San Francisco…

erreichen wir über den Highway 101. Das ist die wesentlich reizvollere Route direkt am Pazifik. Wir fahren entlang der wild zerklüfteten Küste über unzählige genauso wilde Flussläufe die in den Pazifik münden.
In der Stadt buchen wir wieder eine BigBus Tour (54 USD/Person) und können so 2 Tage lang zu allen interessanten Plätzen fahren. Die Stadt hat einige hübsche Viertel mit vielen alten Häusern. Sie bietet viel Kulturelles und ergeblich weniger Verkehr als New York. Am wichtigsten ist natürlich der Besuch der Golden Gate Bridge.
Auffällig in der Stadt sind die vielen Obdachlosen (offiziell sind es ca. 8.000, unser Guide meint eher 12.000). Liegt es an den extrem hohen Mieten (1.200-1.500 USD für ein Einzimmer-Apartment mit Gemeinschaftsbad) oder der sehr guten Betreuung der Obdachlosen durch diverse Hilfsorganisationen (wenn man sich um nichts selbst mehr kümmern muss, ist das Leben auch als „Obdachloser“ für manch einen schon recht einfach, oder?) – wir wissen es nicht genau.
Trotz der vielen Mythen um die Stadt, ist sie für uns kein besonderes Highlight.

Redwoods…

das sind bekanntlich die riesigen Nadelbäume die hauptsächlich an der Westküste der USA zu finden sind. Einige sehen wir schon auf der Anfahrt nach Crescent City, unserem ersten Ort in Kalifornien, im Tal des Smith-River einfach so im Wald stehen. Unser Auto könnte man ohne Probleme dahinter verstecken. Am nächsten Tag fahren wir durch verschiedene Redwood Parks. Die Bäume sind einfach unglaublich. Eigentlich sind es eher Burgen aus Holz als Bäume. Je nachdem wo man langfährt wirken sie wie Kathedralen und erzeugen ein Gefühl von staunender Ehrfurcht.

Nach den Redwoods machen wir uns auf den Weg nach San Francisco. Leider fällt wegen der aktuellen Brände im Bereich von Santa Rosa und Napa Valley im gesamten nördlichen Californien das mobile Internet für fast 2 Tage aus. Das ist für uns ganz schlecht weil wir üblicherweise am frühen Nachmittag, wenn wir unseren abendlichen Standort abschätzen können, via Internet ein Motel buchen. Da das nicht geht, landen wir schließlich auf einem sehr gut ausgestatteten Campingground. Hier können wir die Möglichkeiten unseres Grand Caravan nochmal nutzen.

Crater Lake…

liegt auch auf dem Weg nach Kalifornien. Hier erstehen wir nun endlich unseren Nationalpark Jahrespaß.
Der Park ist ein alter Vulkankrater und um Welten besser als „Craters of the Moon“. Er entlockt uns wieder zahlreiche Laute des Entzückens. Seht selbst die Foto’s:

Craters of the Moon…

finden wir auf unserem Weg von Yellowstone nach Westen. Rund um Yellowstone/Wyoming sind die Motelpreise astronomisch (deshalb hatten wir in Cody, ca. 80 Meilen vorher übernachtet) und so fahren nach Yellowstone direkt bis Idaho Falls/Oregon weiter.
Unterwegs alles wie bisher:
grandiose Berge, Flusstäler und hunderte Kilometer Halbwüste/Praerie die trotz der kargen Landschaften nie langweilig wird.
Dann kommt der „Craters of the Moon“ Nationalpark, noch in Oregon. Das sind Lavafelder und alte Vulkanschlote. Ist ganz hübsch, haut uns aber nicht wirklich um. Allerdings kommen wir, nach weiteren 15 USD Eintritt, endlich mal auf die Idee im Internet nach Eintrittspreisen für Nationalparks zu suchen. Wir sind schon ein ziemlich cleverer Haufen, oder?
Ein Jahrespass für beinahe alle Parks kostet 80 USD. Die haben wir bisher für die letzten 4 Parks ausgegeben und weitere 10-15 liegen noch vor uns.
Im nächsten Ranger-Office werden wir also einen Jahrespass kaufen. Die Sache mit dem „Brett vor dem Kopf“ scheint real zu sein.

