Südamerika…

genau genommen das südamerikanische Festland, erreichen wir nach 400nm in 3 Tagen und ein paar Stunden. Für die Überfahrt hatten wir uns extra ein Wetterfenster mit leichten Winden und damit auch mit wenig Wellen ausgesucht und verschenken dafür sogar eine bereits bezahlte Woche in der Marina im heißen, staubigen Curacao. Aruba die nächste Insel auf unserem Kurs nach Südamerika lassen wir einfach aus. Unser Plan geht auf. Wir kommen, ohne allzu wildes Geschaukel, zwei Tage unter Segeln super voran und müssen nur für den letzten Tag den Motor zur Unterstützung nutzen. Ein große Schule Delphine begleitet uns trotz Motorgebrumm stundenlang.
Vor Barranquilla, der 4. größten Stadt in Kolumbien, fließt der Rio Magdalena in das karibische Meer. Wie legen useren Kurs extra auf den Vormittag und weit vor die Küste um dem zu erwartenden Treibholz aus dem Weg zu gehen, sind aber doch überrrascht, dass 10 Meilen vor der Stadt das Wasser schon graubraun wird und jede Menge Treibholz unterwegs ist. Zwei kleineren Ästen können wir nicht mehr ausweichen – ist aber nichts passiert. Nachts möchten wir hier nicht durchfahren. Kaum ist die Flussmündung passiert, sehen wir eine scharf abgegrenzte Linie im Wasser und es wird schlagartig wieder blau. Wind und Strömung können schon recht ungewöhnliche Verhältnisse produzieren.
Wie geplant laufen wir in Kolumbien „Puerto Velero“ an. Die Marina mit zugehörigen Ferienanlagen liegt in einer geschützten Bucht, aber abseits jeder Ortschaft so wie die in Curacao auch. Sie ist beinahe leer. Von den über 200 Liegeplätzen sind nur wenige belegt. Es gibt im Moment keinerlei Services wie Restaurant oder Bar und nicht einmal Eiswürfel. Dazu muss man mit einem Taxi – die hier recht günstig sind – in den nächsten Ort. Die Sanitäranlagen sind weit von den Stegen entfernt, das Marina Büro mit Pool – nur hier gibt es WIFI – ist noch weiter weg. Der Strand aus schwarz-braunem Sand ist schmutzig und das Wasser trübe. Sehr viel Treibholz im Wasser und am Strand.
Die Ferienanlagen sind schon etwas herunter gekommen, komplett verwaist, und überall wird noch gebaut. Die Bilder im Internet stimmen keineswegs mit der Realität überein.

Wie das hier allerdings in der Urlaubszeit zugehen muss, davon zeugen hunderte von kleinen, palmblattgedeckten Pavillons rund um die Bucht. Wenn die mal belegt sind, ist hier sicher ziemlich viel Betrieb.
Es ist noch Regenzeit und es gewittert jeden Tag kräftig. Das hatten wir schon Monate nicht mehr. KYLA wird allein durch die Regengüsse vom Staub aus Curacao befreit. Bei Wind aus Ost oder Süd steht zwar etwas Schwell in die Bucht der war aber in Grenada schlimmer.

Dafür sind die Liegekosten, auch Strom und Wasser, hier aber nur halb so hoch wie an den bekannteren Plätzen wie Santa Marta oder Cartagena und wir wollen KYLA schließlich nur für 2 Monate parken, bevor es weiter nach Panama geht.

Zum Einklarieren bestellt die Marina ein Taxi mit dem man in die nächste große Stadt Barranquilla fährt. Der Taxifahrer kennt sich aus, hat viel Zeit und ist auch beim Übersetzen etwas behilflich. Englisch spricht hier so gut wie keiner. Nach 4 Stunden inklusive Besorgung von SIM-Karten, Bargeld und Eiswürfeln (was eigentlich nicht zum Einklarierungsservice gehört) sind wir wieder in der Marina und zahlen 58 € für’s Taxi. Die Einklarierungsgebühren via Marina Agent (man muss einen Agenten beauftragen) sind im Vergleich zu selbstständigen Agenten günstig. Wir zahlen insgesamt 132 € wo andere mal eben locker 300 USD (inkl. Agent) gezahlt haben.

