St. Croix…

gehört zu den US Virgin Islands und liegt, windbedingt, auf dem Weg von Puerto Rico nach Südosten quasi im Weg. Die ersten Stunden von San Juan waren ziemlich unbequem. Der Wind war schwach und vom Atlantik stand eine gewaltige Dünung die uns ordentlich duchschaukelte. Kurz vor Culebra warfen wir deshalb für die 1. Nacht unseren Anker vor dem Eiland „Cayo Luis den Pena“. St. Croix ist nur ca. 40 nm entfernt. Also ändern wir, kurz entschlossen, unsere Pläne und wollen dort anhalten.
Wir ankern vor Christiansted, dem Hauptort der Insel. Bevor St. Croix von den Amerikanern 1917 für 25 Mio Dollar gekauft wurde, gehörte es lange Zeit zu Dänemark. Und so ist die Altstadt von Christiansted heute noch. Die Gassen sind von kleinen, farbenfrohen Häuschen umgeben und die Bürgersteige sind gegen Regen und Hitze überbaut. Die Strassen haben sowohl amerikanische als auch dänische Namen und auf den Regierungsgebäuden wehen 2 Flaggen.

An der Waterfront verläuft ein langer Boardwalk mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Weil St. Croix etwas abseits der Touristenrouten liegt, ist es nicht ganz so überlaufen wie manche andere Insel. Es gibt zwei gut sortierte Marineshops. In einem finden wir tatsächlich den lange gesuchten Ersatzschalter für unsere Elektrowinsch. Ein gut bestückter Supermarkt mit vernünftigen Preisen findet sich auch in fußläufiger Entfernung. Aber es ist heiß hier, und da unser größter Ventilator in Puerto Rico seinen Geist aufgegeben hat, fahren wir mit einem Taxi die knapp 10 km zum nächsten Home Depot (wir sind immer noch in den USA) und erstehen dort einen Neuen.
Dabei lernern wir den Taxifahrer Anderson – nennt mich Andy – kennen und buchen bei Ihm für den nächsten Tag gleich eine Inselrundfahrt (100 USD für mindestens 3 Stunden). Andy ist ein echtes Original. Er schimpft unablässig über andere Verkehrsteilnehmer weil die z.B. nicht blinken (er selbst tut das aber auch nicht), baggert, völlig ungeniert und während der Fahrt, jedes weibliche Wesen am Strassenrand an und kennt Gott und alle Welt hier.
Auf der Inselrundfahrt besuchen wir den zweitgrößten Ort Frederikstedt, diverse Buchten und Strände und werden im Regenwald-Nationalpark Zeugen, wie biertrinkende Schweine Bierdosen mit den Zähnen knacken – unglaublich, aber wahr.

Leider bricht Jo bei einen Restaurantbesuch ein Stück Zahn ab. Das ist jetzt schon das dritte Zahnproblem seit dem Reisebeginn in 2016. Jo meint, das wäre eine besondere Form von Skorbut (Vitamin-Mangelkrankheit) und will den Rum-Konsum drastisch erhöhen. Margit, pharmazeutische Fachkraft und gute Seele an Bord, redet ihm das wieder aus – schade. Trotzdem ist ein kurzer Zahnarztbesuch fällig.
Heute Vormittag verholen wir dann nach „Buck Island“ einem Naturpark-Eiland ein paar Meilen vor Christiandsted. Der Strand und der Wanderpfad über die Insel sind toll. Aber die Schnorchelgründe die wir mit den Dingi besuchen, sind nicht so überwätigend wie in den Prospekten beschrieben.

Morgen soll es weiter in Richtung Dominica oder Martinique gehen – wenn der Wind für die nächsten 2-3 Tage mitspielt.