Biskaya – habe fertig…

am letzten Samstagmorgen sind wir ja von Camaret sur Mer über die Biskaya gestartet. Nachdem es den Tag zuvor ordentlich gestürmt hatte, steht über dem Kontinentalsockel noch eine ziemlich hohe Restwelle. Die Wettervorhersage sprach von 2-3 Meter hohen Wellen. Wir wollten das nicht so recht glauben, aber unterwegs konnte Jo – im Cockpit stehend und KYLA im Wellental – nicht über den Kamm der nächsten Welle sehen. Also waren 3 m Wellenhöhe nicht übertrieben. Aufgrund unseres Kurses kommen die Wellen schräg von Hinten, und die ersten 60 Meilen schaukeln wir eher unserem Ziel entgegen als dass wir richtig segeln. Dafür begleiten uns jede Menge von kleinen Delphinen und Jo sieht etwa eine Meile hinter uns tatsächlich den Blas eines großen Wals.

Das Wasser wird immer blauer, kein schmutziges Grünbraun mehr wie in der Nordsee. Hinter La Coruna werden wir endlich unseren Wassermacher in Betrieb nehmen.

Im tiefen Wasser (>4000 Meter) werden die Wellen etwas kleiner und wir machen unter Segeln gute Fahrt. In der ersten Nacht ist es kalt und ständig nieselt der Regen. Wir lösen uns jeweils nach 3-4 Stunden Wache ab. Das funktioniert erstaunlich gut und wir bekommen ausreichend Schlaf auch wenn Margit die 35 Jahre Nachtschicht-Erfahrung von Jo fehlen.

Gegen Morgen wird das Wetter besser aber der Wind lässt immer mehr nach. Also starten wir unser Eisensegel. Etwa 24 Stunden später ist der Wind wieder da, das Wasser ist relativ glatt und wir segeln phantastisch.
Ab Montagmittag legt der Wind ordentlich zu (Spitzenwert 26 Knoten), wir laufen nur unter ausgestelltem Großsegel 6-7 Knoten über Grund bis vor La Coruna und machen in der Marina Real, direkt in der City fest. Der Empfang ist überaus freundlich und professionell – kein Vergleich zu Frankreich.

Angekommen sind wir als 3. Boot von 5 – so wie wir auch gestartet sind.
Wir sind aber auch keine Wettkampfsegler sondern halten es eher mit : sail slow but safe.

Letztlich haben wir 342 Meilen in 57 Stunden zurück gelegt, das ist schon ein guter Schnitt.

Sonnenuntergang in der Biskaya

Sonnenuntergang in der Biskaya

Fazit Frankreich…

zusammenfassend hat es uns in Frankreich zwar gut gefallen, aber die Leute dort waren manchmal schon recht „merkwürdig“. Freundlichkeit gegenüber Kunden/Gästen ist eher selten. Man hat ständig das Gefühl, dass man den Leuten lästig ist und die Ihrer Arbeit nur widerwillig nachkommen. Auch die manchmal penetrante Weigerung in Englisch zu kommunizieren ist schon ziemlich verschroben. Die „Grande Nation“ ist wohl ein bisschen eingebildet?

Frankreich die Letzte ?…

Die Windvorhersage für gestern war völlig daneben, weder Richtung noch Stärke waren auch nur annähernd korrekt.
Also sind wir von Roscoff nach Camaret Sur Mer unter Motor gelaufen.
Heute haben wir uns das Städtchen angesehen und Vorräte aufgefüllt. Morgen soll es über die Biskaya nach La Coruna in Spanien gehen.
Dann sind wir ca. 3 Tage „offline“.
Mit uns starten etwa 5 andere Boote, mal sehen wer als erster ankommt.

Oben auf den Klippen finden sich überall Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Im Umkreis darum jede Menge Krater von Granateinschlägen. Hier muss es heftig „gescheppert“ haben.

 

warten auf besseres Wetter…

Über der Biscaya liegt ein gewaltiges Tiefdruckgebiet mit 40-50 kn Wind.
Das würde sich auch auf unserem Weg nach Brest auswirken und deshalb wollen wir da jetzt nicht hin.
Morgen sollte das Tief weiter gewandert sein und der Wind für uns günstiger stehen.

zurück in Frankreich…

gestern sind wir um 5:00 früh schon aus der Marina (sonst wären wir tidenbedingt erst wieder ab 13:00 über die Marina-Schwelle gekommen).
Es ist noch stockdunkel. Im Vorhafen legt gerade in Riesenfrachter an und wir drehen Wartekreise.
In der Hafenausfahrt läuft prompt eine noch größere Fähre ein der wir in den Weg geraten. Wir werden angeleuchtet und mit dem Horn aus dem Weg gescheucht. Die haben wohl vergessen, dass auch wir wegen unserem Tiefgang nicht einfach überall hin ausweichen können. Platz wäre für die auf jeden Fall gewesen.
Vor St. Helier gibt es in unserer Fahrtrichtung jede Menge Untiefen. Im Dunkeln ist es, trotz Plotter, nicht ganz einfach die richtigen Tonnen auszumachen um einen sicheren Weg zu finden. Das liegt sicher auch an unserer noch mangelnden Nachtfahrt-Erfahrung.
Dann schnelles Segeln mit halbem Wind. Wir sind schon um 13:00 vor Lezardrieu an der französischen Küste und beschliessen deshalb direkt bis Roscoff weiter zu fahren.
Prompt schläft der Wind ein und um vor dem Dunkelwerden in Roscoff anzukommen, motorsegeln wir die 2. Streckenhälfte.
Roscoff ist ein schönes Städtchen mit vielen alten Häusern aus Granitfelsen. Das erinnert uns stark an die Piratenfilme unserer Jugend.