Nach den Formalitäten planen wir unsere Reisen durch Südamerika. Dafür haben wir uns extra die „Lonely Planet“ Ausgaben (unter Reisenden mit beschränktem Budget sehr bekannte Reiseführer) für Süd- und Mittelamerika mitgebracht. Die enthalten eine unglaubliche Fülle von Informationen zu Reisezielen in allen Ländern des Kontinents für kleines Geld.

Wir werden am kommenden Montag starten und sind aktuell bei 6-7 Wochen für unsere Touren durch Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien, Brasilien und Bolivien. Jo möchte gerne bis Patagonien kommen (Feuerland und Kap Hoorn rufen!), aber das ist innerhalb unseres Zeitrahmens eher unwahrscheinlich. Mal sehen wie weit sich unsere Pläne realisieren lassen.

Nochmal Curacao…

vor etwa 2 Wochen fuhren wir mit dem Zug von Köln nach Amsterdam Flughafen. Da unser Flug am nächsten Morgen schon um 9:00 ging, sind wir extra einen Tag früher gestartet. Die Zugfahrt mit dem Intercity war sehr angenehm (nur 1x Umsteigen). Weil Taxifahrten in Holland irrsinnig teuer sind (20 km kosten ca. 50,-€!), haben wir uns für einen Tag einen Leihwagen genommen und die Gegend um Amsterdam erkundet. Wir fanden ein paar recht hübsche Fleckchen.

Ungefähr 24 Stunden später sind wir dann in Curacao gelandet. Der Service in KLM Fliegern ist, im Vergleich zu deutschen Fluggesellschaften, spitzenklasse. Zwei sehr gute Mahlzeiten, Getränke (auch Wein) so viel man möchte, Speiseeis umsonst und eine sehr gute Auswahl aktueller Filme – was will man mehr? Im Flieger war es trotz vieler kleiner Kinder an Bord sehr ruhig. Das haben wir auch schon anders erlebt.
Leider wurden wir in Curacao nicht von unserem Leihwagen-Vermieter am Flughafen abgeholt und mussten erst 1 Stunde suchen und telefonieren bis wir unseren Wagen hatten.

Der erste Weg führte natürlich zum Boot. KYLA war ein bisschen staubig (weit weniger als in Bonaire) aber sonst völlig in Ordnung. Da wir Klimaanlage und Lüfter per Zeitschaltuhr 3 mal am Tag haben laufen lassen, gab es weder Schimmel noch sonstige Feuchtigkeitschäden. Das war uns die zusätzlichen 80 USD pro Monat (für den Strom) wert.
Nach dem ersten Bordbesuch haben wir dann ins „St. Barbara Golf und Beach Resort Hotel“ eingecheckt. Da hatten wir eine Frei-Übernachtung weil wir mehr als 3 Monate in der zugehörigen Marina verbringen. Die Anlage ist schon recht nobel und teuer. Eine Nacht in einem Standardzimmer (recht hübsch und großzügig ausgestattet) kostet ca. 200 USD. Eine Suite gibt es ab 800 USD/Nacht.

Zum Glück war in unserer Übernachtung das Frühstück enthalten. Ein Buffet mit allen Schikanen. Aus abrechnungstechnischen Gründen mussten wir die Rechnung dafür abzeichnen – immerhin 60 USD für 2 Personen. Wir hauen rein wie die Weltmeister – sowas kriegen wir so schnell nicht wieder.
Nachdem KYLA nochmal gereinigt und gelüftet wurde, haben wir uns in den folgenden Tagen die Insel etwas näher angesehen.

Willemstad, der Hauptort auf Curacao:
erinnert an ein holländisches Provinzstädtchen mit stark touristischem Einschlag. Nach einem halben Tag hat man alles „Interessante“ gesehen.

