Panama – San Blas…

die ersten 60 nm dorthin können wir noch mit gutem Wind segeln. Dann müssen wir motoren. Gut, dass wir in Puerto Valero nochmal Diesel aufgefüllt haben (gibt es dort auf Nachfrage per Kanister ans Boot geliefert für 0,73 €/Liter).
Der erste Küstenort in Panama hinter der kolumbianischen Grenze heißt „Puerto Obaldia“. Ein Hafen ist das nicht, sondern nur eine recht offene Bucht in die ein gewaltiger Schwell steht. KYLA wird am Anker ganz schön umhergeschaukelt.
Der Ort selber ist ein winziges Grenznest mit viel Militär aber auch den notwendigen Einreisebehörden. Wir haben ihn gewählt, weil man von hier aus das gesamte „San Blas“-Gebiet nach Nordwesten durchfahren kann. Das Einklarieren ist nach einigem hin- und her Gelaufe in gut einer Stunde erledigt. Um 197,- USD erleichtert (nur Bargeld) sind wir nun offiziell in Panama angemeldet und dürfen dort umherreisen. Ganz kurz vor uns haben drei holländische Boote einklariert, sonst gibt es hier keine Segler. Wegen dem Schwell in der Bucht sind wir bei der Dingi Tour an den Strand (eher eine kleine Müllhalde) doch ganz schön nass geworden und müssen uns zurück an Bord erstmal „entsalzen“. Die Holländer hat es aber genauso erwischt.

Die nächste ruhige Ankerbucht ist nur 10 nm nach Nordwesten entfern und da fahren wir natürlich hin. Sie ist sehr malerisch mit ein paar alten Palmhütten und die Ufer sind dicht mit Dschungel bewachsen.
Dann gibt es technische Probleme. Der Wassermacher, vor 5 Monaten gründlich konserviert und seitdem nicht mehr benutzt, hat plötzlich einen Riss im Gehäuseblock. Der Aussenborder will urplötzlich nur noch mit Halbgas laufen aber nicht mit Standgas. Ausgerechnet hier, wo wir gerade diese beiden Teile am nötigsten brauchen werden. Zusätzlich scheint unser Wassererhitzer irgendwo ein Leck zu haben, denn wir finden immer wieder Süßwasser in der hinteren Bilge aber nicht wo es herkommt. Ein ganzer Tag geht mit erfolglosen Reparaturversuchen vorüber.
Das San Blas Gebiet umfasst im Osten von Panama sowohl große Teile des Festlandes als auch alle vorgelagerten Inseln. Es ist noch sehr ursprünglich. Es gibt kaum Internet und auch keine Reparaturmöglichkeiten für Yachten. Die finden sich erst in der nächsten Marina irgendwo kurz vor dem Panama-Kanal. Bis dahin heisst es: Wasser sparen und bei Dingi-Fahrten entweder Vollgas oder rudern.
Das Wetter hier gefällt uns ausgesprochen gut. Waren wir in Kolumbien noch davon ausgegangen, dass es in Panama noch heisser und schwüler wird, lagen wir falsch. Der Wind ist gerade richtig (10-15 kn N-NE) und Abends kühlt es deutlich ab. Sehr angenehm. Nahe dem Festland ist das Wasser aber wegen der vielen einmündenden Flüsse recht trübe und es gibt Krokodile. Schwimmen/Schnorcheln ist also erstmal untersagt. Der schon wieder gut bewachsene Rumpf (wir verlieren dadurch 1 Knoten Geschwindigkeit) muss warten, bis wir in den äußeren Inseln in klares Wasser kommen.
Die Navigation ähnelt der in den Bahamas. Es ist hier zwar viel tiefer und es gibt keine nennenswerten Strömungen wie dort, aber noch mehr Riffe und keine offiziellen Detailkarten. Ohne den „The Panama Cruising Guide“ (68,- USD, Autor: Eric Bauhaus – ein Deutscher) ist man hier völlig verloren. Das gilt auch für die drei Holländer. Auf dem AIS sehen wir, wie alle immer den Wegpunkten des Cruising Guides folgen. Wer mal in 12m tiefen Wasser in 5m Abstandd an einem 1m tiefen Korallenblock vorbeigefahren ist weiss, dass das Geld für das Buch sehr gut angelegt ist.
Wir motoren/segeln in kurzen Tagesetappen nordwestwärts, geniessen eine tolle Landschaft (viel schöner als die Bahamas oder die Karibik) und absolut einsame, ruhige Ankerplätze (wir sind alleine – die Holländer hinter uns sehen wir nur in weiter Ferne oder auf dem dem AIS). Leider regnet es nur in der ersten Nacht sehr stark und so geht unser Plan im Dingi Regenwasser zur Ergänzung unserer Brauchwasser-Vorräte zu sammeln nicht auf. Vielleicht ist das aber auch besser so, denn in so einen nächtlichen Regenschauer ist es absolut dunkel (man sieht max. 1m weit), das GPS Signal ist weg und man kann nicht feststellen ob das Boot gerade vertrieben wird. Da hilft dann nur noch Radar. Damit können wir auch in starkem Regen den Abstand zu den Ufern auf den Meter genau bestimmen.
Jetzt sind wir gerade auf „Nagarna“ einem Eiland ganz im Südosten des San Blas Golfes. Da gibt es tatsächlich SIM Karten und Internet-Zugang. Sehr langsam und mit vielen Unterbrechungen, aber immerhin. Der weitere Weg führt uns wieder weg vom Internet und der nächste Blog-Eintrag wird wohl erst in 1-2 Wochen aus der „Turtel Cay Marina“ erfolgen.