Morgen soll es weiter in Richtung Brest gehen.

Frankreich 5 – Cherbourg

Gestern mit wenig Wind nach Cherbourg gefahren. 12 Stunden motort. Aber das Wetter war phantastisch. Die Hafenanlagen in Cherbourg sind gigantisch.
Wir kommen langsam voran nach Süden. Das merkt man an den Palmen die jetzt auf der Hafenpromenade stehen und an den Preisen für eine Nacht – die steigen ständig.
Morgen kaufen wir weitere Seekarten – unsere aktuellen gehen nur bis Brest/Frankreich – und wollen dann nach St. Peters Port auf der Kanalinsel Guernsey fahren.

 

Frankreich 4 – Fecamp

Gestern lange auf Kreuzkursen nach Fecamp gesegelt.
Hübscher Hafen. Das Städtchen sehen wir uns heute an – es hat uns gut gefallen.
Viel interessanter war der Aufstieg zur „Chapelle Notre Dame de Salut“ auf den Klippen oberhalb der Stad.
Der Ausblick von da ist spektakulär-atemberaubend.
Morgen wollen wir direkt bis nach Cherbourg segeln – immerhin gute 80 Meilen – mal sehen ob wir das schaffen.

Frankreich 2+3

Gestern – nach drei Wartetagen in Dünkirchen wegen schlechtem Wetter – nach Boulogne-Sur-Mer gesegelt. KYLA wieder hoch am Wind mit dem Strom über 8 kn. Langsam kriegt der Skipper auch ein Gefühl für den richtigen Segeltrimm. Die letzten Meilen müssen wir mangels Wind noch motoren.
Der Hafen und die Stadt gefallen uns viel besser als die vorherigen, ein ganz leichter mediterraner Touch macht sich bemerkbar.
Heute dann weiter nach Dieppe, diesmal mit Backstagsbriese. Dafür mussten wir wieder um 5:30 aufstehen um die Tide nutzen zu können. Das wird langsam echt stressig. Skip dachte eigentlich, er hätte die Sache mit den Frühschichten hinter sich gelassen.
Dieppe ist noch schöner (und viel teurer) als Boulogne.
Da wir nach 53 Seemeilen recht spät angekommen sind, werden wir das Städtchen morgen ausführlich besichtigen.

Fotos hängen wir an, wenn die Internetanbindung ausreichend schnell ist.

PS:
wir fühlen uns irgendwie immer noch wie im Urlaub – aber letztlich ist es ja eine „Charter“ ohne Rückgabetermin und wir lernen jeden Tag ein bisschen mehr unser altes Leben „loszulassen“.

Vielen Dank auch an alle aufmunternden/unterstützenden Kommentatoren.

 

 

Frankreich 1…

Bild

Gestern von Oostende nach Dünkirchen gesegelt. Wetter phantastisch. KYLA läuft hoch am Wind mit dem Strom über 8 kn. Das letzte Stück müssen wir dann aber doch aufkreuzen.
Obwohl wir schon um 15:00 ankommen, ist der Hafen „Port du Grand Large“ schon ziemlich voll. Der Hafenmeister empfiehlt uns statt des Gästesteigers eine „Box“ damit wir wegen der hohen Besucherzahl Nachts nicht mit 2 oder 3 Booten im Päckchen liegen müssen. Die „Box“ entpuppt sich als Längsanleger an der äußeren Marinaecke. Es kommt wie es kommen muss – im Laufe des Abends legen sich zwei Holländer längsseit und KYLA muss nun ca. 25 Tonnen Last gegen den Wind halten.
Skip ist ziemlich sauer und die Nacht wird wegen des ständigen Schwells recht unruhig. Heute morgen haben wir das Boot dann in eine echte Box verholt und Ruhe ist.
Fahren mit dem Shuttle-Bus in die Stadt und besichtigen ein paar Sehenswürdigkeiten. Der Turm „Belfried Sankt Eloi“ mit einem phantastischen Ausblick über die Stadt und das Umland ist wirklich empfehlenswert.
Schattenseiten: wären jetzt gerne auf der Geburtstagsfeier (zusammen 99 Jahre!) von Petra und Robert – aber „Kölle“ ist schon ziemlich weit weg.

Belfried St. Eloi

Belfried St. Eloi

 

 

Dünkirchen: Port du Grande

Dünkirchen: Port du Grande

CIMG2986B

Die Aussicht vom Belfried.