Strände:
befinden sich hauptsächlich auf der windgeschützten Nordwestseite der Insel. Es sind hübsche mehr oder weniger große Buchten mit weissem Sand die touristisch voll erschlossen – also für unseren Geschmack überlaufen – sind. An einigen der schönsten Strände muss man auch noch Eintritt bezahlen. Wir werden unseren Strandtag am „Santa Barbara Beach“ (für Marina Gäste frei sonst 8 USD Eintritt) verbringen.

Naturparks:
gibt es einige. Da bei der schwülen Hitze herum zu wandern ersparen wir uns und besuchen nur ein paar Orte an die wir mit dem Auto möglichst nahe ran kommen. Die Insel selber ist ja sehr flach und daher auch sehr trocken. Die Hauptpflanze ist der Kaktus in allen möglichen Variationen. Palmen finden sich eigentlich nur an den Touristenstränden. Die Insel ist recht dicht bebaut und im Inselinneren sieht es stellenweise aus wie auf einer gigantischen Müllkippe.

Beim Besuch eines See’s mit Flamingo’s weist uns die dort ständig patroullierende Polizei darauf hin, keinesfalls das Auto aus den Augen zu lassen obwohl wir gerade mal 50m davon weg sind. Das muss ja eine schlimme Gegend sein?

Blue Curacao:
der berühmte Likör (der einzige wahre und echte) wird in Willemstad im Landhaus „Chobolobo“ hergestellt. Wir machen eine Führung mit und erfahren viele unbekannte Details über die Herstellung. Am Ende gibt es eine kleine Verkostung und einen freien Cocktail aus diversen Likören. Die 12 USD pro Nase haben sich gelohnt.

Nach mehr als 3 Monaten Liegezeit in ruhigem Wasser ist KYLA doch recht ordentlich bewachsen. Nach unserer Erfahrung mit dem Bewuchs in Brunswick/USA wird das Unterwasserschiff, einschließlich Propeller und Welle, vor der Weiterfahrt deshalb gründlich von Hand gereinigt.
Drei Stunden (und drei Pressluftflaschen sowie einige Schnittwunden) später ist alles wieder sauber. Wer sich noch an den Physikunterricht erninnert, weiß, dass die Dichte von Wasser etwa 1000mal höher ist, als die von Luft. Man kann sich leicht ausmalen wie anstrengend das Abspachteln von 45m2 Unterwasserschiff da wird. Jo ist jedenfalls erstmal erledigt. Dafür haben wir aber 450 USD gespart, soviel hätte uns nämlich die Reinigung durch eine Taucherfirma gekostet.

Morgen werden wir ausklarieren und übermorgen geht es dann 400 Meilen (also 3-4 Tage auf See) weiter nach Kolumbien. Dort haben wir in „Puerto Velera“ eine sichere und relativ preisgünstige Marina gefunden die einen bei der komplizierten Einklarierung in Kolumbien unterstützt und in der wir das Boot ggf. auch nochmal für ein paar Wochen lassen können um durchs Land zu reisen.

