Brasilien – Rio de Janeiro…

wir fahren im Bus dorthin mit göttlichem Beistand. Direkt neben uns sitzt eine Nonne. Sie schaut ein wenig grimmig drein und wir nennen sie für uns mal „Schwester Rabiata“. In Wirklichkeit ist sie aber ganz lieb. Sie telefoniert und simmst in einem fort mit ihren Handy der neuesten Generation. Der Himmel ist wohl auch schon voll digitalisiert. Leider reicht unser Portugiesisch nicht, um Ihr die Durchwahl zur himmlischen Zentrale zu entlocken. Wir hätten da schon einige Vorschläge um die Welt etwas besser zu machen.
Mit einem relativ teuren Taxi (19 Euro für 12km in 25 Minuten – wir hatten ja schon erwähnt dass die Preise steigen) geht es vom Busterminal zum Hotel. Das „Mirador Rio“ (4 Sterne) liegt im Zentrum nur 600m vom Strand „Copacabana“ entfernt. Uniformierte Pagen halten einem die Tür auf, wir werden auf deutsch begrüßt und das Gepäck wird auf riesigen, goldfarbenen Kofferwagen zum Zimmer gebracht. Margit hält sich schon für „Pretty Woman“. Unser Zimmer im 11. Stock (45 Euro/Nacht) ist eher eine Suite. Es ist so groß, dass man ein Klopfen an der Tür überhören könnte und hat deshalb eine eigene Klingel. Nur die eingebaute Sauna (ja wirklich) scheint uns bei 35°C Aussentemperatur etwas übertrieben. Wir nutzen jedenfalls durchgehend die Klimaanlage. Das Frühstück ist phantastisch, der Pool auf dem Dach (15. Stock) ist für die Menge an Gästen etwas klein und die Aussicht nur zu einer Seite wirklich gut. Wir haben aber auch immer was zu meckern.

Am ersten Tag geht es natürlich zum Copacabana-Beach (5 Minuten zu Fuss). Wir wandern den halben Strand entlang. Die Damen hier sind vorzugsweise in Stringtangas unterwegs. Leider können maximal 2 von 10 Damen sowas auch wirklich tragen. Bei den anderen Damen schaut man lieber nicht so genau hin. Schließlich nehmen wir ein Taxi zum benachbarten Ipanema-Beach (ca. 5km). Dumm gelaufen: Jo vergisst beim Aussteigen sein Handy. Und schon geht die Jagd los. Das Taxi fährt, Jo rennt gut 500m hinterher – nicht vergessen: es sind ca. 35°C – und kommt an der nächsten Ampel auch bis auf 20m an das Taxi heran. Winken und schreien nutzt aber nichts. Das Taxi fährt weiter. Wie in Actionfilmen, schnappt Jo sich das nächste vorbeikommende Taxi und weisst den Fahrer an: „rapido, rapido, follow the taxi in front of us“. Margit bleibt am Straßenrand zurück. Trotz des Kauderwelsches versteht der Fahrer um was es geht, ist aber im dichten Verkehr nicht in der Lage das Taxi vor uns einzuholen oder auch nur in seine Nähe zu kommen. Ganz grosse SCHEI….
Nach 4 km ist das Taxi mit Jo’s Telefon weg und er läßt umdrehen. Margit hat geduldig gewartet und ist erleichtert als Jo wiederkommt. Dann ein Wunder: das Taxi mit Jo’s Telefon taucht wieder auf! Der Fahrer hat Jo wohl doch gesehen und ist einmal um ganz Ipanema-Beach gefahren um das Telefon zurück zu geben. Das gibt 5 Daumen hoch für Taxifahrer in Rio.
Nach diesem Abenteuer schauen wir uns noch ein bisschen am Strand um und wandern zurück zum Hotel.

