersten Tag in Puerto Iguazu besuchen wir das Dreiländereck (sieht ein wenig aus wie das in Koblenz/Deutschland) und spazieren in die Stadt. Da wir ja auf der Südhalbkugel sind, ist hier quasi Hochsommer und es ist sehr heiß (32°C). Wir kommen wieder ordentlich ins Schwitzen. Mittagessen mit ordentlich Fleisch und 2 Liter Patagonia-Bier füllen unsere Energiespeicher wieder auf. Im Busterminal kaufen wir noch Ticket’s für die Reise nach Sao Paulo/Brasilien und entspannen danach im Pool unseres Hotels.

Der zweite Tag ist völlig verregnet. Kein Wetter für Ausflüge. Wir bleiben im Hotel und lesen. Jo ist in den letzten Reise-Wochen etwas aus der Übung gekommen und schafft nur 600 Seiten, „normal“ wären so 700-800 Seiten für einen kompletten Lesetag.

Gestern konnten wir dann endlich zu den Wasserfällen fahren. Weil wir – wieder mal – ein langes Wochenende erwischt haben (der Montag ist noch Feiertag) ist der Andrang anscheinend besonders groß. Der Reiseführer erwähnt zwar Menschenmassen, aber Morgens um 8:00 Uhr schon solche Mengen haben wir nun doch nicht erwartet. Mit dem Bus fährt man erst vom Terminal im Ort zum Eingang des Nationalparks. Dann besorgt man sich Tickets (sind im Eintrittspreis, müssen aber an einem Schalter abgeholt werden) für die Bimmelbahn die alle 15 Minuten zum „Garganta El Diablo“ („die Kehle des Teufels“), dem angeblich spektakulärsten der Wasserfälle, fährt. Man darf nur zur Uhrzeit die auf dem Ticket steht mit der Bahn fahren und so brauchen wir für den Weg dorthin und zurück (ca. 2 km) sage und schreibe über 4 Stunden. Die Hälfte davon ist reine Wartezeit. Das ist, neben dem Gedränge, vielleicht der Grund warum uns dieser Wasserfall nicht wirklich begeistern konnte.
Auf dem Rückweg steigen wir auf der Zwischenstation aus und wandern entlang des „Upper Trail“ oberhalb der Fälle zum Aussichtspunkt. Das Gedränge lässt ein klein wenig nach, ist aber immer noch mehr als lästig. Danach haben wir erstmal genug. Auf einen Besuch des „Lower Trail“ oder der brasilianische Seite der Fälle (die ist genauso übervölkert) verzichten wir.
Fazit: ein Besuch der Fälle lohnt sich auf jeden Fall. Er kommt aber für uns nicht ganz an die Niagara-Fälle heran.

Im Hotel kühlen wir uns nochmal im Pool ab und treffen Vorbereitungen für die Weiterreise.
Heute Mittag geht unser Bus nach „Rio de Janeiro“. Weil die Fahrt insgesamt 24 Stunden dauern soll, werden wir in Sao Paulo für eine Nacht unterbrechen. Von da sind es dann nur noch 6 Stunden Bus bis Rio.

Argentinien – Salta…

die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes in Argentinien, besuchen wir auf dem Weg zu den „Iguazu“-Wasserfällen. Nach 14 Stunden sehr angenehmer Busfahrt (Geminis Bustouren) auf richtig guten Straßen, kommen wir an. An der Grenze gibt es sogar ein Durchleuchtungsgerät für das Gepäck statt Handkontrolle.
Unterwegs fahren wir wieder durch tolle Wüstenlandschaften und können auch einige Foto’s aus dem Bus heraus machen. Wenn man den Jama-Pass (4.830m – noch in Chile) überquert hat, geht es kontinuierlich nach Unten. Ist man einmal unter der 2.000m Höhenlinie, wird es schlagartig grün. Fast so grün wie in Kolumbien. Salta (Höhe 1.180m) liegt auf der Regenseite der Andenkette und mit Wüste ist es jetzt erstmal vorbei.
Das ist gut für uns, denn nicht die Höhe hat uns seit Peru am meisten zu schaffen gemacht, sondern die kühle und extrem trockene Wüstenluft. Man schwitzt zwar nicht aber Nase, Rachen, Hals und Mund sind immer wie ausgedörrt. Das Atmen durch die Nase wird unangenehm bis unmöglich und nach dem Duschen ist das Haar schon trocken, bevor man einen Kamm erreicht. Nicht mehr lange und wir sind zurück auf KYLA wo wir sicher wieder über Hitze und Feuchtigkeit klagen werden.
In Argentinien ist der Lebensstandard nochmal eine Stufe höher als in Chile. Das merkt man deutlich. Die Innenstadt von Salta unterscheidet sich kaum von einer deutschen Stadt vergleichbarer Größe. Trotzdem sind die Preise nicht mal halb so hoch wie daheim. Von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in denen das Land wieder einmal steckt, merkt man hier kaum etwas.
Wir besichtigen die „Plaza de 9. Juli“ im Stadtzentrum mit einer tollen Kathedrale. Rundherum liegen moderne Einkaufsstrassen und viele schöne Bauten aus der Kolonialzeit. Auch ein Besuch der Kirche „Iglesia de San Francisco“ lohnt sich. Irgendwie hat jeder Ort in Südamerika eine Kirche oder Plaza mit „San Francisco“ im Namen. Der heilige Franziskus war/ist hier offenbar sehr beliebt.
Eine Fahrt mit der örtlichen Seilbahn (Teleferico) auf den Berg „San Bernardo“ erlaubt einen schönen Überblick über die Stadt.

Vorgestern ging es dann weiter auf einen 24 Stunden Trip nach Iguazu.