Saisonrückblick 2018…

Nun sind wir schon etwas über 2 Monate in Deutschland und bis zur Rückkehr zu Kyla sind es nur noch 18 Tage. Die Zeit rast nur sodahin und vieles was wir uns vorgenommen hatten werden wir nicht schaffen. Jo hat jedoch fast schon alle „Mitbringsel“ für Kyla zusammen und das 3te (!!) Gepäckstück ist auch schon gebucht. Ich habe mein persönliches Tagebuch wieder fertig gestellt und möchte Euch nun nochmal mit auf einen kleinen Reise-Rückblick nehmen.
Unsere Saison ging über 148 Tage und unsere Route führte uns auf ganz viele Inseln. Wir starteten am 27.01.18 von Brunswick die US Küste runter bis nach West Palm Beach. Es folgten die Bahamas mit vielen kleinen Inselchen (und schwimmenden Schweinen), von dort ging es rüber nach Puerto Rico. Hier unternahmen wir dann auch einige Ausflüge und sahen noch immer die Schäden die Hurrikan Maria im September 2017 angerichtet hat. Auf unserem Weg nach Martinique kamen wir quasi an St.Croix vorbei. St.Croix zählt zu den US Virgin Island. Wir blieben 4 Tage, machten eine Inselrundfahrt, verhohlten uns dann nach Buck Island und waren begeistert von der Schönheit der Insel (was auch daran liegen mag das die Insel zum Nationalpark gehört).
Dann ging es weiter nach Martinique. Hier waren wir ja schon in unserer ersten Saison, nutzten die Zeit nun zum bunkern……und genoßen Wein, Käse und Baguette. Es folgten kleinere Schläge. Nur 25nm weiter liegt schon St.Lucia. Ein Highlight war die Marigot Bay. Da gab es dann auch endlich das erste richtige „Schirmchengetränk“ bei einem unvergesslich schönen Sonnenuntergang. Das zweite Highlight waren natürlich die weltberühmten Pitons. Knapp 40nm weiter liegen St.Vincent und die Grenadines. Auf St.Vincent erleben wir eine unvergessliche Wanderung hoch zum Vulkan und darauf folgten die Grenadine-Inseln: Bequia, Mustique, Canouan, die Tobago Cays, Mayreau und Union Island. Bis auf Mayreau bezauberte uns jede Insel. Auf Carriacou mussten wir erneut einklarien, diesmal für Grenada. Grenada trägt den Beinamen „Gewürzinsel“ und dass das stimmt, davon konnten wir uns bei unserem Inselausflug überzeugen – eine ganz tolle Insel. Auf unserem Weg nach Bonaire legten wir einen Ankerstop auf Los Roques ein. Wir blieben 2,5 Tage. Die Inseln mit ihren Ständen sind einfach paradiesisch. Los Roques gehört zu Venezuela aber aufgrund der politischen Situation wird von einem Besuch dort abgeraten – leider.
Wir erreichten dann auch schon Bonaire, eine der drei niederländischen Antilleninseln. Bonaire lädt zum schnorcheln und tauchen ein und wenn es nicht so staubig gewesen wäre (siehe Blogeintrag), wer weiss, ob wir noch ein paar Tage länger geblieben wären.
So aber zog es uns nach Curacao in die Seru Boca Marina, wo wir nach etlichen Stunden der Reinigung unsere Kyla für 4 Monate „parken“.

Nun ist unsere 2.te Saison beendet, was wir mitnehmen sind neben den vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen, tolle Sehenswürdigkeiten und manch wunderschöne Insel.
Zur Zeit „arbeiten“  wir an unserer Route für die dritte Saison……es bleibt spannend.

in der Heimat…

ist es doch am schönsten – wenigstens im Moment!
Das klingt für viele Leser sicher befremdlich, aber wir waren in den letzten Wochen vor unserem Heimflug schon etwas reisemüde. Immer nur Sonne und Hitze kann auf Dauer ganz schön stressig werden. Irgendwann hat man mal genug Inseln, Palmen, Strände und türkisfarbenes Wasser gesehen.
Die Familie nach langer Zeit zu sehen, ist auch immer wieder ein emotionales Highlight. Gott sei Dank sind alle – altersgemäß – gesund und munter.

Nun sind wir schon 4 Wochen zu Hause, der Papierberg für die Bürokratie ist größtenteils abgearbeitet und die meisten Ersatzteile für KYLA sind schon da. Das Wetter ist warm, sonnig und trocken. So ist man nicht ständig verschwitzt. Nachts kühlt es deutlich ab, und alle täglichen Verrichtungen sind um Welten einfacher als auf einem Boot.
Wir haben jetzt noch 2 Monate Zeit bis zum Rückflug nach Curacao und können die „Heimatzeit“ mal richtig genießen.

Jo darf sein Motorrad – das hat 2 Jahre in Papa’s Gartenschuppen gestanden – ausmotten. Die Batterie rein, 3 mal den Anlasser gedrückt, und schon läuft es. Die erst Fahrt geht zum TÜV. Es gibt keinerlei Beanstandungen obwohl das Ding schon 28 Jahre alt ist. Vom TÜV geht es direkt durch die herrliche Eifellandschaft zum Nürburgring – PHANTASTISCH.
Im übrigen verbringt er viel Zeit mit Elektronik- und Computerarbeiten für die Installation eines selbst zusammengestellten SmartHome-Systems mit dem wir unsere Wohnung via Internet von Überall auf der Welt vollständig kontrollieren/steuern können (bisher gab es nur eine Kameraüberwachung).
Margit bekommt noch ein neues Fahrrad und entlang der Erftauen geht es zum Italiener im Nachbarort. Seine Eiskreationen sind immer noch ungeschlagen.