Für den 2. Tag haben wir eine Tages-Rundfahrt gebucht (75€/Person inkl. Eintritte und Mittagessen – ziemlich teuer). Zuerst geht es zum „Corcovado“. Das ist der Felsen mit der weltweit bekannten Christusstatue. Die ist beindruckend aber nicht wirklich weiss wie auf vielen Fotos, sondern eher grau-grünlich. Vielleicht liegt das auch am bedeckten Himmel. Die Aussicht von oben ist jedenfalls Spitze.
Den Besuch des größten Fußballstadions der Stadt und des Sambadroms hätten wir uns sparen können – nix los. Die große Kathedrale „San Sebastian“ in Form einer Pyramide ist leider geschlossen. Ein Blick ins Innere wäre interessant gewesen. Es passen nämlich 20.000 Menschen da rein. Die angeblich berühmteste Treppe der Welt, die „Selaron Stairs“, aus vielen bunten Kacheln ist in Rio ein „must see“, für uns aber nicht so berauschend.
Dann geht es endlich zum Zuckerhut. Über 2 Stationen fährt man mit der Seilbahn nach oben. Der Ausblick ist wieder atemberaubend. Die Tour endet mit einer Fahrt entlang Ipanema- und Copacabana-Beach. Rückblickend hätten wir nur Corcovada und Zuckerhut buchen und den Rest nach Bedarf selber erkunden sollen. Das wäre wesentlich günstiger geworden.

Obwohl es am 3. Tag eigentlich kräftig regnen sollte, scheint die Sonne und wir faulenzen am Copacabana-Beach.
Heute regnet es tatsächlich und wir bereiten uns auf den morgigen Flug zurück zu KYLA vor.

Brasilien – Sao Paulo…

hat uns doch etwa überrascht. Nach 19 Stunden Fahrt (inkl. 3 Stunden Verspätung) kommen wir Mittags im Busterminal an. Die Fahrt war wieder sehr angenehem (Bus: „Cruze del Norte“). Der Grenzübertritt völlig problemlos. Ausreisestempel in Argentinien, Einreisestempel in Brasilien – das war’s. Keine Gepäckkontrolle und der Bus hält direkt hinter der Grenze damit man Geld umtauschen kann. Wirklich super organisiert.
Sao Paulo ist gewaltig. Sie ist die größte und wirtschaftlich bedeutendste Stadt in Brasilien. 12 Millionen Einwohner und mit den direkt umliegenden Vororten sogar 30 Millionen Menschen. Das Busterminal hat 89 (!) Haltebuchten. Schon 50 km vorher staut sich der Verkehr stadteinwärts. Später, auf dem Weg nach Rio de Janeiro, fahren wir 120km (!!!) bevor die Bebauung wieder freiem Land weicht.
Wir checken für 1 Nacht in einer kleinen Pension ein. Der Eigentümer kümmert rührend um uns. Dann geht es zum Flughafen. Dort wollen wir unsere bereits in Kolumbien gekauften „Zwangs-Rückflugtickets“ umschreiben lassen für den Flug von Rio nach Barranquilla. Das funktioniert zwar, dauert aber über eine Stunde. Unser Anliegen ist eher selten und bringt sowohl Personal als auch die Computer an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Dann noch ein kurzer Schreck. Für die Einreise nach Kolumbien muss man eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Die haben wir zwar, aber im Impfpass steht das sie schon 2000 abgelaufen ist. Das kann doch nicht sein?
Des Rätsels Lösung: die alte Impfung steht im Impfpass ganz vorne, die aktuelle (aus 2016) aber etwas versteckt fast ganz am Ende. Aufatmen. Kolumbien ist auch das einzige südamerikanische Land das bei Einreise per Flugzeug die Vorlage eines Flugtickets für die Weiterreise gesetzlich vorschreibt. Wir haben zwar unsere Bootspapiere dabei, die beweisen, dass wir per Boot gekommen sind und auch wieder so ausreisen, aber nach den Erfahrungen mit der Fluggesellschaft (Avianca) beim Flug von Kolumbien nach Peru wollen wir ganz sicher sein und besorgen zusätzlich noch 2 Tickets für Flüge von Kolumbien nach Miami. Das geht per Internet über die Seite „onwardflights.com“. Die buchen ein Ticket das sie einem per eMail schicken und vor Ablauf von 24 Stunden kostenfrei wieder stornieren. Das sieht man auf dem Ticket natürlich nicht. Der Spass kostet 7 USD/Person erspart einem aber unter Umständen eine Menge Ärger mit den Einreisebehörden oder überkorrekten Angestellten der Fluggesellschaft.
Sao Pauol selber ist touristisch eher weniger interessant und auch wir sehen uns nur kurz die Haupteinkaufsstrasse „Avenida Paulista“ an. Am nächsten Morgen geht es direkt weiter nach Rio.