Yellowstone…

ist der älteste Nationalpark der Welt und beinahe jeder kennt ihn aus Film und Fernsehen.
Der Name bezieht sich auf den gleichnamigen Fluss der durch den Park fließt welcher seinen Namen wiederum den gelben Felsformationen verdankt die ihn umgeben,
Der Park liegt ca. 50 Meilen westlich von „Cody“ (benannt nach William Frederick Cody – uns besser bekannt als „Buffalo Bill“ – den hat es, im Gegensatz zu „Winnetou“, tatsächlich gegeben).
Wir machen Cody zum Ausgangspunkt eines zweitägigen Parkbesuches um wenigstens die bekanntesten Attraktionen zu besichtigen. Man könnte Wochen im Park verbringen und trotzdem immer wieder Neues entdecken.
Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit sind im Park schon viele Campground’s und einige Straßen geschlossen. In den höheren Lagen ist auch schon ordentlich Schnee gefallen und an den noch offenen Straßen stehen bereits die Winter-Markierungsstangen. Je nach Lage sind die 1-2m hoch. Es gibt also echt viel Schnee hier. Gut dass wir den Park auf dem Weg nach Kalifornien besuchen. Auf dem Rückweg, geplant für Anfang bis Mitte November, wäre er bereit geschlossen.
Schon die Anfahrt von Cody zum Park ist beeindruckend, führt sie doch durch das Tal des „Shoshone River“ das von gewaltigen Felsklippen umgeben ist.
Im Park selber fahren wir am 1. Tag die „Nordschleife“, und am 2. Tag die „Südschleife“. Es gibt zahllose Overlook’s, Seen, wilde Flüsse, Canyon’s, Stromschnellen, Wasserfälle, Geysire, heiße Quellen, Kojoten, Hirschrudel, Bisonherden und vieles mehr. Auf jedem Meter der 420 Meilen die wir durch den Park fahren, finden wir neue Attraktionen. Was uns noch „fehlt“: Wolf, Bär, Elch. Die finden wir sicher in den nächsten Nationalparks.

Devils Tower…

ist, genauso wie Mount Rushmore, eigentlich ein Heiligtum der Indianer. Hier wurde aber wenigstens auf die allzu sichtbare Glorifizierung der amerikanischen Geschichte verzichtet.
Das markante Felsmassiv in South Dakota ist manchem Leser vielleicht noch aus dem Sience Fiction Film „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“ (1978, Steven Spielberg) bekannt. Es spielt eine tragende Rolle im Film und das Filmfinale wurde dort gedreht.
Wir spazieren einmal rundherum und schießen viele Fotos der faszinierenden Formation.
Danach geht es quer durch die Bighorn Mountains und hunderte Meilen Prairie zum Städtchen „Cody“ in Wyoming. Obwohl die Highways manchmal hundert Kilometer geradeaus durch die Praerie führen, wird die Landschaft nie langweilig.
In den Bighorn Mountains sehen wir jede Menge Bighorn-Schafe, Rehe und Hirsche direkt an der Straße.

Mount Rushmore…

hat uns nicht so wirklich gefallen. Die Figuren sind viel kleiner als man sie auf vielen offiziellen Fotos darstellt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass man sie nur von der Aussichtsterrasse aus sehen kann. Näher ran zu kommen ist ziemlich schwierig.
Eigentlich gehörte das Felsmassiv den Indianern – so wie das gesamte restliche Amerika auch – und gilt diesen als heilig. Den weissen Siedlern war das egal. Entgegen allen Verträgen die den Indianern wenigstens einige Gebiete ihrer ursprünglichen Heimat überließen (sog. Reservate), wurde ihnen im Jahr 1877 das Massiv, einschließlich zugehöriger, riesiger Reservatsgebiete einfach wieder abgenommen. Nicht etwa weil man dringendst neue Siedlungsgebiete benötigt hätte, nein, schlichtweg weil in den Bergen (den Black Hills) Gold gefunden wurde. Ein Hinweis dazu ist in der gesamten Anlage leider nicht zu finden.
Für uns hat das Ganze den Anschein, als hätten die Amerikaner mit dem Monument – ausgerechnet in einem Heiligtum der Indianer – ihre Überlegenheit über die Besiegten für alle Zeiten im wahrsten Sinne des Wortes „in Stein gemeißelt“. So geht man eigentlich nicht mit besiegten „Gegnern“ um.
Die viel gerühmte Freiheit und Gerechtigkeit die die USA ständig propagieren und in aller Welt verteidigen, notfalls auch gegen den Willen der Betroffenen und mit Waffengewalt, gilt für die Ureinwohner anscheinend nicht. Wäre ja auch noch schöner, wenn die Politik sich denn an Moral/Ethik oder gegebene Versprechen halten würde.