Zusätzlich zum Fahrradfahren können wir nun auch wieder unser Gesundheitsprogramm von „Lifeplus“ starten. Das hatten wir nach, einem Tip von Freuden, in den UA ausprobiert. Und obwohl ausgerechnet Jo solchen Dingen sehr skeptisch gegenüber steht, hat es uns sehr, sehr gut getan. Ihr dürft euch also nicht wundern wenn wir auf Fotos wir immer jünger und schöner werden ;-).

Die nächsten Wochen werden wir ein paar Ausflüge machen und uns ggf. auch mal nach einem Liegeplatz in Holland umschauen falls wir im nächsten Jahr tatsächlich soweit nach Nordeuropa zurück fahren. Das Mittelmeer wäre auch noch eine Option.

Curacao…

ist ein kleines bisschen grüner als Bonaire. Wir liegen in der „Seru Boca Marina“ die zum „Santa Barbara Plantation Resort“ gehört. Das Resort ist eine riesige Anlage mit 2000 Hektar Fläche. Es gibt neben 2 Marinas noch Hotels, Wohnungen, Bungalows, Golfplatz und einen schönen Strand. Überall stehen Kameras zur Überwachung des Geländes. Das müssen Hunderte sein. Den Strand dürfen wir zwar benutzten, aber es sind ca. 45 Minuten Fußmarsch bis dahin. Bei der feuchten Hitze eine Herausforderung die wir noch nicht angenommen haben.
Die Marina selbst liegt sehr geschützt in der Bucht „Spanish Waters“ und Curacao liegt offiziell ausserhalb der Hurrikan-Zone. Wir liegen also sicher.
Leider wird hinter dem Berg östlich der Marina Fels abgebaut und so ist die Luft auch hier staubig. Es ist aber viel weniger als in Bonaire und der Staub ist ganz hell.
Wir brauchen volle 3 Tage und Unmengen von Wasser um KYLA vom dunklen Staub aus Bonaire zu reinigen. Ohne Hochdruckreiniger wären wir wahrscheinlich immer noch dran. Trotz des teilweise recht kräftigen Windes, macht uns die Hitze fertig, und ohne unsere Klimaanlage, die wenigstens KYLA’s Inneres ein wenig abkühlt, lägen wir längst mit Hitzschlag im Koma.

Jetzt ist aber alles reisefertig. Die Koffer sind gepackt und morgen Vormittag geht es zum Flughafen. Freitagmorgen landen wir in Amsterdam und fahren mit dem Zug nach Hause.
Da bleiben wir dann die nächsten 3 Monate. In dieser Zeit wird es wohl keine Blogeinträge geben.
Bleibt uns trotzdem treu, denn ab ca. Mitte September erkunden wir zunächst Curacao und segeln dann, etwa Ende Oktober, nach Mittelamerika.
Dort locken: Kolumbien, San Blas Inseln, Panama, Costa Rica, Guatemala, Belitze usw. usw. Wenn es sich ergibt, möchten wir auch gerne einen Teil Südamerikas besuchen.
Schaun mer mal…

Bonaire…

erreichen wir nach 414 nm in 69 Stunden reiner Segelzeit (ohne den Stopp in den Los Roques). Hier kann man an preisgünstigen Bojen direkt vor dem Hauptort „Kralendijk“ liegen. Da der Beginn der Hurrikan-Saison vor der Tür steht und quasi alle Boote auf dem Weg in ein sicheres Gebiet sind, rechneten wir mit einem voll belegten Mooringfeld und legen unsere Ankunft auf den frühen Morgen wenn andere Boote schon nach Curacao auslaufen. Und tatsächlich werden, gerade als wir ankommen, 2 Mooringbojen frei. In den kommenden Tagen werden wir erleben, wie einige Boote direkt weiter nach Curacao fahren müssen, weil weder Mooringbojen noch Marinaplätze frei sind. Leider gibt es keine vernünftigen Dingi-Docks vor dem Ort und so ist das „an Land gehen“ immer etwas aufwendig.
Bonaire gehört, wie auch Curacao und Aruba, zu den Niederlanden und tatsächlich ist der holländische Einfluss unverkennbar.

Die Insel ist sehr flach und trocken. Der ständig wehende, starke Ostwind weht Staub vom Inselinneren über die Leeküste. KYLA sieht nach einer Woche wie ein „Wüstenschiff“ aus. Da die Luken wegen der Hitze offen sind (sein müssen), wird auch Innen alles staubig. Das wird in Curacao eine elende Putzerei werden.
Rund um die Insel ist das Ankern bis in Tiefen von 60m verboten um die Saumriffe zu schützen und so zählen die Riffe um Bonaire angeblich zu den 3 besten Tauchspots der Welt.
Wir springen zum Tauchen direkt vom Boot ins Wasser und finden:
Es ist ganz gut, aber als einen der besten Tauchspots der Welt würden wir es nicht bezeichnen. Es gibt keine Großfische wie Rochen, Manta, Hai, Napoleon usw. und die Riffe sind streckenweise schon recht abgestorben.

Rund um die Insel gibt es ca. 90 Tauchplätze bei denen man für ein paar Stunden an Bojen festmachen kann. Leider hat Jo sich am 4. Tag unseres Aufenthaltes eine kräftige Erkältung eingefangen und von da an ist das Tauchen erstmal gestrichen bis die Pillen von Margit helfen.
Am kommenden Mittwoch werden wir weiter nach Curacao segeln und KYLA dort für 3 Monate Heimaturlaub „parken“. Mal sehen, ob wir bis dahin doch noch ein paar Tauchgänge schaffen.

Los Roques…

ist eine kleine, zu Venezuela gehörende Inselgruppe, die auf dem Weg von Grenada nach Bonaire genau auf unserem Kurs liegt. Wir stoppen dort ohne uns anzumeldem, weil wir sowieso nicht vorhaben an Land zu gehen. Aus dem geplanten „Overnight“ Ankerstopp werden dann 3 weil es hier so schön ist – ursprünglich und einsam. An zwei Ankerplätzen sind wir ganz alleine und an einem nur mit 4 Booten. Mehr Boote haben wir auch auf der ganzen Durchfahrt durch die Inselgruppe nicht gesehen. Das liegt wahrscheinlich an der wirtschaftlichen und politischen Situation in Venezuela. Wegen der schlechten Sicherheitslage (Diebstähle und Überfälle) wird das von den Seglern zur Zeit eher gemieden. Wir fühlten uns sicher. Ausnahmslos alle lokalen Fischer winken uns freundlich zu, lassen uns sonst aber in Ruhe.

Die Inseln erinnern ein wenig an die Bahamas. Es gibt aber viel schönere Strände, mehr Grün und vor Allem: Einsamkeit.

Überall Fischschwärme und Vögel die sie jagen. Die erfolreichsten Jäger sind die Pelikane. Aus teilweise recht grosser Höhe, stürzen sie ins Wasser und schnappen sich einen Fisch. Wie die den aus der Höhe erkennen, und woher sie wissen ob das Wasser gerade tief genug ist um nicht im Sandgrund stecken zu bleiben, ist uns ein Rätsel.
Sobald die begleitenden Möwen einen erfolgreichen Pelikan sehen, setzen sie sich frech auf seinen Kopf oder Rücken und picken ihm auf dem Kopf herum damit er den Fisch wieder ausspuckt den sie selber gerne hätten. Der Pelikan ist aber nicht dumm und versenkt einfach seinen Schnabel, mit der im Schnabelsack zappelnden Beute, im Wasser, bis die Möwe die Lust verliert. Dann schnell den Kopf hoch, schlucken, und weiter zur nächsten Jagd.

Wir haben übrigens zwischen Grenada und Los Roques auch geangelt und einen grossen Mahi-Mahi gefangen – sehr lecker und genug für eine ganze Woche.