Badlands…

ist ein Nationalpark in South Dakota den wir eher zufällig besuchen. Obwohl wir von den Badlands schon gehört/gelesen hatten, standen sie ursprünglich nicht auf unserem Reiseplan (keine Ahnung warum). Nachdem wir den ganzen Vormittag von Sioux Falls in Richtung Mount Rushmore/Rapid Falls unterwegs waren, sehen wir in der Ferne eindrucksvolle „Felsformationen“ (tatsächlich handelt es sich um verwitterten Lehm/Ton) und folgen kurz entschlossen den Wegweisern zum „Badlands NP“. Das war auch gut so. Im Park (20 USD Eintritt/PKW) kriegen wir unsere Münder vor lauter Staunen nicht mehr zu. Mount Rushmore wird ohne zu zögern auf den nächsten Tag verschoben. Die Landschaft ist umwerfend hoch 3. Wir sind wieder einmal restlos begeistert. Selbst Margit, die ihre Begeisterung sonst eher weniger offensichtlich zeigt, ist hin und weg. Unsere bevorzugten Laute waren: WOW-WOW-WOW. Badlands rückt auf der Liste unserer Highlights ganz weit nach oben. Wir sehen unterwegs neben Bighorn Schafen, Erdhörnchen und wilden Truthähnen, tatsächlich auch echte wilde Bisons nicht weit neben der Straße.
Die Landschaft vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit das sich weder mit Worten noch mit Bildern wirklich beschreiben lässt (wann gibt es endlich mal vernünftige 3D Kameras?). Trotzdem lassen wir jetzt ein paar Bilder sprechen:

Nach den Badlands pausieren wir in Rapid City von dem aus wir morgen Mount Rushmore und den Devils Tower besuchen wollen.
Nun: „das Glück ist mit den Tapferen“ und den „booking.com“ Benutzern. Das soll keine Werbung sein, aber wir hatten bisher immer super Angebote über die.
Diesmal erhalten wir für 43 USD (immer plus Steuern macht dann 56 USD) eine komplette Suite mit 2 Zimmern plus Bad, super sauber und klasse ausgestattet (2 TV’s, Kühlschrank, Mikrowelle usw. usw.). Das ist fast schöner als Zuhause.

Go West – Tag 1-2…

haben wir mit jeweils ca. 12 Stunden fahren verbracht. Auf unserer Route passierten wir so bekannte Städte wie Savannah, Atlanta, Chatanooga, Nashville, St. Louis, Kansas City, Sioux City und Sioux Falls. Je weiter wir nach Norden/Westen kommen, desto angenehmer wird das Klima. Man kann sich endlich bewegen ohne gleich im eigenen Schweiß zu baden (insbesondere Jo). Wir sind definitiv keine „Tropenkinder“. Das wird auf die langfristige Reiseplanung sicher Auswirkungen haben.
Jo hat wieder Hoffnung Kanada und Alaska mit dem Boot besuchen zu dürfen. Dazu muss man hinter dem Panamakanal nur rechts abbiegen und bleibt trotzdem noch in „Heimat-Reichweite“. Warten wir’s ab.
Die Landschaften in Tennesse, Illinois, Missouri, Iowa , Nebraska und South Dakota sind toll. Wir sitzen ständig mit staunend geöffneten Mündern im Auto. Die anderen Verkehrsteilnehmer halten uns sicher für echte Deppen.

 

Go West…

oder, genau genommen, erstmal Nordwest.
Nachdem wir in den letzten 8 Wochen insgesamt ca. 7.150 Meilen (11.440 km) mit dem Auto durch den nördlichen Teil der USA getourt sind, schaffen wir den nächsten Trip in Richtung Kalifornien sicher auch noch.
Vor 3 Tagen war die Mietdauer unseres „Grand Van“ abgelaufen. Um unser Glück nicht allzu sehr herauszufordern, haben wir den gleichen Wagen direkt noch einmal bestellt. Der war zwar deutlich teurer als unsere Standard-Kleinwagen, bietet uns aber auf langen Strecken erheblich mehr Platz/Komfort und die Möglichkeit ggf. auch darin zu übernachten.
Hier unser Reiseplan für die nächsten 4-6 Wochen:

Mount Rushmore
Yellowstone Nationlapark
Redwood Nationalpark
San Francisco (ob wir Kojak noch treffen?)
Yosemite Nationalpark
Death Valley
Grand Canyon (Skywalk !)
Las Vegas (Spielgeld aktuell max. 100 USD, aber wir knacken natürlich alle Jackpots)
Los Angeles
Joshua Tree Nationalpark
Monument Valley
Roswell (wegen der UFO’s)
New Orleans
zurück nach Brunswick

Das macht ca. 7.500 Meilen (12.000 km). Mal sehen wie weit wir tatsächlich kommen.
Auf geht’s…