Wieder unterwegs nach Bonaire passieren wir noch die „Las Aves“. Ebenfalls zwei einsame Inselgrüppchen die zu Venezuela gehören. Leider kommen wir da Nachts vorbei und stoppen deshalb nicht.

Grenada – Teil 2…

Bei „Henrys Safari Tours“ buchen wir eine Inselrundfahrt nach eigenen Wünschen.
Wir besuchen: die Concorde Wasserfälle, eine Muskatnuss-Verarbeitung, eine Schokoladenfabrik, den Grand Etang Nationalpark und die Annadale Wasserfälle. Noch ist Trockenzeit und entlang der Küste ist die Vegetaion ein wenig braun, aber im Inselinneren ist alles saftig grün. Da Grenada ja auch als „die Gewürzinsel“ bekannt ist, finden sich überall Gewürzfarmen und unser Fahrer zeigt uns alle möglichen Gewürzpflanzen. Eine tolle Tagestour.


Gerne hätten wir noch die ewas abseits gelegenen „Seven Sisters“- und „Honeymoon“- Wasserfälle“ besucht. Aber die sind nur zu Fuss zu erreichen und vom Wandern haben wir seit der Vulkantour auf St. Vincent noch genug.
Gestern haben wir dann schon mal ausklariert und ankern jetzt in der „Mount Hartman Bay“. Heute soll es weiter nach Bonaire gehen. Ein 3-4 Tagestrip ohne Internet.

Grenada…

Wir ankern zunächst in der „Beausejour Bay“ und besuchen am nächsten Tag „Moliniere Point“ um dort, direkt vom Boot aus, zu schnorcheln. Wir finden endlich mal ordentlich Fische und ein Riff das nicht völlig tot aussieht. Am Grund der Bucht hat ein Künstler zahlreiche Skulpturen installiert. Sehr schön!

Zwei Meilen weiter ist St. George’s, die Hauptstadt von Grenada. Wir sehen uns alles an und fahren mit den preiswerten Bussen (wie in Carriacou) zum Einkaufen in die „Spiceland Mall“. Hier gibt es alles was man braucht. Insbesondere die Digicel-Filliale ist lobend zu erwähnen. Zwar kann man auch hier unsere Travel Pack’s aus Martinique nicht aufladen (obwohl die ja auch von Digicel sind), aber wir werden ausführlich beraten und erhalten für 28 Euro neue SIM Karten mit 9 GigaByte(!) Datenvolumen. Daran könnten sich die Franzosen ruhig ein Beispiel nehmen.

Dann geht es weiter zur „Prickly Bay“. Die liegt im Süden von Grenada und wir müssen ca. 2 nm direkt gegen den Wind fahren. Der bläst seit Monaten mit 15-30 kn aus Osten und entsprechend Welle hat sich, besonders über den vorgelagerten Untiefen, aufgebaut. In die Bucht steht leichter Schwell obwohl wir recht weit Innen ankern, und über die umgebenden Hügel fegen kräftige Fallböen. Gemütlich ist das nicht.
Aber am Ende der Bucht ist die örtliche „Budget Marine“-Niederlassung in der wir ein paar fehlende Seekarten für den Weg nach Bonaire/Curacao kaufen können.
Schließlich verholen wir in die „Phare Bleu Marina“ zwei Buchten weiter nach Osten. Eine hübsche kleine Anlage mit angeschlossenem Resort dessen Einrichtungen wir mitbenutzen dürfen. Das Internet ist rasend schnell, so dass wir problemlos unzählige Segelvideos für die weitere Reiseplanung direkt im Netz ansehen können. Das hatten wir schon lange nicht mehr.
Allerdings steht auch hier immer leichter Schwell in die Bucht den man an den Stegen – trotz der schwimmend vorgelagerten Wellenbrecher – deutlich spürt.
Gäste gibt es im Resort zur Zeit anscheinend keine und auch die Marina ist fast leer. So ist der 2x wöchentlich zum Einkaufen fahrende Bus (zur Spiceland Mall/Budget Marine – alles im Preis enthalten) lediglich mit ein paar Seglern belegt.

Wir hatten uns extra für Phare Bleu entschieden, weil dort – laut Handbuch – die Firma „Palmtree Marine“, die unseren Kühlschrank kontrollieren/reparieren könnte, ihren Sitz hat. Leider ist die Info veraltet. Die Firma sitzt jetzt nebenan in der „Clarks Court Bay“. Wir kontaktieren sie und gestern ist tatsächlich jemand vorbei gekommen und hat unseren Kühlschrank wieder auf Vordermann gebracht (Kühlmittel aufgefüllt).
Jetzt sind wir dabei eine Inselrundfahrt zu organisieren. Davon mehr im nächsten Beitrag.

Carriacou…

gehört schon zu Grenada. Auf dem Weg dorthin fangen wir doch tatsächlich mal einen Fisch – der 1. in dieser Saison. Andere Boote fangen quasi täglich Fisch nur bei uns klappt das nicht so richtig. Nun, vielleicht beginnt mit diesem Fang „unsere“ Angelsaison.

In Carriacou gehen wir in der „Tyrell Bay“ – endlich mal in ruhigem Wasser und ohne Schwell – vor Anker. Man kann einfach einklarieren und es gibt einen tollen Supermarkt.
Nachdem der Wassermacher ja wieder einwandfrei funktioniert, macht plötzlich unser großer Kühlschrank Probleme – wäre ja noch schöner, wenn es mal keine technischen Probleme gäbe. Er kühlt zwar noch, läuft aber ununterbrochen. Das wird bis Grenada warten müssen. Erst dort gibt es einen Fachmann mit den nötigen Werkzeugen um den Kühlreislauf mit Kältemittel (wir vermuten, dass es daran liegt) aufzufüllen.
Internet ist in Carriacou ganz miserabel. Ständig wird die Verbindung unterbrochen. Schon seit Bequia, wo wir extra länger geblieben sind, weil wir zum 80. Geburtstag von Jo’s Papa mit ihm „skypen“ wollten, war die Verbindung so mies, dass wir weder „skypen“ noch über das Netz telefonieren konnten. Nur normale Telefonverbindungen klappen einigermaßen.
In Mustique ging es etwas besser, in Mayreau und Union Island wieder schlechter. Erstaunlicherweise gab es die beste Verbindung in den etwas „abseits“ gelegenen Tobago Cays, obwohl es auch hier nicht für Skype reichte. Wetter „besorgen“ oder bloggen dauert so schon mal 2-3 Stunden und an Internet-Banking ist überhaupt nicht zu denken.
Selbst in diversen Bars in der Tyrell Bay setzt das Netz immer wieder aus. Bis Grenada müssen wir wohl oder übel damit leben. Mal sehen, ob es dann besser wird.
In Hillsborough/Carriacou konnte man unseren französichen Internet Zugang (in Martinique gekauft) der angeblich überall in der Karibik funktionieren sollte, leider nicht aufladen, so dass wir jetzt auch noch an die Datengrenze unserer „Travel Pack’s“ stossen. Die nächsten SIM-Karten werden wir wohl nur noch auf englischsprachigen Inseln kaufen.
Das öffentliche Transportsystem in Carriacou ist dafür genial. Man stell sich irgendwo an eine Strasse und wartet bis ein Bus vorbeikommt (so etwa alle 10 Minuten), steigt ein und fährt für 1 Euro über die halbe Insel. Die Linie 10 fährt Nord<->Süd, die 11 West<->Ost. Das nützen wir aus, und erkunden mit den Bussen die Insel kreuz und quer. Am Ende haben wir dafür 9 Euro bezahlt. Die angebotene 2,5 Stunden Insel-Rundfahrt mit einem Taxi sollte dagegen 60 Euro kosten!


Schließlich geht es weiter nach Grenda. Dabei segeln wir doch tatsächlich über einen aktiven Unterwasservulkan den „Kick em Jenny“ ein paar Meilen nördlich von Grenada. Wir halten den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 km zwar ein, aber ein komisches Gefühl ist es trotzdem.